REISEBERICHT - Februar 2015

 

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Adé Simpson-Bay, es geht zu den BVI's

 

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Rudy geniesst es

 

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SAMANTHA in der Bucht. richtig Karibisch

 

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Erste Marina in den BVI's

 

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Auf John Van Dyke, in der Foxy-Bar, ein Erlebnis

 

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So sieht es in den Hinterhöfen aus. Typisch Karibisch

 

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Wenns regnet, dann wird das Boot gewaschen wie in einer Waschanlage

 

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Ein Supermarkt, mal etwas anders

 

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Rita's Restaurant

 

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Im Motorraum qualmt es. Das Wasserlock ist durchgeschmolzen.

 

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In Harber-Road, überall Hühner mit den Kücken. Hier muss ein tüchtiger Gockel sein Wesen treiben.

 

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The Bath's. Sieht aus wie die Seychellen. Schöne Anwesen zwischen den runden Blöcken

 

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Wir "wandern" durch die Steinwelt. Super schön.

 

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Danach in der Poor-man's Bar ein Bierchen

 

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In der "Little Levrick Bay" ist am Freitag der Bär los. wir treffen eine Gruppe Schweizer. Ein gutes Buffet. Stelzentänzer.

 

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In Road Town sehzen wir eine Laden der "Little Switzerland" heisst und Schweizer-Uhren verkauft

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Letztes Bierchen in der Karibik. Morgen geht der Flieger

 

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Das fröhliche Gesicht ist nur Fassade. Der Abschied tut weh.

 

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In der Foxy-Bar treffe ich wieder Alex und seine Mannschaft

 

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Dass ich es bin der hier einen Markt und Bar aufgemacht habe, ist eher unwahrscheinlich

 

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Ich haben nun endlich diesen Hügel bestiegen

 

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Dort unten ist die SAMANTHA

 

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Blick über die British Virgin Islands

 

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Anegade ist ganz flach und erst im letzten Moment zu sehen

 

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Eigenartige Stimmung am Strand vor der Insel

 

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Grau und türkies, das passt nicht zusammen und verheisst nichts gutes

 

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Zurück in der Bucht vor Moskito Island

 

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Ein Hotelkomplex in nder Bucht von Gorda-Sound

 

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Eine Luxus-Marina mit 5 ***** Hotel dahinter. Es gibt wirklich reiche Leute auf dieser Welt und einige davon sind hier.

 

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Schöne Mangroven auf der Insel Anegada

 

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Strände zum Schnorcheln

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Einer der Hauptstrassen !

 

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Kneipe mitten in der Pampa

 

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Eigenartige Bepflanzung

 

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Die nehmen die Hurricans auf eine witzige Art  (Lesen auf dem Schild)

 

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Wanderweg auf St Johns. Wir gehen nach Anaberg zum Fest

 

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Grosse Termitenbauten

 

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Die alte Zuckermühle

 

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Stelzentänzer, eine Tradition

 

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Isabelle und Peter

 

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Auf dem Weg nach Cruze-Bay mit der Fähre um das Visum zu holen

 

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Hühner überall

 

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Anfahrt von Amalia, St Thomas

 

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Hier bei den Amis ist es etwas zivilisierter

 

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Gleich 4 Mumienschlepper im Hafen, das sind 8000 Leute die an Land gekarrt werden um Souveniers einzukaufen

 

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Der Hafen, da liegt auch die SAMANTHA

 

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Eine Einkaufsstrasse nur für Schmuck, Uhren und Diamanten

 

 

 

1.2.15

Die ganze Nacht durch hatten wir guten Wind von achterlich. Die SAMANTHA lief zum Teil bis 9 KN, so dass ich gegen Morgen die Segel reduziere, weil wir sonst bei Dunkelheit zwischen den ersten Inseln umherkurven müssten. Bei Tagesanbruch fahre ich bei der ersten Insel der British Virgint Islands in eine Bucht und lasse den Anker fallen. Nun kommt auch Rita aus der Koje und schaut ganz skeptisch, was ich da wohl im Sinne habe. Sie hat die meiste Zeit währedn der Überfahrt irgendwo im Boot gelegen. Wohl war es ihr nicht, aber mit genügend Tabletten war es gerade so erträglich. Nun gibt es erst mal Frühstück.

Ich mache danach ein Nickerchen, denn ich war die ganze Nacht wach. Es hatte viele Schiffe unterwegs und ich musste höllisch auf die Segel aufpassen und verhindern, dass das Boot zu heftig krängt oder schaukelt.

Gegen Mittag heben wir den Anker und verlegen uns an unser eigentliches Etappenziel, Westend-Marina auf der Insel Tortola. Hier legen wir längs an einem Steg an.
Wie üblich beginnt nun der Büromarathon. Hier 40€, dort 20€, Hafenplatz und so weiter. Endlich, nach 2 Stunden bin ich wieder auf dem Boot und wir gehen unser Bierchen trinken.

Auffällig ist, dass hier, obwohl es BRitish Virgint Islands heisst und die Inseln zu England gehören, alles sehr amerikanisch ist. Fast alle Crews sind Amis und wegen ihrer Postur nicht zu verwechseln. Die Weiber kreischen beim sprechen wie aufgeschäuchte Hüner und die Herren scheinen immer einen Kaugummi oder eine Kartoffel i9m Mund zu haben. Schlimmer baber noch sind die Einheimischen, deren Englisch versteht man erst beim 3.Anlauf. Die Queen hat scheinbar hier das Oxfortenglish nicht durchgeboxt.

Der Ort besteht aus dem Quai, einigen verstreuten Hütten  in der Hintergasse und vor allem aus der Bar, in der die unfreundlichsten Bedienungen einen Job gefunden haben.

In der Hintergasse finden wir eine BRetterhütte, die sich "Rita's Restaurant" nennt.

