REISEBERICHT -Dezember 2015

Bei einem  Raclette-Abend bei Alex  und Beatrice , die wir in den BVI’s beim Segeln kennen gelernt haben, fragte ich so ganz nebenbei, ob sie nicht Lust hätten, mit mir ein Stück der Reise mitzumachen. Sofort wurden die Äuglein von Alex gross und glänzend. „Ja gerne“ war die spontane Antwort. Drei Tage später hatte er das OK seiner Vorgesetzten in der Tasche und wir trafen uns um die Flüge nach Guatemala zu buchen.
Die verbleibenden 3 Wochen bis zum Abflug flogen  durch packen, 2 kleinere Jobs fertigstellen und die sonstigen Vorbereitungen  nur so dahin.
Am 27. November um 0500 trafen wir uns  vor dem KLM Schalter in Zürich. Danach wurde die Reise zur Routine. Über Amsterdam und Atlanta erreichten wir Guatemala City. Hier hatte ich über Internet eine Absteige gebucht. Wie so oft sah die Wirklichkeit nicht ganz so toll aus wie auf den Bildern im Netz, aber es war sauber und die Bedienung freundlich.  Wir hatte ja eh nur kurze Zeit zum Schlafen, denn am Morgen mussten wir den Bus nach Rio Dulce besteigen. Fünf Stunden im Bus und wir standen am Steg und warteten auf Luvin, dem Marina-Besitzer, der uns abholen kam.  Es war vier Uhr als wir dann endlich unsere SAMANTHA  entern konnten. Schnell mal den Strom einstecken, den Tank mit Wasser füllen , die Betten beziehen und schon waren wir am Anfang unserer Reise.
Mit dem, aus der Bagskiste gehievten Dingi fuhren wir über den See zu Florian in die Lodge und genossen ein herrliches Abendessen.  Im Tiefschlaf überlebten wir die erste Nacht wieder auf der SAMANTH

 

29.11.15

Der Tag fängt hier früh an.  Es gibt so viel zu tun, bis alles wieder eingerichtet, ausgepackt, verräumt und geputzt ist. Man merkt schon, dass das Boot  6 Monate in tropischem Klima gelegen hat. Luvin hat es ja wie versprochen, aussen sauber gehalten und  hin und wieder gelüftet, aber  eine 6 monatige Regenzeit geht nicht ohne Spuren zu hinterlassen vorbei. Zudem ist dieses Jahr, seit 15 Jahren wieder einmal das Wasser im See um einen Meter gestiegen. Dies hat unser Boot nicht berührt, aber überall und in der Stadt sind viele Häuser im Wasser. Wir gehen es langsam an und erledigen Eins nach dem Andern.

 

30.11.15

Alex wird in den Mast gehievt um das defekte Pully auszutauschen und eine Leine so anzubringen, dass nichts kaputt geht, falls wir in Livingston wieder gekrängt werden müssen um über die Sandbank zu kommen.
Grosseinkauf im Supermarkt, nachmittags und wir können heute die erste Mahlzeit uaf dem Boot geniessen.

 

01.12.15

Beim Testlauf aller Geräte stelle ich fest, dass der Unterliekstreckermotor streikt.  Währen dem ich mir diesen zur Brust nehme hört Alex unserem Freund Horst zu. Horst ist auch wieder hier. Als wir uns letzten Juno trennten, wollte er wieder Richtung Florida, hat es aber auch diesmal nicht geschafft und ist wieder zurückgekehrt. Zwei Tage vor uns kam er zurück, und das geht nun schon seit sieben Jahren so.
Beim Motor stelle ich fest, dass sich ein Anschlusskabel gelöst hat, aber auch dass eine der beiden Kohlen gebrochen und nicht mehr  brauchbar ist.  Eine solche, gleiche Kohle zu bekommen wäre mit einem Sechser im Lotto vergleichbar.
Wir suchen das ganze Dorf ab, ohne Erfolg. Schliesslich kaufe ich in einem Werkzeugladen  ein  Paar Kohlen die  zusammen grösser sind als die, die ich brauche.  Auf dem Schiff klebe ich die beiden mit Sekundenkleber zusammen und feile dann den übergrossen Klotz in die richtige Form , verlöte die Kabel und  schliesse das Ganze an.  Es funktioniert!

 

02.12.15

Wieder hat es die halbe Nacht geregnet und der Morgen ist trüb und grau.  Nochmals in die Stadt, noch einiges besorgen und bei Tom, der Schweizer, der ein Restaurant/Bar hat und gutes Brot backt, noch 5 Stück Brot kaufen und ein Bierchen trinken, Dann sit auch dieser Tag schon wieder vorbei.

