REISEBERICHT - Februar 2016

Der Bericht folgt bald. Leider habe ich in dieser Gegend der Welt nur schlecht Zugang zum Internet und somit muss ich Gelegenheiten abwarten, wo ich die Homepage aktualisieren kann.

Zwischenzeitlich könnt Ihr ja meinen Bericht von der Südamerikareise herunterladen. Chile

Es sind nun ziemlich genau 2 Jahre her, seit ich in Sardinien losgefahren bin. Seitdem habe ich ziemlich genau 14000 Seemeilen oder fast 26000 km gefahren, habe viel gesehen und erlebt. Nun, demnächst werde ich durch den Kanal von Panama fahren und in den Pacific wechseln. Dies wird ein ganz neuer Aabschnitt meiner Reise werden.

 

1.2.2016

Gestern habe ich meine Genua abgeschlagen. Heute liegt sie im Dingi und schon um 0700 bin ich damit beim Casa Vela, dann steige ich zu Rainer ins Auto. Wir fahren zusammen nach Panama. Ich eigentlich nur aus Langeweile, denn diese Fahrt mache ich nur um die Zeit zu vertreiben. Auf der Fahrt im Privatauto sehe ich natürlich wesentlich mehr als bei den Fahrten mit dem Bus. Aber was mehr ? Müll überall Müll.
Ich habe Glück. In einem Shop finde ich ein Kabel das mir erlaubt, den PC an das Radio und somit an die 4 Lautsprecher anzuschliessen, dann finde ich auch noch Kohlen für meine Motoren. Die sind zwar zu gross, aber ich kann die dann zurechtschleifen. Gegen Mittag sind wir zurück und ich nehme Nachmittags die Zeit, mit dem Agenten Kontakt aufzunehmen, der mir die Kanaldurchfahrt organisieren soll.

 

2.2.2016

Mit dem Chickenbus fahre ich nach Colon und gehe einkaufen. Auf der Fahrt steigt ein Junge mit seiner Mutter ein. Der Kleine (etwa 7) sieht auf einem Sitz eine leere Colabüchse, nimmt die und schmeisst sie, ohne zu kucken wohin sie fliegt, aus dem Fenster. Das ist es, wenn man die Kinder hierzulande nicht dazu erzieht, mit Müll umzugehzen, wird dieses Land früher oder später eine Müllhalde sein. Der Anfang ist bereits gemacht. Ich bin kein Greenpeacler, aber wir dürften mit unserer Erde einfach nicht so respektlos umgehen.
Gäbe es keine Plastikflaschen und Plastiksäcke, wäre das Problem schon halb gelöst. In Colon, im Quatro Alto Center finde alles was ich auf der Liste habe und somit gehts gleich wieder zurück. Bei Casa Vela treffe ich auf David, einem Elektriker und Elektroniker aus Irland. Er ist um 1500 bereits so voll mit Bier, dass er keine klaren Aussagen mehr machen kann. Ich möchte nämlich herausfinden, warum ich auf dem Boot plötzlich nur noch 22 statt 24 Volt habe. Samstags wird er zu meinem Boot kommen und sich die Sache ansehen.
Abends koche ich ein "Papet Vaudoise", das , weil ich eine Nürnberger-Wurst von Andreas (Muktuk) geschenkt bekommen habe. Beim Frühstück heut habe ich die probiert und herausgefunden, dass sie genau so schmeckt wie unsere Wadtländerwurst. Da kaufte ich den notwendigen Lauch. Kartoffeln habe ich ja im Keller. Das Gericht wurde ein echter Leckerbissen und mit einem Glas Merlot und das bei Kerzenschein, ein Genuss.

 

3.2.2016

Heute früh habe ich ein Mail vom Agenten, ich muss morgen um 0700 in Colon beim Vermessungsplatz, den sogenannten Flats, sein. Rainer hat meine Genua noch nicht repariert. Ich segle mittags los, nur mit Grosssegel und Besan. Wer mich gesehen hat muss wohl denken, dass ich keine Ahnung vom Segeln habe, denn das ist eine wirklich komische Art sich fortzubewegen. Aber was soll's ? Um 1630 setze ich den Anker, schau den grossen Schiffen zu, die an mir vorbeiziehen um in die Schleusen zu fahren, oder aus der letzten Schleuse herauskommen. Dazu geniesse ich eine kubanische Zigarre.

 

4.2.2016

0630. Der Wecker klingelt. Müde noch stehe ich auf. Ich habe diese Nacht nur sehr schlecht geschlafen. Warum ? Nervosität wegen der Kanaldurchquerung, vermutlich. Dieser Schritt ist ein Grundsätzlicher. Solange ich noch im Atlantik bin, könnte ich jederzeit zurück und nach Hause. Einmal im Pazifik, da gibt es nur noch die Flucht nach vorne. Das heisst, lange Zeit von meinem Frauchen weg, lange Überfahrten ganz alleine (zT 30-40 Tage nonstop), dafür aber sicher viel Neues und Interessantes.
Um 0800 bekomme ich ein Mail vom Agenten, dass die Vermessung zwischen 0900 und 1200 stattfinden würde. OK, warten.

Es ist 10 nach 0900 als sich das Schiff mit dem Vermesser nähert. Der Beamte kommt zu mir auf's Boot und beginnt mit Messen und Papiere ausfüllen. Er bittet, ins Innere des Schiffes zu gehen, denn draussen hätte es zu viel Sonne und er wolle nicht Krebs. Wenn man Angst vor Sonne hat, sollte man vielleicht nicht in Panama leben.

Nach 20 Minuten habe ich eine Registrier-Nummer. Das ist der Start für meine Kanalquerung. Gleich darauf gebe ich den Anker und fahre zurück nach Portobelo. Auch hier wieder, muss ich segeln mit nur dem Gross und dem Besan, ein ungewöhnliches Bild. Um 1500 bin ich wieder in Portobelo vor Anker und geniesse erst einmal ein kühles Bier.

 

5.2.2016

Waschen ist angesagt, danach gehe ich wieder einiges einkaufen um meine Vorräte aufzustocken, denn nach dem Kanal erwarten mich ein paar längere Strecken. Zuerst plane ich in den Las Perlas Inseln ca 2 Wochen zu bleiben, dann die ca 900 SM bis Galapagos, (ca 5-7 Tage), und weiter bis zu den Marquises etwa 3000 SM ( etwa 3-5 Wochen ). Also brauche ich Futter für ca 2 Monate.

Nachmittags fahre ich mit dem Dingi ums Kap zu dem kleinen Sandstrand, wo ich das erste Mal wieder das warme Meerwasser geniesse, seit Julia weg ist.

