REISEBERICHT -Mai 2016

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Diese Reise hat SAMANTHA  während der Nacht am Anker gemacht

 

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Blick auf eine der Lagoonen bei Bora Bora

 

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Der spitze Vulkan, bei der Rundfahrt um Bora Bora

 

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Das immer noch treue Fahrrad, damals von Beni und Stephan geschenkt tut nnoch immer seinen Dienst, auch wenn etwas Rost angesetzt hat.

 

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Hier muss ich am Quai 2 Tage auf die Abreisegenehmigung warten

 

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So hat's ausgesehen als die Genua-Leine gerissen hat.

 

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Und so, als der Balooner zwischen Bora-Bora und Tonga in Fetzen flog.

 

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Erster Blick auf Tonga

 

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Nach 5 Tagen und 5 Stunden Überfahrt ist die SAMANTHA in Tonga angebunden.

 

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Eine neue Kirche in Nuku'alofa, der Hauptstadt von Tonga

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Totenkultur ist hier gross geschreieben. Die Gräber sind total geschmückt

 

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Eine alte Kathedrale

 

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Der König und die Königinn werden sehr verehrt und lächeln überall von Plakaten.

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Hier ist Captain Cook das erste Mal auf Tonga an Land gegangen

 

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In diese seichte Bucht hatte er sich gewagt. Wie das, ohne Instrumente ?

 

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Schweine laufen hier umher wie bei uns die Hunde. Am Strand suchen sie nach Krebsen

 

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Eine historische Stätte. Dieses Tor hat etwas mit der Sonnenwende zu tun, wie bei den Inkas

 

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Eine interessante Konstruktion

 

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Ea gibt auch noch urige Bauern auf Tonga

 

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Besuch einer Tropfsteinhöle

 

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Für die Besucher gibt es auch sanitäre Anlagen. Die dürften etwas besser sein bei einem Eintrittspreis von 10 Dollars

 

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Interessant die Küste mit den " Blowing Holes"

 

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Überall schiessst das Wasser aus den Felsen

 

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Spektakulär

 

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Die Gruppe der ich mich angeschlossen habe. von links nach rechts : Jim, Jon, Jeni und Rich

 

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Die legendären Flying Dogs

 

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Häuser wie man sie überall sieht.

 

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Letzter Abend vor Nuka Alof bei der Insel

 

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Adé Tonga, es war schön.

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Neuseeland kommt in Sicht !!!!!

 

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Es kommt näher

 

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Die ersten Häuser sind zu sehen

 

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Die Marina Opua ist vor mir

 

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Ein Ausflug ans Nord-Kap

 

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Der Leuchtturm

 

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Eine varierende Landschaft

 

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Schafherden mit 1000 en von Schafen

 

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Rinderherden mit hunderten von Tieren

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun bin ich schon eine Zeitlang in der Südsee. Hatte ich vor diesen gefährlichen Atolen höchsten Respekt, und wusste nicht, ob ich da alleine das Risiko auf mich nehmen soll, einzufahren, hat sich das alles relativiert. Es gibt einige Atole, und Inseln die man besser meidet, andere sind aber überhaupt kein Problem. Zum Teil sind sie auch bestens mit Leuchtfeuer und Markierungen ausgestattet, und dank den guten Karten und mit etwas Vorsicht kann man dieses Gebiet gut besuchen.

 

1.5.2016

Die Engel haben mein Gebet erhöht und heute mal die Wolken etwas weggeschoben, so dass ich endlich wieder einmal die Sonne sehe. Da wo ich liege ist alles sehr ruhig und kein anderes Boot istr in der Nähe. Ein Dorf kann ich auch nicht ausmachen, nur höhre ich seit Stunden das Trommeln von einigen Einheimischen und aus der Ufernähe klingen südseeähniche Lieder zu mir. Ist ja schön, aber nach Stunden scheint die Melodie immer die gleiche zu sein.

Gleichg in der Früh ziehe ich los, habe etwas Wind, aber nicht genug um rechtzeitig auf der nächsten Insel anzukommen. Ich muss Motorsegeln und so die 40 SM hinter mich bringen. Gut dass ich rechtzeitig ankomme, denn die Suche nach einem Ankerplatz gestalzez sich nicht einfach.An einigen Orten ist es zu wenig tief, an anderen darf man wegen dem Flugplatz nicht.Schliesslich setze ich den Anker direkt vor dem Dorf auf 32 Meter Tiefe. Die Nacht ist ruhig, nur regnet es wieder hin und wieder,

 

2.5.216

Bevor ich etwas anderes unternehme, wird das Boot innen und aussen gründlich gereinigt, Es hat es wirklich nötig.
Dann setze ich das Dingi ins Wasser, montiere den Motor und shippere ans Ufer. Mein versuch irgendwo ein brauchbares Wifi-Netz zu finden scheitert kläglich. Dieses Dorf ist zwar ein Hauptort mit Regierungssitz für die Umgebung, aber absolut lausig. Es gibt einen Supermarkt und eine Tankstell,sowie ein Spital, aber sonst bietet das Kaff nichts und Wifi ist ein Fremdwort. Entäuscht geh ich zurück zur SAMANTHA.

 

3.5.2016

Die Nacht war fürchterlich. Draussen tobte ein richtiger Sturm. Regen wie aus Kübeln und Wind bis 25 Knoten. Das riss richtig an der Ankerkette. Ich war nicht ruhig und bin um 0200 raus und habe eine Ankerwache im Plotter eingegeben. Somit würde ich alarmiert, wenn der Anker ausreisst und die SAMANTHA verreist.
Danach war es ein bisschen besser und ich konnte noch etwas Schlaf bekommen.
In der Früh, entschied ich mich, erst zu bleiben und abzuwarten, denn bei diesem Wind und Wetter wollte ich nicht durch die enge Passage gegen den Wind ins Meer stechen.
Um 0900 gibt es eine leichte Besserung und ich lege los. Als ich durch die Passage bin und endlich lossegeln könnte, stellt der Wind ab und ich muss Motorsegeln, wenn ich nach Bora Bora kommen will. Gibt es denn sowas ?
Schliesslich bin ich vor der Passage zur Lagune von Bora Bora und da streuben sich meine Haare, denn mein I-Pad spielt wieder einmal verrückt. Alle 5 Sekunden stellt es aus oder wechselt den Bildschirm, es ist zum Verrückt werden. Die Karte auf dem Plotter ist rudimentär und ich habe Schiss, nur mit diesen Angaben in die Lagune einzufahren, und vor allem, darin dann zu navigieren. Gott sei Gnädig, plötzlich hört der Spuck auf und ich kann nach dem I-Pad mit den Navionics-Karten mich orientieren. Ich setze den Anker auf 32 m Tiefe vor einem Yachtclub, nicht weit vom Hafen. Dann die übliche Prozedur. Dingi runter, Motor montieren, Tank rausholen etc. An der nahe gelegenen Tankstelle lege ich an, frage ob ich hier mit der SAMANTHA anlanden kann, was bejat wird. Weiter mit dem Dingi in den Hafen. Hier suche ich einen Laden, wo ich ein neues I-Pad kaufen könnte. Leider hat niemand eines mit einer Sim-Karte. Für den Besuch bei der Polizei zum Abmelden aus Polynesien ist es zu spät, die schliessen um 1700, denn danach gibt es keine Räuber mehr.

