REISEBERICHT - März 2015

 

 

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Anfahrt von Puerto Rico

 

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Ausflug mit dem Auto gemacht, hier die Route, 420 Km über kleine Strassen, wie Schweizer-Passträsschen

 

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Die vergitterten Häuser überall

 

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Ich möchte nicht so wohnen

 

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Typisches Haus

 

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Vor lauter Reklame sieht man die Gebäude nicht mehr

 

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Ein Liguan quert die Strasse

 

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Dschungel ....

 

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Dschungel

 

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...überall

 

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Strasse führt unter diesen riesigen Bambus durch

 

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Ein nachgebauter Turm im Nationalpark

 

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Blick vom Turm

 

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Ein Stausee in den Hügeln

 

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Interessante Landschaft

 

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Schulbusse, wie aus Amerikanischen Filmen

 

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Eine Haussiedlung wie im Disney-Land, an der Nordküste

 

 
1.3.15

Schon März, bald ist der Winter vorbei (in der Schweiz), hier ist es warm und düppig. Der Wind ist recht stark und vor allem böig. Die Nacht war sehr bewegt und es schaukelte heftig, obwohl ich hier auf der leeseite des Hügels bin. Draussen regnet es bereits wieder. Ich nutze eine kurze Aufhellung aus, und segle auf die andere Seite der Bucht, direkt vor der Dingi-Dock-Bar. In dieser Bar gibt es gute Wifi-Verbindung und ich kann wieder einmal mit meinem Frauchen schwatzen.

 

2.3.15

Ich will das gute Wifi-Netz brauchen und rufe Philippe per Skype an. Ich habe Glück, es ist bei ihm 1400 und er hat einen Moment für mich Zeit. Wir klinken uns mit dem Teamviewer ein, so dass er bei mir auf dem PC die Homepage neu einrichten kann. Ruck-zuck ist es geschehen und die Seite steht wieder, ist aber noch leer. Den restlicheen Tag bin ich dran, die einzelnen Files hochzuladen. Das geht einigermassen, bis Mittags, dann ist das Wifi überfordert und ich bekomme keine brauchbare Verbindung mehr mit dem Server. Schliesslich gebe ich es auf. Morgen früh, mach ich weiter. Im Moment schüttet es wieder wie aus Kübeln, ich muss warten mit dem Übersetzen zur SAMANTHA, wenn ich nicht patsch nass werden will. Nun.. schnell ab und zum Boot.

 

3.3.15

Es ist noch kaum 0800, als ich bereits in der Bar hocke, was sonst nicht so ganz meine Art ist. Die Netzverbindung ist super und ich lade alles hoch, bis auf die Fotoreiseberichte, die sind zu gross, da brauche ich einen festen Anschluss. Mittags bin ich fertig und auch das Wifi fängt wieder an zu streiken. Zurück zum Boot, Anker hoch und um das Kap in eine Ankerbucht, die mir Isabelle angegeben hatte. Hier kann ich wieder einmal bei 7 m Wassertiefe den Grund sehen, was schon lange nicht mehr der Fall war. Mit Flossen und Schnorchel ausgerüstet paddle ich dem Riff entlang. Es ist recht schön und hat auch einige Fische denen man guten Tag sagen kann.

Während dem Baden, arbeitet die Waschmaschine und ich denke dass es heute, weil es wieder einmal etwas schöneres Wetter hat, auch gut trocknen wird.

Beim Skypen heute früh, hat mir Rita mitgeteilt, dass sie es von Nöten sieht, dass ich für einen Sprung nach Hause käme, um einige geschäftliche Dinger zu erledigen, bei denen Sie keine Ahnung hat und Gabi, die Sekretärin uns in 6 Wochen verlässt. Ich überlege.

 

4.3.15

In der Bucht, an der ich am Anker hing, war es die ganze Nacht eine einzige Berg-und Talfahrt. Gut dass ich alleine bin und es mir nichts ausmacht. Ich schlafe trotzdem gut, obwohl der Wind wie verrückt um die Wanten heult. Ich hange ja an einer Boye, und das ist beruhigend. Trotzdem lege ich gleich in der Früh ab mit Ziel Puerto Rico. Der achterliche Wind blässt mit 15-18 KN und ich lasse mich nur von der Genua vor dem Wind herschieben. Die SAMANTHA läuft, es ist eine wahre Freude. Dass es ziemlich hohe Wellen hat stört uns nicht.