Strom und Wasser sind bei einem hohen Hafenplatzpreis nicht inbegriffen. Strom kann ich sowieso nicht anzapfen, denn die haben hier ganz spezielle Stecker, und Adapter gibt es keine.

 

2.2.15

Heute segeln wir nur 2 Stunden, dann angeln wir uns eine Boye in der Great Harbour Bucht auf der Insel Jos Van Dyke. (Hört sich sehr Holländisch an, ist aber British). Mit dem Dingi fahren wir an den Strand zum Baden. Am Strand hat es ausser den üblichen Bretterbuden, zT als Bar deklariert, nichts. Das nennt sich "Grosser Hafen ". Ganz am hinteren ende der Bucht entdecken wir schliesslich die Foxy-Bar, die uns Barbara angegeben hatte. Diese Bar ist ein Besuch wert. Hier gehen wir heute Abend essen.

Es ist schon Dunkel. Wir haben für 1900 reserviert und sind etwa eine viertelstunde später dran. Rita bestellt Fettucini mit Meerfrüchte, ich die Spare Rips. Das Essen ist gut, aber die Sauce an den Sparerips ist so scharf dass ich gleich ein zweites Bier brauche. Vorne neben dem Eingang spielt ein Einheimischer super Musik. Wir setzen uns noch an die bar und geniessen diese. Vor unseren Augen beginnen einige Ami-Töchter zu tanzen. Langsam aber sicher gesellen sich dann auch männliche Wesen dazu. In der einen Hand einen Drink und mit dem Hinterteil wackeln, so geht das. Mit der Zeit artet es dann so aus, dass Männlein und Weiblein gegenseitig den Unterleib aneinander reiben. Ich nenne das "Sex on the Stage". Bei einigen Herren werden dann auch die Folgen dieser Aktionen deutlich sichtbar und falls einer seine Geldbörse vorne in der Hose hat, sieht man dass er immer reicher wird.

 

3.2.15

16 SM und 4 Stunden weiter legen wir in der Wickham Marina 2 an. Hier leigen wir so ruhig, dass ich das Gefühl habe, wir würden aufgebockt an Land liegen. Das gefällt Rita natürlich. Mit dem Dingi quer durch die Marina in die Stadt. Road Harbour hgeisst sie. Bestehen tut sie aus einigen wenigen modernen Gebäuden (Meist Banken) und einigen wenigen Steinhäuser und drum herum die Bretterbuden. Auffallend sind die vielen Hühner die überall frei umherlaufen. Keine steunenden Katzen, keine Hunde, nein Hühner. Hier wird wohl keiner verhungern müssen, ausser er hätte Hühnerfleisch nicht gerne. Selbst der Friedhof ist voller gacknder Hühner. Wir finden 2 Supermärkte, die gut bestückt sind und deckien uns ein. Der beste Laden ist ein "Beauty-Shop". Hier hat es so viele Haarteile in allen Variationen und Farben, dass man damit vermutlich jedem Glatzkopf in den USA eine neue Frisur verpassen könnte.

 

4.2.15

Nächste Insel. 4 Stunden und wieder 17 SM nur, dann legen wir in Gorda -Yachthafen an. Als ich die Segel einfahre und den Motor starte um in die Marina einzufahren merke ich dass der Motor nicht auf Touren kommt. Ich hebe den Motorraumdeckel. Schwarzer Rauch qualmt heraus. Das ist nicht gut. Mit offenem Deckel fahre ich behutsam in die Marina und lege an. Schnell finde ich heraus, dass der "Schwanenhals" beim Auspuff durchgeschmolzen ist.

Chris, in der nebenanliegenden Werft hat einen Ersatz. Morgen schickt er einen Mechaniker der untersuchen soll, was die Ursache ist.

 

5.2.15

Rita hat mich diese Nacht geweckt. Ihr war "kotzübel". Der Grund ist, dass in dieser Marina ein leichter Schwell steht. Das Boot, am Steg zieht ständig an den Leinen und wenn die gestreckt sind, geht es ruckartig in die andere Richtung und das die ganze Nacht. Mit zusätzlichen Leinen und Verspannungen versuche ich so gut wie möglich dem Übel zu begegnen, mit leichtem Erfolg.

Wegen dem Motor werden wir noch eine 2. Nacht hier bleiben müssen, das gefällt Rita nicht, aber leider nichts zu machen. Nach 2 Stunden Arbeit, vormittags, hat der Mechaniker das defekte Teil ersetzt, den Impeller (Wasserrad in der Pumpe) ersetzt und alle Filter sauber gemacht. Der Motor ist wieder OK und ich bin 450€ los.

Nachmittags fahren wir mit dem Dingi zu den Bath's. Das ist eine Stein-Küste, wie in den Seychellen. Wir müssen das Dingi 100 m vor dem Strand an einer Boye anbinden und den Rest schwimmen. Der Besuch dieses Steinlabyrinths ist es wert. Schwimmend erreichen wir nachher wieder unser Dingi. Da aber wieder reinzukommen ist ein besonderer Akt. Ich nehme an, dass sich einige amüsiert haben, wie wir beide ständig vergeblich versuchen uns da hochzuhieven. Schliesslich schaffe ich es dann doch und Rita steigt hinten ein, indem sie den Flügel des Aussenborders als Tritt benutzt. Mit Ziehen und Würgen schaffen wir auch sie ins Böötchen und können zurückfahren. Wie es allerdings einige AMI-Kolosse ( XXXXL ) in ihre Böötchen zurückschaffen, ist uns ein Rätsel. Vielleicht hätten wir warten müssen um uns das Schauspiel anzusehen. (Gemein, nicht ? )

Heute Abend wollen wir in die Bar und uns die schöne Musik anhören, die wir gestern vom Cockpitt aus genossen haben. Nichts ist. Heute keine Musik, keine Leute in der Bar . Nur im Hinterhof eine Karaoke-Veranstaltung, bei der sich einige bis morgens um 0300 bei Katzenmusik erfreuen. Dann, kaum haben die endlich aufgehört, fängt der erste Gockel an zu krähen. Ich frage mich, warum muss ein Gockel nachts um 0300 in der Gegend umherschreien, es ist doch noch dunkel und man sieht ja sowieso nichts ?