 

6.2.2016

Um 0900 kommt Dave vorbei. Er ist der Irische Elektriker. Besser, er wäre Bierbrauer geworden ! Er sucht 2 Stunden, warum meine Batterien so schnell an Volt verlieren. Bei der Suche, finden wir den Fehler, warum meine Wasserpumpe nicht mehr abstellt. Es liegt an einer Stellschraube und wir können das Problem beheben.
Den Fehler, warum die Voltzahl sinkt, kann er jedoch auch nicht finden. Ein kleinerse anderes Problem aber findet er. Beim starten des Motors schaltet der Alternator nicht sofort auf "Laden"., erst wenn ich auf eine höhere Drehzahl schalte, funktioniert es. Das Problem ist das, dass beim Relay ein Stecker ausgezogen ist.
Ansonsten hat der Besuch von David nicht viel gebracht, ausser, dass er um 1000 dringend ein Bier brauchte um wieder auf Arbeitstouren zu kommen.

 

7.2.2016

Obwohl heute Sonntag und Fasenacht ist, nehme ich den Bus nach Sabatin um dort einzukaufen. Eineinhalb Stunden lang schlendere ich durch die endloden Regale und packe alles in den Wagen, was ich in den nächsten 4 Monaten gedenke gebrauchen zu können.
Auf der Rückfahrt ist der Rucksack so schwer beladen, dass er sich unter dem Gewicht auflöst und ich nur knapp meine Einkäufe ins Dingi bringe.

 

8.2.2016

Heute ist "Kobolt-Tag". Das heisst, in der Nacht müssen kleine Kobolte am Werk gewesen sein, denn in der Früh funktioniert einiges nicht mehr, was gestern noch voll funktionierte.
Zuerst habe ich kein Wasser mehr, wenn ich den Hahn öffne. Warum in der Früh die Kabel an der Pumpe ausgezogen sind ?, Ich weiss es nicht.
Dann kommt kein warmes Wasser mehr aus dem Hahn. Warum da genau heute ein Kabel ab (korrodiert) ist, ich weiss es nicht.

Warum der Tauchkompresser ständig abstellt, während ich für Rainer seine Tauchflasche füllen will ? Ich weiss es nicht und finde auch keinen Grund. Irgendmal hat er wieder funktioniert. Ich bringe dann die Tauchflasche zu Casa Vela und verabschiede mich.
Nun ist noch Dingi-Putzen angesagt. Seit 5 Wochen hat das Dingi nun im Waser gelegen und es hat sich einiges an Schmutz angesetzt. Schliesslich wird es dunkel und das Dingi liegt sauber vorne an Deck, festgezurrt und bereit für die Kanaldurchfahrt.

Mein Agent, Erick, meldet per Mail, dass die Kanaldurchfahrt am 10. stattfinden soll. Ich muss also Morgen den Anker heben und Richtung Colon ablegen.
Kurz nach 0900, nach dem Segler-Nachrichtendienst, den Birgit jeden Morgen durchführt um Infos und Neuigkeiten auf Kanal 72 durchzufunken, kommt sie mit Rainer auf die SAMANTHA. Birgit möchte schon läner Mal eine Amel von innen sehen. Sie ist erstaunt ob dem praktischen Layout und der Sauberkeit auf der SAMANTHA.

Rainer bringt mir die reparierte Genua und hilft dann auch noch, diese aufzuziehen. Das ist wesentlich einfacher zu zweit als alleine
Am Abend, das heisst, gegen 1700 gehe ich zu Captain Jack in die Bar. Hier habe ich gutes Wifi und kann sogar meinen Laptop von Windows 8 auf 10 aufmöbeln. Nur, es gibt sovile Bytes hochzuladen, dass ich erst um 2345 endlich fertuig bin. 4 Bier und eine Cola habe ich getrunken und mir ein gutes Thay-Curry reingezogen. Dass ich dann auch noch per Skype mit meinem Frauchen eine Stunde schwatzen konnte, hat den Tag herausgehoben. Im Dorf war allemeiner Tumult, denn es war Fasnacht. Hier feiert man das mit lauter Musik und einem Tanz auf dem Dorfplatz, unter einem Wasserstrahl, den die Feuerwehr mit vollem Tankwagen über die Menge sprüht.
Den letzten Gag allerdings fand ich, dass sich die Schwarzen mit Russ und schwarzer Schuhwichse, noch schwärzer anmalen.

 

9.2.2016

Beim ersten Tageslicht hebe ich den Anker und nehme Kurs Richtung Colon, wo ich eine Nacht in Shelter Bay Marina verbringen werde um dann die Leinenhändler und das Material zu bekommen. Alles funktioniert bestens und ich lege nach Guatemala das erte Mal wieder in einer Marina an.

 

10.2.2016

Um 0800 öffnet das Marina-Büro. Ich stehe davor und bezahle für 450 Liter Diesel nur 290 USD. Tanken kann ich nerst gegen 1000, wenn die Tankleute zur Arbeit kommen. Trotz starkem Wind und teilweise Regenschauer, muss ich vom Liegeplatz zur Tankstelle fahren. Es ist ein ziemlich heikles Manöver, geling aber gut. Wegen dem starken ablandigen wind muss ich bei der Tankstelle ein zweites Mal anfahren, dann aber hat's geklapt.

1100 kommt Erick, der Agent, holt das Geld ab und bringt die vier grossen Leinen, 8 Fender und 4 junge Kerle als Leinencrew.
1230 legen wir los und verlegen uns zu dem Wartefeld. Hier wird uns mitgeteilt, dass der Pilot um 1650 an Bord käme. Wir warten.

Schliesslich kommt der Pilot. Er heisst Mark und gibt mir gleich auf die Nerven, denn als erstes verlangte er eine Flasche Wasser und wollte wissen wann er zu Essen bekäme. Der hat Sorgen ! Mich sorgt ganz anderes, wie geht das mit der Kanaldurchfahrt usw.
Doch im Verlaufe des Abends wurde er sehr freundlich und kümmerte sich wirklich um Alles. Er war sehr besorgt darum, dass der SAMANTHA nichts passiert, und das machte ihn doch schliesslich sehr sympatisch.
Gegen 1800 fuhren wir ( die Samantha mit einem Japanischan Katamaran im Päcklein), hinter einem Containerschiff in die erste von 3 Schleusenkammern. 3 Mal wurden die Kammern gewechselt und wir insgesamt 24m höher in den Gatun-See entlassen. Hier fuhren wir an eine Boye im Wartefeld und machten die SAMANTHA fest. Es kamen noch 3 weitere Boote, so dass wir schliesslich zu viert an der selben Boye festgebunden waren. Dann war es Zeit zum Nachtessen. Ich habe meinen Bräter voll Chilliconcarne gemacht und dazu die grösste Pfanne mit Reis gefüllt. Alle assen hungrig, aber einer der Burschen, der sortierte alle Chillibohnen aus und lagerte die am Tellerrand um sie schliesslich über Bord zu schicken. Die grosse Pfanne voller Reis wurde fast komplett gelehrt, vom Chlliconcarne blieb ein rechter Rest, den ich dann in den nächsten Tagen verzehren werde. Dann wurde der Pilot mit einem Boot abgeholt und wir anderen legten uns auf's Ohr.

