REISEBERICHT - Januar 2015

1.1.15

Happy New Year.

Das hört man heute überall. Die Leute hier in der Karibik sind ja bekannt für ihre Freundlichkeit und Fröhlichkeit.

Als erstes in diesem Jahr muss ich das Dingi flicken. Die Klebestelle muss 24 Stunden trocknen, bevor ich es wieder aufblasen kann. Für mich heisst das, dass ich das kleine Dingi aus der Kiste holen und aufblasen muss, sonst müssten wir 24 Stunden an Bord bleiben oder an Land schwimmen.

Nach getaner Arbeit segeln wir die 7 SM bis nach Portsmuoth. Hier angekommen, nach nur 2 Stunden, versuche ich den Anker zu setzen. Nach dem ersten Mal, verkatte ich einen 2.Anker in der Hoffnung, damit Halt zu bekommen. Auch der 2 und 3 Versuch scheitern. Ich ziehe ganze Büschel Seegras hoch und das heisst, mein Bügelanker hält hier nicht.

Schliesslich "kaufen" wir uns an einer Boye ein. 10 UD$ kostet das, ist aber besser als ein unsicherer Anker. Gegen Abend fängt es an fürchterlich zu strürmen und zu regnen. Ich danke Rita, dass sie insistiert hat, eine Boye zu nehmen, ansonst hätte ich keine ruhige Minute bei diesen Böen.

Auch die Nacht ist sehr stürmisch, trotzdem ist die erste Nacht im neuen Jahr angenehm, denn es schaukelt kaum und das gefällt meiner Rita und somit ist sie auch gut drauf.

 

2.1.15

In der Früh wird unsere SAMANTHA so richtig gewaschen, wie in einer Autowaschanlage. Danach wird das grosse Dingi aufgeblasen und das kleine Dingi wieder in die Kiste verräumt.

All das ist keine besondere Anstrengung, aber ich bin patsch nass, denn draussen ist es sehr schwühl und feucht.

Wir fahren in die "Stadt". Hier finden wir ein richtig typisches Karibisches Dorf. Allerdings bekommt man das Gefühl, dass hier die Armut ziemlich allgegenwärtig ist. Wir kaufen ein paar Früchte und etwas Gemüse bei den lokalen Marktfrauen am Strassenrand, spazieren einmal das Dorf nach links und einmal nach rechts ab. Das war es dann. Zurück auf der SAMANTHA bäckt Rita einen Kuchen mit Annanas etc.

Der Wind mit starken Böen ist nach wie vor präsent. Morgen ziehen wir dann weiter zu den nächsten Inseln.

 

3.1.15

Les Saintes ist eine Inselgruppe, Guadeloupe vorgelagert und nur ca 15 SM vom jetzigen Liegeplatz entfernt. Kaum aus der Bucht und aus der Landabdeckung erwischt uns der Wind mit 18-25 Knoten. Das wäre ja OK, vor allem, da er querab blässt und somit die Samantha auf volle Touren kommt. Aber.... die Wellen sind heftig. Richtiges Atlantik-Segeln zwischen den Inseln, und das gefällt Rita gar nicht. Sie schiebt sich Pillen gegen die Seekrankhiet ein und legt sich unten aufs Bett. Da es draussen so richtig spritzt, müssen die Lucken zu bleiben und die Luft wird innen stickig. Das ist nicht gut und fördert das Unwohlsein. Ich reduziere die Segel soweit wie möglich um etwas ruhiger zu laufen, aber die SAMANTHA braucht so auch mehr Zeit bis zum Ziel. Rita legt sich dann doch oben auf die Bank und hält die 2 1/2 Stunden Überfahrt tapfer durch. In der Bucht von Le Bourg fangen wir eine Boye, merkan aber bald dass es hier sehr unruhig ist. Am anderen Ende des Boyenfeldes mache ich eine freie Boye aus, die in etwas ruhigerem Wasser zu liegen scheint. Wir verlegen uns und in der Tat, es ist etwas ruhiger. Zum ersten Mal lasse ich die SAMANTHA lediglich am Tau mit dem Boyenhaken hängen.

Ich bin gerade damit beschäftigt, unten in meiner Koje Ordnung zu machen und das Bett neu zu beziehen, als mich Rita mit eindringlicher Stimme nach oben ruft. Hopela... Wir liegen fast am Ufer zwischen den kleinen Fischerböötchen, und ziemlich weit weg von unserer Boye. Der Haken hat sich ausgehängt und die SAMANTHA hat sich selbständig gemacht !

Rückwärts und mit Hilfe des Bugstrahlruders kann ich die SAMANTHA wieder zurück an die Boye bringen. Diesmal wird sie mit einer separaten Leine festgebunden. Die Leine mit dem Haken darf man wirklich nur gerade zum Boyenfangen benutzen, danach muss mit einer richtigen Leine angebunden werden. Man lernt immer wieder etwas dazu !

Nachmittags spazieren wir ins Dörfchen. Es hat eine Einkaufsstrasse mit vielen Boutiquen, eine Freude für Rita. Ich schlendere halt mit, wie das ein guter Ehemann eben tun muss. Dann aber finden wir einen kleinen Laden mit schönen Sachen und Rita kommt in Fahrt. Vergessen ist die Überfahrt ob den schönen Kleidern die sie sich hier günstig erstehen kann.

Der Tag ist gerettet ! Am Abend gewinnt sie dann auch noch beim Phase 10 Spiel, danach ist die Welt endgültig im Lot.

Da heute der 3 Januar ist, stossen wir mit einem speziell gut gepunchten Drink an, denn es ist heute genau ein Jahr her, seit Rita und Brigitte mich nach Genua gefahren haben, wo ich meine Reise begonnen habe.

Allerdings bin ich ja in PORTO CORALLO noch bis zum 28. Februar gelegen, bevor die SAMANTHA in See stechen konnte. Seit diesem Tag sind ziemlich genau 11'000 SM (20'000 KM) Seegrund unter der Samantha durchgeflossen.