 

4.5.2016

Ein strenger Tag. Zuerst gehe ich in die Stadt (sie nennen das hier so, wir würden Dorf sagen.) Zufällig sehe ich einen Laden der auch Elektronik verkauft. Das I-Pad nach meinem Wunsch haben auch die nicht, aber schliesslich entscheide ich mich, mein kaputtes Handy zu ersetzen, denn auch auf diesem kann ich die Navionics-Karten lesen. Somit habe ich nicht nur Redundanz in den Karten sondern auch wieder ein Handy. Es braucht etwa 4 Stunden, bis alle Apps geladen und die Karten auf den neuesten Stand gebracht sind. Der Verkäufer ist sehr nett und Hilfsbereit. Ich hatte ja mein altes Handy auf dem PC gesichert, aber leider akzeptiert mein , unter XP laufender Rechner das neue Handy nicht. So muss alles über I-Cloud transferiert werden. Schliesslich habe ich mein Handy und bei der Polizei muss ich morgen um 0900 nochmals vorbei, denn meine Ausreisegenehmigung ist nicht eingetroffen.
Ich hole den Anker hoch und trotte durch die Bucht, vor das Restaurant Boody Marry, ein bekanntes , gutes Restaurant. Hier kommt mir ein Bootsnachbar entgegen und hilft, eine der ausgelegten Boyen zu fassen. Das ist natürlich viel einfacher, als alleine eine Boye zu schnappen. Vielen Dank Monsieur. Er, Gerome, als Skipper des Katamarans sagt mir, dass es Schweizer  Gäste an Bord habe. Lass sie grüssen.
Am Abend, bewege ich mich ins Restaurant, hier ist ein Chef de Service, der mir erklärt, dass er keinen Platz mehr hätte. Eine Empfangsdame, allerdings scheint anderer Meinung zu sein. Sie werde schon was finden und mich bei der Bar abholen.
Ich trinke den traditionellenj Bloody Mary und bestelle Chicken-Wings dazu als Appetizer. Plötzlich sehe ich Gerome mit seinen Gästen das Restaurant betreten. Ich spurte zu ihnen und frage ob ich mich bei Ihnen mit an den Tisch setzen dürfe, da ich keinen Platz bekommen könne. Ja natürlich, kam es aus aller Munde auf Schweizerdeutsch zurück.
Es wurde ein netter Abend und wir hatten viel Spass. Die ganze Familie (8 Personen aus Luzern) sind hier in den Ferien und haben den Kat mit Skipper gechartert.
Das Essen ist hervorragend und auch recht günstig. Was mich ärgert ist einzig die Tatsache, dass mindestens 4 Tische unbesetzt bleiben. Der Chef de Service wollte halt nicht einen Tisch an eine einzelne Person verlieren ! Das ist eine Sauerei und ist mir nur einmal in Pakistan auch passiert. aber... dank diesem verlogenen Chef hatte ich einen sehr netten Abend mit dieser Familie und es war sicher viel angenehmer, als alleine an einem Tisch zu hocken, auch wenn das Essen gut ist.

 

5.5.2016

Nach dem Frühstück mach ich mich bereit zur Abfahrt. Die Sonne scheint und es hat guten Wind. Das sind ideale Verhältnisse um die Reise nach Raratonga anzutreten. Der Cat mit den Schweizern fährt an mir vorbei und alle winken und wünschen gute Reise. ich bedanke mich nochmals für den netten Abend.
Am Stadtquai lege ich an und will bei der Polizei das Papier holen. Pustekuchen, das Papier ist nicht angekommen und heute arbeiten die auf dem Amt nicht, weil es Feiertag ist (Auffahrt). Ich muss morgen um 0800 nochmals vorbeikommen. Was mache ich hier in diesem Kaff, wo heute alles geschlossen ist ?
Ich hole das Fahrrad aus der Kiste und radle los. 30 Km sind es um die Insel und nach 3 Stunden bin ich zurück, habe einige nette Spots gesehen, aber im Grossen und Ganzen ist es wie überall auf diesen Inseln. Schöne Häuser und Bretterbuden halten sich die Waage. Zurück im Dorf, bin ich enttäuscht, denn jetzt bräuchte ich dringend ein Bier. Auf das habe ich mich schon seit 10 Km gefreut, aber... die Bar ist geschlossen !

Gut dass ich auf dem Boot noch eins im Kühlschrank habe. Dann heisst es einfach warten und lesen bis der Tag endet.

 

6.5.2016

Um 0800 bin ich wieder auf dem Polizeiposten. Es braucht noch einige Telefonate und echte Bemühungen dieser netten Beamten, bis ich dann endlich um 0930 das notwendige Papier und die Stempel habe, die mir das Verlassen von französisch Polynesien erlauben und mir keine Schwierigkeiten beim Einreisen in New Zealand machen sollen.
Unter Motor durchquere ich die Lagune und fahre durch den Pass, dann kann ich Segel setzten und werde mit idealen Segelbedingungen belohnt. Sonne, ruhiges Meer und regelmässiger Wind querab. So bleibt es bis am Abend, wo dann einige Böen und etwas Regen den Tag abwechseln. Die Nacht ist mehr oder weniger ruhig und SAMANTHA läuft ständig mit 7-8 Knoten.
Bora Bora ist die Insel, die mir hier am besten gefallen hat. Die Hauptinsel, eigentich nur ein spitzer Berg, wird durch eine umlaufende Inselgruppe gezeichnet. Zwischeen Hauptinsel und dem umlaufenden Riff und Inseln liegt eine Lagune mit dem typischen Südseewasser, türkies und dunkelblau lösen sich ab. Einige Hotels der Oberklasse haben Bungalows auf Stelzen gebaut und zusammen mit den Kokospalmen gibt es eben das uns bekannte Bild.