 

11.2.2016

Es könnte sein dass der Pilot bereits um 0600 erscheint, es kann aber auch später sein, keiner weiss es im Voraus. Bei Tagesanbruch mache ich Tagwache und serviere ein normales Frühstück. Die Burschen essen ganz schön, wie das so ist in deren Alter. Es ist dann fast 0900 als uns der Pilot gebracht wird. Es ist wieder Mark, das passt mir, denn ihn kenne ich ja bereits und er macht seine Sache gut.

Mit Vollgas, (3200 Touren) legen wir los in Richtung nächster Schleuse. wir sollen dort um ca 1200 sein. Als wir in die Nähe der Schleuse kommen, heisst es , es gebe Verspätung, also drosseln wir die Geschwindigkeit. Im Ganzen sind es etwa 24 SM zwischen den Schleusen und der Weg geht durch den mit Boyen gut ausgeschilterten Kanal im Lake Gatun.

Etwa 1300 fahren wir in die eine Schleusenkammer ein und nach 20 Minuten Abstieg, wieder hinaus. Diesmal, wie es beim abwärtsschleusen sei, sind wir vor einem Containerschiff in der Schleuse. Es ist schon imposant, wenn da hinter einem ein so grosser Klotz liegt und festgebunden ist.
Von dieser Schleuse ist die Letzte dann nochmals 1 SM entfernt. Die MIraflores-Schleuse mit 2 Kammern ist die, wo auch alle Touristen einem zuschauen. Vor kurzem war ich noch mit Julia auf der Aussichtsplattform. heute bin ich selber bei der Aktion dabei.
Nachdem nun auch die letzten beiden Schleusenkammern bewälltigt sind, fahren wir hinaus auf den Pacific.
Bei der ersten Marina nach der Schleuse gehen die BUrschen und der Pilot von Bord, Ein kurzer Abschied und ich bin wieder alleine, verlege mich noch zur Flamenco-Insel in die Bucht vor La Playas, setze den Anker und schnaufe endlich mal durch. Ich biin fix und foxi, und zum umfallen müde. Trotzdem koche ich mir noch ein anständiges Nachtessen, genehmige mir dann einen duppelten Whisky und eine Krumme. Dann aber ist es Zeit, obwohl erst 1900, mich auf's Ohr zu legen. Ich schlafe dann auch sofort ein. Es war wirklich eine ereignissreicher Tag gewesen und ich habe die Kanaldurchfahrt, vor der ich so Bammel hatte geschafft. Nun bin ich im Pacific. Das nächste grosse Ziel ist Neuseeland, aber noch etwa 8000 SM weit weg.

 

12.2.2016

Diese Nacht habe ich gut und lange geschlafen obwohl es hier recht schaukelig ist. Eines Teils fahren ständig Boote in und aus der Marina und diese Kerle hier kennen das Wort "Rücksicht" überhaupt nicht. Andernteils fahren die grossen Klötze im Kanal ein und aus und die machen auch ganz schöne Wellen. Nun aber ist es Morgen und ein herrlicher Sonnenscheintag, ganz anders als auf der Atlantikseite. Das Thermometer steht schon bald auf 36°C aber die Luftfeuchtigkeit ist nur so um die 50%, was es wesentlich leichter macht die hohe Temperatur zu ertragen. Drüben war es weniger heiss aber mit einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit, die einem den Schweiss schon aus den Poren spritzen liess, wenn man nur die Augendeckel hoch und runterklappte.
Meine erste aufgabe ist das Dingi wieder ins Wasser zu setzten, dann das Boot säubern, denn die Crew hat doch einige Spuren hinterlassen.
Dann wäre da noch die Pflicht des Ein- und Ausklarierens. Dazu muss ich um den ganzen Hafen herum wandern.
Jetzt geht es ab zum nächsten Supermarkt, wo ich noch Reserven einkaufe. Besonders kaufe ich eine ganze Serie von Büchsen mit Gemüse. Falls mein Tiefkühler unglücklicherweise einmal seinen Geist aufgeben solte, hätte ich dann doch noch etwas Gemüse zum essen und somit kein Risiko, wegen Skorbut, ohne Zähne und ohne Haare nach Hause zu kommen. Zurück auf dem Boot setze ich mich ins Dingi und fahre um die Insel herum in die andere Marina, denn dort könnte ich Benzin für's Dingi tanken, so hat man mir gesagt. Die Fahrt ist zimlich fürchterlich, denn draussen herrscht starker Wind und es hat recht hohe Wellen. Ich hocke ganz tief, direkt auf dem Boden und klemme die Arschbacken zusammen.
Grosse Freude habe ich, als ich endlich an der Tankstelle ankomme. Der Tankwart steckt den Schlauch in den ersten Kanister, dannn merkt er, dass er den Schlüssel vergessen hat. Er holt ihn und schaltet die Anlage ein. Nichts...., nun geht er zu seinem Chef oben im Büro. Dann kommt er wieder und meint, es gäbe ein kleines Problem. Kleines Problem , was denn ?  Mit einem Grinsen im Gesicht erklärt er, dass der Benzintank leer sei.
Das ist ein kleines Problem ?, Ich habe somit kein Benzin und kann die ganze Strecke unverrichteter Dinge wieder zurückfahren. Toll..

 

13.2.2016

Nach dem Frühstück ist mein erster Gang zum Steg wo ich in ein Taxi steige und mich zur nächsten Tankstelle fahren lasse um die Kanister zu füllen. Gut, dass ich gestern noch einen zusätzlichen Kanister von 20 L gekauft habe, somit habe ich nun 40 L Benzin an Bord. Das dürfte für eine Weile genügen.
Als ich auf der SAMANTHA zurück bin, klingelt bei mir das Skype. Mit meinem Frauchen habe ich eine super Verbindung. Ich höhre dass es viel geschneit hat. Kaum mehr vorstellbar für mich, bei 35°C.
Christian, ein Deutscher, vom Nachbarboot kommt zu mir hinüber und zeigt mir das Navigationsprogramm, "OPEN CPN", und bringt mir eine ganze Menge zusätzlicher Karten für dier Südsee. Danke.

 

14.2.2016

Anfangs Nachmittag hebe ich den Anker und segle los. Ziel ist die nur ca 6 SM entfernte Insel Tabago. In der Bucht vor dem Dorf hat es Boyen. Ich fange eine und binde die SAMANTHA fest, Dann teste ich die Boye, wie ich den Anker eindampfe. Die Boye hält. Es gibt manchmal Boyen, die nicht halten und wenn der wind aufkommt, fährt das Boot samt Boye davon. Hier wird es nicht der Fall sein. Kaum angebunden kommt einer mit einem Boot vorbei und will 10 USD für die Boye/Tag. Da es Sonntag ist, ist hier der Bär los. Panamaesen verbringen die Wochenende hier mit hally-gally. Abends wird es ruhig, die meisten kehren nach Panama zurück, entweder mit der Fähre oder dem eigenen Boot.