 

4.1.15

Vor dem Frühstück schaue ich aufs offene Meer in Richtung Guadeloupe. Das Meer ist sehr aufgewühlt. Ich will es nicht riskieren, mir Rita die 10 SM heute zu bewältigen.
Wir mieten uns einen Scooter, der allerdings mit unseren Kilos etwas Mühe hat den Berg hochzukommen, so dass Rita hin und wieder absteigen muss. (Es sind ja ihre Kilos die zu viel sind). Nach 3 Stunden haben wir die ganze Insel gesehen. Es gibt einige nette Strände, aber überall viel Wind. Mittags setzten wir uns in ein Strandcafé, bestellen einen "Antillen-Salat " und ein Fischtartar. Die beiden Gerichte sind super, aber so gross, dass wir vermutlich auf's Abendessen verzichten müssen.

 

5.1.15

Es sind nicht viele Meilen bis nach der Hauptinsel Gadeloupe und unser Ziel, die Marina, Riviere Sens ist auch fast am Südwestlichen Eck der Insel. Auf Kanal 16 antwortet niemand am Funk. Die Marina ist in meinem Hafenbuch als meistens voll beschrieben. Plätze seien kaum zu bekommen. Dazu kommt dass die Marina sehr eng ist und ich somit keine Lust habe, einfach einzufahren und zu sehen. Wir legen die SAMANTHA vor dem Hafen an eine Boye und mit dem Dingi fahre ich ein und treffe den Hafenmeister am Quai. "Ja, es hat Platz, gleich neben einer anderen AMEL". Draussen wartet Rita gespannt auf meine Rückkehr und ist natürlich hell erfreut als ich die gute Nachricht bringe. Wir legen uns an den Steg. Es ist das erste Mal, dass ich in einer Marina eine Boye am Bug aufnehmen und mit Heckleinen am Steg festmachen muss. Rita fängt die Boye und ich versuche die SAMANTHA möglichst genau an den Steg zu manöverieren. Es klappt ! Mit einem gut gestampften Cola-Ruhm, wird diese Aktion dann begossen.

Nachmittags haben wir Zeit und marschieren in die etwa 2Km entfernte Stadt Basse Terre. Den Richtigen Weg haben wir nicht gefunden, denn plötzlich wanderten wir auf der Autobahn. Nach kurzer Strecke aber sahen wir dass es eine schön angelegte Promrnade gibt, die wir leider verpasst haben. Macht nichts, wir kommen schliesslich in der Stadt an, kaufen ein und wandern zurück. Wir sind zu spät dran, alle kleinen Shops sind bereits geschlossen.

 

6.1.15

Eigentlich wäre heute 3-Königstag, aber wir verspüren nichts davon. Der König auf dem Schiff bin noch immer ich und Rita ist meie Königin. Wir profitieren davon, Strom und Wasser am Quai zu haben und waschen was das Zeug hält. Rita macht 3 Maschinen, dann gibt es nichts mehr, was eine Wäsche notwendig hat. Das Wetter spielt heute verrückt. Sonne und Regen wechseln sich im 5-Minuten-Takt ab. Nachmittags gibt es einen Slot ohne Regen, so dass wir wieder in die Stadt trotten. Genauer gesagt, ich trotte und Rita fährt mit dem Fahrrad nebenher. Die Läden, die gestern alle zu waren, haben hinter den Rolladen alle das gleiche versteckt gehabt, nämlich Klamotten.

Im Supermarkt kaufen wir dann zum Trost noch 12 Liter Wein ein, denn der ist hier besonders günstig. Wein und Rita zusammen drücken das Hinterrad dann ganz schön in die Federn, aber wenigstens muss ich nicht wie ein bepackter Esel zurückmarschieren.

Der restliche Tag, bis abends 2000 profitieren wir vom Internet und laden alles hoch und runter, was in den letzten Tagen nicht geschehen konnte.

 

7.1.15

Wir gehen es ruhig an, füllen noch den Tank und ich mache noch einige kleine Reparaturen, weil ich Strom habe um die Maschinen laufen zu lassen. Das Boot waschen müssen wir nicht, das wurde seit gestern x-Mal heftig abgespült.

Mittags kommt der Hafenmeister und meint, wir müssten nochmals einen Tag bezahlen, wenn wir länger bleiben würden. Nun ist es Zeit loszulegen. Nur 2 Stunden und wir sind bereits wieder an einer Boye in der nächsten Bucht. Ein Versuch, einen kleinen Ausflug zu machen und ein Bierchen zu zwitschern, misslingt. Hier gibt es gar nichts, ausser schöner Natur.

 

8.1.15

Rita ist nicht gut gelaunt. Scheinbar hätte es ziemlich geschschaukelt die ganze Nacht. Da uns hier sowieso nichts hält, legen wir gleich nach dem Frühstück ab und motoren gemütlich zur nächsten Bucht. Es ist sehr ruhig und kaum Wind.

In Deshaies, eine Bucht mit gutem Namen, finden wir eine Boye. Diesmal klappt es mit "Boyefangen" auf anhieb und wir sind stolz, dass wir nicht mehr zur Belustigung aller Mitsegler eine Hafenkino-Einlage präsentieren.

Ich gehe im Pelican einklarieren, das erste Mal wieder seit Saint Lucia. Das klappt auch gut, an einem PC bei einer sehr netten Dame in einem Eck ihres Shops. Rita spricht wieder einmal Leute an, die ebenfalls beim Einklarieren sind, mit Schweizer Pässen. Ein Wort gibt das andere und so verabreden wir uns für Morgen zum Apero bei uns und zum Nachtessen im Savanna danach.

Rita und ich haben heute keine Lust zum Kochen und gehen in der Pizzeria essen. Es ist sehr gut, was wir aufgetischt bekommen, nur das Bier, das ich zum Essen bestellt hatte, konnte ich dann als Dessert geniessen, obwohl ich die Serviererin 3 x darauf aufmerksam gemacht hatte. Mir war es schon ganz peinlich, denn alle rundum amüsierten sich köstlich.