 

6.2.15

Rita hat zwar diese Nacht, dank meinem Leinensystem schlafen können, aber die Moral ist tief. Es stinkt Ihr und sie möchte so schnell wie möglich nach Kuba, wo wir 2 Wochen Landurlaub geplant haben, aber... das sind noch 650 SM..... und das ist weit !

Zuerst verlegen wir uns noch in eine schöne Bucht, die wir bereits nach 2 Stunden erreichen. Wir müssen nun überlegen, wie es weitergehen soll. Rita leidet zu sehr. Die Überfahrten sind für sie eine Qual und Buchten gefallen wegen dem schaukeln nicht und wenn es dann auch noch in der Marina unruhig ist, wird es unerträglich.

Überlegen.....

Mit dem Dingi gehen wir an Land. An der Bar, beim Bierchen vernehmen wir, dass heute Abend Live-Musik ist und eine Tanzshow. Ein leckerse Büffet soll es auch geben. Wir entschliessen uns das zu geniessen und buchen für 1900 am Pool.

Als wir dann um 1900 anlanden, sollten wir irgendwo hinten Platz nehmen. Ich mache der Bedienung klar, dass wir am Pool reserviert hätten. Prompt wird der Namenszettel daraufhin ausgetauscht und wir können an einem gemütlichen Plätzchen essen. Die Drinks werden in Plastikbecher serviert. Amüsiert schauen wir, wie am Nachbartisch eine Gruppe Franzosen, den Wein mit Plastikbecher serviert bekommen. Diese Gesichter hätte man fotografieren müssen ! Für einen Franzosen ist Wein in einem Plastikbecher eine Todsünde.

Irgendmal höhren wir wie der "Sänger" einem Schweizer zum Geburtstag gratuliert. Rita's Ohren werden ganz spitz. Kurz darauf ist der Kontakt hergestellt. Den Abend lassen wir dann mit dieser Gruppe auf unserer SAMANTHA ausklingen. Es ist eine Gruppe von 6 Leuten, einer sympathischer wie der andere. Alex ist der Skipper und hat viel Erfahrung. Seine Partnerin Beatrice ist eine begeisterte Seglerin (oh wie ich Alex beneide), dann sind Jörn, Mathias, Denis noch dabei. Das Geburtstagskind hatte sich früher schon auf das Boot zurückgezogen und feierte seinen Geburtstag alleine.

Alex fragt mich ob ich Schokolade an Bord hätte. Ich muss gestehen, dass ich nur noch schwarze Kochschoggi habe. Daraufhin zückt er 2 Tafeln feinster schweizer Schokolade und schenkt diese uns. Ist das nicht einmalig ?

 

7.2.15

Das Aufstehen macht heute etwas mühe. Die Nacht war nach diesem super Abend recht kurz. Nach dem Frühstück sehe ich die Mannschaft von gestern Abend sich unserem Schiff nähern. Sie kommen nahe heran, bedanken sich nochmals für den netten Abend und werfen uns eine Tüte herüber, als "Dankeschön" und mit E-Mail Adresse.

Wir staunen nicht schlecht, als wir sehen, dass in der Tüte ein Packet echte Landjäger und ein Pack echtes Bündnerfleisch sind. Sowas gibt es !!! Ich bin überzeugt, dass wir nochmals Gelegenheit bekommen, uns zu revanchieren.!

Nach einem kurzen Mittagsschläfchen Motoren wir nach Road-Harbour.

Hier suchen wir einen Flug für Rita nach Sint Marteen. Von dort hat Patrick Ihr einen Flug nach Zürich gebucht. Für Rita geht übermorgen die Reise erst einmal zu Ende. Bis nach Kuba wären es noch 650 SM Luftlinie und das ist Ihr nicht zuzumuten. Sie hat sich bis hierher gut geschlagen, aber es war Stress für uns beide, denn jede, noch so kleine Welle war zu viel. Man muss den Tatsachen in die Augen sehen, auch wenn's nicht schön ist. Meine Moral geht in den Keller und auch die feine selbstgemachte Pizza heute Abend kann mich nicht aufstellen. Es war zu schön zu zweit und schwer vorzustellen, nun wieder alleine unterwegs zu sein.

Mal sehen wie es weiter geht.

 

8.2.15

Damit Rita morgen beim Abflug keine Schwierigkeiten bekommt ngehen wir zur Immigration um auszuchecken. Was wir hier erleben geht unter die Haut. Eine äusserst unfreundliche, fette, gähnende Beamtin behandelt uns wie den letzten Dreck, schläft beim Stempeln der Papiere fast ein und schickt uns zum Zoll. Sie erklärt das in einem English das ich nicht verstehe und schnauzt mich dann noch an, als ich die falsche Türe nehmen will. Beim Zoll steht " vor dem Eintreten anklopfen". Warum das so ist ? Klar, damit der Beamte sich in seinem Stuhl aufrichten kann, den Finger aus der Nase nehmen oder das Schundheftchen versorgenn kann, bevor man ihn sieht.

Rita packt fleissig ihre Tasche. Ich schaue mit gemischten Gefühlen zu.

Zum Abendessen bereitet sie ein superleckerses Essen, das hilft aber nicht, den Abschied zu versüssen.

 

9.2.15

Ich staune nicht schlecht als ich den Kopf aus der Lucke strecke. 4 Boote haben sich gestern noch um uns herum gelegt. Einer, ein riesen Katamaran liegt genau über meinem Anker. Mit dem Skipper vereinbare ich, dass er sich versetzt wenn ich dann wegfahren will. Ein netter Franzose, der mich einlädt, das Boot zu besichtigen. Vielleicht.