 

15.2.2016

Kaum ist es hell geworden, stehe ich auf, frühstücke und mach die Leinen los. Heutiges Ziel sind die Inseln "Las Perlas". Bis dorthin sind es gute 30 SM. Der Wind blässt moderat und von leicht achterlich. Es ist eine gemütliche und herrliche Fahrt. Bei der ersten Insel angekommen, sehe ich, dass der Ankerplatz so liegt, dass Wind und Wellen direkt in die Bucht steuern. Das ist kein guter Platz und so fahre ich an dieser Insel vorbei zur nächsten.
Hier finde ich einen guten, geschützten Platz. Ein Blick auf die Tidentabelle zeigt, dass ich im Moment bei Ebbe anlande. Um sicher zu sein, muss ich 4 Meter zusätzlich zur Ankerkettenlänge dazurechnen, denn bei Flut bin ich dann 4 Meter höher als jetzt.

Die Insel heisst Contador, hat etwa 500 Einwohner und einen Flugplatz für Kleinflugzeuge, die täglich von und nach Panama fliegen. ansonst ist es hier eine Ferieninsel, die nur an Wochenenden richtig bewohnt ist.

 

16.2.2016

Beim Anlanden am Strand mit dem Dingi merke ich, dass es gar nicht einfach ist. Die Strömung, die die Wellen verursachen, ist so stark, dass sie mir das Dingi direkt aus der Hand reisst und ich fast zu Fall komme. Dann ziehe ich das Dingi den halben Sandstrand hoch, denn im Moment ist Ebbe und ich möchte nicht dass das Meer sich mein Dingi hohlt. An einem teuren Hotel ( 200 USD / Nacht) wandere ich in Richtung Flugplatz. Es gibt hier ein richtiges Strassennetz aus asphaltierten Strassen. Der Weg führt vorbei an einigen supertollen Villen, aber auch an vielen verlassenen und halb zerfallenen barackenähnlichen Gebäuden. Es sieht zum Teil aus wie eine ehmalihge Militäranlage. Die Vegatation ist Jungelmässig. Schliesslich finde ich beim Flughafen 3 kleine "Supermärkte", die jeder auch nur ein sehr beschränktes Angebot haben, dafür aber ist alle sauteuer. 4 Bananen kosten 1 USD, 3 kleine Karotten 1,5 UDS. Das ist nicht der PLatz wo man freiwillig einkaufen geht.

Zurück beim Dingi, muss ich dieses nicht weit zum Wasser bewegen, denn das Wasser ist bereits so gestiegen, dass ich es mit 2 Handgriffen im Wasser habe.

Wie üblich um 1700 genehmige ich mir einen Apéro. Dazu hätte ich den auch gerne mit Eiswürfel gekühlt. Aber Pustekuchen, weder im Kühlschrank, noch in der Tiefkühltruhe sind die Würfel gefroren.
Das lässt nichts Gutes ahnen. Bei einer Prüfung, entdecke ich, dass die Voltzahl, die eigentlich mindestens 24 sein sollte, nur noch 20 Volt angibt. Mit so wenig Volt, funktioniert weder Kühlschrank noch Tiefkühler und währen der Fahrt auch der Autopilot nicht.
Ich entscheide, nochmals zurück nach Panama zu segeln und das in Ordnung zu bringen, denn ohne diese, funktionierenden Geräte, würde eine Pacifikfahrt zur Höllenfahrt.

 

17.2.2016

Die 40 SM, zurück nach Panama, sind ein seglerischer Leckerbissen. Die SAMANTHA läuft am Wind als würde sie spühren, dass dem Übel mit den Voltzahlen Abhilfe geschaffen werden soll. Bereits um 1500 bin ich wieder in der Bucht vor der Marina "La PLayita". Hier gibt mir Christian von der Taitonga den Rat, mich an die Navalmarin zu wenden. Das tue ich dann auch, allerdings nicht ohne Zwischenspiel auf dem Weg dorthin. Als ich nämlich mein Dingi am Dingidock festhemacht habe (wie die ganze letzte Woche), fasst mich ein Arbeiter ( mit einer Mine, als hätte ich die Pest ) und verlangt dass ich ins Büro gehe. Hier erklärt man mir, dass ich, um mit dem Dingi anzulanden, 50 USD bezahlen müsse, das gelte dann für eine Woche. Nach längerem Verhandeln, gibt sich die Dame, dann einen Ruck und akzeptiert, dass ich nur 7 USD für einen Tag bezahle, bis ich weiss, ob man mir hier mit meinem Problem helfen kann oder ob ich weiterfahren müsste in eine andere Marina.
Der Chef bei Navalmarine ist sehr freundlich und hilfsbereit. Morgen um 0800 beim Steg muss ich den Elektriker abholen, der dann das Übel sucht.

 

18.2.2016

Es ist 0800. Ich warte. Um 0845 marschiere ich los zu Navalmarine, wo ich Entschuldigungen für die Verspätung ausgesprochen bekomme. Nun kommt der Elektriker mit mir und prüft die 13 Batterien. 6 Stück sind zwischen "nicht Gut" und "Schlecht". Seiner Ansicht nach genügt es, die 6 schlechten Batterien auszutauschen, ganz im Gegensatz zu dem was ich sonst immer gehört habe. Ich bin froh über seine Entscheidung, denn die Batterien kosten hier genau das Doppelte von dem, was ich vor 2 Jahren in Rhodos bezahlt habe. Dazu verlangt man für eine Elektrikerstunde 75 USD ! Panama ist ein übertrieben teures Pflaster, ausser für Diesel, Benzin und die Taxis.

Um 1700 muss ich wieder am Dock sein, dann werden die Batterien geliefert.
In der Zwischenzeit leihe ich mir von Nachbarschiffen Kanister aus mit deren Hilfe ich 100 Liter Diesel vom Dock zur SAMANTHA fuge. Das Betanken mit Kanistern ist eine riesen Sauerei, aber was solls, nun habe ich den Tank wieder voll, der unter der schnellen Fahrt durch den Kanal schwer gelitten hat. Mehrere Stunden mit Vollgas haben am Tank gesaugt, wie ein frisch geworfenes Kalb an der Kuh. Die 100 Liter Diesel kosten mich gerade mal 26 USD, da kann man doch wirklich davon träumen im Heimatland.
Um nicht zu viel Zeit beim Einbau der Batterien zu verschwenden, baue ich alle bereits aus und gruppiere die "Guten" so, dass die 6 Neuen, schnell an ihren PLatz gesetzt und angeschlossen werden können.
1730, mit einer halben Stunde Verspätung kommen 2 Elektriker mit den Batterien. Das Dingi liegt schwer im Wasser. Ich bin froh, dass ich das grosse Dingi im Betrieb habe und nicht das kleine 2-Mann Böötchen. Das Einbauen und Aschliessen der neuen Batterien geht dann auch schnell, dank meinen Vorbereitungen.
Nun funktioniert alles wieder so wie es sein muss !!!! Halleluia !!!
Am Abend, ich bin total kaputt, begebe ich mich in eine Pizzeria, wo sich Segler, die in dieser Bucht ankern, zu einem Bierchen und Pizza zusammengerufen haben. Jeden Morgen um 0800 wird über Funk, Kanal 72, informiert was los ist, wer Hilfe braucht und was man kaufen und verkaufen will.
In der Pizzeria, treffe ich auf nette Ankernachbarn, unter anderem auf eine Gruppe Deutsche, die ebenfalls auf der Barfussroute unterwegs sind. Es ist ein gemütlicher Abend mit interessanten Leuten und im Gegensatz zu allem anderen ist es auch noch günstig. (1 Pizza und 3 Bier für 11 USD bekommt man nicht überall).