 

9.1.15

Auto mieten. Fahrt zum Bottanischen Garten. Ein Spaziergang durch diesen ist ein besonderes Erlebnis. Es ist einfach nicht zum glauben, was da alles wächst. Hier könnte man vermutlich einen Apfelkern ausspucken und am nächsten Tag würde ein Apfelbaum wachsen.

Weiter geht die Fahrt durch den Nationalpark bis nach Pointe de Pitre. wir schlendern in der Stadt umher, zwischen all den vielen Touristen die von 2 riesigen Kreuzfahrtschiffen an Land gespuckt wurden. (Wieder ist die COSTA FORTUNA dabei).

Die Ostküste und der östliche Teil der Insel sind komplett anders gestaltet. Kaum etwas vom Karibischen Flair ist zu spüren und zu sehen, ausser hin und wieder eine Palme. Das Industriegebiet und die Wohnsiedlungen sind hoch modern und haben nichts mit den Bretterbuden gemeinsam.

Grosse Ebenen sind landwirtschaftlich genutzt und mit immensen Zuckerrohrfeldern bestückt.

Nach 200 Km Fahrt haben wir einen Eindruck von der Insel, geben das Auto zurück, bereiten uns vor für den Apero. Um 1900 Kommen Peter, Monika und Tochter Claudia zum Drink. Sie sind abwechselnd 6 Monate unterwegs, dann zu Hause und wieder auf Weltenbummel.

Im Savanna, einem Restaurant, das uns 2 Basler in Riviere Sens empfohlen haben gehen wir essen. Das Restaurant ist von einer Schweizerin aus Yverdon geführt. Das Essen ist super. Dieses Restaurant kann man wirklich weiter empfehlen.

 

10.1.15

Ein Faulenztag. Etwas baden, etwas shopen und einiges aufräumen. Apero bei Peter und Monika, danach macht Rita wunderbare exotische Hackfleischspiesse mit Avocadosalat und Minzsauce. Lecker....

 

11.1.15

Es windet ganz ordentlich und wir legen ab. Nach 5 Stunden Schaukelei mit achterlichem Wind und hohen Wellen mit denen die SAMANTHA ständig zwischen 7 und 8 KN fährt erreichen wir Antigua und fahren in den English-Harbour ein. Das Becken scheint uns recht versifft und zu eng um zu ankern. Wir fahren wieder weg und ankern schliesslich in der Nachbarsbucht. Falmouth Bay. Ruhig ist es hier nicht, aber wir müssen nun eine Nacht mindestens hier bleiben, denn zum Umverlegen ist es zu spät. Mit dem Dingi fahre ich zu den Marinas und frage nach Platz und Preis. Ich bin immer etwas skeptisch, wenn so viele Boote vor den Marinas am Anker hängen. In der Nelson-Dock-Marina im English-Harbour gibt man mir den Preis von 35 US$ an. Da werden wir uns morgen hinlegen.

 

12.1.15

Nach einer stürmischen Nacht mit unheimlich viel Regen fahren wir wieder in den English-Harbour und legen in der Marina an. Strom bekommen wir keinen, denn hier brauche ich einen speziellen Adapter und einen solchen haben sie keinen mehr.

Zuerst muss ich zur Immigration. Hier werde ich von einer ersten Dame abgefangen, denn ich müsse mich bei EC_Clear im PC registrieren. Als sie fast fertig ist und ich bis auf meine Kragenweite alles angegeben habe was man in einen PC eintippen kann, zeigt sie mir einen 20 US$ Schein der unter ihrem Key-Board liegt und meint, dass das ein Tip ist, den sie gerne haben möchte. Ich lache sie nur aus und frage, wo ich denn hier gelandet sei. Daraufhin macht sie schnell einen Rückzieher und erklärt, dass ich nichts bezahlen müsse, nur bei der Immigration.

Am nächsten Schalter werden Papiere ausgefüllt und gestempelt, mit denen muss ich dann an den nächsten Schalter und dort 16US$ pro Person bezahlen, dann zurück zum vorherigen Schalter, Pass stempeln und fertig ist die Prozedur nach ca 1/2 Stunde.

Mittags treffe ich einen Engländer, der an seinem Auto Reklame hat für Computertechnik. Ich frage ihn, ob er mir ev das Inmarsattelephon als Modem einrichten könnte. Natürlich.

Gegen Abend kommt er dann, versucht eine Stunde lang das Tel an den PC anzuschliessen. Schliesslich muss er aufgeben, es funktioniert nicht. Mit meinem PC ist irgend etwas nicht OK, das habe ich auch schon bei verschiedenen Programmen gemerkt. Wenn dann Philippe aufs Boot kommt, muss er das iO bringen. Ich kann das nicht.

 

13.1.15

Ich gehe ins Hafenbüro um zu zahlen. 90US$ möchte die Dame. Ich meine mich hätte ein Pferd getreten. Ich mach ihr klar, dass man mir 70Cts / Fuss angegeben hätte. OK, sorry (man kann es ja probieren), wenn das so ist, dann berechnen wir das so. Schliesslich kostet der Platz tatsächlich 37 Dollar, dazu kommt eine min Charge für Wasser von 20 Dollar , eine Umweltabgabe von 5 Dollar und noch eine Personengebühr so dass die Schlussumme etwas über 60 Dollar ist. So wird man hier richtig elegant abgezockt !

Nur 15 Semeilen bis Jolly Harbour.

Kaum aus dem Hafen, rattert meine Fischrute und ein schöner Marlin hängt dran.

In Jolly Harbour fahren wir in die Marina ein, werden freundlich empfangen und man hilft uns das Boot zu vertäuen. Das erste Mal, dass ich zwischen Pfosten liege.

Jolly Harbour ist eine Anlage wie Port Grimod an der Cote d'Azure. Kanäle und Häuser , je mit einem Bootsplatz. Ganz nett, aber viel gibt es nicht zu sehen. Gegen Abend spazieren wir in der Mole umher. Rita sieht einen Coiffeur-Salon, sticht direkt hinein und lässt sich die Haare schneiden. Es ist sehr lustig, denn die Coiffeuse ist gut drauf.