 

7.5.2016

Wie die Nacht endet so geht der Tag weiter. Segeln vom feinsten. Nur, mitten am Vormittag reisst die Leine, die die Genua oben am Mast hält. Warum, das weiss der Geier. Ich habe nichts gemacht oder bewegt, das dieses Übel hätte auslösen können. Ich erinnere mich, dass uns damals bei der Atlantiküberquerung mit der Vauquiez von Werner genau das gleiche passiert ist. Nur hier bin ich alleine und nicht zu fünft. Ich muss die Genua runterholen und  dann den Block mit dem Spifall provisorisch wieder hochziehen. Das Ganze dauert etwa 3/4 Stunden und war nicht ganz ohne bei diesem Wellengang und 18 Knoten Wind. Aber es gelingt und ich kann die Fahrt wieder normal weiterführen. Am Abend wird die See sehr rauh und die SAMANTHA läuft zwar gut, wird aber tüchtig umhergeworfen. Jede Bewegung auf dem Boot wird zum Balanceakt. Das erste Mal seit ewiger Zeit, esse ich den Rest des Kartoffelstocks und den Gulasch kalt und direkt aus der Pfanne. Ich komme mir vor wie ein Penner, aber es war nun halt mal bequemer.
Zum Schlafen lege ich mich heute in die Skipperkabine, muss aber sagen, dass das keine gute Idee war. Ich schlafe schlecht und erst gegen Morgen mache ich dann endlich mal einen längeren Abschnitt von 3 Stunden. Ich frage mich immer noch, warum das Teil runtergekommen ist. Die Nacht zuvor hatte ich nämlich genau das Geträumt, weil ich am Vortag eine Schraube auf dem Deck gefunden habe, für die ich keine Erklärung hatte, aber für da oben wäre die zu klein gewesen. Dann habe ich eben davon geträumt, dass es Horror wäre, wenn die Genua runter käme, und sieh da !

 

8.5.2016

Wie gesagt, schlecht geschlafen und doch geht es weiter. Die Bedingungen sind nach wie vor super und ich geniesse die Fahrt. lesen, und nochmals lesen. Gegen abend werde ich heute eine Inselgruppe die auf dem Weg liegt durchfahren müssen, da heisst es aufpassen. Es sind keine Inseln zum Anhalten und unfreiwillig will ich auch nicht dort anlaufen. Um 1800 kann ioch eine Insel rechts von mir ausmachen. Eine Stunde später bin ich daran vorbei und habe wieder freie Fahrt. Es schaukelt fürchterlich. Ich reduziere die Segel um die SAMANTHA etwas flacher zu legen. Das gelingt, aber irgendmal, nicht vorauszusehen wird sie von einer speziellen Welle erfasst und regelrecht auf die Seite geworfen. Genau das ist auch passiert als ich beim Kochen war. Ich flog, wie Speedy Conzales vom Kochherd weg direkt auf den Navitisch, Guit konnte ich mich noch irgendwie for dem Aufprall schützen. Weiter gehts ! Die See ist nun sehr rauh, aber ser Wind regelmässig und schön querab. Die SANAMTHA läuft die ganze Nacht durch mit 7,5 bis 8,5 Knoten und das mit nur Genua im 1.Reff und Besan. Herrlich ist Segeln, wenn es so ist. Leider hat nun auch die 2. Leine die die Genua oben halten soll, gerissen. Irgend etwas ist da faul. Da ich aber ein Reff in der Genua habe, ist sie etwas aufgerollt und kommt nicht runter. So muss ich nun durchhalten bis Raratonga, dann werde ich das mal anschauen.

 

9.5.2016

Um 1200 kann ich die Insel Rarotonga im Dunstrb ausmachen. Um 1400 fahre ich durch die Passage in den Hafen von Raratonga. Über Funk kann ich den Hafenaster nicht erreichen, so lege ich einfach bequem längsseits an der Pier an. Mit auflandigem Wind ist das ein sehr einfaches Manöver. Neben mir liegt ein Kat. Es sind Österreicher, und die nehmen mir die Leine ab. Der Hafenmaster, den ich dann aufsuche ist sehr nett und organisiert die zuständigen Behörden (Zoll, Imigration und Health ). Zurück auf dem Boot bekomme ich bald Besuch von den Damen und Herren Offiziellen. Ungefähr 10 Papiere muss ich ausfüllen ( immer die gleichen Angaben), dann muss ich die beiden Birnen (fresh-food) die ich noch nicht gegessen hatte, abgeben. (weiss der Geier, wer die nun isst ). Heute noch etwas zu unternehmen ist unmöglich. denn hier schliesst alles um 1600. Ich kann gerade noch 2 Lammkottlets aus New Zealand ergattern, die ich heute Abend essen will.
Um die Zeit auszunutzen hole ich die Genua runter und vertäue sie auif dem Deck. Dann schaue ich mir das defekte Teil (der Kopf, mit dem man die Genua am Vorstag hochzieht ) an, finde heraus, was daran kaputt ist und mache mich bereit morgen bei Ladenöffnung um 0800 loszuziehen.
Am Abend zieh ich mir wieder einmal einen Film rein um danach recht gut zu schlafen,

 

10.5.2016

0700 auf den Beinen. Frühstücken, und um 0800 bin ich im Hardwareshop und kaufe 2 lange Schrauben. Dann gehts zum Welding-Shop, wo ich ein Teil aus Aluminium um 5 mm aufschweisen lasse. Dann zu Ed, einem Schweden, der eine Mechanikerwerkstatt hat. Hier werden die vorher gekauften Schrauben auf die richtige Form gedrechselt und ein M8 Gewinde eingeschniitten. Dann zurück zum Boot. Nun muss ich auf den Mast hoch. Ich will zuerst ein neues Spifall einziehen. Mit meinem "Mastlift von Swisstech" gelingt es mir die neue Leine einzufädeln. Dann bereite ich alles vor um die Genua-Fall-Leine einzuziehen. Dafür hole ich mir einen Neuseeländer der im Hafen bei einem Boot sitzt. Es ist gerne bereit mich mirt der Elektrowinch in den Mast hochzuziehen. Dafür habe ich aj eben vorher diese neue Leine eingezogen. Mit ihm, Bob heisst er, gelingt es diese Leine neu einzufädeln. Dann befestige ich die neuen Bolzen, versuche such den Balooner einzuklinken und finde heraus, was hier oft das Problem war. Mit der Feile korrigiere ich was zu korrigieren ist und kann danach befriedigt sehen, das in Zukunft keine Probleme mehr mit dem Balloner entstehen sollten. Nun noch die Genua wied er hochziehen und einrollen. Alles funktioniert wie es sein sollte. Dann alles erkzeug wegräumen und schon ist es 1600. Ich habe  für alles genau einen NZ-Tag, von 0800 bis 1600 gebraucht, aber es ist eine Befriedigung, die Mechanik wieder Gut zu wissen. Mittags hatte ich noch einen kleinen Unterbruch. Zwei nette junge Back-Packer-Girls kamen vorbei und interessierten sich übers Segeln. Ich offerierte ihnen einen Kaffee und beantwortete ihre Fragen über die Reise. Die Eine war aus Israel, die Andere aus Frankreich. Nach einer Stunde zogen sie wieder von Dannen und ich konnte weiter arbeiten. Um 1700 bin ich  unterwegs in die Stadt. Hier finde ich eine Tel-Kompanie, wo ich morgen WIfi habe und wieder mal mit Frauchen Skypen kann.