 

19.2.2016

Die Prüfung am Morgen, meine erste Aktion, sobald diem Augen offen sind, ergibt, dass alles wieder normal funktioniert. Im Tiefkühler, wie auch im eisfach des Kühlschrankes sind die Eiswürfel steinhart. Das ist doch etwas ! Eigenartig, an wie wenig man sich freuen kann, wenn man weg, von der Heimat und der ganzen Zivilisation ist .
Also, jetzt wird neu gestartet ! Anker hoch und tolle Fahrt, zurück nach Contador.

 

20.2.2016

Rainer und Heiner, die, wie ich auch gestern hierher gafahren sind (etwas langsamer als die SAMANTHA), fahren in der Früh an mir vorbei und winken adé. Sie starten bereits in Richtung Galapagos. Ich mache erst einmal Wäsche, dann steige ich ins Dingi und gehe in den Markt um Geschirrspülmittel zu kaufen, denn ich habe festgestellt, dass ich davon keine Reserve mehr habe, entgegen meiner Annahme. Ohne Geschirrspülmittel kann man doch nicht den Pacific überqueren !
Auf meinem Weg zum Strand winkt mich die Dame (Gitte heisse sie), vom Nachbarboot zu sich um ein Schwätzchen zu halten. Sie bittet mich ihr doch einige Bananen mitzubringen, und um 1730 zu einem Drink vorbei zu kommen. Ihr Mann war der, der am Strand lag. Er sei beim Aussteigen vom Dingi so unglücklich gestürzt, dass er nun eine Halskrause tragen muss.
Pünktlich, wie ein Schweizer, bin ich zum Drink bei ihnen. Es sind nette Leute, die schon seit 3 Jahren hier in der Gegend umherschippern und sich gut auskennen. Ich bekomme einige gute Tips, und einen Lemon-Punch, der sehr lecker ist.

 

21.2.2016

ich habe sehr gut und 10 Stunden geschlafen. Ich schlafe sehr viel und bin total ausgeruht. Manchmal frage ich mich, wenn ich sehe, dass Leute tagelang nicht vom Schiff gehen, was wohl der Unterschied zwischen einem Boot und einem schweizer Gefängnis ist.
- Auf dem Boot hast du gleichviel Platz wie in einer Zelle
-Auf dem Boot musst du selber kochen
-Auf dem Boot hast du keinen Fernseher, kein Internet
-Auf dem Boot bist du aber freiwillig !

Zuerst fange ich an, anh der Reling zu putzen, denn die sieht sehr unsauber und mit Flugrost belegt aus. Nach 1 Stunde habe ich einen kleinen Teil sauber und glänzend  aber auch genug. Morgen mache ich weiter. Dann hole ioch den Anker hoch und lege ab. Ziel ist die Insel San José, die zweitgrösste insel des Archipels, und die gehört einem Privatmann. Die Fahrt dorthin, ca 30 SM, sind gemütlich, aber es bedarf aller meiner Aufmerksamkeit, denn es gibt viele Untiefen und Steine, die man besser meidet. Überhaupt ist es recht schwierig in dieser Gegend zu segeln, vergleichbar mit San BLas. Ein grosser Unterschied ist aber das Wasser. In San Blas, war es warm (28-30°C), klar und in allen Farben scheinend. Hier ist es nur 23-24°C und ganz dunkel. Es reizt mich überhaupt nicht hier zu Baden. Diejenigen, die mir gesagt haben, das Las Perlas genau so schön sei wie San BLas, müssen sich irgendwie geirrt haben, oder ich habe noch nicht alles gesehen, was es zu sehen gibt. In San José finde ich eine sehr schöne Bucht, liege dort total ruhig und ganz alleine. Wer es idyllisch mag, dem würde es hier gefallen. Am Abend koche ich Pellkartoffeln, daszu gibt es etwas Käse und Butter und einen Tomaten-Gukensalat. Nach 2 Kartoffeln habe ich bereits genug. Zu Hause esse ich immer 8-10 Stück !

Nach dem Abendessen sitze ich einfach so da, im Cockpitt und geniesse die absolute Ruhe, den Vollmond und die angenehm über den Körper strecihelnde warme Luft. Vermissen tue ich nichts ausser die 3 "F". (mein liebes Frauchen, die Familie und meine Freunde.

 

22.2.2016

Den ersten Teil des Vormittags bringe ich auf dem Klo zu. Was in mir einen gereizten Darm ausgelöst hat, kann ich nicht nachvollziehen. Dann aber, putze ich einen weiteren Teil der Reling. Es macht Freude, das Metall hochglänzend im Sonnenlicht strahlen zu sehen. Man sieht nur, mit wie wenig ein Mensch zufrieden sein kann ! Nach einer Stund ist wieder Schluss. Morgen mache ich dann weiter. Jeden Tag eine Stunde, dann bin ich in einer Woche fertig mit dieser Arbeit.

Mittag. Ich setze mich ins Dingi und fahre zum nahen Sandstrand. Hier werde ich von einer Welle förmlich auf den Strand geworfen, kann nur noch rausjucken und das Dingi festhalten bevor es wieder in die Bucht hinausgetragen wird. Das Wasser ist kalt, trotzdem tauche ich ein und gewöhne mich so langsam dran. Vor dem Sandstrand ist das Wasser auch nicht mehr so dunkel, denn hier liegt heller Sand und kein schwarzer Lavasand. Lange reizt es mich nicht, im Wasser zu planschen. Ich fahre ans nächste Kap, wo es tiefe Höhlen gibt, in die man auch mit dem Dingi einfahren könnte, ich traue mich aber nicht und bleib draussen, mache ein paar Fotos und drehe ab, Richtung SAMANTHA. Dann aber beginnt dre Motor zu spucken. Ich hätte doch besser noch Benzin nachgefüllt. Nach einigem Pumpen und an der Staqrtleine ziehen, springt der Motor nochmals an. Mit Vollgas kann ich übers Wasser gleiten und somit schneller vorankommen. Ich schaff's noch und kann beruhigt aufatmen, denn die etwas 1 Km lange Strecke gegen Wind anzurudern wäre eine sportliche Herausfordereung geworden.

Den Nachmittag verbringe ich mit einem Mittagsschläfchen, und Lesen. Ich bin hier ganz alleine in dieser riesigen Bucht. Keine Seele, kein Lebewesen ausser einigen Vögeln. Wo ist die Menschheit, wo sind all die 7 Milliarden Erdbewohner ?

Ich kann Adam und Eva nachfühlen wie es sein musste, so ganz alleine auf der Erde. Nur die hatten weder ein Boot noch ein Dingi und auch keine Bücher aber sie waren wenigstens zu zweit.