Nach einem sehr leckeren Fischtartar sitzen wir im Cockpitt und hören bis 2300 einer Live-Band zu, die im Café nebenan ein super-nonstop-Konzert gibt.

 

14.1.15

Es regenet und regnet. Dazwischen mal 5 Minuten Pause.

Gegen Mittag verlegen wir an die Petrol-Station wo ich auftanke. Der Liter kostet hier nur 1€. da muss man profitieren.

Nach einer Stunde fahren wir bereits in St.Johns Hafen ein. Versuchen in einer Bucht zu ankern, geben es aber bald auf.

Mit dem Dingi gehe ich auf Entdeckungsreise. James, ein richtiger Einheimischer mit nur noch 4 Zähnen aber anständigen Augen erklärt mir, dass ich mich hier vor den Kreuzfahrtschiffen an den Steg längs legen könne. Erstens verstehe ich den kaum, und ich kann es fast nicht glauben, was ich schliesslich dann doch verstehe. Wir binden das Boot nun an den Steg, sind somit direkt am Puls des Geschehens. Hier wandern alle Kreuzfahrttouristen an uns vorbei. X-Mal werden wir gefragt (meistens von Deutschen) ob wir den Rhein hinuntergefahren seien, denn die Schweizerflagge scheint zu iritieren.

Abends verschliessen wir die Lucken und machen die AC an, denn es melden sich einige Mücken zum Blutsaugen an. Weder Rita noch ich haben heute Sprechstunde und mit Brumm..Brumm.. wird das auch klar gemacht.

 

15.1.15

Bereits um 0600 ist draussen auf dem Steg ein Auflauf wie ein Wald voller Affen. Die "Boys" streiten sich um die Jobs bei der Ankunft der nächsten Schiffe. Um 0700 klopft so ein Knaker ans Boot und meint ich müsse weg, es würden 4 Schiffe kommen und der Platz würde für die Katamarane gebraucht, die die Leute an die verschiedenen Strände zum "Delieriumsaufen" bringen.

Im Kanal zum Hafen kann man bereits die 4 Mumienschlepper ausmachen, die wie Gänse schön in der Reihe einlaufen.

Um 0800 legt der erste Dampfer an und ab 0830 werden die Leute an Land gespuckt. Von den 4 Riesenkänen werden heute ungefähr 10'000 Leute an Land gebracht. Jeder kann sich ein Programm aussuchen und hunderte von Einheimischen warten auf die Beute wie Katzen vor den Mauselöchern. Wie die Leute an Land kommen !!! Es ist zum schreien, was man da so alles sieht ! Beruhigend ist, dass um 1800 alle wieder auf ihren Schiffen sein müssen und totale Ruhe einkehrt, bis morgen früh.

Rita und ich gehen zum Supermarkt um die Vorräte aufzustocken, dann spazieren wir durch die "Stadt", die aus mehrheitlich vergammelten Bretterbuden besteht. Die Einkaufsmeile (für Touristen) ist gut aufgepeppt mit zum Teil modernen Läden. Rita findet auch einige "Schnäppchen" die Duty-Free gekauft werden können. Kleider zu finden, die gefallen und die passen, das macht Frauen glücklich !

 

16.1.15

Die Sonne ist noch nicht aufgestanden, die Einheimischen aber schon. Das höhren wir. Kurzes Frühstück, während dem schon der erste Mumienschlepper anlegt, dann legen wir los. Etwa eine Stunde muss ich den "Kanal" raus motoren, um dann die Segel zu setzen. Es weht ein schöner Wind genau querab und die SAMANTHA läuft mit 7-8 Knoten der Insel Barbuda entgegen. Noch eine Stunde vor der Insel und ich kann immer noch kein Land sehen. Diese Insel ist max 46 m hoch und somit kaum sichtbar. Dann aber fahren wir unter Motor in die Bucht ein. Rita hält vorne Ausschau, denn es habe hier viele Korallenstöcke und das könnte unangenehm werden. Nach nur 3 Stunden haben wir heute das Tagesziel erreicht. Rita musste nicht allzulange leiden.

Ich will mein I-Pad mit den detaillierten Karten zu Hilfe nehmen, aber... das I-Pad streickt. Gestern noch waren wir am Abend im Internet-Café und haben wie wild gesurft und heute reagiert das verfluchte Teil überhaupt nicht. Ich muss mit den Navionics-Karten vom Plotter vorlieb nehmen. Das geht, ist aber nicht so genau wie die vom I-Pad. Ich fahre nur ganz ganz langsam in die Bucht und setze den Anker auf gleicher Distanz vom Strand, wie unser Nachbar.

Die Landschaft hier ist wunderschön. Palmen an weissem Strand, ein Vorgeschmack auf die Südsee. Mit dem Dingi fahren wir an einen ruhigen Ort und geniessen ein Bad in stahlklarem Wasser.

Zum Abendessen macht Rita ein Curry-Geschnetzeltes mit Reis.

Nach ein paar Runden Skippo, gehts ab in die Haya.

 

17.1.15

0630 und ich wache auf. Rita ist ebenfalls schon wach und am lesen. Die SAMANTHA wird vorbereitet und Rita macht das Frühstück. Es gibt heute "nur" Müesli, denn keiner von uns beiden hat grossen Hunger.

Anker hoch und Ausfahrt, weg von den Korallenstöcken. Eigentlich war geplant nach St Kitts zu fahren, aber der Wind hat gedreht und wir müssten gegen den Wind fahren. Ich entscheide, St Barth anzupeilen. Dahin fahren wir ca 60 SM am Wind. Viel hilft dieser mit 5 Knoten nicht und Herr YANMAR wird heute gefordert.

Da Motoren langweilig ist, hänge ich die Fischerleinen raus. Es dauert nichjt lange und der erste Biss ist da, aber der Fisch hängt nicht. Der 2.Biss kurz danach, aber auch kein Petri-Heil.

