REISEBERICHT -März 2016

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Die Tagesetappen von Panama nach Galapagos

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Trüb ist es als ich in Porto Ayora einfahre

 

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Das Stättchen, am Quai

 

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Die Hauptstrasse

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Auf dem Fischmarkt, hier bedienen sich nicht nur Personen

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Louis der Parkführer bei den Instruktionen

 

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Unser Boot

 

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Amerikanisches Überbleibsel aus dem 2. Weltkrieg. Hier wurden Wraks einfach abgelagert

 

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Die Spuren der Schiltkröten zu den Nestern auf der Düne

 

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Ei einziger Flamingo präsentiert sich.

 

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Unjd ein paar andere Vögel. Es gibt davon 85 Arten

 

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Eine rote Krabbe

 

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Ein Liguan in der Farbe der Lavasteine, kaum auszumachen

 

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Wildes Buschland, soweit man sieht

 

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Ein Pelikan bem Ruhen

 

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Das Männlein mit dem roten aufblasbaren Sack

 

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Das Weiblein, etwas schlichter

 

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Viele Fregattavögel haben hier ihre Nester

 

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Ein junges

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Dieser Vogel hat einen blauen Kopf und blaue Füsse.

 

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Die Gruppe bei einem Kaktus

 

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Unter dem Kaktus ein Liguan. Die würden bis 70 Jahre alt.

 

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Kaktusblüte

 

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Knorrige Bäume

 

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Seelöwe beim Schlaf

 

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Das Junge sonnt sich

 

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Am Tag der Abreise, Besuch eines Seelöwen auf der SAMANTHA

 

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Adé Galapagos, es war schön, aber nicht umwerfend

 

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Ein schöner Tuna, eetwa 5 Kg

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Typischer Sonnenuntergang auf dem Pacific

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Wenig später

 

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Ein trüber Regentag. So sieht es aus, wenn die Sonne nicht hervorkommt.

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Meine neueste Errungenschaft, Super gutes Brot

 

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Der Schreck, das zerrissene Gross.

 

 

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Einfahrt in die Jungfernbucht

 

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Eine sehr schöne Landschaft

 

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Leider regnet es jeden Tag mindestenbs 1 x

 

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Gildas, der Franzose näht mir das Grossegel mit seiner Handbetriebenen Nähmaschine

 

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Die bUcht vom Berg aus gesehen

 

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Da unten, ganz klein liegt die SAMANTHA

 

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Eine 4-.Stunden Wanderung mit Heiner und Rainer

 

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Rudy der Wanderer

 

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Abedliches Essen bei Einheimischen mit den anderen Seglern in der Bucht

 

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Die Familie

 

Wenn ich so zurückblicke auf Panama und die Umgebung, dann muss man schon sagen, dass es eine der schönsten Gegenden ist. Die San Blas Inseln, mit deren vielfältigen Inseln und herrlichem Wasser in allen Farben, ist wohl das schönste was ich im Atlantik gesehen habe. Erstaunlich ist nur, dass das Land, ausserhalb einiger Quartiere von Panama City, so unterentwickelt ist, obwohl der Staat, durch die Einnahmen aus dem Kanalverkehr (Schiffe zahlen bis zu 200'000 USD für eine Durchfahrt), so immens ist, dass das Land weit eintwickelt sein könnte. Die Infrastruktur ist absolut lausig. Vermutlich fliesst ein grosser Teil, der sieben Mia-Einnahmen aus dem Kanal, in obskure, dunkle Kanäle.

 

1.3.2016

Ich glaube meinen Augen nicht. Es ist bereits 0930 als ich endlich aus einem Tiefschlaf erwache. Die SAMANTHA hat die ganze Nacht ihren Kurs peinlich genau gehalten, aber der Wind hat nachgelassen und es geht etwas gemütlicher voran. Den ganzen Tag langt faulenze ich und lese und lese.

Gegen Abend hole ich die Fischerleinen ein. Einmal ist da die Rute, bei der ich einen ganz neuen Köder angehängt habe, aber trotzdem hängt nichts dran. Anderseits ist die Handleine, die sich auch nicht bewegt hat (ich habe eine Wäscheklammer so angebracht, dass die Leine rausspringt, wenn Zug drauf kommt und so sehe ich dass etwas dranhängt ). Beim einziehen merke ich, dass da was dranhängt. Und tatsächlich, ein etwa 40 cm langer Tuna hat angebissen. Es gibt wieder 4 schöne Fillets in den Tiefkühler. Das Wasser im Pacific ist wesentlich sauberer als im Atlantik. Keine Plastikteile und kein Seeweat  hängen sich an die Angel.
Um 2145 genau überquere ich den Equator. Wie so üblich, spendiere ich Neptun einen Schluck Whisky, natürlich nicht, ohne mit ihm auch anzustossen. Danach hocke ich noch eine Weile im Cockpitt und höre ein Konzert der jungen Tenöre. Mit einem Schluck Wein und einer Zigarre lässt sich das wunderschön geniessen.

Den Rest der Nacht schlafe ich, muss aber alle 2 Stunden zur Pipistation. Ob das wegen dem Equator ist ?

 

2.3.2016

Hier , 20 SM vor Galapagos wird es später hell als in Panama. Man merkt schon, dass ich weiter nach Westen gezogen bin. 1 Stunde differenz ergibt es. Nun sind es 7 Stunden später als zu Hause.
Nach dem Frühstück räume ich das Boot auf, dann putze und poliere ich das Cockpitt. Es ist nicht schmutzig aber stumpf und ohne Glanz. Mit dem richtigen Mittel und etwas Schweiss, glänzt dieser Teil des Schiffes dann auch wieder. Es macht Freude. Es ist bereits 1000 als ich endlich im Dunst die erste Insel von Galapagos ausmachen kann. Es sieht fast so aus, als hätte ich diesem Neptun zu wenig Whisky gegeben, denn der Wind ist total flau , der Himmel grau und Galapagos kommt nur mit etwa 3 Knoten entgegen. Ich werde noch bis anfangs Nachmittag brauchen, bis ich am Ziel bin. 6 Tage und 6 Stunden habe ich für die 900 SM gebraucht. Das ist eine durchnittliche Zeit, die man für diesen Abschnitt, gemäss den Segelbücher einrechnen muss.
Es ist bereits 1630, als ich den Anker gesetzt habe. in der Academy Bay (Puerto Ayora) dem Haupthafen der Insel Santa Cruz. Gleich muss ich die Uhr um 1 Stunde zurückstellen, und somit 1 Stunde länger auf meinen Apéro warten. Ich bin ziemlich müde, denn die Anfahrt hier zum Ankerplatz war nicht ganz Ohne. Sowie ich mich annäherte begann es heftig zu regnen und die Sicht war unter aller Sau. Mit Radar, dem Plotter und dem I-Pad fand ich schliesslich den richtigen Platz. Vorher aber musste ich noch ein Ausweichmanöver fahren, denn plötzlich hatte ich nur noch 2 M Wasser unter dem Kiel, obwohl dies so in den Karten nicht eingezeichnet war! Es war das erste Mal in meiner ganzen Segelkarriere, dass ich bei solchen Bedingungen einen Ankerplatz anfahren musste. Man lernt nie aus!