Um 1100 wird Rita samt Taschen ans Land chauffiert. Mit dem Taxi gehts dann weiter zum Flughafen. Morgen gegen 1700 wird sie in Zürich sein. Die Reise geht von Tortola nach Sint Marteen, über New York nach London, Flughafenwechsel in London dann nach Zürich. Viel Spass.

Mich hält nichts mehr zurück. Der Nachbar buxiert seinen Kat zur Seite und ich kann wegfahren. St.Johns, eine USA-Insel ist mein Ziel. Um 1500 fahre ich bei Cruz Bay ein, finde kaum einen Platz, bis einer wegfährt. Dann übe ich mit dem Anker. Etwa 6 x muss ich neu ansetzen und schliesslich verkatte ich den 2.Anker, dann endlich sitzt die SAMANTHA sicher. Kurze Fahrt zur Immigration. Ohla, kein Visum. Ich werde weggeschickt, darf nicht einmal über Nacht bleiben und muss unterschreiben dass ich sofort die USA verlasse. Scheissnation !

Da es schon spät ist, muss ich Gas geben um nach eine nächste Insel der BVI's vor dem Einnachten zu erreichen. Am nächsten ist Jos Van Dyke. Also Kurs Richtung Foxy-Bar.

Eine Viertelstunde vor dem Dunkelwerden fahre ich bei Great Harbour ein, sehe das Schiff von Alex und Co. Beim 2.Mal, mit verkatteten Anker hält die SAMANTHA. Nachtessen und ab in die Bar, wo ich Alex und seine fröhliche Gruppe beim Apero treffe. Die Welt ist doch klein.

Per internet bestelle ich dieses ESTA ( ein Visumsantrag für die USA )

 

10.2.15

Der Berg ruft !

Mit dem Dingi an den Steg, mit Wanderschuhen ausgerüstet beginne ich den Aufstieg zum Berg (nach Schweizer Mass, ein Hügel) beginnt gleich hinter den letzten Bretterbuden. Dass auch ein Rudy hier eine Bar hat sehe ich beim Vorbeigehen. Das bin nicht ich ! Nach Rita's Restaurant in Sopers Hole nun auch noch Rudy's Bar, das ist wohl ein Wink mit dem Zaunpfahl. Aber nichts, ja gar nichts könntre mich bewegen, mich hier niederzulassen,. Zu schön ist da die Schweiz dagegen. Je mehr man von dieser Welt sieht um so mehr wird man darin bestätigt, dass unsere Heimat der schönste Fleck Erde ist. Wir dürfen uns glücklich schreiben, dort hinein gebohren zu sein, auch wen man manchmal das Eine oder Andere bemängelt.

Von Oben habe ich eine schöne Aussicht über das ganze Gebiet. Schwitzend, bei 30°C gehts wieder runter und ndirekt zum Bierchen. Das habe ich mir verdient. Diesen Hügel habe ich x-Mal angeschaut als ich mit Rita hier war, aber sie war nicht bereit mitzugehen.

Nun ist es geschafft.

Abends bekomme ich per Mail meinen bewilligten Visaantrag zugeschickt. Ich muss ihn ausdrucken und dann bei der Einreise in die USA vorlegen.

 

11.2.15

Es hat die ganze Nacht getobt und geschaukelt. Rita hätte mich umgebracht. Losfahren kann ich nicht, denn es hat sich gestern Abend noch ein grosser Kat über meinen Anker geleht. Scheinbar habe ngrosse Kats es auf meine arme kleine AMEL abgesehen.Der Skipper bestätigt mir, dass er über meinem Anker liegt, aber er werde gleich wegfahren. Danach kann auch ich den Anker lichten und ab gehts Richtung Gordon Sound, da weiss ich dass ich nbei diesem gedrehten Wind ruhig liege. Die Fahrt dorthin, ist ca 15 Sm und ein Traum. Segeln pur !

In Gordon Sound, hinter der Moskito-Insel, setze ich den Anker, dann sehe ich, dass auf dem Nachbarschiff ebenfalls eine Schweizer Fahne vom Wind gestreichelt wird.

Irgendmal am Nachmittag kommt ein Dingi vom Nachbarschiff. Eine Dame sitzt darin. Sie wollte mal guten Tag sagen. Isabelle aus Thun ist ebenfalls alleine unterwegs. Wir verabreden uns zur "Happy Hour mit Show "an der Bar im nahe gelegenen Restaurant, wo Rita und ich Alex und seine Mannschaft getroffen hatten. Nach einem Bierchen entscheiden Isabelle und ich, dass diese Show und und das Ganze Drumherum nicht nach unserem Geschmack ist. Wir ziehen uns auf Ihr Boot zurück zum Apero und danach serviert sie noch ein herrliches Risotto mit Wienerli. Lecker.

Wir beide finden heraus, dass wir Partner haben die nicht gerne segeln, beide haben den Wunsch, die Welt zu umsegeln und beide finden wir es alleine beschissen.

Inzwischen ist es dunkel geworden. ich fahre zur SAMANTHA um das Licht anzumachen. Danach habe ich weniger Schwierigkeiten mein Boot wieder zun finden.

 

12.2.15

Nachts hat es so richtig am Anker gerissen. Ich bin froh, habe ich gestern 2 Anker verkattet und mit 3000 t/min eingedampft. so kann ich gut schlafen und der heftige Regen und die Böen stören mich nicht.

Nach einem spartanischen Frühstück (seit Rita weg ist fehlt mir irgendwie der Apetit), beschäftige ich mich mit Putzen der Schale, mache Wäsche und nähe einen Knopf an ein Hemd. So geht der Tag vorbei. Vor der Apéro Zeit geniesse ich noch einen Schwumm im immer noch warmen Wasser. Allerdings ist das Wasser in der Karibik nicht so klar wie im Mittelmeer ( besonders in der Türkei ).