Der 3. Biss sitzt und ein etwa 40 cm langer Marlin hängt und wird eingeholt. Kurz danach noch einen 50 cm Bonito, das gibt schon einen gute Fischplatte heute abend.

Rita kann nicht zusehen, wenn ich einen Fisch reinhole. Sie legt sich in die Koje und bald schon schläft sie. Die Seekrankeitspillen machen müde.

Abends wird der 1.Fisch gegessen. Auf dem Grill im Backofen gemacht schmeckt er lecker.

 

18.1.15

Nach einerr Schaukelnacht motoren wir nach Sint Marteen.

In der ersten Bucht, bei Philipsburg fahren wir ein, setzten den Anker vor der Marina, die uns unser belgischer Bootsnachbar empfohlen hat. Kein Mensch. In der Nachbar-Marina kostet der Platz 85 US$, und das ohne Strom und ohne Wasser.

Wir fahren weiter bis zur Simpson-Brücke. Hier muss ich erst Einklarieren und die Passagegebühr von 82 US$ hinlegen, dann bekomme ich die Bewilligunmgt, in die Lagoone einzufahren, wenn um 1700 die Brücke aufgemacht wird.

Endlich in der Lagoone, suchen wir einen Ankerplatz mitten im "Kuchen", dabei fahre ich 2 mal auf, kann mich aber rückwärts wieder freischaufeln. Seit heute Morgen habe ich zwar wieder Karten, aber auf dem I-Phon und die sind ziemlich klein und die Untiefen sind nicht auszumachen. Nach einigen Runden setzen wir den Anker bei nur noch 60cm unter dem Kiel. Der Platz ist total ruhig und Rita ist wieder glücklich. Ouff...

 

19.1.15

Mitten in der Nacht bin ich aufgewacht weil ich starke Schmerzen im rechten Ellbogen fühle. Der Arm ist geschwollen und sehr heiss. Was zu Teufel ist denn das ? In den letzten Tagen verspürte ich zwar schon einen leichten Schmerz im Ellbogen wenn ich den berührte, aber dramatisch war das nicht. Und nun das.. Morgens wird gekühlt und Rita reibt Salbe ein und verbindet den Ellbogen. Ich liege als Patient an Deck und Rita putzt das Schiff innen. Alles sieht danach wie neu aus. Schön..

Nachmittags fahren wir mit dem Dingi auf die Französische Seite der Insel, finden einen Shop wo das I-Pad repariert werden kann. Danach etwas umherflanieren, Kaffee trinken, Internetlen und 20 Minuten Fahrt zurück zum Boot.

 

20.1.15

Rita entscheidet dass heute Waschtag ist, dann aber habe ich eine bessere Idee. Wir mieten ein Auto und besichtigen die Insel. Nach 4 Stunden sind wir schon wieder am Ausgangsort, haben die ganze Insel gesehen und in Philipsburg, der Holländischen Stadt, ein feines Mittagessen genossen. Nun beginnen wir die zweite Runde, aber nur bis zu dem Ort, wo wir einige grössere Supermärkte ausgemacht hatten. Das Angebot ist toll und wir füllen den Kofferraum mit allem was unsere Herzen begehren.

Um 1700 bringten wir das Auto zurück, laden alles ins Dingi. Ich frage noch nach, ob mein I-Pad fertig sei. Nein, morgen um 1300. Dann Fahren wir zum Boot zurück. Schwer beladen kommen wir nur langsam vorwärts und können die SAMANTHA nicht erreichen bevor es beginnt zu regnen. Patschnass und kurz vor Sonnenuntergang entladen wir "unseren Transporter".

 

21.1.15

Rita siegt heute und darf waschen. Drei Maschinen werden gefüllt und da es stark windet, trocknet alles, bevor die nächste Ladung zum hängen bereit ist.

Mit dem Dingi mache ich mich auf den Weg um das I-Pad abzuholen. Ich schaffe es gerade noch kurz vor die Tankstelle beim Dorf, als der Johnson anfängt zu spucken, da im Tank gähnende Leere herrscht. Mit reduzierter Geschwindigkeit schleiche ich an die Tankstelle und fülle auf. Noch mals Glück gehabt. Das I-Pad ist natürlich nicht fertig. Wir sind ja in der Karibik und das Gegenteil wäre ja wohl eher ein Wunder.

Eine Stunde muss ich noch warten. Die Zeit vertreibe ich mir mit einem kleinen Imbiss und einem Bierchen. Das ist ja nicht allzu schlecht.

Danach bekomme ich mein I-Pad wieder und ziehe glücklich von dannen.

Den restlichen Nachmittag verbringen wir in der Bar bei der Ziehbrücke denn hier haben wir gutes Internet.
Jedesmal wenn die Brücke aufgeht und Schiffe ein- oder ausfahren stehen alle am Zaun und winken den Schiffen zu. Ein richtiges Spektakel. Rita bestellt sich zum Ausgleich für mein Mittagessen ein paar Shrimps mit einer creolischen Sauce. Dazu trinken wir ein CARIB - Bier. Das Carib-Bier schmeckt wie das Corona und wird auch mit einem Zitronenschnitz getrunken.

Am Abend spielen wir mit dem neu gekauften Domino. Deprimiert hau ich danach ab ins Bett, denn Rita hat mich böse besiegt. Ob ich noch schlafen kann ?

 

22.1.15

Geruhsamer Tag. Es ist total windstill und sehr heiss. Wir hocken an Deck und betrachten die Nachbarschaft. So langsam werden wir wie die "Altnen" die den ganzen Tag hinter dem Vorhang herausschauen, was draussen geht.

Der einen Nachbarn, wir nennen sie "Brig's", denn ihr Bopt heisst so, sind schon vor uns an diesem Platz gewesen. Madame geht morgens rechtzeitig weg und kommt erst spät nachmittags wieder. In dieser Zeit sitzt er im Cockpitt und macht nichts. Dann wäre da noch der "Kettenfritz", der heisst so, weil er jeden Tag irgendetwas an seiner Ankerkette rumwurschtelt. Auch er ist schon vor uns da gewesen. 2-3 Mal am Tag geht er mit dem Dingi weg und kommt dann so nach 2-3 Stunden wieder. Vermutlich geht er ein Bierchen zwitschern.