 

11.5.2016

Es ist kalt geworden. Nur noch 24°C in der Kabine am Morgen und tagsüber steigt das Thermometer auch nicht mehr über 28°C. Es ist Herbst und ich fahre dem Winter zu.
Es ist 0800 und ich stehe bei Blue-Skype, der Telecom hier, im Laden, kaufe 1 Giga Wireless für 18€. Dann Skype ich mit Rita eine halbe Stunde, schaue noch ins MeteoEarth, um die Winde in den nächsten Tagen zu prüfen. Fertig ist das Gigabyte !  Nochmals 6€ für 100 MB und ich kannj die Homepage hochladen. Ein sauteures Pflaster hier. Weiter mit Geld verteilen gehts in der Immigration und Zoll, hier muss ich vorbei um meine Ausreisegenehmigung zu holen. Gegen 90€ bekomme ich auch diese Papiere und nun darf ich noch im Hafen den Platz bezahlen, auch 80€ für 2 Tage ! Gut dass ich wenigstens im Fischerhafen am Pier anlegen durfte, sonst wäre das hier nämlich eine unangenehme Schaukelei gewesen. Für mjich wichtig ist, dass ich mein Vorstag mit dem Genua-Kopf in Ordnung bringen konnte.
Um 1400 sollte ein Zollbeamter kommen und mir das "Releas-Papier" bringen. Ich warte. Dann kommt Noa, die Israelitin von gestern mit einem Kerl vorbei. Im Gespräch stellt sich heraus, dass sie gerne mit mir nach NZ gesegelt wäre. Schade, hätte sie das doch gestern gesagt, hätte ich die Papiere entsprechend gemacht. Nun aber habe ich eine Crew-Liste auf der nur leere Zeilen sind. Um noch alles zu arrangieren ist es für mich zu spät, denn ich will um 1500 los und ein gutes Windfenster ausnutzen. Noa würde gerne mal mitkommen und  will mit mir über Mail in Kontakt bleiben. Sie ist der Typ, den ich mir auf meinem Boot vorstellen könnte, Mal schauen.
genau um 1500 lege ich los, finde sofort guten Wind und geniesse herrliches Segeln bei gutem Wetter, während ich hinter mir sehe wie es auf der Insel beginnt zu regnen.

 

12.5.2016

Heute scheint die Sonne, der Wind ist sehr stabil von achterlich. Ich baume die Genua aus und die SAMANTHA rauscht dauern mit 8-9 Knoten, teilweise sogar 9-10 Knoten durch die Wellen. Die See ist wieder recht rauh und die Wellen bauen bis auf 4 Meter auf.
Bei einem Kontrollgang stelle ich fest dass das Wasser im Bugstrahlruderkasten bis zum Motor hoch angestiegen ist. Ich verbringe den ganzen Vormittag damit, die Leitungen durchzuprüfen, wobei ich das Abflussloch im Kasten verstopft finde. Nachdem dieses entstopft ist läuft das Wasser wieder ab. Damit nicht so viel Wasser eintritt, müsste ich den Simering beim Schaft auswechseln, einen solchen habe ich aber nicht in meinen Reserveteilen. Mit einem Stück Fahrradschlauch und einer Rohrschelle gelingt es den Wassereintritt so zu reduzieren, dass das Wasser nicht mehr ansteigt. Ich muss dann nur daran denken, diesesm Provisorium zu lösen, falls ich das Bugstrahlruder im nächsten Hafen brauche. Mittags bin ich fertig und lege mich auf's Ohr. Etwas Schlaf mus ich nachholen, denn die Nacht war unruhig und ich bin müde. Nach dem Apéro (kleiner Pastis) wie üblich um 1700 reduziere ich die Segelflächen und die SAMANTHA liegt etwas ruhiger im Wasser. Das macht die Kocherei und das Essen etwas angenehmer. Ob ich dadurch ein Paar Stunden Fahrzeit verliere macht ja nichts aus, denn ich bin ja nicht an einer Regatta.

 

13.5.2016

Es wird später hell. Ich verschiebe mich gegen Westen, das merkt man. Aufstehen ist heute erst um 0800. Ich brauche eine warmne Dusche, denn mich fröstelt es. Es ist nur 24°C. Der Wind fühlt sich recht kühl an, so dass ich heute, seit Ewigkeiten, ein langärmliges T-shirt anziehe.
Um1100 (immer noch meine Tahiti-Bordzeit) kommt die Sonne hinter der dicken Wolkenschicht hervor. Der Wind lässt es nun zu, dass ich Schmetterlig segle. Dauernd 8-9 Knoten, 4 Meter Welle aber eine angenehme Fahrt.

 

 

14.5.2016

Ein Tag, der mit Lesen und Pennen verbracht wir. Alles läuft wie geschmiert, die SAMANTHA ist mit 7-8 Knoten auf Fahrt.

 

15.5.2016

Es war eine total ruhige Fahrt in dieser Nacht. Die SAMANTHA legte sich so in die Wellen dass ich im Bett manchmal das Gefühl hatte, wir lägen in einer ruhigen Marina. Entsprechend gut habe ich geschlafen, einmal sogar 5 Stun den am stück. Meine elektronischen Augen (Radar und AIS ) waren wachsam, aber hier bin ich wieder einmal ganz alleine auf  Erden. Seit Raratonga keine Seele gesehen, nicht mal Vögel oder Fische. Um 0500 gehe ich raus, denn ich muss nun sehr vorsichtig navigieren. Es gibt hier 4 Riffs, die gemäss Büchern, nicht genau auf den Karten eingezeichnet seien. Da diese Riffs nicht über die Wasseroberfläche herausschauen, kann man sie auch nicht sehen und auch das Radar kann sie nicht ausmachen. Ich habe keine Lust, wie bereits Andere, hier auf ein solches Riff aufzulaufen und das Boot zu versenken. Also nehme ich mir alle 3 Karten, die ich habe, vor, trage von jeder Karte und den Büchern die Positiionen auf dem Plotter als Gefahrenstellen ein. Einmal, vom Open CPN, dann von Navionics vom I-Pad und die C-Map vom Plotter. Dazu schaue ich mir das noch auf Googl Earth an. Mit all diesen Punkten auf dem Plotter habe ich genügend Sicherheit um diese Riffs zu umschiffen. Mit ca 10 SM Abstand zu jedem Riff fahre ich dazwischen durch. Das dürfte genügend Sicherheitsabstand sein, so dass ich mich nochmals für 2 Stündchen aufs Ohr legen kann.
Bei Sonnenaufgang reduziert sich der Wind um 4-5 Knoten. Es ist nun an der Zeit, den Balooner su setzen. Dazu muss ich allerdings alles Umschiften. Die Genua muss von Steuerbord nach Backbord und  ausgebaumt werden. Dann Steuerbord den Balooner setzen und ausbaumen. Die ganze Aktion daueret 40 Minuten, dann kann ich wieder auf Kurs gehen. Freuide macht, dass diesmal, das erste Mal seit ich die SAMANTHA habe, der Balooner sich oben auf Anhib einklinkt. Das ist das Resultat meiner Arbeit in Raratonga. Da war ein Konstruktionsfehler, den ich entdeckt habe. Eine Schraube war zu kurz und hat ein Teilchen nicht in Position gehalten, Dann war da der Gleiter, der in der Nut laufen sollte und den Kopf in der richtigen Position festhalten sollte, hatte einen zu kurzen Schenkel und konnte , wenn die Leine etwas schief zog, aus der Nut rausspringen und sich verkeilen, was dann eben zum Reissen der Hissleinen geführt hat. Dem Gleiter habe ich 5 mm am Steg aufschweissen lassen und  die zu kurze Schraube habe ich durch eine längere ersetzt. Heute, das erste Mal seit 2003 klinkte der  Balooner auf Anhib ein und das Ausklinken wird definitif auch kein Problem mehr sein. Es macht Freude, wenn man sowas erreicht.