 

3.3.2016

Den Vormittag verbringe ich damit, die Genua herunterzuholen und das Teil unter die Lupe zu nehmen, welches den Balooner festhalten sollte, es aber nicht getan hat und ich wieder einmal mehr die Hissleine abgerissen habe. Um diese vom Mast zu holen, müsste ich nach Oben. Es schauckelt aber ziemlich fest, so dass ich keine Lust habe, mit meinem Sondergerät nach oben zu steigen. Jemanden , der mich mit der Winch hochziehen könnte, kenne ich ( noch) nicht. Es liegen etwa 10 Segelboote in der Bucht, vielleicht lerne ich ja noch jemanden kennen, oder treffe einen Bekannten. Nach der Inspektion des mich ärgenden Teils, muss ich feststellen, dass es einwandfrei funktioniert, das Problem liegt anderswo. So wie ich ausmachen kann, ist die Schlaufe zu lang, so dass sich der Balooner gar nicht ganz nach oben ziehen lässt. Ich setze die Genua neu, diesmal aber etwas tiefer. Damit hoffe ich, dass beim nächsten Mal der Balooner dann auch tatsächlich eiunhängt.
Am Nachmittag hole ich das Dingi aus der Kiste und mache eine erste Erkundungsfahrt ins Dorf. Wenn man zuviel erwartet, könnte die Entäuschung gross sein. Ayora ist ein Dorf, ohne speziellen Charakter. Es gibt ein recht gut bestückter Supermarkt. Dort hole ich einige Kleinigkeiten, erschrecke aber über die Preise. Die Preise sind etwa das 2-3 fache von Panama. Schön ist, dass ich hier in in einem Cybercafé super Verbindung mit Frauchen und Philippe habe. Philippe kann dann auch das Problem mit der nicht mehr funktionierenden Homepage lösen, so dass ich das Update vom Februar hochladen kann. Ich hadere mit mir, ob ich hier einchecken soll und somit eine ganze Procedur mit viel Formalitäten über mich ergehen lassen soll, dafür noch ca 1000 USD hinlegen und dann aber 20 Tage Aufenthalt bekomme, oder ob ich mich französisch verabschieden soll. Am Abend, ist entschieden. Ich buche einen Tagesausflug in einen Park, nördlich von der Insel Sta Cruz. Es dauert von 0800 bis 1700 und man sehe viele Tiere, so verspricht mir das der Agent. Es gibt hier in fast jedem Haus einen Travelagent, mit und ohne Taucherausrüstungsvermietung. Tauchausflüge kann man hier buchen so viel man will, mit und auch ohne Erfahrung.

 

4.3.2016

Der Wecker klingelt um 0600. Wenn ich um 0730 am Treffpunkt sein will, muss ich vorwärts machen. Ich bin dann auch rechtzeitig am Sammellpatz. Hier werden wir (14 Personen) von einem Guide (Louis) empfangen und in einen Bus verfrachtet. Während der 45 minütigen Fahrt an die Nordspitze der Insel bekommen wir eine Lektion, was alles Erlaubt und nicht Erlaubt ist bei unserem Tagesausflug. Man kann sich das gar nicht alles merken. Nach der Durchquerung der Insel, werden wir auf ein Ausflugsboot gebracht. Hier wird Tee und Wasser angeboten. In der Kabine kann man sich zum Schnorcheln umziehen. Schnorchelzeug bekommen wir ebenfalls ausgehändigt. Dann geht's ab, und der Anker wird vor einem Sandstrand gesetzt, wo es hunderte von Spuren von Schildkröten gibt, die hier ihre Eier legen. Ein Spaziergang ins Hinterland, zu einer kleinen Lagune ist dann auf dem Plan. Hier sehen wir einen einzigen Flamingo. Etwa eine halbe Stunde bekommen wir Unterricht über die Falmingos. Dass nur einer hier ist, ist etwas entäuschend, nicht ? Nach diesem Ausflug ist Schnorcheln angesagt. Es wäre ja nett, wenn man wirklich etwas sehen könnte. Das Wasser ist sehr trüb und die Fische, und Schilkröten, Krebse usw. kann man nur schwach ausmachen.
Zurück auf dem Boot steht ein feines Mittagessen bereit. In der Kabine kann man sich wieder umziehen und danach geht die Fahrt zur nächsten Insel.
Hier ist eine Wanderung von ca 1 Stunde geplant. Wir müssen genau dem ausgetretenen und markierten Pfad folgen, sehen dabei interessante Pflanzen, viele Vögel, über die Louis viel zu erzählen weiss. Dann begrüssen wir noch Liguane und Seelöwen. Alles in allem, eine spärliche Ausbeute, aber dafür mit interessanten Informationen. Über 200'000 Beucher im Jahr sollen diese Parks hier anschauen. Ein gutes Business bei diesen Preisen!
Knapp vor 1700 sind wir zurück in Ayora. Es war ein schönes Erlebnis, aber 20 Tage hier zu verbringen, und jeden Tag für 150-200 USD einen Park zu besuchen, das ist nichts für mich. Ich hocke mich in eine Bar und geniesse einen Mojito (es gibt dann noch einen drauf wegen Happy- hour). Kurz nach 1800 will ich in die eine Strasse, wo am Abend die Strasse gesperrt wird, und die Tische fürs Abendessen aufgestellt werden. Es gibt eine ganze Reihe von Restaurants, und die sollen nicht schlecht sein, so hat mir ein Teilnehmer heute Nachmittag verraten. Ich habe das Gefühl, ich hätte X-Beine, nach den beiden Mojitos. Die waren scheinbar recht gestampft. Nach dem gegrillten Octopus geht es etwas besser und ich trotte zurück zum Quai, wo ich das Dingi wieder finde und damit zurück zur SAMANTHA fahre.

 

5.3.2016

0545. Ein höllen Krach. Wer steigt hier auf mein Boot ? Dann aber wieder Ruhe. Ich habe schon Angst gehabt, einer von der Behörde sei wach geworden und käme mich besuchen.
Dann stehe ich auf, denn es wird langsam hell und ich will so schnell wie möglich den Platz verlassen. Es hat sich nie jemand von einer Behörde gezeigt. Ich habe auch keine Lust gehabt, mich diesem unmöglichen Einklarierungsprocedere zu unterziehen und dann so viel Geld zu bezahlen und 20 Tage in der Gegend zu bleiben. Beim Einklarieren wird ein "Fumication-Zertifikat" verlangt. Wenn man das von Panama (wo man es für 50 USD kaufen kann, ohne dass einer eine Rauchbombe ins Schiff schmeisst, nicht hat, kann man das hier auch, ohne Verrauchung für 70 USD organisieren. Dann aber ist noch der Check vom Unterwasserschiff. Ich habe in Las Perlas ja vosichtshalber mal geputzt, aber ob das den Herren Tauchern hier recht ist, weiss nich nicht. All dieser Scheiss, macht mich nicht an. Normalerweise darf man in jedem Hafen, gemäss internatinalen Bestimmungen , bis 72 Stunden verbringen, um zu Tanken, Wasser und Essen zu bunkern oder aber Reparaturen auszuführen. Hier kennen die aber scheinbar diese Regel nicht an , wie ich gelesen habe. Also, ich lasse Grüssen und ziehe weiter nach Marquesas.
Wie ich den Kopf aus der Luke strecke, entdecke ich den Grund des vorherigen Lärms. Ein Seelöwe hat sich auf mein Boot gehievt und schnarcht nun hinten auf dem Schiff. Gott sei Dank, macht er keinen Stunk als ich ihm erkläre, dass ich nun losfahren will und rutscht über den Spiegel zurück ins Wasser.
Nun wird der Anker gehoben und die 3000 SM lange Reise beginnt.
Als ich aus der Bucht hinaus und aus den Augen der Behörde entschwunden bin, hole ich das Dingi ein und versorge dies in der Kiste, richte mich auf die lange Fahrt ein und mach es mir bequem.
Zuerst muss ich in Richtung Süden fahren, ca 200 SM weit, um dann dort den richtigen Wind (Passatwind) zu finden, der mich dann direkt zu den Südseeinseln trägt. Hier schleiche ich erst einmal mit nur schwachem Wind mit 3,5 bis 4 Knoten Fahrt durch den so riesigen Pacific.
Kurz vor 1800 rattert die Fischrute. Ich habe wieder einen schönen, feissen Tuna von ca 4 Kg an der Angel. Dies gibt wieder 4 grosse Filletstücke, die so gross sind, dass ich nicht sicher bin, ob ich ein solches ganzes zu einer Malzeit verschlingen kann. Husch..husch sind die 4 Fillets im Tiefkühler.
Der Abend ist langweilig, weil kein Wind blässt. Ich schlafe bis 0400, dann wache ich auf, denn der Autopilot hat Alarm gegeben. Das bisschen Wind hat gedreht und ich muss die Segel schiften. Danach geht's weiter mit ruhigem Schlaf bis die Sonne aufgeht.

Dies war Tag 1 der Überfahrt.