Gigel-Gagel-und nach 4 Stunden fahre ich in die Marina del Rey ein und werde von den Marineros an einen Platz dirigiert. Einer der Marineros meint dann, dass ich bei diesem starken Wind , sehr souverän eingefahren sei, und das noch alleine an Bord. Er sehe da viel anderes, selbst bei schwächeren Winden. Meine Brust wölbt sich natürlich etwas mehr nach aussen.

Im Marina-Büro gehe ich mich anmelden und werde per Tel. mit der Einklarierungsbehörde verbunden. Um 1500 soll ich ins Büro kommen, dann würden die Herren von der Behörde zum Einklarieren hierher kommen. Die Kosten seien 19 US$. UM 1500 ist keiner da. Ich schlendere durch die Werft und treffe Erick an. Er hat eine Bude, die mein Unterwasserschiff neu machen kann. Er macht mir ein Angebot. Kompletes reinigen und schleifen des Rumpfes bis auf die Basis. 2 Epoxy-Anstriche und 3 Antifouling-Anstriche. Das ganze für 6000 US$. Dann verhandeln wir und er macht dann auch noch die Reinigung der Schale, Waxen und Polieren, im Preis inbegriffen. Ich schlage ein.

Auf der SAMANTHA zurück warte ich noch immer auf die Behörde. Um 1700 kommen sie dann endlich. (Wir sind in Puerto Rico !!!!!). Die 19 US$ würden nicht stimmen, es seien 37. Der der das am Tel gesagt hätte sei noch am lernen. Schön...., dafür bekomme ich aber kostenlos auch noch die Cruising-Licence, die sonst 25 US$ kostet. Die Rechnung geht wieder auf. Danach bekomme ich noch Besuch von Will, einem Amerikaner, der 3 Schiffe neben mir auch mit einer Amel liegt. Ob ich Mal schauen könne, er kann nicht kochen, weil er nicht weiss wo der zentrale Gasabstellhahn sei. Er hat das Boot occasion, vor 4 Wochen gekauft. Ich gehe rüber, und nach 10 Minuten jauchtzt die Frau, denn auf dem Gasherd brennen wunderschöne Flämmchen. Der Zentrale Gasschalter bei ihm, ist in der Küche und Französisch beschriftet. "O" steht nicht für Null, sondern für "ouvert". und das "F" für "fermé". So einfach ist es. Gut ein wenig musste ich noch den einen Brenner entschlacken, aber das war wohl keine Hexerei. Mann muss halt dei Sprachen können. Nebenbei bemerke ich auch, dass seine Ankerwinch nicht richtig funktioniert. Er muss unbedingt die Schaltknöpfe auswechseln, denn diese machen einenKurzschluss und die Ankerwinsch ist unkontrollierbar. (Kenne ich aus der Vergangenheit )

Abends kann ich nicht schlafen. Es ist Vollmond und stark windig. Die kleinen Wellen klatschen gegen das Bootsende unter meinem Bett. Ich ziehe um und versuche es in der Vorderkabine. Hier ist es ruhiger, aber ungewohnt und schmal. Ich setze mich in den Salon und befördere mit gutem Wifi-Empfang einige verbleibende Files ins Internet.

 

5.3.15

Als erstes will ich die SAMANTHA am Platz drehen, so dass der Bug im Wind steht. Ich rufe die Marineros. Sie sollen mir helfen, denn es windet recht stark. Das Manöver gelingt 1A und auch diese Marineros erteilen höchste Komplimente. Amis sind doch manschmal recht nett.

Dann kommt Will vorbei mit der Frage, ob ich wisse wo er diese Ankerwinchschalter finden könnte. Ich biete ihm an, 2 von meinen abzutreten , denn ich hatte in der Schweiz einmal ganz günstig eine ganze Serie davon gekauft. Er zahle jeden Preis. Danke, Will, wenn Du mich dafür morgen zum Gashändler karrst, ist es OK. Also Morgen um 0800.

Den restlichen Tag verbringe ich mit diesem und jenem. 1000 Kleinigkeiten die ich nun erledigen kann. Den Flug habe ich gebucht und werde am Samstag in einer Woche über Frankfurt nach ZH fliegen und Rita an die Hand gehen um die verschiedenen Probleme zu lösen, die Ihr so Kopfzerbrechen machen.