 

23.2.2016

Zuerst konnte ich schön und gemütlich segeln, dann aber, als ich in die Nähe der Isola del Rey kam, verflüchtigte sich der Wind und ich musste das restliche Stück bis zum Dorf  Esmeralda motoren. Ich bin noch am setzen des Ankers und schon kommt ein Rudel junger Kerle in ihren Einbäumen angerudert. Wie Kinder so sind, sind auch diese neugierig auf den Neuankömmling. Auf Spanisch fragen sie mich aus, ich verstehe aber meist nur Bananen, Papaya und Pina (Annanas). Als sie aber nach "Caramelo" fragen, weiss ich was sie möchten. Ich gebe jedem ein Honigbonbon. Der Älteste, er heisst André, bedankt sich. Nach und nach verschwinden sie wieder wie sie gekommen sind.
Eine Weile betrachte ich was da am Strand vor den ersten Hütten abgeht. Mit heulenden Motoren wird mit den Fischerbooten umhergefahren. Man nimmt Anlauf und rast den Strand hoch, kurz darauf wird das Boot wieder ins Wasser geschoben und alles beginnt von vorne. Scheinbar ist hier Benzin keine Mangelware.
Bei Flut, um 1600 steige ich ins Dingi und fahre zum Dorf. Hier kommt mir einer entgegen, es scheint der Dorftrottel zu sein. Alle Jungs strömen ebenfalls herbei und wollen helfen und zum Dingi aufpassen. Der Schwarze, nimmt mir den Kanister ab und wandert voraus ins Dorf, wo ich für 15 UDS 10L Benzin erstehen kann. Es ist zwar doppelt so teuer wie in Panama, aber was solls. Ein Junge will mir einen riesigen Fisch, etwa 4-5 Kg schwer für 2 USD verkaufen. Wenn ich 4-5 Gäste an Bord hätte, ja, aber so nicht. Mein Tiefkühler ist voll und ich könnte den nicht einlagern.
Einen kleineren, Red-Snapper, ersteh ich dann bei einer Dame im Dorf für 1 USD. Genau die richtige Portion für heute Abend.
Einer der Jungs, er ist bestimmt nicht älter als 7 oder 8 fragt ob ich eine Madam möcht, und macht eindeutige Bewegungen mit dem Unterleib. Mich haut's fast von den Socken, so ein Kleiner und schon Zuhälter.
Auch an diesem Platz bin ich als Segler alleine. Heute habe ich aber ein Segelboot gekreuzt, das heisst, dass ich doch nicht ganz alleine auf dieser Erde beim Segeln bin.
Internet, bzw. Wifi oder Telefonanschluss gibt es hier nicht. Deshalb schreibe ich auf meinem Satelitentelefon eine SMS an Patrick. Er soll bitte prüfen, wann ich in den nächsten Tagen ein gutes Wetterfenster mit richtigem Wind habe um nach Galapagos zu segeln.
Wie ich gemütlich im Cockpitt sitze und den vielen Vögeln , vor allem Kormorane und Pelikane, zuschaue macht es platsch und ich habe einen grossen weissen Vogelschiss direkt auf meiner linken Backe. Herrlich, diese Vögel !

 

24.2.2016

Gestern Abend war im Dorf noch Betrieb bis nach 2000. Ständig kamen noch Boote aus der Dunkelheit uind man höhrte wie sie mit Anlauf auf den Sandstrand hochdonnerten. Heute morgen beginnt die Geschäftigkeit und der Motorenlärm auch schon wieder um 0600. Mensch sind die fleissig !

Da mich hier nichts weiter hält, mach gleich in der Früh erst noch eine Wäsche, dann hebe ich den Anker und fahre gemütlich in die nächste Bucht. Hier soll es einen Fluss geben, den man mit dem Dingi befahren kann und eine schöne Fahrt durch die Mangroven sei ein besonderes Erlebnis. Pustekuchen. Der Fluss ist gegen das Meer total zugesandet, ich müsste das Dingi über eine weite Sandbank tragen. Das steht so nicht im Buch. Also, auch hier ist nichts für mich. Gemütlich weitersegeln bis in die nächste Bucht, dort soll türkiesblaues Wasser sein. Bis jetzt habe ich nur schwarzes, dunkles Wasser gesehen. Bin ja gespannt. Bei meiner Ankunft, ist auch hier das Wasser schwarz und man sieht keinen Grund, obwohl ich auf nur 9 m Wassertiefe ankere. Mit dem Dingi gehe ich auf Erkundungstour und finde ein kleines, im Buch vermerktes Dörfchen. Hier ist aber so ziemlich alles still. Ich steige nicht aus, was soll ich hier ? Bei der Fahrt, ich bin gerade dabei ein paar Fotos zu schiessen, knalle ich plötzlich auf eine Unterwasserinsel aus Stein, Gott sei Dank, kann ich noch schnell den Motor anheben, so dass nichts passiert. Ich wäre nur ungern, die ca 3 Km zur SAMANTHA zurückgerudert wenn der Propeller wieder einmal losgekommen wäre.
Schliesslich schaffe ich es zurück zum Boot und überlege, what next ? Heute Morgen hat mir Patrick übers Satelitentelefon , per SMS mitgeteilt, dass in den nächsten 14 Tagen nur wenig Wind in Richtung Galapagos blässt. Aber, hierbleiben, in dieser total verlassenen Gegend, will ich auch nicht. Mal sehen, was ich morgen entscheide. Eventuel, fahre ich nochmals zurück nach Contador, wo ich dann wenigstens ins Netz kann und meine Planung mache.

 

25.2.2016

Türkies, das sit bei mir auf der  Farbtabelle irgendwo anders, zwischen hellgrün und hellblau, sicher aber nicht zwischen dunkelbraun und schwarz. Wer das Buch und den Ankerplatz bechrieben hat, muss entweder in einem anderen Leben da gewesen sein oder er ist Farbenblind. Galapagos. Die ganze Nacht hat es recht stark geblasen, also muss es doch möglich sein nach Gapalagos zu segeln. Da aber in Galapagos, die Unterwasserschiffe auf Sauberkeit geprüft werden, hole ich das Tauchzeug hervor und steige hinab. Leider ist das Wasser so trüb, dass ich kaum sehe, was ich putze. Von wegen, Las Perlas, mit sauberem klaren Wasser !!!

Es ist noch nicht 0930 und ich beginne mit den Fahrtenvorbereitungen. Um 1000 gehts los. Die ersten paar Meilen kann ich schön segeln, dann aber verflüchtigt sich der Wind und das Meer ist glatt wie Öl. Ganze 10 SM mache ich bis 1700. Wenn das so weiter bgeht, brauche ich etwa 1 1/2 Monate bis Galapagos.

Beim Prüfen der Fischerleine, bemerke ich, dass der Köder abgerissen ist. Vermutlich hat  er sich am Boden verhackt, als ich keine Fahrt mehr machte, und so wurde er abgerissen. Schade um den schönen Köder, mit dem ich doch einiges Petri Heil hatte.