 

6.3.2016

Tag 2.
Wie schon die ganze Nacht hindurch ist der Wind schwach. Das ist bekannt und deshalb ist es die Regel, bis zum 3.Breitengrad südlich zu fahren. Dort kommt man aus der Konvergenzzone um den Equator und sollte auf den Tradewind (Passatwind) stossen. Wenn das so weiter geht wie gestern und diese Nacht, brauche ich noch etwas Geduld bis ich diesen Punkt erreiche.
Mittags ruft mich ein Boot "Holiday" auf Kanal 16 an. Es ist ein Französisches Paar das parallel mit mir, in 6 SM Entfernung auch nach Marquesas unterwegs ist. Sie haben mich auf dem AIS gesehen und gedacht, dass ein Schweizer ev auch Französisch spricht. Ich kann sie nicht auf dem AIS ausmachen, weil die nur einen Empfänger ohne Transponder haben. Auf dem Radar mache ich sie nun aus, verfolge ihre Spur, bis am Abend . Bei Sonnenuntergang kann ish sie auch von Auge sehen, sie sind nur noch 2 SM weg.

 

7.3.2016

Tag 3.
Die ganze Nacht hindurch dümpelte die SAMANTHA mit 3-4 Knoten dahin. Ich schlief relativ gut, musste aber um 0400 die Segel schiften, da der Wind auf Norden gedreht hat, leider aber ohne stärker zu blasen.
Vormittags mache ich eine Wäsche und hänge alles, raus. Zusammen mit all den Segeln sieht SAMANTHA wie ein arabischer Tuchhändlerladen im Souk von Riadh aus.
Der Wind ist bis Mittag noch nicht in Erscheinung getreten und das dümpeln geht weiter. Ganze 110 SM habe ich von Gestern Vormittag, bis heute Vormittag hinter mich gebracht. Hier wird Eile mit Weile im wahrsten Sinn des Wortes gespielt. Mal sehen, wie es sich entwickelt. Ich hadere ständig mit mir, ob ich den Motor anwerfen soll, aber ich habe doch Zeit, nur muss ich die Geduld, eine meiner grössten Tugenden walten lassen.
Ich denke ich bin in den so genannten Rossbreiten. Das ist da wo es kaum wind gibt. Früher lagen da die Schiffe für Wochen ohne sich merklich zu bewegen. Dabei wurde Wasser und Vorräte knapp und man schlachtete die mitgebrachten Pferde (Rösser), und so bekam dieser Gürtel seinen Namen. Ich habe keine Pferde an Bord und somit stellt sich bei mir die Frage anders. Soll ich die Pferdestärken, die der Yanmar hat benutzen oder nicht. Mit einem Wind von gerade mal 2,5 Knoten schiebt man keine SAMANTHA mit ihren 18 Tonnen vom Hocker.
Mittags gibt es eine Banane. diese Bananen, die ich ich in Aroyo gekauft habe, sind anders als die, die man sonst kennt. Das Fleisch ist rosarot und schmmeckt eher nach Aprikose als Banane. Aber gut sind sie.
Seit beginn dieser Überfahrt habe ich mir ein neues Tagesprogramm festgelegt.
0700 Tagwache, dann Frühstücken
Danach Boot innen aufräumen und sauber machen, Wäsche und was sonst etwa anfällt.
1200 Kleiner Imbiss, eine Fruchjt oder einen Riegel oder sonst eine Kleinigkeit
1400 Turnen. Jeden Tag will ich die Anzahl der Übungen steigern.
1700 Apéro
1800 Kochen und anschliessend Abendessen, danach die Zeit im Cockpitt geniessen, eventuel mit einem kleinen Rum und Zigarre
2000 Verkriechen ins Bett und lesen bis die Augen zum Schlaf rufen.

 

8.3.2016

Tag 4
Heureka, ich habe ihn gefunden. So wie es sich anhört aus dem Bett, läuft die SAMANTHA zügig durchs Wasser. Ein Blick nach draussen und in der Tat, das Meer ist nicht mehr glatt wie Öl, sondern hat leichte Windwellen. Scheinbar sind wir heute nacht auf den Tradewind, oder mindestens auf einen Vorboten davon getroffen. Querab blässt er mit 10 KN und die SAMANTHA läuft mit 6,5-7 Knoten schön auf dem Kurs. Eine Dünung von etwa 2 Meter, aber mit einer Länge von ca 100 m, hebt und senkt das Boot so sanft, dass man es kaum spürt. Ich kann selbst die Kaffeetasse hinstellen, ohne diese halten zu müssen. Das ist feines Segeln.
Ein Blick auf die Wetterstation u nd ich verstehe warum ich schon wieder patsch nass bin. 30°C und 90% Luftfeuchtigkeit, das ist wie in einer Biosauna.
Mittags habe ich mich eben hingelegt und will mein Mittagsschläfchen machen. Da höre ich die Segel flattern. Draussen muss ich erkennen, das mich ein sogenannter Squall erreicht hat. Der Wind hat von Nord auf West gedreht und ich muss die Segel neu einstellen. Dabei ist die grösste Arbeit, die Genua, die ausgebaumt ist, dicht zu nehmen um einen "Am-Wind-Kurs" zu segeln. All das ist nichts als eine Abwechslung , wenn nur der Regten ich wäre. Es schüttet nämlich wie aus Kübeln und zusätzlich zum Schweiss kommt nun noch Regenwasser dazu. Ich triefe wie ein Frosch, der aus dem Wasser steigt.
Noch während es weiterregnet absolviere ich brav und diszipliniert meine Gym-Übungen. So langsam merke ich die erhöhten Tagesanforderungen, ziehe es aber durch.
Nach einer Stunde Gewitter, beruhigt sich alles wieder, der Wind dreht wieder nach Norden, und ich setze die Segel wieder entsprechend um. Die SAMANTHA läuft ständig mit 7,5-8,5 Knoten. Hoffentlich bleibt es nun so bis morgen. Das Meer ist nun auch etwas aufgebrachter. Ich könnte die Kaffeetasse nicht einfach so stehen lassen. Das Kochen heute abend wird wohl etwas heickler werden. Auf dem Menueplan ist ein Grattin und Hackfleich an brauner Sauce. Dazu gibt's dann noch einen Gurkensalat.

 

9.3.2016

Tag 5
Heureka, nichts Heureka ! Gestern habe ich gemeint, den Wind gefunden zu haben, nichts war. Zwar bin ich den ganzen Tag lang mit super Wind und Speed gesgelt, bis dann bei Sonnenuntergang, der Wind die lange Nase machte. Alle halben Stunden musste ich raus und umstellen. Mal von links, Mal vo Rechts, dann wieder auf der Nase und so ging der Tanz weiter. Dazu kam dann auch noch Regen. Toll. Irgendmal, so gegen 0300 sagrte ich nur noch "Leck mich am Arsch", habe die Genua eingerollt, das Gross und den Besan in der Mitte festgezurrt und bin schlafen gegangen. Zwischendurch hörte ich mmer wieder Regen auf die Kabine plätschern, aber ich liess Wetter Wetter sein.
Dass Abends der Generator auch no0ch ausgestiegen ist, als ich die Batterien aufladen wollte, hat die Stimmung auch nicht positiv beeinflusst.
Nachts bin ich beim Driften, ca 10 SM nach Süden gerutscht, das wegen der Strömung. In der Früh schue ich raus und sehe nichts als Grau, und nochmals Grau. Dass es Regnet und ich deswegen keine Lucke aufmachen kann ist nur ein Detail.
Zum Frühstücken habe ich keinen Apetit und drücke mir nur ein paar Brotscheiben mit Hummus ins fade Gesicht. Den Kaffee kann ich mir auch abschminken, denn zuerst muss ich den Generator zum Laufen bringen. Das werde ich irgendmal im Verlaufe des Tages tun. Zuerst einmal muss ich mir im Klaren sein, dass es eben Regnet und das ganze Cockpitt nass ist. Alles ist klamm, bei 95% Luftfeuchtigkeit. Es ist das erste Mal in meiner Segelzeit, dass ich bei Regenwetter (ausser mal bei einem Gewitter) einen Regentag verbringe. Ist das die Südsee, oder bin ich immer noch in dieser beschissenen Zone ?