 

6.3.15

Will kommt um 0800. Wir fahren in die nahe gelegene Ortschaft. Zuerst zum Gashändler. Hier wird die Flasche gefüllt und das Adapterteil auf Dichtigkeit geprüft. Phuuu... es rinnt. Deshalb war meine Flasche nach 2 Tagen leer. Der Gashändler verkauft mir dann auch noch eine brandneue Stahl-Gasflasche für sage und schreibe 45 US$. Ich erinnere, dass ich für die Aluminiumflasche 250 US$ bezahlen musste.Und weil er nett ist, dichtet er auch noch das Adapterteil. Danke, das ist doch beruhigend, eine dichte Gasleitung zu haben.

Ein kurzer Stop noch bei Westmarine, dem Schiffsbedarf-Laden und zurück gehts zum Boot. Ein Spezialist, der meine Feuerlöscher prüft finde ich auch noch und wenn ich schon dran bin, alles zu prüfen zieh ich auch am Testhebel von meinem Epirb-Notsender. Nun, nachdem ich den Test gemacht habe, merke ich, dass die Boye aktiviert wurde. Hopla... nun, was tun, bevor wegen mir eine internationale Rettungsaktion ausgelöst wird ? Ich rufe bei SARS in Bremen an. Dies ist die Internationale Koordinationsstelle für Seenotfälle. Ich melde dass es ein Fehlalarm gegeben hat. Man bedankt sich dafür dass ich angerufen habe. Um den Sender auszuschalten gibt es nichts. Ich schraube das Gerät auseinander und trenne die Batterien ab. Jetzt hat's aufgegört.

Nach kurzer Zeit kommt ein Marinero und sagt, dass von meinem Boot aus ein Notruf abgegangen sei und ich solle die US-Küstenwache anrufen. Ich erledige das auch und bekomme die Bestätigung dass alles OK sei. Als drittes meldet sich Rita per SMS, ich müsse dringend zurückrufen. Auch das mache ich. Sie hat einen Anruf vom zürcherischen Rettungsdienst bekommen, die wissen wollten wo ich sei und ob sie etwas wisse. Sie beruhigt den Mann und sagt, dass ich in einer Marina liege. Wir klären das, und Rita ruft den Herrn zurück. Dann gehts weiter, ich bekomme einen Anruf und ein SMS, dass ich mich in ZH bei dem Rettungsdienst melden soll. Auch das mache ich und beruhige die. Alles ist OK. Die SARS in Bremen weiss bescheid. Die US-Küstenwache weiss bescheid und nun wisst auch Ihr Bescheid.

Und ich ?... Ich weiss nun Bescheid , dass meine Notrufboye und das System funktionniert, wenn es mal notwendig wäre (Gott bewahre), den Notsender zu gebrauchen.

Zum Nachtessen mache ich eine Lasagna, habe aber sobald sie fertig ist keinen Hunger mehr. Also werde ich die nächsten Tage wohl Lasagna essen, bis ich Italienisch fliessend spreche.

 

7.3.15

Diese Nacht habe ich super gut geschlafen, warum weiss ich auch nicht aber erst in der Früh erwache ich zum erstenmal. Es ist lange her, dass ich eine ganze Nacht durchgeschlafen habe. Schön und das tut gut.

Weil ich so brav geschlafen habe bekomme ich zum Frühstück heute eine extra Portion Speck zum Spiegelei. Mmhhh...

Voller Tatendrang gehe ich die Arbeiten an. Ich habe eine Todo-Liste erstellt. Als erstes will ich nun das Fahrrad flicken. Ein Kranz bei den Pedalen aus Plastik ist gebrochen und somit kann ich nicht mehr in die kleinen Gänge schalten ohne dass sie Kette aushängt. Auf einem Stück Aluminium habe ich die Form aufgezeichnet und nun muss ich sie aussägen. Bewaffnet mit der Stichsäge hocke ich auf dem Steg und fange an. Kaum die ersten Zentimeter geschnitten, muss ich das Blatt auswechseln. Das wäre einfach, aber nun will die Halteschraube nicht mehr. Sie hat den ewigen Umgang. So muss ich nun zuerst die Stichsäge flicken. Nach einer halben Stunde tut sie wieder. Als das Teil aus dem Alublech vor mir liegt, finde ich, dass ich es etwas schleifen müsste. Dazu gibt es ja einen Winkelschleifer. Nach ca 1 Minute gibt auch der den Geist auf. Heute ist wirklich der Wurm drin. Als die Maschine auseinandergeschraubt ist, sehe ich dass die Kohlen blockiert sind. Eine kleine Sache, und nach 10 Minuten tut auch der Winkelschleifer wieder. auf dem Boot hat man ja viele Ersatzteile, Schrauben und sonstiges. Natürlich fehlen genau die Art Schrauben die ich nun bräuchte. Mit Hilfe der Eisensäge werden Schrauben so zugeschnitten, dass sie passen.