Dann kommt Isabelle angedampft mit ihrem Dingi. Nach einem Apéro, liegt es an mir heute etwas essbares auf den Tisch zu bringen. Das tue ich auch.

Morgen gehe ich weiter nach Anegada und Isabelle holt ihren Mann am Flughafen ab. Es kommt für 2 Wochen Urlaub. Da hatte ich doch Glück mit meinem Schatz. Sie ist ganze 7 Wochen bei mir gewesen.

Isabelle und ich überlegen, ob wir nicht eventuell unser beider Ziel zusammenstecken sollten, denn beide wollen wir das Gleiche, und beiden stinkt es es alleine zu tun. Um die Welt Segeln. Es kommt auch noch dazu, dass in der Südsee oft die schönsten Plätze durch Korallenriffe angefahren werden müssen und das kann man nicht alleine, denn einer muss vorne Ausschau halten. Alleine muss man auf viele schöne Orte deswegen verzichten. Mal sehen.

 

13.2.15

Der Wind hat wieder auf die gewohnte Seite, nach Osten gedreht. Heute kann ich nach Anegada segeln. Ein Traumsegeln wieder. Jedoch am Ankerplatz ist es äusserst unruhig. Nach einer Weile des Schaukelns, verlege ich in die nächste Bucht, wo es etwas ruhiger ist. Am Strand ist tote Hose. Ich bekomme nicht einmal ein Bier und das Internet funktionniert nicht gut genug um mit Rita zu Skypen.

 

14.2.15

Sauwetter, keine Sonne, nichts was mich dazu bringen würde die zu besichtigen. Eigentlich hatte ich vor, mit einem Scooter für 15 $ 2 Stunden die Insel zu befahren, nicht aber bei diesem Wetter.

Ich packs und segle zurück nach Gorda-Sound. Hier toure ich in der riesigen Bucht umher und schaue mir die verschiedenen Ankerplätze an. 2 grosse Hotelkomplexe, nur für ganz betuchte mit Marinas, voller Megajachten, sind hier angesiedelt. Ich setzte den Anker da, wo in meinem Buch steht, dass es ein Immigrations-Büro habe, denn ich möchte wieder Einklarieren, nach einer Woche "illegalem" Aufenthalt.

Nur, das Büro gibt es nicht hier. Fehlanzeige. In einer anderen Bucht setze ich wiederum mden Anker, fahre ans Ufer und finde die Immigrationsbehörde. Geschlossen, bis Morgen 0900. Super.

Zurück an meinen "alten Ankerplatz". Etwas Schwimmen und lesen.

Mit dem kleinen Dingi fahre ich ans andere Ende der Bucht, werde patsch nass, aber habe dort super Internet, so dass ich eine volle Stunde mit Rita schwatzen kann. Sie erzählt mir von ihrer Odyssee bei der Heimreise. Diese Frau ist einfach eine Wucht, wie sie sich schlägt und all die Schwierigkeiten meistert !

Dann am Abend schaue ich den alten Film "der Pate" und träume danach von bösen Verbrechen und Morden.

 

15.2.15

Gestern bin ich mit dem kleinen Dingi wieder richtig nass geworden. Es muss nun das grosse Dingi wieder hervorgeholt werden. Kleines Dingi hochhieven, trocknen, Luft ablassen und in der Bagskiste versorgen. Grosses Dingi aus der Bagskiste hochwinchen, aufblasen, ins Wasser lassen, Motor aufsetzen und endlich nach einer Stunde Arbeit habe ich wieder den Komfort, trockenen Weges ans Ufer zu können. Nun kann ich auch in die Nachbarsbucht und dort einklarieren. Keiner hat gefragt, wo ich in der letzten Woche gewesen sei.

Früher Nachmittag. Ich bin an Deck beim Lesen und bemerke gar nicht, dass Isabelle mit Ihrem Schiff sich neben mich vor Anker gelegt hat. Etwas später kommt sie rüber und lädt mich zum 5-Uhr Apéro ein.

Ich lerne ihren netten Mann, Peter, kennen. Was Isabelle zum "Apéro" auf den Tisch zaubert, nenne ich ein deftiges Nachtessen. Reissalat, Mexikanische Tips, orientalische Hünerflügel, Kabissalat. Das soll Ihr einer Nachmachen !

Um 2000 verziehe ich mich. Schliesslich ist Peter erst angekommen und die Beiden brauchen sicher etwas Zeit für sich, Isabelle war nun 5 1/2 Monate alleine unterwegs und hat sich riesig auf ihren Mann gefreut. Ich kann es nachvollziehen !

 

16.2.15

Nach 11 Stunden Schlaf, ziehe ich den Vorhang auf. Grau-grau und nochmals grau. Es reizt nicht, aufzustehen und doch, es ist nun genug geschlafen.

Während dem Frühstück fängt es an zu regnen. Es regnet so, wie tropische Regen sein können. Das gleiche Gefühl hat man, wenn man im Auto sitzt und durch die Waschanlage geschoben wird. Eigentlich müsste ich mit dem Schrubber raus und das Deck fegen. Ich habe aber keine Lust. Den ganzen Tag regnet es mit nur bkleinen Unterbrüchen. Mir rutscht die Moral in die Hose. Ob ich alles abbrechen soll und über die Azoren das Boot zurück nach Marseille verlegen. Eigentlich schade den lang gehegten Traum aufzugeben.

Rita schreibt mir ein SMS in dem sie für Morgen wieder Sonne ankündigt, dann sehe ja alles wieder anders aus !