 

10.3.2016

Tag 6
Es ist kein Weiterkommen. Letzte Nacht musste ich alle 2 Stunden raus, bis es dann soweit war, dass ich die Segel streichen und den Yanmar starten musste. Es regnete auch die gaqnze Nacht immer wieder und am Morgen sehe ich nur noch Grau. Ganze 100 SM habe ich die letzten 24 Stunden gemacht. Es ist zum Verzweifeln. Die Moral fliegt tief. Schon 6 TAge unterwegs und gerade mal 1/6 der Strecke geschafft ! Ich schicke ein SMS an Patrick. Er soll mal nachsehen wo sich die Winde befinden die ich brauche um nach Marquesas zu kommen und wenn möglich noch dieses Jahr. Es gibt da gute Web-Programme, aber ich habe ja kein Zugang zum Internet, also kann ich nicht selber schauen. Patrick hilft mir sicher.
Nun ist noch der Generator, der nicht will. Beim Deckel des Grobfilters pisst das Wasser heraus. Da es nichts genutzt hat, einen Dichtungsring einzubauen, schneide ich eine Dichtung aus Neopren zurecht, und siehe da, jetzt funktioniert auch der Generator wieder. Ich profitiere vom Testlauf und ziehe einen herrlichen Kaffee aus der Expressomaschine. Ein Highlight, denn seit 2 Tagen gab es nur noch Tee, auch zum Frühstück.. Wenn der Geni schon läuft, löte ich auch noch ein Kabel an einen Stecker, der dazu da ist, das Kerzenlicht, das ich mit LED bestückt habe, zum Leuchten zu bringen. So, auch das funktioniert. Schön, wenn man sich wenigstens an etwas freuen kann. Es könnte auch sein, dass die Engel sich mit mir freuen, denn eben haben sie die Wolken weggeschoben und die Sonne luchst etwas hervor. Schön, nach 3 Tagen wieder einmal die Sonne zu sehen. Obwohl, kalt ist es nicht, auch wenn alles grau ist. Bei 29°C und 95% Luftfeuchtigkeit ist man ständig nass bis auf die Haut. Am besten, ich ziehe gar nichts mehr an, denn innerhalb von wenigen Minuten sind T-Shirt und Hose so nass, als wäre ich ins Wasser geplumpst.
Am Abend schaue ich wieder einmal einen Film, danach bin ich im Tiefschlaf bis 0230. Das bischen Wind hat gedreht und die Segel müssen neu eingestellt werden.

 

11.3.2016

Tag 7
Einen Schmarren habe ich zusammengeträumt, aber wie mich die Sonne endlich um 0730 weckt, bin ich total ausgeschlafen. Das ständige und regelmässige Brummen des Motors scheint beruhigend zu sein. Das ist wie bei den Kindern, sobald die im Auto sitzen und der Motor läuft schlafen sie ein.
Die Sonne scheint wieder, der Wind ist aber nach wie vor nicht bei der Party dabei. Wie mir Patrick mitgeteilt hat, müsste ich den Wind beim 10. Breitengrad südlich finden. Bis dahin sind es aber ca 500 SM, das heisst 4-5 Tage. Trotzdem halte ich nun stur in südlicher Richtung. Im Verlaufe des Vormittages, dreht der Wind in südöstlicher Richtung und steigt so langsam von 2 Kn nach oben. Vielleicht finde ich ja bald, wenigstens einen Ausläufer des Tradewindes.
Heute ist Brotbacken angesagt, denn das letzte Stück habe ich gestern aus dem Tiefkühler geholt und heute zum Frühstück verzehrt. Genau so wie es mich Julia gelern hat, mache ich es. Mit viel Geduld und Liebe den Teig kneten und behandeln, wie eine Jungfrau. Mal sehen, ob das noch klappt mit einem so alten Sack.
Draussen hängt alles was im Boot herumgelegen ist und wegen dem Regen, Schweiss oder der hohen Luftfeuchtigkeit einfach klamm ist  und nicht mehr trocknen wollte. Kissen, T-Shirts, Badetücher etc, alles liegt irgendwo an Deck an der Sonne.
Das Brot ist das Beste, das ich je gebacken habe. Es ist schön aufgegangen und der Rand ist super knusprig. So wie es aussieht, kann ich doch mit Liebe und Gefühl Brotteig kneten.
Schon ist es wieder 1400 und ich muss mein Turnprogramm absolvieren. Es ist hart und braucht viel Überwindung, bei 34,6°C im Schatten, sich anzustrengen. Jeden Tag wird die Kadenz gesteigert. Heute sind es 1400 Schritte Joggen (Gehen an Ort wie auf einem Laufband), 60 Kniebeugen, 110 Liegestützen und 60 Rumpfbeugen. Danach bin ich ausgepumpt, nehme eine kühlende Dusche, wobei das Wasser auch 30°C hat und fürchte mich schon vor Morgen, denn da wird wieder gesteigert.
1700 Apéro, 1800 Kochen und anschliessend Abendessen, dann den Abend im Cockpitt bei Musik ausklingen lassen. Im Bett noch einige Zeilen lesen und dann Augen zu und schlafen. Es ist verrückt wie die Tage nur so dahinfliegen.

 

12.3.2016

Tag 8
Nun schon eine Woche unterwegs seit Galapagos. Fast 800 Meilen Strecke gefahren, wobei die letzten 2 Tage der Yanmar mithelfen musste. Die Nacht habe ich schlecht geschlafen. Es ist einfach zu heiss. Der Ventilator, der in der Koje etwas Luft bringt, genügt nicht. Ich bin ständig nass und verschwitzt. Um 2200 musste ich kurz raus und die Genua einrollen, denn der Winde hat wieder gedreht und bremsen wollte ich ja nicht unbedingt.

0700 gucke ich aus der Lucke und sehe einen wunderschönen Sonnenaufgang. Hier draussen unter dem Equator sind die Sonnenuntergänge und die Sonnenaufgänge genau 12 Stunden auseinander und von besonderer Schönheit. Als erstes schifte ich die Segel um. Die Genua wird an der Backbordseite ausgebaumt und an der Steuerbordseite hisse ich den Balooner, dann drehe ich die SAMANTHA so, dass sie genau vor dem Wind fährt und die Marquesas anpeilt. Der Wind ist nun gut und auch etwa 12 KN, was nach Tradewind riecht. Wenn's so weitergeht, dann bin ich ende Monat am Ziel. Mittags ruft der Franzose von der Holiday an. Wir schwatzen eine Weile. Er ist noch etwas nördlicher und ist nicht ganz so schnell wie ich. Wir plaudern einfach etwas, belanglos, aber eben , ein menschlicher Kontakt.

 

13.3.2013

Tag 9
Die Nacht war etwas unruhiig. Der Wind stand zwar gut und die SAMANTHA lief wie geschmiert. Nur, in der Gegend konnte ich auf dem Radar 3 Fischerboote ausmachen, nur eins davon, ein Japaner, ist auf dem AIS auszumachen. Es sind grössere Boote, so ca 80 m lang, die kreuz und quer in der Gegend umherfischen. Wenn man bedenkt, dass ein Japaner mehrere tausend Meilen bis hierher kommt zum Fischen !!, Wahnsinn. Ich muss etwas achtsam sein bis ich diese Boote ausser Reichweite und hinter mir weiss. Somit ist nicht verwunderlich, dass ich in der Früh nicht gleich hellwach bin.
Bevor ich Frühstücken kann, muss ich an die Segel, denn der Wind hat wieder einmal mehr gedreht. Den Balooner müsste ich einholen, bringe ihn aber oben nicht los. Nach einer 3/4 Stunden vergeblicher Mühe, gebe ich erst mal auf, drehe die SAMANTHA so, dass ich mit der stehenden Besegelung weiterfahren kann. Nach wenigen Minuten, dreht der Wind wieder in die alte Richtung und ich bin froh, habe ich den Balooner nicht runtergeholt.
Den ganzen Tag lang, macht die SAMANTHA nun gute Fahrt und ich habe nichts mehr zu tun, als zu lesen. Zwischendurch putze ich den Salon und die Küche grundlich, schliesslich ist ja heute Sonntag und somit Putztag. Mittags ruft der Franzose an. Er ist etwa 10 SM hinter mir und nicht so schnell wie meine AMEL.