Als Nächstes werden am Unterleakstrecker-Motor die Schraubenlöcher nachgebohrt und neue Gewinde geschnitten. Die alten Gewinde sind nämlich ausgeleiert. Dann kommt der Generator dran. Hier muss ich den Impeller anschauen. Oh... da fehlen ja einige Lamellen. Ein Austausch ist notwendig. Kein Problem, habe ich schon x-Mal gemacht.

Aber, wie es so ist. Erstens krieg ich den Impeller kaum raus. Nachdem ich einige Teile abmontiert habe um besser dran zu kommen, klappt es dann. Neuer Impeller einsetzen und nun den Grobfilter prüfen, denn dort müssten die abgfressenen Lamellen gestaut sein. Um an den Grobfilter zu kommen, muss der Ölfilter abmontiert werden. Kein Problem, nur eine grosse Sauerei. Nun, alles fertig, Impeller montiert, alle Teile wieder an ihrem Platz, Ölfilter wieder fest, nun ausprobieren. Schei..... der Deckel vom Grobfilter pisst wie eine Kuh auf der Alp. Das Ganze nochmals von vorne. Dann mit Silikon eine Dichtung machen und alles wieder hinschrauben. Gut, jetzt scheint es dicht zu sein. Der Probelauf ist zufriedenstellend, würde ein Beamter melden.

Zu aller letzt, muss ich das halbe Schiff, und besonders das Cockpitt sauber machen. Überall spuren mit Öl und Schmiere. Dann gehts ab unter die Dusche. Ich stinke wohl wie ein Ferkel. Heute war es zwar nicht schön, aber sehr schwühl und das hat meinen Schweissdrüsen den Befehl erteilt, volle Kanne zu spritzen.

Nebenbei, heute nach dem Frühstück habe ich eine Wäsche obgetan, aber, die Waschmaschine stellte nach 10 Sekunden ab. Erneuter Versuch. Wieder nichts. Dann, die Erleuchtung ! Die Amis bieten hier zwar 230V Strom an, aber mit 60, statt 50 Herz, und das mag meine Waschmaschine nicht. Der Generator hilft dann aus und gibt der Waschmaschine die 230v und 50 Hz. Gut dass die Kaffeemaschine nicht so heikel ist. Sie mahlt einfach etwas schneller ! Ja, ja, im Amiland zu segeln, hat so seine Gesetze, die man lernen muss. Langsam aber sicher kriege ich alles auf die Reihe.

 

8.3.15

Sonntag= Putztag.

 

9.3.15

Wieder wird so allerlei am Boot gebastelt. Besonders dran ist heute die Schale. Einige Macken im Gel-Coat werden ausgebessert, d.h. erst einmal gefüllt, dann muss es erst trocknen, bis ich weiterarbeiten kann.

Am Abend schaue ich noch einen James-Bond an um die Zeit totzuschlagen.

 

10.3.15

Bei der Büroöffnung um 0800 stehe ich beim Autovermieter. Für heute ist eine Tour über die Insel geplant. Nach dem ich sicher 20 Unterschriften auf vielen Papieren hingekrizelt habe, bekomme ich den Schlüssel. Bewaffnet mit Karte und Photoapparat geht die Reise los. Erstes Ziel ist der Junque Nationalpark mit seinem Regenwald.

Es ist ein gewöhnen, hier mit der Karte herumzufahren. Wenn man das System erst geschnallt hat geht das relatif einfach. Jede Strasse und grössere Kreuzung hat eine Nummer. Man muss nur zusehen, dass man die richtige Nummer auf der Karte findet und diese dann auch an der Strasse angeschrieben ist, dann .....ohne Problem. Fehlt die Nummer an der Stasse, was oft der Fall ist, dann fährt man nach der Sonne, bis man wieder eine bekannte Nummer findet. Ist doch wie beim Lotto-Spielen am Turnerabend im Rössli.