 

17.2.15

Es scheint wieder die Sonne. Ich hole den Anker hoch und segle mit Wind querab nach Tortola, wieder in die Bucht bei den Moorings. Dann geht es los. Mit dem Fahhrad, trampe ich in die nächste Bucht, der Nanny-Cay, weil dort die Budget-Yachtsuply einen Laden haben. Ich muss unbedingt einen Adapter finden, mit dem ich auf die amerikanischen Gasflaschen umstellen kann, sonst gibt es dann irgendmal nur noch kaltes Buffet. Niergens finde ich einen solchen Adapter.

Nun noch Einkaufen. Ich finde einen tollen Supermarkt, den ich halb ausräubere. Voll bepackt gehts zurück zum Dingi und zur SAMANTHA.

 

18.2.15

Mit all den verschiedenen Einzelteilen, radle ich zu einem Spezialatelier wo diese zusammengesetzt werden und so gelingt es schliesslich dass ich einen Adapter habe. Auf dem Weg dorthin, werde ich von einem Auto von hinten angefahren und vom Fahrrad geworfen. Glücklicherweise lande ich auf den Füssen und dem Fahrrad hat es auch nichts gemacht. Gezittert habe ich noch eine ganze Weile als ich bereits in dem Laden stand und erklärte was ich brauche. Die müssen wohl gedacht haben ich hätte schon Parkinson in einem fortgeschrtittenen Stadium. Dann aber düse ich zurück zum Boot, hebe den Anker und segle die 18 SM wieder zurück, dahin wo ich gestern war. Es ist eine mühsame fahrt. Der Wind dreht ständig und wechselt von 12 bis 18 KN.

Ich muss voll gegenan und bei einer Wende reisst die Unterliekstreckerleine beim Grosssegel. So geht es etwas langsamer aber ich komme dennoch rechtzeitig in die Bucht zurück. Ich hatte nämlich für heute Abend, Isabelle und Peter zum Nachtessen eingeladen.

Es wird ein netter Abend, und meine mit Reis und Hackfleisch gefüllten Peperoni kommen gut an.

 

19.2.15

Wieder segle ich los. In der nächsten Marina, nur 8 SM entfernt ankere ich und gehe in den Laden um die Leinen zu kaufen. Die haben aber nichts was passt, so segle ich weiter und zurück, dahin, wo ich gestern schon war. Dort bekomme ich die bestimmt. Um einzukaufen ist es zu spät. Ich hocke im Cockpitt bei einem Bierchen und höhre mir die Musik an, die aus der nahe gelegenen Bar herüberkommt. Danach koche ich Fisch. Darauf habe ich nun echt Lust.

 

20.2.15

Um 0900 fange ich die Runden an in den verschiedenen Geschäften.Ich werde fündig. Dann kaufe ich auch noch eine amerikanische Gasflasche. Denn Isabelle hat mir gesagt, dass es schwierig werde eine solche zu finden.

250 US$ muss ich für eine kleine Flasche hinlegen. Das ist doch Wahnsinn. Aber... wer warm essen will, muss da durch.

Dann ist es Zeit den Anker zu lichten und weiter zu fahren. Ich setze mir das Ziel, in die Bucht bei der Foxy-Bar zu segeln, das dürfte nicht allzu lange dauern, bei schönem achterlichem Wind. Es ist ein herrliches Vergnügen. Um 1600 ist es hier 37,3°C im Schatten. Wenn es heute Nacht so richtig Gewittert, würde mich das nicht wundern.

 

21.2.15

Grosses Gewitter gab es nicht aber starke Böen und Regen...Regen...Regen. Die halbe Nacht durch hats geschaukelt und gezerrt. Mehrmals bin ich auf um zu kontrollieren ob der Anker auch hält. Er hat gehalten. Heute will ich nach Anegada, die Insel die man sehen müsse. Anfänglich steht der Wind gut, so dass ich, zwar hart am Wind, aber gut vorwärts komme. Dann dreht er leicht nach Süden und das war falsch. Nur noch als Motorsegler komme ich gegenan und erreiche die Insel knapp vor dem Abend. Der Anker hält nicht und ich drifte ab Richtung Riff, bis ich nur noch 20 cm unter dem Kiel habe. Auch das 2. und 3.Mal will der Anker nicht fassen. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als den 2-Anker zu verkatten. Dann hälts. Eine Crew auf dem Nachbarschiff scheinen mir zuzuschauen. Später kommen sie mit dem Dingi vorbei und fragen ob ich alleine sei. Ja, das bin ich. Sie hätten mir zugeschaut und gesehen wie ich einen super Job gemacht hätte mit dem Ankern. Ok, wenn das so ist !

 

22.2.15

Gegen 1030 miete ich einen Scooter für 2 Stunden. Ich will die Insel sehen und ausklarieren, damit ich Morgen weiterfahren kann, Richtung Kuba. Es ist Zeit, endlich weiterzuziehen. Ich war nun über 3 Wochen in den BVI's. Es ist ein schönes Segelgebiet, aber eben, irgend einmal langts. Ich fahre die Insel ab, sehe 2 bis 3 schöne Plätze, das war's dann auch schon. Die ganze Ostküste entlang führt eine Sandpiste durch Mangrovenbüsche. Hier und da eine Kneipe, wo die Leute davor Schnorcheln gehen. Mich reizt es nicht. Ausklarieren kann ich am Flughafen nicht, der Beamte weiss nicht wie das geht. Obwohl man mir gesagt hatte, dass ich dort Klarieren könne. Na, was solls. Ich lichte am Nachmittag den ( die ) Anker und segle mit Wind querab zurück nach Gorda-Sound, bei der Moskito Insel. Hier ankere ich im Osten der Bucht, weil es da etwas geschützter ist. Der Wind ist immer noch stark und regnen tut es alle halbe Stunde einmal.

 

23.2.15

Schönes Segeln mit achterlichem Wind bis ans Westliche Ende der BVI. Im Westend, da wo ich mit Rita den ersten Stop in den BVI hatte, ankere ich in der Bucht. Es ist geschützt und ruhig hier. Da ich bereits mitten am Nachmittag schon hier bin, gehe ich ausklarieren, einkaufen und ein Bierchen trinken. Hier habe ich Internet und kann mit Rita eine Stunde schwatzen. Es tut so gut.