Kurz darauf beginnt es aufzufrischen und ich kann volle Segel setzen. Da der Wind genau von hinten blässt, hole ich den Balooner hervor und baume die Genua und Balooner aus. Nun macht die SAMANTHA gute Fahrt und pflügt mit 8-9 Knoten durch den Golf von Panama.

Zur Nachtvorbereitung gehört auch, dass ich die Fischerleine einziehe, denn ich habe kein Bock, nachts hinten am Boot mit einem Fisch zu kämpfen, das ist mir zu gefährlich. Ich bin eben im Begriff die Leine einzuholen, als sich ein etwa 65 cm langer Tuna entschliesst, anzubeissen. Der Kerl hat den Köder total verschluckt. Um diesen zurückzuerobern, muss ich dem Fisch den Kopf abhauen und diesen zerteilen. Dabei, als ich dem das Maul aufsperren will, schnappt er zu und beisst mir in den Finger. Scharfe Zähne hat der, und ich blute ganz schön. Dafür zerteile ich ihn dann und bekomme 3 wunderbare Filets in den Kühler und eines heute Abend auf den Teller.
Die Nacht ist anstrengend und ich komme kaum zur Ruhe, denn ich befahre auf meinem Weg die Seefahrtsstrasse, auf der alle Schiffe in Richtung und vom Panama Kanal fahren. Es ist ein höllischer Verkehr und ich muss dauern aufpassen. Draussen sehe ich kaum etwas, denn es ist diesig. Auf dem Radar und dem AIS sehe ich all die Schiffe um mich herum, bis ich dann endlich um 0500 etwa ausserhalb des grossen Verkehrs bin. Da kann ich noch ein Stündchen schlafen, während die SAMANTHA weiter durch eine relativ ruhige See Galapagos entgegenfährt.

 

26.2.2016

Den ganzen Tag auf See, dauern zwischen 7,5 und 9 Knoten Fahrt, so gefällt es mir.
Mir fällt auf, dass die Bilgenpumpe immer wieder anspringt, obwohl ich kein Wasser verbrauche. Nach einer Weile des Suchens, sehe ich, dass ein Simering beim Bugstrahlruder undicht ist und somit dauern Wasser ins Boot kommt, das dann durch den Ablauf in die Bilge fliesst. Daher kommt das! Das Bugstrahlruder brauche ich für eine längere Zeit nicht und deshalb bringe ich einen Schaumstoffring mit einer Rohrschelle um den Schaft an und bekomme das Teil provisorisch dicht. Damit hört auch die ständige Pumperei der Bilgenpumpe auf. Man muss ich zu Helfen wissen.

Da weit und breit kein Schiff mehr auszumachen ist, werde ich mich heute Abend mit den notwendigen Alarmen abgesichert in die Koje verschlagen. Ich bin nämlich hundemüde.

 

27.2.2016

Es war eine ruhige Nacht. Nur so gegen Mitternacht musste ich kurz raus, denn die SAMANTHA tanzte wie wild. Der Wind hat aufgedreht und sie schoss durch die Wellen, völlig am Limit. Mit einem Knopfdruck reduzierte ich die ausgebaumten Vorsegel, so dass nun das Boot wieder ohne Stress dahinglitt. Trotzdem blieb die Geschwindigkeit nahe bei 9 Knoten. Um 0300 erwache ich und weiss erst nicht wo ich bin. Es ist völlig ruhig um mich und ich spüre keine Bewegung. Draussen stelle ich dann fest, dass die SAMANTHA genau zwischen den Wellen im gleichen Tempo ( 8,5 KN) dahingleitet, wie auf Samtpfötchen gleitet sie durch die sternenklare Nacht. Ich prüfe den Radar und das AIS, stelle fest, dass im Umkreis von 45 Km, niemand in meiner Nähe ist, so lege ich mich wieder hin und schlafe bis morgens um 0730. Die Sonne ist schon auf. Ich bin ein Faulpelz.
Was mich erstaunt, als ich die morgentlichen Daten ins Logbuch schreibe, ist die Tatsache, dass die Wassertemperatur wieder die 30°C erreicht. Scheinbar bin ich nun aus dem Einfluss des Humboltstromes raus und kann mich wieder auf herrliches Baden freuen.

 

28.2.2016

Nichts, nichts und wieder nichts. Rund um mich herum, 45 KM auf dem Radar und 45 Km auf dem AIS ist keine Schiff auszumachen. Weder Vögel noch sonst eine Lebewesen bin ich seit Tagen begegnet. Ausser einem kleinen Tintenfisch und einem kleinen fliegenden Fisch, die sich aufs Deck verirrt haben, gibt es kein Lebenzeichen. Meer und Himmel, Sonne und Sterne das ist was ich sehe. Und da, irgendwo dazwischen , ist ein ganz kleiner Zurkirchen auf einem ganz winzigen Böötchen. Unglaublich wie einem klar wird, wie gross (artig) unsere Welt ist. Ohne TV, ohne Tel, ohne schlechte Meldungen aus den Medien, wie herrlich da diese Ruhe ist. Seelenfrieden, so kann man das nennen.
Ich wurde von Seglerkollegen gefragt, wie ich das mache, so alleine, ob es mir nicht langweilig sei ?

Nein, Langeweile ist es nicht. Ich bin ja dauern beschäftigt.
Die ganze letzte Nacht habe ich ausser 2 Pipi-Gängen voll durchgeschlafen, ganze 11 Stunden. Die Sonne stand schon über dem Horizont, als ich erwacht bin. Dann musste ich erst einmal den Balooner einholen und die Genua auf die Steuerbordseite schiften, die Segel neu trimmen, da der Wind nach SW gedreht hat. Das war schon einmal eine halbe Stunde und ich war bereits patsch nass, denn der Thermometer zeigte bereits etwas über 30°C an. Wir nähern uns dem Equator.