 

14.3.2016

Tag 10
Nachts um 0200 bei einem Kontrollgang entdecke ich die Lichter eines grösseren Schiffes. Dieses ist nicht auf AIS, was aber Vorschrift für diese grösse von Schiff wäre. Vielleicht hat er auch einfach ausgeschaltet um nicht geortet werden zu können. Kann ja auch sein dass die hier illegal fischen, wer weiss. Auf dem Radar kann ich ihn verfolgen und sehe, dass wir genau auf Kollisionskurs sind. Nicht gut. Ein wenig kann ich nach Süden den Kurs ändern, aber wegen den ausgebaumten Segeln, nur wenig. Ich versuche den Kerl per Funk anzurufen, bekomme aber keine Antwort. Schliesslich hole ich den Scheinwerfer hervor und blinke ihm entgegen. Irgendmal, eine Meile noch entfernt ändert er seinen Kurs und wir kommen knapp, und unter einer SM Entfernung aneinander vorbei. Klar ist 1 Km eine weite Distanz, aber auf dem grossen Meer ist das sehr nahe. Ich weiss ja auch nicht, ob er ein Netz hinter sich nachzieht. Es gibt solche, die bis zu 5 Km lange Netze nachschleppen. Ich möchte doch nicht mit meiner SAMANTHA irgendwo in einem japanischen Restaurant auf dem Teller serviert werden. Um 0300 bin ich an dem Kerl vorbei und kann wieder auf den alten Kurs zurückschwenken. Die SAMAMNTHA läuft daraufhin mit 8-9 Knoten, wird aber recht durchgeschüttelt durch die rauhe See. Die Dünung ist nun etwa 4 m hoch, aber immer noch lang. Eine Windsee kommt von hinten und wirft die SAMANTHA ganz schön umher.Trotzdem schlafe ich danach gut und erwache um 0700 weil der AIS Alarm schlägt. Wieder dieser japanische Fischer, der aber anständigerweise mit AIS sichtbar ist.
Zum Frühstück, nach 0800, gibt es heute einen Haferbrei. Ich verwende dazu das Kochwasser von gestern Abend , mit dem ich die Spätzle gemacht habe. Mal was anderes.
Jetzt ist es an der Zeit eine Wäsche zu machen. Ich muss aber diese im Salon aufhängen, denn draussen, bei der Geschwindigkeit habe ich keine Chance. Der Salon ist vollgehängt. Schliesslich brauche ich bei diesem Klima 10-12 T-Shirts pro Woche
Vor dem heutigen Turnen graust mir. Es sind nun schon recht viele Einheiten, die ich abarbeiten muss und wenn ich jeden Tag die Anzahl steigere, komme ich bereits an die Grenze. Bei den Übungen muss ich mich festhalten da das Schiff zu fest schwankt. Der beste Platz ist direkt hinter dem Steuermannssitz. Hier kann ich mich festhalten, es sieht aber so aus, als würde ich turnen am Rollator. Gut sieht keiner zu. Später, wieder zu Hause dann, kann ich es ja evenuel probieren, mit einem Rollator umherzurennen !
1200 SM habe ich schon hinter mir. Noch ca 450 und dann . bin ich in der Hälfte der Strecke. Heute sagt mir der Plotter, dass ich am 26.März um 1900 am Ziel sein soll, wenn es so weiterläuft wie im Moment. Mal sehen.
Bereits ist es wieder 1700. Zeit für den Apéro. Heute ist es wieder ein Campari-Soda mit viel Eis und den bereits legendären , selbst gepoppten Poppkorns.
Alle Bewegungen auf dem Schiff sind zermürbend. Es schaukelt stark in der sehr aufgebrachten See. Man kann nichts hinstellen, alles fliegt quer durch's Boot. Beim Abwasch muss ich jedes Teil, waschen, dann gleich trocknen und versorgen, sonst gibt's Scherben.
Schön ist, dass die SAMNATHA mit dauernd 7,5-9,5 Knoten durch die See pflügt, da nimmt man schon eine etwas unruhige Fahrt in Kauf.
Auch der heutige Tag ist wieder nur so vorbeigeflutscht, obwohl es keine grosse Abwechslung gab. Ein paar kleine Vögel habe ich gesehen und 3 fliegende Fische vom Deck geräumt. Ich habe gehört, dass man diese essen könne, mich reizen aber die etwa 15 cm langen Viecher nicht und so fliegen sie über Bord, wo sie dann von anderen Fischen gefressen werden können. Ich halte mich da raus.
An der Fischerrute hängt sich auch seit 3 Tagen nichts ran. Leider sind meine schönen Köder (bunte Fische) abgerissen und ich muss mit den Billiglöffeln vorlieb nehmen.

 

15.3.2016

Tag 11
Erledigt. Was ? Alles, auch ich. Die Nacht war ruhig, wenn man von der Schaukelei absieht. Keine besonderen Ereignisse, auch kein fremdes Boot im Weg. 3x war ich draussen um zu kontrollieren, aber nichts. Der Wind blieb stabil und die SAMANTHA lief regelmässig um die 8,5 Knoten. Um 0700 stehe ich auf, trage die Tagesetappe auf dem Plotter ein und lege mich wieder hin. Man merkt dass ich weiter westlich bin, und die Zeit verschoben wird., 196 SM seit gestern, das ist nicht schlecht aber immer noch ist der Rekord von 198 nicht geknackt.
Um 0800 beginne ich mit der Morgendusche. Hier schlägt es mich um und ich reisse den Duschvorhang herunter. Ich bewege mich auf dem Boot, wie ein Besoffener, der in der Strassenbahn Nr 27 in Lissabon versucht, aufrecht zu stehen. Immer wieder werde ich in ein Eck geworfen. Es ist mühsam.
Dann gehts ab wie Schmitz Katze. Wäsche, Bugstrahlruderdichtung nachbessern, am Duschvorhang die abgerissenen Ringe annähen, an der blauen Hose ein Knopf annähen, Brot backen, Segel etwas umstellen um einen besseren Kurs zu fahren, dann ist es bereits nach 1200. Da fragt einer ob es einem nicht langweilig sei, so alleine auf dieser grossen Reise !

 

16.3.2016

Tag 12
Um 0700 klingelt der Wecker und ich trage die Position auf dem Plotter ein. Wie eine Kette reihen sich die einzelnen Wegpunkte aneinander. Das heutige ETAMAL beträgt 173 SM, eine durchnittliche Leistung. Seit ich gestern, den Balooner einholen musste um einen besseren Kurs zu fahren mache ich ungefähr einen Knoten weniger Fahrt, dafür aber direkter zum Ziel und SAMANTHA liegt etwas ruhiger im Wasser. Der heruntergerissene Duschvorhang (zwischenzeitlich geflickt) und der Sturz gestern gegen die Bank, (was mir eine gestauchte Zehe kostete), haben genügt.
Das Wetter ist auch wieder schöner und die Fahrt gemütlich. 
Genau um 1545 ( immer noch meine Galapagos-Zeit) stehen die Meilenzahlen am Plotter bei der zurückgelegten Strecke, Trip-Log, genau gleich wie bei der noch vor mir liegenden Strecke, nämlich 1500,50. Das heisst im Klartext, dass ganze 3001 SM zwischen Galapagos und Hiva Oa meiner ersten Südseeinsel liegen. Für die erste Hälfte, bei der ich erst südlich die Winde suchen musste, brauchte ich 12 Tage und für den Rest, müssten ( gemäss Plotter) 8 Tage reichen, wenn Wind und Wetter so bleiben wie jetzt.
Ansonst würde man militärisch sagen "Alles klar, keine besonfderen Vorkomnisse".
Zur Feier des Tages (Halbstrecke) habe ich heute mit meinem Frauchen eine halbe Stunde telefoniert, das ist Balsam auf die Seele.