Rechts von uns liegt "Köbi". Warum Rita ihn so genannt hat, weiss ich nicht. Er ist ein Holländer, war auch schon vor uns da, hatte für die ersten 2 Tage auch eine Frau an Bord. Danach haben wir sie nicht mehr gesehen. Wir vermuten, dass sie weg gegangen ist, warum auch immer, aber nun ist er seit Tagen alleine, hockt 1-2 Stunden am Tag im Cockpitt (einmal habe ich gesehen dass er gelesen hat), sonst ist er unter Deck. Was er da macht, so die ganze Zeit ist schleierhaft. Weg geht er auch nur selten. Dann sind gestern "Neue" gekommen. die sind etwas weiter weg und haben noch keinen Namen bekommen. Es lohnt sich ja auch nicht, wenn die eventuell nicht länger bleiben. Wie Ihr merkt, können wir die Zeit verbringen wie eben die "Alten" es fehlt nur noch, dass Rita anfängt zu stricken.

Zeit endlich weiter zu reisen !

 

23.1.14

Mein Arm ist immmer noch geschwollen. Dank den Pillen, die ich aus der Bordapotheke schlucke, schmerzt er nicht.

Wir wollen nun nochmals nach Marigot zum Wochenmarkt. Rita steigt in das Dingi mit einem eleganten Sprung, hält aber auch die Leine fest in der Hand ! Schwups, und das Dingi, erfreut seiner Freiheit, entfernt sich dan der leichten Brise von der SAMANTHA. Ich versuche Rita noch den Dingischlüssel nachzuwerfen, der aber landet irgendwo zwischen Dingi und SAMANTHA im Meer mund schwimmt gemütlich umher.(Gut dass ein Korkball daran befestigt ist). Ich rufe Rita zu, sie solle die Ruder lösen und zurückrudern. Das ist ja leicht gesagt, aber Rita zuzuschauen wie sie Rudert, das könnte eine Vorstellung beim Zurkus Knie sein. Einmal eine Drehung ganz nach rechts, dann nochmals und nun eine nach links, und so geht es weiter und die Entfernung zu mir wird immer grösser und Ritas Laune entsprechend schlechter. Ob wir uns je wiedersehen ?, da müsste schon fast ein Wunder geschehen.

Und es geschieht ! Frau Brig, sieht das ansschwellende Drama, hüpft in ihr Dingi und holt den Schlüssel, den sie Rita bringt. Nun müsste Rita nur noch den Motor straten und zurückfahren. Müsste..... In der Panik und mit dieser Wut über die ganze Welt, weiss sie nicht mehr was sie tun soll. Frau Brig erfasst die Situation und bringt Rita im Schlepptau zu mir zurück. Rita wird nie mehr im Leben ins Dingi hüpfen, mit der Leine in der Hand. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Erst später, beim schlendern durch den lokalen M arkt, verbessert sich die Laune wieder bis auf ein annehmbares Niveau.

Im Städtchen besuche wir die nette Apothekerin, denn die soll mir eine gute Salbe für meinen Arm geben. "Sie müssen sofort zum Doktor" mein  sie, als sie den Corpus delikti inspiziert hat.

Wie befohlen, hocken wir bald darauf beim Arzt. Auf der Tafel steht dass er in Paris studiert hat, das lässt hoffen.

Durch 50€ erleichtert und mit einem Rezept für Pillen gehen wir dann weiter des Weges. Es sei eine bakterielle Gelenkentzündung, die in der Karibik häufig anzutreffen sei. In einer woche müsse ich wieder kommen, dann werde das Wasser aus dem Ellbogen gezogen. Ich freue mich schon riesig !

Wir haben nun genug gesehen und erlebt, also gehts zurück. Mit keinem der beiden Schlüssel am Bund kann ich das Schloss beim Dingi aufmachen. Dieses ist fest gebunden und mit einem Stahlseil gegen (häufig vorkommenden) Diebstahl gesichert. Die Gäste im Restaurant nebenan schauen schon ganz komisch, wie ich da so verzweifelt versuche das Schloss aufzukriegen. Dann endlich kommt die Erleuchtung: Ich habe das falsche Schloss mitgenommen und da es schon offen war und sich ohne Schlüssel schliessen liess, hat es eingeschnappt und unser Dingi so sicher gemacht, dass auch ich, ohne den richtigen Schlüssel nicht mehr wegfahren kann. Der richtige Schlüssel zu diesem Schloss ist aber auf dem Boot ! und zum Boot sind es sichert 1-1,5 Km, also zu weit zum Schwimmen.

Ein Herr steht bei einem Wassertöff, nicht weit weg. Ich frage Ihn, ob er mich zum Schiff und zurück fahren könnte. Ja, gerne, für 10 US$. 20 Minuten später macht es schnipp und das Schloss springt auf und wir können zurückfahren zur SAMANTHA. Gut dass uns das nicht abends spät passiert ist !

Es war nicht Rita's und auch nicht mein Tag !

 

24.1.15

Wenn wir schon eine Woche hier liegen bleiben müssen, dann versuche ich doch wenigstens den längst fälligen Service am Generator machen zu lassen. In einem Workshop finde ich einen Engländer, der behauptet, das zu können, aber erst am nächsten Donnerstag ( zu viel Arbeit). Wir vereinbaren also den nächsten Donnerstag.

Den Apero trinken wir wieder bei der Brücke, danach das übliche Programm mit Spiel , essen und rechtzeitig schlafen gehen.