 

16.5.2016

Morgenrot ist auf dem Meer kein gutes Omen. Und so sieht dann auch der Tag aus. Grau und hin und wieder ein leichter Nieselregen.
Zuerst mache ich 2 Maschinen Wäsche, die ich im Saloon aufhänge, denn draussen herrscht 93% Luftfeuchtigkeit mit dieser man keine Wäsche trocknen kann. Dann backe ich wieder einmal Brot. Dabei halte ich mich an die Anweisungen, die mir der schweizer Bäcker Martin gegeben hat. Es wird ein super feiunees Brot mit einer herrlichen Kruste und innen schön luftig. Und dann ..... ich bemerke dass die SAMANTHA plötzlich langsamer läuft, obwohl der Wind weder die Richtung geändert noch abgeschwächt hat. Ich schaue draussen nach. Was sehe ich ! Der Balooner hängt nur noch in Fetzen am Vorstag. Keine Ahnung warum, nichts, was eine Erklärung dafür sein könnte ist mir aufgefallen. Keine Böen, keine besondere Schiffsbewegung, nichts. Schei.....
Balooner runterholen und auf Schmetterling umlegen. Danach ist die Fahrt, die bis jetzt super war, mit ein bis eineinhalb Knoten weniger nicht mehr die grosse Freude.

 

17.5.2016

Gemäss meiner Erfahrung ist es immer nachts um drei wenn sich beim Wind und Wetter etwas ändert. So war es auch diese Nacht. Ich musste raus weil die SAMANTHA anders in den wellen tanzte, stellte fest dass der Wind auf Süden gedreht hat und dass es anfängt zu stürmen. Nun hätte ich die Segel umschiften müssen, dazu nach vorne aufs Deck gehen und dort die Leinen umsetzen. Bei diesem Wellengang und stockfinsterer Nacht, ist mir das zu gefährlich. Ich räume die Segel weg und starte den Motor. In einer Stunde wird der Spuck sicher vorbei sein, dann sehen wir weiter.
Es hat dann auch wirklich aufgehört zu stürmen, aber der Wind blieb auf südlicher Richtung. Also lass ich weiter den Motor laufen und schlafe weiter. Wenns hell ist, sieht das ganze anders aus.
Es ist hier bereits halb  acht als es hell weird. Die Zeitverschiebung um eine Stunde macht sich nun richtig bemerkbar. Nun kann ich die Segel umsetzen, ohne Risiko. Leider bleibt der wind nun aber schwach und das heisst, ich würde mitten in der Nacht in Tonga ankommen. Da ich aus Prinzip nie nachts ineinen Hafen oder eine Bucht einlaufe, wo ich mich nicht auskenne, muss ich entscheiden, eine Nacht länger draussen zu bleiben oder mit dem Motor die Segel unterstützen. Ginge es nur um 2-3 Stunden, dann würde ich draussen bleiben, aber es  fehlen nur 1-2 Stunden um noch bei Tag einzulaufen. Also, ich Motorsegle erst mal, vielleicht kommt der wind ja noch auf. Drausse ist es heute schönstes Wetter, weit und breit kein Wölklein am Himmel. Von der Seite aus gesehen, der schönste Tag der Überfahrt. Wenn jetzt noch Wind aufkäme, dann wäre das super.
Es gelingt genau vor dem Dunkelwerden noch in den Fischerhafen einzufahren. Hier muss ich mit Buganker und Landleinen anlegen. Ein netter New-Zealänder nimmt mir die Leinen ab, denn ich kann ja nicht an Land weil mein Dingi noch in der Bagskiste ruht. Hier muss ich 5 Meter Abstand zum Land halten wegen den Untiefen. Nach dem die SAMANTHA sicher liegt, kommt es mir ganz komisch vor. Diese Ruhe, nicht das leichteste Schwanken oder Bewegen. Welch ein Gegensatz zu der Reise, mit rauher See und ständig umherwandeln wie besoffen. Ich schlafen heue sicher gut.

 

18.5.2016

Als erstes muss ich das Dingi herausholen und aufpumpen, denn ohne das bin ich ein Gefangener wie auf Alcatrass. Kaum den Kopf aus der Luke, begrüsst mich am Land schon eine Dame von der Quarantäne. Sie will nicht an Bord und füllt alle Papiere auf dem Kofferdeckel ihres Autos aus. Ist mir auch recht. Dann hole ich das Fahrrad aus der Kiste und gehe zum Zoll. Hier kommt es mir vor, als würde das erste Mal ein Segler hier einklarieren. Schleisslich aber klappt es und ich bekomme einen Stempel Nun darf ich 6 Wochen hier bleiben ! Die Gesundheitsbehörde ist scheinbar nicht bereit, im Moment, mein Schiff zu durchsuchen. Die kommen dann irgend Mal später. Ich fahre nun in die Stadt, wo ich Geld abheben muss, denn Tonga hat auch wieder eigenes Geld. Bei meinem Streifzug finde ich eine NZ-Embassy. Hier frage ich nach den einreiseformalitäten und bekomme sofort eine Mappe ausgehändigt, i n der alle Instruktionen zum Anfahren von NZ enthalten sind. Das ist Service !
Ansonst gibt es in der Stadt nichts was einem vom Hocker hauen würde, ausser der sehr eigenartige Friedhof mitten drinn. Hier sind die Gräber mit Blumen, Gegenständen und sogar Plakaten geschmückt. Eine sehr hohe Totenkultur haben die hier.
Auffallend ist, wie oft man den König und die Königin auf Plakaten lächeln sieht. Hier wird die Monarchie noch richtig gelebt. In einem Buch habe ich gelesen, dass hier der König alle Jungfrauen, bevor sie vor den Traualtar treten, persönlich entjungfern würde. Ob das noch so ist, das bezweifle ich, wenn ich den sehr stattlichen Herrn von den Plakaten lächeln sehe. Der müsste doch bei dieser Bevölkerungszahl wesentlich weniger Speck um die Hüfte haben, wenn nem so wäre.