Ich finde nach 2 Anläufen den Regenwald-Park. Es ist schon recht interessant, wie die Natur einen Kampf der Planzen zeigt. Zum Teil ist es unter den Planzen so dunkel dass ich das Licht einschalten muss.

Hunderte von Bussen mit Touristen kurven hier herum und speihen Japsen, Chinesen und Amis aus, die sich an den markannten Punkten, wie Alter Turm, Wasserfälle etc. gegenseitig fotografieren sollen.

Dann, nach diesem Park, nehme ich die südliche Route. Es nennt sich zwar High-Way (übersetzt Autobahn ) ist aber grösstenteils eine einfache, doppel, drei- oder vierfach Spuhr-Strasse, ohne mittlere Abtrennung. Zudem hat es Schlaglöcher, die, wenn man sie nicht rechzeitig sieht und ausweicht, dem Auto fast die Federn sprengen.

Die Ortschaften an denen ich vorbeikomme, sind meistens einfach eine Ansammlung von einstöckigen Häusern, vollständig mit Reklamen überklebt. Reklamen hat es überall und in solchen Mengen, dass man vor lauter Reklamen, die Reklamen nicht mehr sieht oder überhaupt erfassen kann. Schäusslich. Hin und wieder sieht man an grösseren Orten auch einige wenige höhere Häuser, 6-8 Stockwerke. Was mich schockiert hat, ist die Tatsache, dass praktisch alle Häuser und Geschäfte komplett eingegittert sind. Entweder sperren die Leute sich ein, oder andere aus. Viel Häuser sehen dadurch aus wie Gefängnisse. Bei hohen Häusern sind zum Teil auch die Balkone, bis oben hin genau so vergittert. Muss ein tolles Lebensgefühl sein, auf dem Balkon die Sonne und den Grill zu geniessen, und das hinter Gitter. Den Gittern zum Trotz, fühle ich mich hier wohl. Man sieht auch kaum einen Polizisten, oder Militär oder sonst so was, was für Ruhe und Ordnung sorgen sollte. Einen einzigen Polizisten habe ich an einer Kreuzung gesehen, auf einem Motorrad auf das sogar unser Tom Lüthi neidisch gewesen wäre... ein Schlitten... nicht zu vergleichen mit den gemütlichen Harleys aus den Filmen.

Was weiter auffallend ist, je näher man an einer Aglomeration ist, um so dichter sind die Autohäuser und die dazugehörigen Garagen, Reifenbuden und Ersatzteilgeschäfte. Ich bekomme den Eindruck, dass für jeden Poertorikaner ein Auto irgendwo angeboten wird. Die Häuser, in denen nicht Autos feilgehalten werden, sind Fast-Food-Läden. MC Donnalds, KFC, Wendy's, Burger King, Church's und wie sie alle heissen, stehen zT in Reih und Glied und das alle paar hundert Meter. Ich glaube ich habe nur wenige Strecken von mehr als 1 Km abgefahren wo kein Fast-Food oder Grill oder BBQ, Laden stand. Kein Wunder sind die hier alle so Massig, dass man sie mit Seeelefanten vergleichen könnte.

Gut ist, dass fast alle neben dem Spanisch auch Englisch können. Ein Englisch, das man versteht, nicht wie in den BVI's.

Dann, traurig ist, dass viele, sehr viele Geschäfte geschlossen sind, viele Häuser aufgegeben und nur noch Skelette stehen und überall das Schild "zu Verkaufen" hängt. Scheinbar trügt der Schein, den man in der Marina, die Grösste in der Karibik, mit über 1000 Plätzen, und fast alle belegt, bekommen könnte.

Eine Strasse befahre ich, an der ungefähr in 40 bis 50 Häuser, eins neben dem andern, von Doktoren (Mediziner) jeder Art belegt sind und jeder macht Reklame für seine Dienste.

Im Landesinnern gibt es Gegenden, die vom Dschungel verschont geblieben, oder gerohdet wurden. Hier sind Farmen mit Rindern angesiedlet. Tausende von Rindern, fressen das fette Grün von den Weiden. Dann profitierten wieder andere von dem tropischen Klima und haben weitläufige Bananenplantagen angelegt.