 

25.1.15

Sonntag, und somit faulenz-Tag. Wir beobachten wie in der Marina gegenüber, wo all die riesen "Dampfer" liegen, die Mannschaften am putzen sind. Diese Schiffe werden tagtäglich auf Hochglanz poliert. Einen Job auf einem solchen Schiff wäre für mich die Hölle. Es ist schon erstaunlich, wie Männer Putzgene entwickeln sobald sie Wasser unter dem Arsch haben. Zu Hause muss vermutlich die Frau putzen und kein Lappen oder Besen wird angerührt.

Am Abend, kurz vor dem Sonnenuntergang sieht Rita einer in einem Dingi, halb liegend, vor unserer SAMANTHA ständig im Kreis drehen. Was ist dem mit dem los ? Irgendmal fährt er wieder mehr oder weniger gerade aus und weg von uns. Der Matrose, der ist so was von besoffen, dass es schon fast beängstigend ist. So wie es aussieht weiss der überhaupt nicht mehr wohin er gehört. Beim Sonnenunttergang sehen wir den nochmals weit weg am Horizont, sicher nicht auf dem richtigen Weg zu "seinem" Schiff.

Zur Feier des Tages kehren wir bei einer Griechin ein zum Abendessen. Ich bekommke ein Sirlon-Steak von bester Qualität. Ich frage den Koch, wo er das Fleisch einkaufe, denn wir haben bis auf ein einziges Mal, nur tiefgefrohrenes und Schweineschwänze gesehen. Er lässt das Fleisch direkt aus New York einfliegen, denn hier auf der Insel gäbe es überhaupt kein gutes Fleisch. Die Einheimischen seien zu faul für Landwirtschaft und würden nur Schweine essen.

 

26.1.15

Rita insistiert, dass heute das Dingi endlich mal sauber gemacht wird. Nach 5 Stunden schrubben habe ich das Gefühl, ein neues Dingi zu haben. Dass es so schmutzig war und dass das alles mit einem billigen Putzmittel so sauber werden konnte, erstaunt mich dann schon. Das letzte Mal hatte Claudi in der Türkei dieses Dingi sauber gemacht. Lange hat es ja in der Bagskiste gelegen, da ich alleine unterwegs nur das kleine Dingi gebraucht habe. All dieser grüne Bewuchs ist nur von der Karibik.

 

27.1.15

Schrubb, schrubb, schrubb.... und auch das Verdeck ist wieder schön. Rita hat einfach ein gutes Händchen. Ich hocke daneben und schaue erstaunt zu.., denn mein Arm muss doch geschont werden. Es windet heute sehr stark und meine Badehose, die Rita nach dem Waschen an die Leine gehängt hat, ist plötzlich verschwunden!

 

28.1.15

Voller Tatendrang steige ich in den Motorraum und wechsle das Öl beim Motor. Morgen wird dann der Generator gewartet, und so haben beide Motoren dann neues Öl. Heute ist es genau ein Jahr her, dass ich in Sardinien diese Reise angefangen habe, mit dem ersten Ziel, die Liparischen Inseln.

Viel habe ich gesehen, an vielen Orten habe ich angelandet, vile Leute kennengelernt und auch viel gesehen auf das ich gerne verzichtet hätte.

 

29.1.15

Es ist 0900. Der Mechaniker ist nicht da, wie vereinbart. Um 1000 kommt er. Hier in der Karibik ticken die Uhren anders. Raffael ist sein Name und aus Brasilien stammt er. Ein netter Kerl, der mir auch gerne alles zeigt und erklärt, so dass ich in Zukunft selber einen Service am Motor machen kann. Am späten Nachmittag ist der Generator wie neu, Rost und Schmutz  sind ebenfalls entfernt und laufen tut er wie ein Neuer.

Raffael meint, dass mein Motorraum und alles in sehr gutem Zustand sei. Das freut mich. Ich denke er sieht viel anderes bei seinem Beruf.

 

30.1.15

Um 0700 ist Tagwache. Um 0800 öffnen die Shops und ich will noch Gas holen, meine Ankerwaschpumpe, die bei Peter in der Werkstatt auf Teile wartet, abholen. Gas bekomme ich keins, da der Stationsbesitzer nicht gewillt ist, mir die Flasche zu tauschen. Trotz Tränen und heulen kann ich den nicht dazu bewegen, mir die Flasche zu tauschen, und bis Morgen auf das Auffüllen zu warten, will ich nicht. Also keine 3.Gasflasche für den Moment.

Die Teile, die Peter für die Pumpe braucht, bekomme ich auch nirgens, obwohl ich über eine Stunde von einem Laden zum anderen renne. Schliesslich flickt Peter die Pumpe irgendwie mit anderen Teilen zusammen und ich kann zurück zum Schiff. Rita ist nach 2 Stunden Warten schon ganz aufgeregt, denn vor Mittag muss ich in Marigot beim Doktor sein. Es klappt dann doch und der Doktor meint dass mein Arm soweit gut sei und dass er nichts mehr daran machen müsse. Ouff...

Wir mieten danach einen Wagen und gehen auf grosse Einkaufstour. Alles wird aufgefüllt, denn Morgen wollen wir weiter Richtung BVI's (British Virgin Islands).

Zum Apero fahren wir dann noch zur Griechin, trinken einen heftig gestampften Planters-Punch und holen die DHL-Sendung ab, die ich hierher habe schicken lassen. Nun habe ich meine neue Visa-Karte, ein beruhigendes Gefühl.

Eigentlich hatten wir geplant, am letzten Abend in Simpson Bay, nach 14 Tagen noch Lybanesich Essen zu gehen, aber der feine Duft der von einem Ragout, das Rita heute früh gekocht hat, liegt immer noch in der Nase und lässt uns den Plan ändern. Zum Ragout will Rita Kartoffelstock kochen. Auf dem Packet ist die Anleitung auf Spanisch geschrieben. Dass ein "Y" das Wörtchen "und" ist, habe ich bei meinen ersten Lektionen noch nicht gelernt. So wird der Kartoffelstock in nur 400 ML Milch angerührt, ist dann auch so hart und fest,dass man damit eine Backsteinmauer mörteln könnte. Etwas suspekt wird nun das Wörterbuch konsultiert. Mit 400 ML Milch und 400 ML Wasser, hätte edr Kartoffelstock vermutlich besser ausgesehen und das Risiko den Erstickungstod zu erleiden wäre geringer gewesen.