 

19.5.2016

Mit meinen Bootsnachbarn, Rich, Jenni, JJim und seiner Frau besteige ich um 1000 ein Taxi, das die bestellt haben um eine Inselrundfahrt zu machen. Sie waren bereit, mich mitzunehmen und so die Kosten zu teilen. Es ist eine interessante Fahrt und wir sehen einiges von der Insel. So besuchen wir den Punkt, wo Captain Cook das erste Mal die Insel betreten hat, dann besuchen wir eine Tropfsteinhöle, die "Blowing Holes" , wo das Wasser an die Felsen prallt und hoch in die Luft geschleudert wird. Eine spektakuläre Sicht. Dann auch den Platz der Fliegenden Hunde. Hier wird ständig beobachtet ob ein weisser Hund anfliegt. Wenn, dann stirbt der König innerhalb von 2 Tagen. Das war in der Geschichte nun schon mehrmals so und besonders bei den letzten beiden Königen. Bei mir ist das sicher nicht so !  
Am abend hocken wir alle bei Rich und Jenni im Boot zum Apéro und ich bekomme eine ganze Doku und vile nützliche Infos zu New-ealand, von wo die hergesegelt sind.

 

20.5.2016

Ich gehe bei dem Zoll vorbei um auszuklarieren, Ich will morgen los. Dann vernehme ich, dass ich extra 120 Dollar zahlen müsse, wenn ich morgen erst losfahre. Overtime ist der Grund. Das ist es mir nicht wert, noch eine Nacht hier zu verbringen. Ich packe zusammen und lege los. Nur 2 Meilen weiter ist eine Insel, vor der kann ich den Anker werfen und eine ruhige Nacht verbringen.

 

21.5.2016

Fast 12 Stunden habe ich geschlafen. Dann, nach dem Frühstück nehme ich den Anker hoch und fahre los. Der wind ist gegenan, bis ich aus der Passage bin. Hier profitiere ich von dem noch ruhigen Wasser um meine elektronischen Kompasse zu Kalibrieren. Hierzum muss ich mindestens 3 Kreise von 360° drehen. Da ich 2 Kompasse habe macht das mindestens 6 Runden. Ich  bin gerade fertig mit der letzten Runde, da kommt ein Fischerboot angebraust. Die  machten sich Sorgen und waren unsicher, was hier los ist, dass ein Boot ständig im Kreis fährt. Nett von den Leuten, aber ich kann es ihnen erklären !

Dann gehts, mit neu eingerichteten Kompassen Richtung New-Zealand. Die Fahrt ist gemütlich, mit Wind von achterlich, Segel in Schmetterligsposition.

 

22.5.2016

Ich staune nicht schlecht, als ich in der Früh aus dem Cockpitt schaue und nicht weit von mir eine Insel sehe, die ich so nicht auf der Karte ausgemacht hatte. Ich bin aber weit genug daran vorbeigesegelt, ohne in Gefahr zu sein. Hier hätte ich mein Leben als Robinson verbringen können, wenn ich die nachts getroffen hätte.
Im Verlauf des Morgens dreht der Wind von Ost nach West und ich segle nun am Wind, immer noch auf direktem Kurs. Bei Sonnenuntergang dreht der Wind, so dass ich südlicher ablaufen muss. Dazu noch hart am Wind. Ich befürchte eine schlaflose Nacht vor mir zu haben, denn sobald der Wind leicht dreht oder eine grössere Welle den Buch trifft, schiesst die SAMANTHA durch den Wind und ich muss eine Piruette (volle Drehung, mit dem Heck durch den Wind) drehen um wieder auf Kurs zu gehen. Ich laufe immer südlicher und schliessich sogar östlich. Ich lass es laufen wie es am besten möglich ist und bekomme so doch noch ein paar Stunden Schlaf.

 

23.5.2016

Um 0500 piepst der Autopilot. Er kann das Kap nicht mehr halten. Der Wind hat nochmals gedreht so dass ich wenden muss und Richtung West peile um dort den Wind zu finden, der mich dann nach New-Zealand tragen soll. Der Himmel ist grau, das Wasser ist grau. Der Himmel mit einem weisslichen und das Wasser mit einem bläulichen Stich. Die Dünung ist etwa 4-5 m hoch und Wind nur 5 Knoten. Der Yanmar schnurrt und ich muss mich fürchterlich zusammenreissen, nichts an der Einstellung zu ändern und nur einfach geduldig nach Westen zu motoren. Dort, so hat es auf dem Wetterbild angezeigt, herrschen starke Winde aus Nord. Bis dorthin aber ist es noch weit, vermutlich 2 Tage.
Unter mir liegen 6000 m Wasser, da kann ich heute ruhig mich mit Lesen beschäftigen, ohne Angst zu haben, irgendwo aufzulaufen.

 

24.5.2016

24. Mai 2016 das sind genau 70 Jahre. Heute ist mein Geburtstag. Ich fühle mich elend. Nicht weil ich heute 70 geworden bin, sondern weil ich spühre, dass mit meine Körper etwas nicht stimmt. Ich habe Lust zu nichts, bin total matt und schlapp. Zudem ist mein rechtes Knie angeschwollen, nachdem nach Tagen endolich das Linke sich erholt hat. Ich kann kaum gehen. Frühstück ? Ja ich esse ein spartanisches Frühstück, wie noch nie im letzen halben Jahr. Ein paar Stück Pariserbrot mit Nutella und dazu Tee. Zu mehrr habe ich keine Lust. Ich entscheide, dieser inneren Vergiftung entgegenzuwirken und hole Antibiotika aus der Bordapotheke. Mittags eine Banane und Abends dann mein letztes Jogurth. Noch ein Telefonat mit meinem Frauchen und ab ins Bett um 1900. Das war also dann mein Geburtstag !

 

25.5.2016

Zu Hause ist erst heute der 24.Mai. und ich bekomme über Sat-Telefon SMS mit Glückwünschen. Das freut mich. 13 Stunden habe ich mit nur 3 Unterbrüchen geschlafen und heute wach ich auf mit weit besserem Gefühl. Die Lebensgeister sind wieder wach geworden. Zum Frühstück mache ich frischen Hummus, und trinke meinen Kaffee. Danach backe ich noch ein Brot, das super gut herauskommt. Nach all dem verweile ich 2 Stunden an Deck. Ich hole die Genua runter und gehe mit Klebeband und Zwirn an die beiden grossen Risse, die ich vorgestern entdeckt habe. Während meiner Arbeit hat der Wind gedreht und kommt nun so, dass ich die Segel setzen kann und mit Querabwind auf Kurs bin . Da die See recht ruhig ist und ein stahlblauer Himmel sich über unds wölbt kann man das ruhig als ideale Segelbedingungen bezeichnen. Endlich schweigt der Motor und die SAMANTHA gleitet mit 6-7 Knoten Neuseeland entgegen. Wenn ich von heute auf morgen  die gleichen gesundheitlichen Fortschritte mache wie die letzten 24 Stunden, dann ist morgen alles wieder gut.
Mit einem richtigen Nachtessen und einer Zigarre danach feiere ich heute (nach Schweizer Zeit,) meinen Geburtstag.