 

17.3.2016

Tag 13
Die Nacht war total unruhig und ich flog sogar 2 Mal vom Bett, so unruhig war das Meer. Ich bin komplett gerädert.
45 km im Umkreis nichts. Wasser und Himmel. Das ist alles was ich sehe, und das schon seit Tagen. Es ist ein nicht beschreibbares Gefühl der Freiheit. Man kann die Grösse unseres Planeten fühlen. Und ich darf einen Traum erleben, diesen Planeten zu besegeln. Ein Traum den ich schon seit 1972 hege, aber immer wieder verschieben musste. Nun darf ich ihn erleben und leben. Es ist auch ein Traum der mir meine Rita gönnt und es akzeptiert, dass ich diesem Traum nacheifere. Ich hoffe, es wird mir einmal gelingen, ihr entsprechend dafür zu danken und auch ihr ermöglichen, einen Traum, den ich zwar noch nicht kenne, leben zu können.
Als ein paar Vögel vorbeifliegen grüsse ich, aber die kümmern sich nicht darum und gehen weiter auf Fischjagt. Warum die hier so weit draussen umherfliegen, wo sie ja nie die Möglichkeit haben sich auf einem Ast zur Ruhe zu setzen? Unverständlich, denn auch in Landnähe gibt es Fische. Nach dem Frühstück habe ich die Segel umgestellt und den Balooner wieder aufgezogen, da der Wind leicht gegen Osten drehte, kann ich nun profitieren und der SAMANTHA einen zusätzlichen Knoten Fahrt geben.

 

18.3.2016

Tag 14
Gestern Abend habe ich wieder einen Film angschaut. Winetou 3. Süss, aber nach dem gleichen Schema, wie die vorherigen Teile. Danach bin ich schnell eingeschlafen, wurde aber um 0200 wach, weil die SAMANTHA sich anders bewegte. Klar, der Wind hat etwas gedreht und und ist stärker geworden. Ein wenig an den Segeln verstellen und die Fahrt wurde wieder ruhig. Heute kam die Sonne erst nach 0800 raus.Es geht dem Westen zu, man merkt es täglich. Schliesslich bin ich seit Gestern 179 SM weiter nach Westen gekommen, das merkt man schon. Noch 7 Tage, eine Woche, dann sollte ich in Hiva Oa sein.
Am Nachmittag muss ich die Segel umschiften. Das ist eine richtige Arbeit. Zuerst muss der Balooner eingeholt werden, dann der Baum eingefahren. Danach die Genua auf der Backbordseite eingerollt und der Baum eingefahren werden, dann den Baum auf der Steuerbordseite mit der Genuaschot belegen und wieder ausfahren, Danach die Genua an Steuerbord setzen. Die ganze Aktion dauert etwa 15 Minuten, ist aber nicht ganz ungefährlich, da ich dauern auf dem Vorschiff umhertanzen muss, weil die SAMANTHA in den Wellen stark rollt. Ouff..... ich bin wieder patsch nass, kann aber Gott sei Dank diese Segelstellung für einige Zeit so lassen.
Heute habe ich auch ein neues Buch angefangen zu lesen, das 5. seit dem Panamakanal. Lesen ist meine Hauptbeschäftigung und zum Glück habe ich genügend Bücher gebunkert. In Portobelo, im Casa Vela konnte ich 10 Bücher umtauschen.

 

19.3.2016

Tag 15
Aufstehen... heute erst um 0830. Eben ist die Sonne am Horizont erschienen. Draussen sieht es aus wie all die letzten Tage. Eine etwas unruhige See, ein paar Wölklein am Himmel und dauerndes ausbalancieren beim Bewegen ist nun schon Gewohnheit. Seit gestern sind wieder 193 SM unter der SAMANTHA durchgerutscht. Ich schaff es einfach nicht, die 200 SM/Tag zu erreichen.
Nach dem Frühstück setze ich mich an den PC und sortiere Bilder und... drucke endlich einmal ein neueres Bild von Rita aus, eines wo sie mit blonden Haaren drauf ist. Im Moment habe ich immer noch eines, mit schwarzen Haaren und somit das Gefühl, bei mir sei eine fremde Dame in der Koje. Das darf ja nicht sein !
Sonst gibt es den ganzen Tag nichts Neues, ausser dass ich heute früh auf dem Plotter gesehen habe, dass es nur noch 999 SM zum Ziel sind. Bei einem Positionslicht, am Bug muss ich die Birne auswechseln. Frisches Broot backe ich noch, dann habe ich für heute vermutlich meine Arbeit gemacht. Zwischenzeitlich ist es bereits 1230. Um 1400 muss ich zum Turnen !

 

20.3.2016

Tag 16
Zum Frühstück, heute auch erst um 0900, gibt es nur noch gebratenen Speck. Kein ei mehr. 6 Eier sind dem Meer übergeben , weil sie faul waren. Ich habe mal gelesen dass Lanzeitfahrer die Eier (Hünereier) mit Vaseline einreiben damit sie länger haltbar seien, das weil dann keine Luft dazu käme. Ich dachte, wenn ich die Eier in einer Tüte vakuumiere, dann müsste das den gleiche Effekt haben. Ob es nicht so ist, oder ob die Eier schon beim Kauf in Panama bereits schon lange "Frisch" waren, kann ich nicht sagen, denn ein Datumsstempel gibt es nicht.
Der Wind hat etwas nachgelassen und SAMANTHA trottet gemächlich dahin. Der Himmel ist grau und ich habe Lust auf "keine Lust", hocke die Zeit ab und lese. Das Turnen lasse ich heute auch weg. Es ist ja Sonntag und der Herr hatte gesagt, 6 Tage sollst du etwas tun und am 7.ruhn.
Mittags zeigt der Plotter, dass es nur noch 780 Meilen sind bis zum Ziel.
Heute keine Arbeit, kein Turnen. Die Zeit tröpfelt dahin. Um 1600 habe ich Lust nach einer Tasse Thé. Ich finde eine Schachtel mit der Aufschrift "Schweizer Kreutertee". Irgend jemand muss die mitgebracht haben, gekauft habe ich die sicher nicht. Probieren. Der Tee ist wirklich gut, riecht ganz nach Alpwiese und ich meine sogar auch eine Nuance Kuhfladen herauszuriechen. Es kommen heimatliche Gefühle auf.
Wenn man als Kind auf der Kermess war, hat man immer gehofft, dass die Berg- und Talbahn nie aufhören würde. Als bald 70 -Jähriger hofft man dass eine Berg-und Talfahrt nach Wochen, endlich aufhört und man wieder einmal in einer ruhigen Bucht vor Anker liegen kann, ohne dass man ständig im Boot von einem Eck ins andere hüpft
Zur Apérozeit sitze ich gemütlich im Cockpitt. Irgendmal strecke ich den Kopf unter dem Bimini hervor und meine mich trifft der Schlag. Das Grossegel, das ich auf der Backbordseite ausgebaumt habe um im "Papillion" zu segeln, hängt in 2 Teilen am Mast. Auf der Höhe der SAling ist das ganze Segel quer durchgerissen. Ich verstehe das nicht. Ich hatte keinen starken Wind und keine Böen, nichts, was dieses zerfetzte Gross erklären könnte. Beim einrollen streickt dann auch noch der Motor und ich muss auf Handbetrieb umstellen. Es haben sich scheinjbar einige Kobolde gegen mich verschworen. Ohne Gross läuft die SAMANTHA  nur noch 6-6,5 Knoten, aber ich lass es so sein über Nacht.
Heute Abend schaue ich wieder beinen Film, denn es wird erst um 2030 langsam dunkel, wobei es schon fast Vollmond ist und draussen eine Sicht wie in der Dämmerung ist. Immer noch niemand auf dem AIS und dem Radar in 24 Meilen Umkreis, und das heisst eine ruhige, lange Nacht.