Zu allem Übel, putzt mich die Rita noch beim Kanaster und beim Domino so richtig ab. Gute Nacht !

 

31.1.15

In der Nacht hat es wieder einmal so richtig geschüttet. Regnen tut es ja sowieso fast alle Tage einmal in der Karibik, aber nicht immer so heftig wie heute Nacht. Trotzdem fühlen wir es recht angenehm hier, besonders nachdem wir gestern Abend im Internet gelesen haben dass es zu Hause bald bis -30°C werden soll !!! Wir überlegen, heute nochmals Baden zu gehen, bevor wir uns von Simpson Bay verabschieden und nach den BVI's ablegen.

Um 1600 passieren wir die Brücke, die aus der Simpson Bay führt. Das offene Meer ist wieder einmal vor uns.

Ich peile die BVI's an und setze die Segel. Das heisst, ich will. Das Gross kommt nicht aus dem Mast. Mit der Winchkurbel haue ich an den Motor, dann gehts. Das AIS schaltet nicht ein. Irgendwie bin ich an den Schalter vom Ladegerät gekommen und habe unbewusst das Gerät abgeschaltet. Nun geht auch das wieder. Die Gschwindigkeitsanzeige funktionniert auch nicht mehr. Rausnehmen, reinigen und wieder einsetzen, denn es haben sich irgendwelche Unterwasserbewohner daran angesetzt. Nun funktionniert auch das wieder. Scheinbar darf man nicht 14 Tage an einem Ort liegen bleiben, sonst funktioniert nachher nichts mehr.

Die erste Stunde der Überfahrt wird per Motor zurückgelegt. Danach kommt ein schöner Wind auf, etwas mehr wie querab. Die SAMANTHA läuft mit 7-9 KN, schaukelt aber ganz schön. Rita gefälts überhaupt nicht. Sie findet kein Plätzchen, wo sie sich wohl fühlt. Ich dagegen geniesse die herrliche Fahrt. Wenn es so weiter geht, sind wir zu früh am Ziel. Ich werde nicht bei stockdunkler Nacht zwischen diesen Inseln umherkurven.

 

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Friedhof. Noch nie gesehen, dass mit Autoteilen ein Grab geschnückt wird

 

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Fitness-Club etwas anders

 

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Ein Hotel. Wieviele Sterne es hat war nicht angeschrieben

 

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Deshaies auf Guadeloupe

 

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Unten in der Bucht liegt die SAMANTHA

 

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Scooter gemietet. Unter dem Helm trägt man ein "Flohnetz". Trotzdem beisst es Rita fürchterlich

 

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Am Strand essen wir einen gigantischen Salat mit Karibischen Blutwürsten garniert..

 

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... und ein Fischtartar. Superlecker beides

 

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einmal keine Hunde oder Katzen die betteln, aber Hühner. auch was Neues

 

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Wir lernen Monika und Peter mit Tochter Claudia aus der Schweiz kennen

 

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Jolly-Harbour ist wie Port Grimeau in südfrankreich. Jedes Haus hat seinen Bootsplatz an einem Kanal

 

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Rita ist mutig und geht zum Coiffeur

 

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In Basseterre gibt es auch Grafities zu bestaunen

 

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In Georgetown fahren wir zwischen den grossen Kollegen ein....

 

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...und legen uns an den Stadt-Steg

 

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Ein Hotel und eine Bretterhäuschen in der Stadt

 

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Der Becker ist wie ein Bänker hinter einer Gitterabschrankung. Warum das ?

 

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Die Kirche ist in einem traurigen Zustand und wird nun renoviert

 

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Einigen Touristen gefällt scheinbar die Karibik so, dass sie sich anpassen. Ob das schön ist ? Gott sei Dank hat Rita zu kurze Haare, da besteht keine Gefahr.

 

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Point a Pitre ist eine fast europäische Stadt

 

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Eine schöne Markthalle, jedoch verkaufen alle das selbe Zeug für Touristen

 

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Die Friedhöfe sind schöner und reicher  gebaut als die Häuser der Lebenden.

 

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Ein Wunderschöner Tropenpark muss man gesehen haben. Hunderte von diesen teuren Fischen gibt es hier. Gott sei gedankt, hat es wenig Japaner.

 

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Ein Vogelkäfig. Hier wird Futter verkauft und die Vögel freuen sich

 

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Auch Rita will Vögel füttern

 

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Orchideen bis zum abwinken

 

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Eine Fecherpalme

 

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Handgross ist diese Blume

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Ein Baum mit eigenartigem Stamm

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Ein Busch, weiss wie ein Schneeball

 

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Wurzeln !!!

 

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Schöne Palme

 

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Weitere Orchideen

 

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Blüte wie ein Tannzapfen

 

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Rita, meine Blume

 

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Papageien. Der eine ist müde und schläft fast ein.

 

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Das ist Roger. Gleicht unserem Roger nicht.

 

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Überall in der Karibik in allen Buchten liegen Boote verlassen an Boyen oder am Anker. Dies scheint eine billige Methode zu sein um Schiffe zu entsorgen. Irgendmal versinken sie ja. Das ist eine absolute Sauerei !

 

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Rita bäckt einen Hallauer Zwetschgenkuchen mit Annanas, statt mit Zwetschgen.

 

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In der Coco-Bay sind wir ganz alleine am weissen Strand

 

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Ständig Regen, und immer wieder schöne Regenbogen

 

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Einfahrt in die Simpson-Bay bei der Ziehbrücke

 

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In der Bucht leigt ein Chalet. Eine schwimmende Bar

 

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Hier in der Simpson-Bay liegen wir absolut ruhig und das gefällt Rita natürlich.

 

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Ob mir Rasta-Locken und eine Karibische Kappe gut stehen würden ?

 

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Rita amüsiert sich köstlich