Leider ist es noch nicht gelungen, mit der Firma "Mouse Immaging" die Internetseite wieder herzustellen. Die haben bei sich mit dem Server ein Problem gehabt und scheinen sich aber nicht zu bemühen, meine Seite zu reparieren. Rita will sich nun der Sache annehmen.

Rita fragt, warum ich so betrübt töne. Ich bin im Moment in einem Dilemma. Eines Teils möchte ich die Reise fortsetzen, andernteils stinkt es mir fürchterlich, weiter alleine zu reisen. Ich weiss noch nicht was ich weiter machen werde. Vorerst geht es nun weiter Richtung Kuba. Dann... werden wir sehen. Schön wäre es, wenn ich jemand finden würde, mit dem ich die Reise gemeinsam machen könnte. Bei einigen Abschnitten, ist es sogar gefährlich, alleine zu sein, besonders in der Südsee. Dort kann man nicht an die "wilden, schönen Plätze" weil die Anfahrten gefährlich sind und jemand vorne Ausschau halten muss.

Vielleicht meldet sich ja eine nette segelbegeisterte Dame, die mit mir die Reise fortführen könnte !

Nach dem ich ein Bierchen getrunken habe, steige ich ins Dingi. Der Boden ist ganz weich und die Luft ist entwichen.

Zurück auf der SAMANTHA nehme ich den Boden heraus und untersuche ihn auf eventuelle Löcher. Nichts finde ich. Nun will ich den Boden wieder aufblasen, hole meine elektrische Pumpe hervor, aber die versagt den Dienst. Was ist denn nun wieder los ? Nach längerem Suchen, entdecke ich, dass bei der Kabelverbindung ein Kurzschluss entstanden ist. Das wird repariert und danach kann ich den Boden wieder aufpumpen. Rudy, der Elektriker !

 

24.2.15

Ausgecheckt habe ich ja schon. So kann ich gleich loslegen. Es ist eine tolle Segelfahrt mit achterlichem Wind in Richtung St Thomas. Hier will ich es nun versuchen, in die USA einzureisen. Auf dem Weg dorthin gibt es eine Passage zwischen 2 Inseln, die ist sehr eng und auf der Karte zeigt es 7,6 m Wassertiefe an. Müsste eigentlich kein Problem sein. Sicherheitshalber rolle ich die Segel ein um unter Motor dort sicher zu manöverieren. Eben als ich in die enge Passage einfahre, kommt mir ein Motorboot mit vollem Speed entgegen und kreuzt mich. Dann.... der Tiefenmesser zeigt 7 Metre, dann 5, dann 4, 3, 2, 1 , Nullkomma 2 dann 0. Mir rutscht das Herz in die Hose und das Adralin spritzt aus allen Löchern. Ich kann es nicht fassen. Dann...5 Meter, 6, 7, 8 ouff... was war das ? Ich bin durch !

Die Erklärung ist die: Das Motorboot hat bei seiner rasanten Fahrt den Boden aufgewühlt und meinen Tiefenmesser blind gemacht. Im  Moment aber weiss man das ja nicht und es gibt auch Fehler auf diesen elektronischen Karten. Diesmal ist es gut gegangen. Die Weiterfahrt bis Amalie, dem Hauptort von St Thomas ist wieder Butterfahrt. Beim Einlaufen in den Hafen kann ich vier Mumienschlepper zählen. Ein beeindruckendes Bild.

Die Suche nach der Immigration geht wie üblich von statten. Ich werde zuerst von einigen Leuten in die falsche Richtung geschickt, dann muss ich den ganzen Weg zurück und bis ans Ende der langen Bucht marschieren. Angekommen, fülle ich die Papiere aus, wobei mir die Dame am Schalter sehr behilflich ist. Dann lege ich mein ESTA-Papier vor. Nun wird es etwas komplizierter. Sie ruft einen "Officer" zu Hilfe. Der kommt aus dem Nachbarbüro, schaut mich an, ich schaue ihn an und beide müssen lachen. Es ist der Gleiche, der mich in Cruz-Bay weggeschickt hatte.

Er könne mich mit diesem Papier nicht einlassen. Ich hätte die Wahl zwischen 2 Möglichkeiten:

1. Ich fahre mit dem Boot zurück, nach Westend, checke dort wider ein und komme mit der Fähre wieder hierher, dann würde der Pass gestempelt. Mit der Fähre wieder zurück zum Boot, dort ausklarieren und dann mit dem Boot in die USA einreisen und einklarieren.

oder

2. Ich kaufe ein Visum für 580 US$.

Ich bin für Option 1.

Die Nacht bleibe ich erst noch hier.

 

25.2.15

Heute gehts den gleichen Weg retour. Gut dass der Wind so weht, dass ich segeln kann.Diesmal fahre ich ganz behutsam in die Passage ein und sehe dass der Tiefenmesser nie unter 5,5 Meter anzeigt.

Ich hatte von Isabelle eine SMS bekommen, dass sie in der Francis Bay ankern würden, ob ich auch käme. In Anaberg, auf St Johns sei am Donnerstag ein Fest mit viel drum herum. Also steuere ich die Francis Bay an. Auf dem Weg sehe ich plötzlich Isabelles Schiff an einer Boye hängen. Ich drehe ab und nähere mich. In eben diesem Moment fährt sie los, kommt an mir vorbei und meldet, dass es hier zu unruhig sei, wir sollen in eine Nachbarbucht gehen. Das tun wir dann auch. Sie sind vor mir dort, legen sich an eine Boye und Isablelle kommt mit dem Dingi und hilft mir beim Aufnehmen meiner Boye. Das ist Service !