An der Nordküste gibt es einige schöne Strände, wild und wellig. Hier wurde versucht, etwas Urlaubsstimmung zu kreeieren, aber da die Natur auch hier unerbärmlich ist und alles, was nicht ständig geputzt und gepflegt wird, aufrisst und überwuchert, ist der Versuch kläglich gescheitert. Keinen Tag möchte ich dort Urlaub machen.

Im Grossen und Ganzen, kann ich den Schluss ziehen, dass diese Insel ein sehr Südamerikanisches Bild vermittelt. Die Leute sind nett, dick, halbschwarz und sehr zuvorkommend.

Es ist bereits dunkel als ich zum Boot zurückkehre, trotzdem mache ich mir noch Tagliatelli con frutti di mare.

 

11.3.15

Geplant für heute war, die Schale vom Boot fertig zu machen, aber der Petrus, der hier auch das Sagen übers Wetter hat, macht mit dauerndem Regen vorerst einen Strich durch die Rechnung.

Ich hocke ins Café und internetle erst einmal, was das Netz hergibt.

 

12.3.15

Schon in derr Früh blinzelt die Sonne durch die Luke und ruft "Rudy hopla, raus es ist schön draussen" . Tatsächlich, seit langem wieder einmal richtig schönes Wetter ! Heute kann ich alle Arbeiten draussen erledigen. Schale flicken, Deck sauber machen etc. Es ist richtig heiss, 34,5°C im Schatten !

Zum Abendessen mache ich die Meeresfrüchte, die ich noch im Tiefkühler habe und dazu ein Rotbarschfilet, das auch noch einsam in der Kälte liegt. Ich habe gedacht, dass die Meeresfrüchte, wenn ich sie panniere und in der Pfanne in Butter brate, etwas weicher würden, als letztesmal mit den Teigwaren. Aber weit gefehlt, es war wieder als würde ich Stücke eines Fahrradreifens kauen, nur dass der Geschmack unterschiedlich ist. Dafür gibt der Fisch wieder alles, was man geniessen kann. Zur Sicherheit schütte ich nach dem Essen noch einen tüchtigen Schluck Fernet hinterher, der soll helfen zu verdauen.

 

13.3.15

Mein letzter Tag vor der Abreise. Eigentlich bin ich schon bereit, alles ist soweit erledigt. Trotzdem mache ich mich in der Küche breit und putze was das Zeug hergibt. Komisch... neben der Kaffeemaschiene windet sich ein Würmchen, ein so weisses mit einem schwarzen Punkt und etwa 1 cm lang. Woher kommt denn dieser Mitbewohner ?

Ich suche alles ab, finde niergens solches Viehyeug, bis ich die Kaffeemaschine hochhebe. Da hat sich eine ganye Familie einegnistet.

Nun kommt die Kaffeemaschine dran, die wird in alle Einyelteile yerlegt, gewaschen, geputzt und wieder zusammengebaut. Hier ist kein Platz für ungebetene Mitbewohner. Ich getraue mir nicht vorzustellen, wie sich die wohl gefühlt hätten in dieser Wärme, 4 Wochen lang ungestöhrt !

Heute gehe ich keinen Schritt "vors Haus" denn es regnet und nieselt den ganzen Tag wieder. Ist das karibisches Wetter ?

Ich hoffe dass es wieder schön und warm ist, wenn ich zurückkomme. Für Morgen um 1300 habe ich das Taxi bestellt. ich muss morgen noch die Motoren und Leitungen mit Süsswasser spülen, Bilge auspumpen und in den Wassertank Chemie reinschütten, damit das Wasser bei dieser Wärme nicht kippt. Der Wassertank ist bei der Amel ja im Kiel und dort drum herum ist das Meer ca 27°C warm, da könnte das stehende Wasser im Tank schon kippen, wenn man nichts macht.

Nun, ich freue mich auf die morgige Reise. Es sind dann 1 Jahr, 2 Monate und 2  Wochen her, seit ich von zu Hause abgereist bin.

Ich bin mal auf Frauchen, die Söhne und deren Familien und Freunde gespannt, die ich nun schon lange nicht mehr gesehen habe.

Spannend ist es schon.

Am 11.April fliege ich zurück, dann schreibe ich dann auch wieder, was es neues gibt.

Geplant ist, das Schiff am 13.4.15 aus dem Wasser zu heben, das Unterwasserschiff neu zu machen und die Schale zu putzen. Mit einem hiesigen Unternehmer hab ich das alles ausgemacht, ob es dann auch wirklich klappt ?