Danach wurde ausgiebig gefrühstückt, wie üblich, 2 Scheiben Speck und ein Ei gebraten, Brot und Nutella, dazu 2 Tassen Kaffee aus der Kaffeemaschine.
Endlich habe ich dann die Bratpfannen richtig sauber gescheuert, etwas was ich schon seit Wochen vor mir hergeschoben habe. Nun ist es erledigt.
Da der Geschwindigkeitsmesser heute früh " 0 " anzeigt muss ich den Fühler ausbauen, reinigen und wieder einbauen. Dann ist da noch etwas Wasser in einer Bodenkiste, das muss ausgeschöpft werden. Immer etwas zu tun.
Die SAMANTHA läuft seit gestern Abend nicht mehr so wie es am Tag zuvor war. Der Wind hat abgeflaut und wir dümpeln mit ca 5 Knoten dahin, wobei wir nur etwa 3 Knoten Fahrt machen, aber von einer Strömung von ca 2 Knoten profitieren, die uns Galapagos entgegenträgt. In den letzten 24 Stunden haben wir nur ein ETAMAL ( die Strecke die innerhalb von 24 Stunden zurückgelegt wird) von 143 SM gemacht. Vorgestern waren es 197, fast meinen Rekord von 198 egalisiert.
1200 ich genehmige mir einen Riegel, das ist so die Mittagsmalzeit, dann überwinde ich mich und beginne, endlich, die Reling an der Backbordseite zu putzen. Seit Tagen drücke ich mich davor, aber heute muss es sein.
Bis in die Hälfte glänzt die Reling nun wieder wie neu. Jertzt darf ich mir ein Mittagsnickerchen erlauben.
Ich muss heute Nachmittag ständig an den Segeln herummachen, denn der Wind dreht dauernd von Süd nach Südwest und zurück.
Nachmittags ist Lesestunde. Ich habe 2 Bücher in Arbeit. Eines, etwas gruseliges, für den Tag und ein anderes, sehr angenehmes für die Nacht, denn danach kann ich auch gut schlafen.
1700 ist Apéro-Zeit. Heute gibt es einen leicht gestampften Gin-Tonic mit Eiswürfeln und dazu ein paar Erdnüsse. Dann nochmals etwas Lesen und um 1800 wird erstmal ein SMS ans Frauchen übers Satelitentelefon geschickt, dann gehts ab in die Küche. Auf dem Speiseplan ist Tunfisch und ein Rest vom gestrigen Reis, dazu Karotten-und Erbsen aus der Büchse. Zum Dessert ein Crème Caramel, das ich mittags zubereitet habe. Das Ganze wird begleitet mit einem Glas Rotwein. Prost !

Nach dem Essen, das lecker schmeckte, muss ich noch die Nachtwache einrichten. Die Positionslichter und der Aktiv-Radar werden eingeschaltet. Der Plotter auf Nacht -Modus umgestellt und das Radargerät eingeschaltet. Sämtliche Lichter und Geräte werden gedimmt, so dass man nicht geblendet wird. Nachts fahre ich ausschliesslich nach den Instrumenten, denn draussen kann man nicht viel sehen, auch wenn der Mond noch etwas Helle bringt. Dann geniesse ich den aufkommenden Abend im Cockpitt, höre etwas Musik, rauche eine Zigarre und geniesse dazu einen kleinen Kubanischen Rum und eine Reihe schwarzer Schokolade. Dann, so gegen 2000 ist es Zeit in die Koje zu steigen, aber nicht ohne zuvor noch unter der Dusche den Schweiss abgespült zu haben. eine halbe Stunde Lesen und der Tag ist um. Hoffentlich bleibt es draussen ruhig, so dass ich gut schlafen kann. Alle Alarme sind eingerichtet und im Umkreis von 45 Km konnte ich niemanden entdecken, der meine Nachrtruhe stören könnte.
So ist ein Tagesablauf, da wird es einem doch nicht langweilig !

 

29.2.2016

Kaum war ich im Bett, begann es draussen zu tollen. Die Segel schlugen, Regen peitschte. ich musste wieder raus. Ich bin fast närrisch geworden. Vor dem Regen hat der Wind aufgedreht , aber leider auch die Richtung geändert. Sämtliche Segel musste ich umstellen. Dann, nach dem Regen, tote Hose, wie das oft der Fall ist, nach einer Schauer. Die Windstärkenanzeige lag so bei ca "0" und der Windrichtungsanzeiger drehte sich um seine Achse, als müsste er einen Brotteig rühren. Ich wurde verrückt und habe auch mächtig geflucht, nur genützt hat es nichts. Schliesslich saagter ich, leck mich am Arsch und reduzierte alle Segel soweit dass sie nicht mehr umherschlugen. Dann legte ich mich wieder hin.
Um Mitternacht war es draussen ruhig. Ich konnte die Segel trimmen und seit dem fahre ich mit stabilem Wind querab, den ganzen Tag. Mittags mache ich noch ein Nickerchen, dann gebe ich mir einen Kick und putze endlich die backbordseitige Relin fertig. Es ist schon schön, wenn im Abendlicht die Reling so glänzt wie wenn sie neu wäre.
Hoffentlich bleibt heute Nacht der Wind stabil, so dass ich wieder gut schlafen kann. Ich bin nun schon ganz nah am Equator und bis Galapagos sind es nur noch 200 SM .

Nach dem Abendessen schaue ich wieder einmal einen Film. Zwischendurch sehe ich auf die Instrumente und entdecke einen Japanischen Frachter, der gemäss AIS in etwa 30 Min ca 1,5 Km hinter mir durchfahren wird. Ich nbin doch nicht alleine auf diesem riesig grossen Meer. Ein paar Vögel umkreisen die SAMANTHA in der Abendstimmung. Galapagos scheint näher heranzurücken.

Mitternacht. Ich wache auf, weil die Segel flattern. Der Wind ist scheinbar auch schlafen gegangen. Ich zurre die Segel fest und lasse treiben. Um 0230, nächste Aktion. Der Wind hat wieder zugenommen, ich regle die Segel neu und die SAMANTHA nimmt wieder Fahrt auf und ich gehe weiterschlafen.

 

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In der Bucht von Portobelo

 

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Eine der vielen Festungen aus spanischer Besatzung

 

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Rainer, der Segelmacher und Birgit, die gute Seele vom Casa Vela

 

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Die Mannschaft rüstet sich zur Kanaldurchfahrt

 

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Mark, der Pilot

 

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Hinter diesem Containerschiff fahren wir in die Schleuse

 

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Im Päcken mit diesem Japaner. einer Lgoon 67 Fuss

 

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Schleuseneinfahrt

 

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Das Toor schliesst sich

 

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Beim Schleusen

 

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Fahrt durch den Lake Gatun

 

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Dieser Kran kann 500 Tonnen heben

 

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Bei der letzten Schleuse, Miraflores

 

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Das Tor öffnet sich zum Pacifik

 

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Der Pacifik vor mir

 

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Ausfahrt aus der Schleuse

 

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Die Mannschaft

 

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Die Brücke vor dem offenen Meer

 

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Das Museum auf der Insel Flamenco

 

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Panama-Skylite

 

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In der Bucht Flamenco

 

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Adé Panama, die Reise beginnt. 8000 SM liegen vor mir bis New-Zeeland

 

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Erster Stop, die Insel Taboga

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San José ist die zweitgrösste INsel der Perlas. Diese Insel gehört einem Privaten. Hier hat er über der Höhle eine Hütte gebaut von der aus er fischt.

 

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Es gibt viele schöne Sandstrände, aber alles ist unbewohnt und leer

 

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Beim Fischerdorf Esmeralda kommen sofort die Buben in Einbäumen angerudert.

 

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Andy ist der älteste

 

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Viele Fischerboote kurven hier dauern umher

 

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Im Dorf gibt es einen Spielplatz

 

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Draussen liegt die SAMANTHA

 

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Hier kaufe ich einen Fisch für gerade mal 1USD

 

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Schöne Stimmung beim Abendessen

 

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Diese Vulkaninsel ist nicht voller Schnee, sondern das ist Vogelscheisse.

 

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So macht Segeln kein Spass

 

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Ein Tuna, der ergibt 4 Malzeiten.

 

 

 

 

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