 

21.3.2016

Tag 17
Dank meinem super guten Brot geniesse ich ein herrliches Frühstück mit Butter und Marmelade. Danach arbeite ich 20 Minuten um die Genua zu schiften und den Balooner zu setzen. Nun läuft die SAMANTHA wieder mit 8-9 Knoten. Der Plotter zeigt an, dass es noch 600 SM bis zum Ziel sind. Donnerstag oder Freitag müsste ich dort sein.Zwischendurch gibt es mal eine kleine Regenschauer, das stört mich nicht und bringt eine leichte angenehme Abkühlung für ein paar Minuten. Andere sind froh, wenns regnet, denn dann spannen sie Plachen auf und fangen das Regenwasser auf um den Wasservorrat zu ergänzen. Ich habe da kein Problem, mit meinem Wassernacher habe ich dauern 900 bis 1000 Liter Wasservorrat, was mir auch die 2-3 täglichen Duschen erlaubt. Ein Komfort den ich nicht missen möchte.Überhaupt bin ich mit meiner AMEL verwöhnt in Sachen Komfort und Segeleigenschaften. In diesen 4-5 Meter hohen Dünungen schlenkert die SAMANTHA schon ganz gehörig, aber sicher nicht vergloeichbar mit einem Boot von 12-13 Meter und einigen Tonnen an Gewicht weniger. Das muss ja die reinste Höllenfahrt sein.
Es ist späterer Nachmittag. Wegen einem Schlenker, den die SAMANTHA macht, klappt die Genua um un reisst die Decksleuchte am Mast bei der ersten Saling weg. Der Halterung fliegt auf's Deck und der Leuchtkörper baumelt noch von einem Draht gehalten unter der Leuchte. Ich überlege, wie ich da oben hinkommen könnte, finde aber keine machbare Lösung. Mit meinem Mastlift kann ich da nicht hoch, denn der Mast schlägt immer wieder stark auf die eine wie auf die andere Seite aus. Ich will weder Knochen brechen noch Prellungen einhandeln wegen einem Leuchtmittel. Ich spanne unter dem Mast über Deck ein altes Betttuch als Auffangnetz. Wenn ich Glück habe, bleibt die Lampe da drin gefangen, wenn sie dann runterfällt.

 

22.3.2018

Tag 18
Die Leuchte ist in der Früh nicht mehr am Mast, aber auch nicht in meinem "Netz". Schade.
Ich hoffe dass der heutige Tag nicht so schleichend vergeht, wie der gestrige. Es sind noch 450 SM oder gute 2 Tage die ich durchhalten muss, aber es scheint dass die Zeit langsamer läuft. Ich backe erneut Brot und zwar mache ich diesmal aus dem Pfund Mehl 4 Teile, so kann ich diese im Tiefkühler frisch halten und jeden Tag ein Stück auftauen.
Bald ist es wieder 1400 und ich muss zum Turnen. Es braucht recht viel, meinen inneren Schweinehund zu überwinden, denn dem stinkt es. Heute muss ich nämlich bereits 45 Minuten wie ein Hamster im Käfig laufen
Ich bin gerade auf dem Weg zum Turnen, da meldet mein Satelitentelefon mit einem Pipser, dass eine SMS angekommen ist. Es ist die Meldung von Philippe, dass Valentin, mein 5.Grosskind eben das Licht der Welt erblickt hat. Alles sei ok. Hurraahhh... Das freut mich aber sehr. Ich sende meine Glückwünsche ebenfalls über Satelit durch den Äther.
Am Abend feiere ich das Tagesereignis mit einem kubanischen Rum und einer Montecristo Zigarre vor der Kulisse eines wunderschönen Sonnenunterganges.

 

23.3.2016

Tag 19

Der Plotter zeigt an, dass weniger als 300 SM zum Ziel bleiben. Trotzdem, ich fühle mich heute beim Frühstück nicht 100% und trinke auch nur eine Tasse Kaffee, statt die üblichen zwei. Noch 2 Tage sind das, dann ist diese lange Passage vorbei. Es sei, gemäss den Segelbüchern, die längste Überfahrt an einem Stück. Ich werde den heutigen Tag einfach so vorbeistreichen lassen. Eigentlich wäre es nötig, im Boot einiges zu erledigen, aber lassen wir das für heute, morgen ist ja auch noch ein Tag.
Am Nachmittag flaut der Wind mehr ab als in den letzten Tagen. Die SAMANTHA scheint die Ankunft noch heraus zu zögern. Dafür nehmen auch die Wellen etwas ab und die Fahrt wird ruhiger. Bedauerlicherweise fehlt mir nun daas Gross, was sicher einen Knoten ausmacht. Aber, anderseits, 1 Knoten, das würde in 24 Stunden 24 Meilen ausmachen, oder ca 4 Stunden frühere Ankunft bedeuten.. Was ist das schon gegen die bald 3000 SM und 20 Tage, die ich seit Galapagos unterwegs bin? Da kommt es jetzt auch nicht mehr drauf an.

 

24.3.2016

Tag 20
Der Tag schleicht so langsam dahin. Vormittags ziehe ich wieder einmal den Balooner hoch, muss ihn aber wieder herunterholen bevor es dunkel wiird. So langsam, nach dem 6.Mal wird diese Übung von 20 Minuten zur Rutine.

 

25.3.2016

Tag 21
Ich hatte eine unruhige Nacht und schlief sehr schlecht. Es ist fürchterlich heiss und düppig in der Kabine. In die Frontkabine zu wechseln macht keinen Sinn, denn der Wind kommt von hinten und blässt auch nicht in die nach vorne aufgeklappte Lucke. Aber wie alles, geht auch diese Nacht vorbei. Erst um 0930 wird es langsam hell. Noch 25 SM vom Wegpunkt. Ich bekomme so langsam das Gefühl, wieder in menschliche Nähe zu kommen. Als erstes zeigt mir mein Aktiv-Radar, seit Tagen wieder eimal an, dass er von irgendwo Radarsignale empfängt. Zweitens, erfasse ich wieder, seit Wochen, Funkgespräche, wenn auch noch unverständlich. Und drittens, sehe ich um genau 1030 die erste Insel ! "LAND IN SICHT ".
Nach 3000 SM Meer, 20Tage und Nächte ohne Unterbruch und über 3000 Seiten in 6 Bücher gelesen sowie, leider auch 6 Köder zum Fischen verloren und ein gerissenes Grossegel, das sind die Fakten dieser Überfahrt. Um ca 1700 werde ich den Anker setzen, dann kann ich stolz sein, auf meine Leistung. Fit bin ich auch. Gestern habe ich eine ganze Stunde "Hamsterlauf" gemacht. Es war köstlich, wie sich meine beiden Zwilinge, der Schweinehund und der Rudolf bekämpft haben, aber schliesslich hat Rudolf gewonnen und ich habe das ganze Programm durchgezogen.
Die heutige Frühtoilette habe ich ganz sorgfältig gemacht. Ich weiss ja nicht, was mich hier in der Südsee erwartet. Sind es die hübschen Mädchen, mit Baströcklein und Blumen in den Haaren, die mich empfangen oder irgendwelche französischen Grossmaul-Beamte ?. Ich habe wirklich keine Ahnung, und aus den Segelbüchern konnte ich auch nichts herausfinden um mir ein Bild zu machen. Lassen wir uns mal überraschen.
Eines weiss ich, die 20 Tage und 10 Stunden von Galapagos hierher, sind eine gute Leistung. In den Segelbüchern werden dafür zwischen 18 und 28 Tage veranschlagt. Da sind meine 20 Tage und 10 Stunden doch beachtlich. Die SAMANTHA ist eben ein gutes Boot und ich, je länger desto mehr davon überzeugt.
Endlich. Um 1730 Bordzeit lasse ich den Anker vor dem Hafen in Hiva Oa fallen. Die Lokale Zeit ist 3 1/2 Stunden zurück, das heisst hier ist es erst 1400. Ich lasse das Dingi, das ich vor der Ankunft bereits aus der Kiste geholt und aufgeblasen habe zu Wasser, setze den Motor auf und fahre an Land. Im Hafenbecken ist es total überfüllt durch die 30 Boote der ARC , so dass ich, wie einige andere vor dem Hafen ankern musste. Es schaukelt hier natürlich recht stark. Im Hafen find ich heraus, dass heute am Karfreitag- Nachmittag alles geschlossen ist. Also ist nichts mit einkaufen in der Stadt. Ich setze mich wieder ins Dingi und fahre zurück zum Boot. Ich bin erstaunt, wie dreckig die SAMANTHA ist und was sich da alles an Viehzeug angesetzt hat. Zum Trost, die anderen Boote haben das gleiche Problem. Nachdem ich die Bordzeit umgestellt habe, müsste ich nun noch lange warten, bis ich etwas in den Magen bekomme, aber ich werde eben ein frühes Abendessen veranstalten.
Morgen will ich an der Tankstelle im Shop ein paar Sachen einkaufen, dann haue ich ab, an eine andere Insel, wo es eine schöne Bucht geben soll. SOLO, Christoph, habe ich heute am Funk gehabt und er hat mir dazu geraten, denn dieser Hafen hier ist wirklich nichts, was einem nach 20 Tagen freude macht.