Danach Apero und Schwätzchen. Eigentlich bin ich illegal in dieser Bucht, weil sie auf USA Boden ist. Macht mir aber nichts aus.

 

26.2.15

Vormittags segeln wir beide los und gehen in die Watermelon Bay. Dort liegt Anaberg und ab 1000 soll das Fest losgehen. Diesmal kommt Peter mit dem Dingi und hilft mir beim Boyen aufnehmen. Um besser an die Boye ranzukommen beiu dem starken Wind lasse ich das Bugstrahlruder hinunter. Dumm.., denn ich bemerke erst später als das Bugstrahlruder nicht einfahren will, dass sich die Mooringleine verhackt hat. Mit einer Entlastungsleine zihe ich die SAMNANTHA an die Boye ran, tauche hinunter und entwickle die Mooringleine. Nichts ist passiert, und alles funktioniert wieder.

Um 1100 holen die Beiden mich ab. Wir marschieren ein Stück dem Uferweg zwischen den Mangroven entlang bis zu der besagten Zuckermühle in Anaberg. Hier sind die Ruinen der Anlage aus den Jahre 1750 restauriert worden und ein Volksfest ist im Gange. Es sind viele Schulklassen hier und die Kinder bringen zum Teil sehr schöne Darbietungen. So sind das Stelzentänzer, Tanzgruppen, eine Trommlergruppe. Die Lokalen haben Stände aufgebaut und bieten lokale Produkte und vor allem Süssigkeiten an.

Es ist eine nette Abwechslung und wir geniessen diesen Besuch.

Um 1500 sind wir zurück auf dem Boot, zwitschern noch ein Bierchen und Peter, als Elektroingenieur gibt mir noch gute Tips von wegen WIFI-Installationen auf dem Boot.

Wir verabschieden uns und ich fahre noch hinüber nach Westend wo ich wieder ankere und einklariere.

 

27.2.15

Die Nacht habe ich schlecht geschlafen. Die Wecker sind auf 0530 gestellt aber ich bin nervös. Dann klingelts. Frühstücken mag ich nicht und esse nur eine Kachel voller Kornflex. Beim ersten Tageslicht fahre ich zur Fährestation und beziehe einen Platz auf dem Oberdeck.

Die erste Anlaufstelle ist St Johns, die Cruze-Bay. Ob es nun klappt ? Ich bin immer noch nicht sicher, denn es steht im Buch, dass man einen Biometrischen Pass haben müsse, und dne hab eich nicht. Meiner läuft im August ab und ich will versuchen in der Dominikanischen Republik zur Botschaft zu gehen um einen neuen Pass zu bekommen. ( ob das dann auch klappt, bin ich gespannt)

Nun, in der Cruz-Bay bekomme ich den Stempel und das Visum für 90 Tage. Es hat geklappt !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Warum man diesen komplizierten Weg über eine Fähre nehmen muss, wissen wohl auch nur die Götter !

Bereits um 0930 bin ich wieder im Westend. hier wird ausklariert. Ich bezahle nur 1 US$. Warum man jedesmal eine andere Summe bezahlt, (letztesmal waren es 9,15US$ ) weiss Herr Obama wohl auch nicht.

Leinen los und wieder den Weg durch die Passage und nach Amelia.

Ankern und Fussmarsch zur Immigration. Der gleiche Beamte ist wieder dort und freut sich genau so wie ich, dass nun alles doch geklappt hat. Das einklarieren ist 0-Problem und kostet auch keinen Pfennig. Wenn die Amis auch kompliziert sind, geldgierig sind sie scheinbar nicht.

Es bleibt noch etwas Zeit und ich mache einen Spazierer durch das Städtchen. Das ganze Hafengebiet ist ein einziger Verkaufsladen. Vor allem werden hier "Schweizer Produkte",Uhren aller bekannten Marken und Rum und Schmuck, (vor allem Diamanten) angeboten. Es ist eine Zollfreie Stadt und das scheint die Amis in Massen anzulocken.

Draussen im Boot geniesse ich eine Schaukelpartie vom feinsten. Macht aber nichts aus. Zum ersten Mal übernachte ich legal in den USA-Virgin Islands. Ich hisse auch die Ami-Flagge unter der Steuerbordsaling, und trinke einen Whisky auf diese administrative Odyssee.

 

28.2.15

Bereits der letzte Februar ! Die Zeit läuft wie verrückt. Es weht eine steife Brise die ich benutzen will um weiter zu kommen. Ziel Culebra, die Insel vor Puerto Rico. Die gut 20 Meilen segle ich herrlich vor dem Wind mit dauernd 6 Knoten. Schon anfang Nachmittag segle ich in die Ensada Honda, eine riesige Bucht ein. Es hat hier Platz zum versauen und ich stecke 40 M Kette bei nur 8 m Wassertiefe. Das ist beruhigend, denn es sind starke Winde angesagt. Nachmittags beginnt es zu stürmen und regnen, was das Zeug hergibt. Bei einer kleinen Aufhellung gegen 1600 setzte ich mich ins Dingi und gehe auf Erkundungsfahrt. Es gibt nichts, was man ein Städtchen oder Dorf nennen könnte. Nur vereinzelte Häuser und eine Bar, die heisst Dingi-Dock. Hier ist Betrieb. Einige ganz kuriose Gestalten hocken hier beim Bier (zT nicht das erste). Auch ich genehmige mir eins und bin erstaunt, dass hier das Fläschchen wieder, wie in St Marteen, nur 2 US$ Kostet. In Westend waren es 4,5 US$. Dann schüttet es wieder und ich muss abwarten bis ich ein trockenes Slot finde um zurückzufahren. Am Abend schaue ich noch einen Film, denn die Tage sind lang, wenn man bereits um 1400 schon am Ziel ist und es nichts gibt zum anschauen. Nur in einer Bar zu hocken und mich volllaufen zu lassen wie das viele andere tun, ist nicht mein Ding.