 

26.5.2016

Heute ist wieder beschi.... Segelwetter. Wind direkt auf der Nase. Rauhe See,  und trüber Himmel mi Regenschauernb alle Stunden im Gleichtakt.
Gut dass es sich dann am Nachmittag bessert, etwas Sonne guckt heraus und die See beruhigt sich, allerdings will hbeute der wind nicht drehen, so dass ich mit  Yanmars gebrumm  weiterfahre. Ich lass mir aber die Moral nicht verteufeln. Ich koche ein feines Abendessen mit allem drum und dran, rauche eine Zigarre und schaue danach gleich 2 Filme. Schliesslich ist es fast Mitternacht als ich mich auf's Ohr lege.

 

27.5.2016

Heute Nacht habe ich schlafend die Datumsgrenze überschritten. Vom 179. Längengrad gings auf den 180. Grad West und dann auf den 179. Grad östlich. Bis anhin , seit der Überquerung des 0-Gradienten, bei ungefähr Gibraltar, wurde immer vorwärts gezählt, nun geht es rückwärts. Für mich heisst das, dass ich ab heute langsam wieder hintenrum nach Hause Segle und die hälfte der Erde hinter mir habe.

Mit einem dünnen Seil schnüre ich dei wieder an der Genua losgerissenen Enden zusammen und kann geute wieder einmal segeln. Der Wind ist nicht stark (7-10 Kn), querab, das Meer ist relatif ruhig und die Sonne bringt etwas Wärme. Heute in der Früh wars nur noch 22°C und ich brauche das erste Mal dieses Jahr langarm-T-Shirt und Socken. Am Abend ziehe ich sogar eien Fliesjacke über, weil es sonst unangenehm ist. Der Plotter sagt dass ich noch 320 SM , bzw. 3 Tage vor mir habe.
Den ganzen Nachmittag verbringe ich in der Vorderkabine. Hier ist es bequem zu liegen und zu lesen. Am Abend koche ich wieder ein schönes Abendessen mit einer Champignon-Crèm Suppe als Vorspeise. Mit der linken Hand balanciere ich den Teller in der Wagrechten und mit der Rechten löffle ich die Suppe. Der Wind steht regelmässig und querab. Die SAMANTHA läuft wunderbar. Im Cockpitt höre ich noch schweizer Ländlermusik mit einer Cohiba und einem Glas Rotwein geniesse ich den ersten Teil nach dem Sonnenuntergang, danach schaue ich einen Film und um 2100 ist Ladenschluss.

 

28.5.2016

Es ist noch nicht hell und mein Darm meldet dass er sich entleeren möchte. Da ich ihm dies nicht verweigern kann, aber auch nicht das im Bett machhen lassen will gehe ich zur Toilette. Gehen, ist gut gesagt. Die SAMANTHA hüpft in den Wellen wie ein Rodeo-Pferd. Der Wind hat aufgedreht auf 30-35 Knoten und die Wellen draussen steigen zum Teil bis 5 Meter hoch. Dass es heute ein Flugtag wird, ist klar. Damit ich den Kampf zwischen Schwerkraft und Fliehkraft einigermassen in den Griff bekomme, hole ich das Gross ein und nehme ein Reff in der Genua. Danach beruhigt sich die SAMANTHA etwas, macht aber nach wie vor noch 9 Knoten Fahrt. Zwischendurch dreht der Wind auf auf 35 Knoten, dann rauscht die SAMANTHA mit 10 Knoten durch die Wellenberge. Wenn es heute so weiter geht, sagt mein Plotter, wäre ich bereits morgen Mittag in Opua.
Also ich bereite mich vor und studiere die zig Formulare , die ich in Tonga von der NZ-Embassy bekommen habe.  Das Ausfüllen aller Dokumente dauert eine Weile, denn was die nicht alles wissen wollen Ich muss sogar Schiffsdokumentation zu Hilfe nehmen um alles beantworten zu können. So kompliziert habe ich noch niergens einklarieren müssen.
Nun ist es Mittag geworden. Draussen ist es dunkel und es tobt ein richtiger Sturm. Die Wellenkämme reissen ab u8nd ein Windmesser zeigt immer wieder 40-45 Knoten an. Es schüttet in strömen und das Cockpitt wird dauern durch übreschwappende Wellen geflutet. Noch 19°C mit 95% Feuchtigkeit. Alles im Boot ist klamm.
Eigentlich wollte ich zu Mittag die restliche Champignonsuppe von gestern Abend essen. Weit daneben. Denn genau in diesem Moment wo ich die Pfanne hinstelle un einen Löffel aus de Schublade angle, macht samANTHA einen Sprung auf die Seite und mir bleibt nur noch die Hälfte der Suppe. Der Rest ist irgendwo in der Küche verteilt.

1500. Ich bin in meiner Lesestellung in der Vorderkabine. Ich höre dass die Genua flattert. Draussen entdecke ich dann, dass das Unvermeidliche geschehen ist. Die Genua ist am Ar....., obwohl ich ja noch vorher in allen Segeln 2 Reffs einjgerollt hatte. Jetzt wird es schwierig. Das Meer ist wie in teufels Küche. Es brodelt und die Dünung mit 5 Meter ,mindestens, ist sehr kurz, so dass sich die SAMANTHA ständig auf die Seite legt. Eine unangenehme Fahrt. Ich versuche erst mit Gross und Besan weiterzusegeln, das geht auch einigermassen, nur will das Boot ohne Vorsegel das Kap kaum halten. Ich könnte mehr nach Süden ablaufen, dann wäre die Fahrt ruhiger, aber ich bin nun schon 140 Meilen vor Opua. Wenn ich zu weit südlich komme, müsste ich dann gegen den Wind den Kurs fahren. Ich entscheide den Yanmar mitlaufen zu lassen und somit auf dem direkten Kurs zu bleiben. Gegen abend legt sich der Wind auf 18-20 Knoten und der Himmel klart auf aber die See bleibt wild und unangenehm.