 

26.3.2016

Durch die angepasste Lokalzeit, waqche ich um 0700 auf. Kurzes Frühstück, dann ans Land. Beim Anlanden an einem Steg, wo alle Dingis landen, erfasst mich just in dem Moment eine Welle, als ich in der Schwebe zwischen Dingi  und Steg bin. Schwups und ich schwimme. Dummerweise habe ich den Rucksack am Rücken und somit ist auch das Handy nass. Nun streickt es. An der Tankstelle kann ich einiges einkaufen. Leider gibt es keine Eier und das letzte Baguette schnappt mir eine Frau direkt vor der Nase weg.l Aber.... ich¨ finde Jogurth, etwas was ich nun seit Wochen vermisse. Meine Darmflora wird es mir danken, wenn ich gleich eines esse. Dann, Anker  hoch und ab nach Süden zur Insel  Fatu Hiva, in die Jungfrauenbucht. Hier treffe ich Christoph mit der Solo.  Er weisst mich ein, ganz vorne in der Bucht zu ankern. Ich tue das, aber muss 3 x ansetzen, bis der Anker hält. Schliesslich scheint er zu halten und ich freue mich auf eine ruhige Nacht.
Nach einer Weile kommt Daniel, ein Franzose vom NAchbarboot. Er ist schon seit 6 Monaten hier und rät mir dringend, anderswo zu ankern, denn der Halt hier sei nicht sicher. Ok, einner der schon so lange hier ist, muss es wissen. Es ist gerade noch Zeit bevor es dunkel wird, die SAMANTHA zu verlegen. Sicherheitshalber setzte ich auch noch den 2. Anker, verkattet davor. Nun hält der Anker richtig und ich kann beruhigt schlafen gehen.
Es ist herrlich, seit Wochen liege ich wieder einmal ruhig, kann das Weinglas auf dem Tisch stehen lassen  und muss nicht dauernd wie ein Besoffener im Boot umherschwanken.

 

27.3.2016

Ostersonntag, Für mich ist heute Arbeitstag. Zuerst wird der Grossbaumrollermotor geflickt. Ich muss die Kohle auswechseln und ein Kabel neu anlöten.
Danach hole ich das zerrissene Gross herunter. Es ist etwas schwierig, da der obere Teil schlecht zu fassen ist. Schliesslich gelingt es und ich kann erfreut feststellen, dass das Segel nicht gerissen ist, sondern "nur" die Naht gelassen hat. Dies ist zwar viel Arbeit aber einfacher als wenn es gerissen wäre. Um 1500 höre ich auf mit Nähen, denn es regnet nun wie aus Kübeln , aber ich habe etwa 1/4 der Naht genäht. Es ist eine Sauarbeit und wird wohl noch 1-2 Tage dauern, aber wenn ich wieder ein Grossegel habe, werde ich auch glücklich sein.
Daniel, der nette Nachbar, kommt zum Apéro und installiert mir den Wifi-Zugang, den es hier auf dieser Inselgruppe gibt und den ich über den PC aktivieren kann. Danach werde ich die Möglichkeit haben mit der Familie zu Skypen.

 

28.3.2016

Nähen, nähen und nochmals nähen. Im Ganzen sind es etwa 2,5 M wo ich die Nath nachnähen muss. Der Stoff ist so dick und unhantlich, dass es richtige Mühe macht. Zuerst hefte ich die Nath ungefähr alle 15-20 cm, dann wird sie mit Patex verklebt, und erst dann kann ich anfangen mit Nähen. Oft muss ich mit meinem  Spezialhandschuh ( extra für Segelmacher), die Nadel durchstossen und dann mit der Zange auf der Gegenseite rfausziehen. Mit den Fingern alleine geht nichts. Heute schaffe ich gerade mal 1 m.

 

29.3.2016

In der Früh ist Skypen mit Rita angesagt, Es ist schön dass ich von der Gegenseite der Welt mit ihr plaudern kann. So bekomme ich auch die letzten Neuigkeiten mit, denn hier ist Funkstille. Die Zeitverschiebung ist nun 10 1/2 Stunden. ich bin  eben mikt dem Frühstück fertig und sie mit dem Nachtessen. Gegen Mittag kommt Gildas, der Franzose, mit dem ich per Funk auf der Überfahrt  Kontakt hatte mit einer handbetriebenen Nähmaschine und will mir die restlichen 1 1/2 m nähen. Das funktioniert dann auch bestens, obwohl wir zu Zweit arbeiten müssen. Ich halte die Maschine und ziehe am Stoff und er kurbelt und näht. Mittags ist mein Segel fertig geflickt. Halleluja...
Das Aufziehen des Segels ist keine Sache und ist auch schnell erledigt. Rainer und Heiner vom Nachbarboot, die ich seit Panama kenne, kommen und helfen mir das Spifall wieder in den Mast einzufädeln. Ich muss 2x hoch in den Mast, das ist aber kein Problem, denn Heiner zieht mich hoch mit der Elektrowinch. Dann ist auch das erledigt und nun noch die Decksleuchte, die vom Segel weggeschlagen wurde, reparieren. 15 Minuten später ist auch das erledigt und ich kann wieder runter an Deck. Für heute ist genug getan. Ich gehe noch ins Dorf um zu sehen, was ich dort einkaufen kann. Ein paar Kleinigkeiten finde ich, aber leider keine Eier. Therese, die Besitzerin ist aber so nett , oder ihr geht mein Gejammer auf die Nerven, dass sie für mich, für Morgen 12 Eier organisieren will.
Am Abend kommen Daniel, der mir beim Ankern geholfen hat und Gildas mit Freundin zum Abendessen. Es wird ein gemütlicher Abend mit gutem Essen, das auch sehr geschätzt wird.

 

30.3.2016

0930, ich hole Heiner und Reiner ab. Wir wollen heute eine Wanderung machen um die Bucht von oben, zu sehen, dann wollen wir zum Wasserfall, finden aber leider den Weg nicht und irren wit im Gelände umher. schliesslich, nach 4 Stunden Wandern geben wir auf und peilen den Hafen wieder an. 
Auf der Passage hole ich noch die Eier ab , die Therese im Nachbarhaus deponiert hat, Der Laden ist nämlich um diese Zeit zu. Auf der SAMANTHA reinige ich noch das Deck und dann gehts ab ins Wasser. Endlich wieder einmal richtig Baden. Das Wasser ist super sauber un etwas über 30°C warm. Es ist herrlcih.
Dann ist auch schon bald Zeit, Heiner und Rainer wieder abzuholen und zum Essen zu gehen. Ein Ami, der auch hier mit dem Boot liegt, hat für heute abend ein Essen bei Einheimischen organisiert.
Die Tafel ist reich gedeckt, Fisch vom Grill, Poulet mit Gemüse, roher Fisch an einer Sauce, Spanferkel, Reis, Salat, Früchte. Für umgerechnet 18 € kann man nichts sagen. Die Getränke musste jeder selber mitbringen. Es sind etwa 12 Männer (keine einzige Frau) von 6 Booten am Tisch, Es geht kunterbunt zwischen Italienisch, Deutsch, Französisch und Englisch einher. Um 2000 sind wir zurück auf unseren Booten. Es war nett.

 

  31.3.2016 Fleissig bin ich heute an der Arbeit. 2 Maschinen gewaschen, Brot gebacken, Bimini genäht, Schiffsrumpf geputzt. Alles was ich auf meiner To-Do-Liste habe ist erledigt, ausser die Innenreinigung. Diese werde ich morgen tun, denn für morgen ist schlechtes Wetter angesagt, da habe ich Zeit innen drin die letzten Arbeiten zu erledigen. Am Sonntag soll es wieder schön sein, dann fahre ich weiter in Richtung Norden. Es gäbe da einige sehr schöne Buchten. Mal sehen.
Leider kann ich mich kaum bewegen, denn der Muskelkater in den Waden ist mörderisch. Trotz Dul-X einreiben und Schwimmen im herrlich warmen Wasser, will und will dieser Kater nicht von mir weichen.