 

 

29.5.2016

Trotz dem anhaltenden stürmischen Wetter, vor dem mich in Tonga die Neuseeländer gewarnt haben, schlafe ich trecht gut in meiner Kabine. Wenn ich nach draussen gehe zu meinem Kontrollgang muss ich nun jedesmal den Schwerwetteranzug anziehen, denn ich kann nicht jedesmal ein neues trockenen Pijama anziehen. Die ganze Nacht durch stürmt es und die Wellen bauen mehr und mehr auf. Jede Bewegung im Boot drin wird zur Zirkusnummer. Hätte ich die sensible Haut einer Frau, sähe ich wohl wie ein Dalmatziner aus, mit all den blauen Flecken. Hier und da tut es auch weh, aber was solls, das geht wieder vorüber. Bei Sonnenaufgang bin ich noch 80 SM von NZ entfernt. Mit den beideb verbliebenen Segeln und dem Yanmar macht SAMANTHA gute Fahrt. Nach draussen kann ich vorerst immer noch nicht, denn nach wie vor brechen Wellen über das Cockpitt und alles ist nass.
Nach dem Frühstück, (ein letztes Ei und Speck) klart der Himmel plötzlich auf und der Wind verringert um 10 Knoten auf 20-25. Auch die Wellen werden etwas flacher, so dass ich doch noch ein paar Stunden Sonne abbekomme, die meinen ersten , bis jetzt schlechten Eindruck von NZ etwas glätten.
Gemäss den Dokumenten, darf man viele Esswaren nicht nach NZ bringen. Ich kämme alle Schapse durch und schmeisse alles über Bord, was nicht zur Einfuhr erlaubt ist. Bei einigen Sachen bin ich nicht bsicher, da werde ich die Zöllner entscheiden lassen. Natürlich trenne ich alles, was sich nicht biologisch abbauen wird, und sammle das (Plastik usw) in einem Müllsack. Ich habe mich genug geärgert in San Blas über all den Müll, der bei den schönen Inseln die Strände zierte.
Nun wird das Boot innen noch sauber gemacht und alles ordentlich verräumt, so wie ich es mich gewohnt bin, mein Boot zu präsentieren, aber durch das unseelige Leben der letzten Sturmtage etwas in Verzug gekommen bin.
Um 1500 ( noch Tonga Zeit ) erreiche ich in die Hoheitsgewässer von NZ und muss mich über Kanal 16 bei der Grenzwache anmelden. Um 1800 (Tongazeit, 1700 NZ-Zeit) bin ich in Opua, wo ich am Quarantäne-Steg anlege. Heute ist hier der 29 und Sonntag. Morgen wird der Zoll kommen um die Formalitäten zu erledigen.
Ich bin geschafft. Ich habe das Jahresziel, NZ erreicht, nachdem ich die 9 1/2 Tage und genau 1100 SM bei widrigen Bedingungen hinter mir habe.
Seit dem 28.November 2015 als ich mit Alex losgezogen bin sind es praktisch genau 6 Monate. Davon war ich 4 alleine unterwegs.
Im gesamten sind 8800 SM unter dem Kiel der SAMANTHA durchgezogen. Diese letzte Überfahrt war in der ganzen Zeit die übelste und härteste.
Es ist 1700 als ich in Opua in die Marina einfahre und am Quarantaine-Quai festmache. Heute kommt keiner mehr vom Zoll vorbei. Morgen dann. Aber endlich wieder eine ruhige Nacht.

 

30.5.2016

Da bis 0900 noch niemand gekommen ist, um mich abzufertigen, rufe ich im Marina Büro an. Man will sich kümmern. Dann 1000 kommt eine nette Lady vom Zoll vorbei, macht relativ schnell alle Papiere fertig und haut den Stempel in den Pass. Leider mjuss ich 8 Päcklein Zigaretten abgeben, die zu viel sind. Es gibt neue Bedingungen. Da ich diese Zugaretten nur als Geschenkmöglichkeiten mithabe, schmerzt es nicht so sehr. Sclimmer als die ZIgarren. Ich kann wählen, was ich abgeben will und wähle die Zigaretten. Stupide.
Eine halbe Stund später kommt der von der Quarantäne, schneuselt im Boot umher und konfisziert die Zwiebel, und den Knobli. Sonst gibt es nichts, was ich noch verbotenes habe. Lange Theorien muss ich mir anhören, nicke brav und bin in dann samt dem Müllsack bald los.
Nun kann ich in die Marina verlegen, erledige alle Bürokratien, miete ein Auto und kontaktiere die Firmen um Angebote einzuholen. AM Abend bin ich geschafft, fahre aber noch zum nächsten Laden um das nötigste einzukaufe. Auch Zwiebeln kaufe ich und die sehen genauso aus, wie die die der Beamte weggeschleift hat.

 

31.5.2016

Heute kommt der Mechaniker, Chris, und nimmt sdich den Yanmar und den Genarator vor. Der Yanmar ist soweit in guter Form, der Generator allerdings hat einen stark verstopften Auspuff und das ist der Grund weshalb ich in letzter Zeit weniger Strom bekommjen habe, was mir doch aufgefallen ist. Ich selber beginne, alles, was an Kleinigkeiten notiert ist, abzuarbeiten. Im Hafen finde ich praktisch alles was ich an Teilen und Materialien brauche. Mit Nordail mache ich dann den Vertrag fest. Für einen richtig guten Preis bekomme ich 4 neue Segel. Auchn das Bimini-Dach muss erneuert werden und auch hier kann ich einen guten Deal abschleissen. Dann fahre ich nachmittags nach Wankirai 50 Km, um Preise für den Platz für die nächten 7 Monate einzuholen. Schliesslich entscheide ich mich, in Opua zu bleiben.

Für den 14.6 buche ich den Flug und falle dann buchstäblich ins Bett. Ich bin kaputt, aber glücklich, soviel heute auf die Beine gebracht zu haben. Ab Morgen wird am Boot gearbeitet und alles sauber gemacht und repariert. Ende Dezember will ich dann zurückkehren und auf einem Boot, das tip-top in Ordnung ist, die Reise weiterführen.

 

Juni 2016

Unterhaltsarbeiten und Reinigung, das sind Sachen, die wohl kaum jemanden interessieren, deshalb höre ich für dieses Jahr auf mit den Berichten. Ich kann nur sagen, es ist kalt und nass hier, so richtiges Winterschmudelwetter, aber was solls, bald geht es ja in die Schweiz dem Sommer entgegen.

Während 10 Tagen habe ich die SAMANTHA generalüberholt.

Es wurden folgende Arbeiten ausgeführt:
Bestellung von 4 neuen Segeln bei Nordail
Bestellung eines neuen Biminis
Auswechseln von 60 m Ankerkette
Neue Teile am Genua-Kopf
Auswechseln eines Ankerschalters
Kompleter Service am Yanmar
Kompleter Service am Onan
Alle Winche säubern und fetten
Die Dichtung beim Bugstrahlruder auswechseln
Neue WC:-Pumpe im acher-WC
Alle Bagskisten säubern
WC-vorne und hinten säubern
Küche komplett säubern
Dingis dichten
Wasserhahn im Achter-WC austauschen

und viele kleine andere Arbeiten.

Alles zusammen hat 10 Tage gedauert.
nun ist die SAMANTHA bereit für die nächste Etape, und ich für einen Heimurlaub bei meinem Frauchen und den Kindern und als auch Freunden und Grosskindern, Ich freue mich.