 

03.12.15

Wir legen los. Alex nimmt die SAMANTHA zum ersten Mal in die Finger. Wir fahren unter der Brücke durch in den Lake Izabal. Dieser See ist gleich gross wie der Bodensee, aber nur so ca 13-15 m tief. Kein Mensch treffen wir an, müssen allerdings eine grössere Stracke Motoren, denn  es hat heute wenig Wind.  Den Abend verbringen wir in einer einsamen Bucht und geniessen die Stille.

 

04.12.15

Nach dem üblich kopiösen Frühstück fahren wir mit dem Dingi zu einem Restaurant, legen  dort an und müssen erst einige Meter durch das Hochwasser zur Strasse waten. Ca 2 Km entlang einer Strasse spazieren wir zu dem dort belkannten warmen Wasserfall.  Hier geniessen wir ein Bad in Badewannenwarmem Wasser. Ein herrliches Erlebnis. Zurück im Restaurant trinken wir ein Bierchen und halten ein Schwätzchen mit der Besitzerin. Alex spricht gut Spanisch, was natürlich ein Vorteil ist. Die Frau klagt darüber, dass sie wegen dem Hochwasser seit einem Monat keine Gäste mehr gesehen haben, aber alle Kosten  weiter laufen.
Wir segeln danach weiter, quer über den See zur Denny’s Beach., wo man gemäss Horst ein gutes Frühstück geniessen könne. Wir aber haben darauf keinen Bock, denn unser Frühstück, mit Brot (heute gibt es Zopf, den Alex gestern Abend noch gebacken hat), Spiegelei und Speck, Konfitüre,  Honig und Jogurt , kann  man nur schwer doppen.

 

05.12.15

Die Nacht war etwas unruhig, dafür scheint am Morgen die Sonne.
Langsam bekommt Alex das Gefühl für die SAMANTHA. Es sind halt schon viele spezielle Sachen und auch eine etwas komplizierte Technik auf diesem Boot.  Aber wie ein alter Hase bringt es uns zurück zu Luvin, wo wir nochmals festmachen u d den Wassertank  auffüllen. Ein letzter Besuch bei Florian. Ich esse Spare-Rips und Alex geniesst den Gulasch mit Spätzle. Bei Florian isst man so richtig typisch schweizerisch.

 

06.12.15

Direkt nach dem Frühstück verabschieden wir uns von der Familie Luvin, legen ab und  Alex steuert die SAMANTHA  den Fluss hinunter nach Livingston. Hier legen wir uns vor Anker, und besteigen das Dingi.  Mit dem  elektronischen Handtiefenmesser wollen wir eine Passage suchen wo wir morgen ohne Hilfe ausfahren können. Ein netter Fischer zeigt uns, wo die beste Fahrrinne ist. Wir messen und messen und finden 2,4 m Wassertiefe. Das müsste genügen. An Land nehmen wir uns eine Peilung. Die wollen wir morgen dann suchen und so ohne Hilfe ausfahren. Darauf muss ein Bierchen getrunken werden.

 

07.12.15

Das Ausklariueren ist wieder so eine Sache. Hierhin, dorthin, dann wieder zurück und nochmals irgendwo hin, Schliesslich ist es 1000 und wir haben die Papiere, heben den Anker und suchen unsere Peilung. Puh…  aufgelaufen.  Weiter nach  Osten…. Puh… wieder aufgelaufen.  Nach dem  fünften Versuch  sind wir dann froh als „Mally“ uns zu Hilfe kommt,  Zuerst versucht er uns vorwärts über die Bank zu ziehen, bis dann gar nichts mehr geht. Jetzt ist es an der Zeit, die extra dafür angebrachte Leine zu benutzen.  In heftiger Schräglage gelingt es dann endlich uns ins freie Wasser zu bringen.
Ab nun steuern wir abwechslungsweise den ganzen Tag  und die folgende Nacht  in Richtung Utila, eine Honduras vorgelagerte Insel.  Nachts wechseln wir uns alle 2 ½ Stunden ab.  Leider habe ich das Pech, ständig im starken Regen draussen sein zu müssen. Gut dass die  AMEL ein angenehmes Sonnen / Regendach hat. Wie gesagt, die Nacht ist stürmisch und mit mir gemein. Alex hat guten Wind zum Segeln, wenn er auf Wache ist, scheint aber den Wind mit in die Kabine zu nehmen, wenn ich raus muss. Ich darf dann mit Wind auf der Schnauze den Motor ankicken

 

08.12.15

So wie der Tag langsam erwacht sehen wir unser heutiges Ziel. Eine kleinere Insel.  In der Bucht lassen wir den Anker  zwischen fünf anderen Booten fallen. Als dieser auch nach dem zweiten Versuch nicht hält, wird verkattet  ( 2 Anker zusammen gekoppelt ), dann ist die SAMANTHA endlich sicher. Bevor wir an Land gehen, warten wir noch eine Stunde bis es aufhört zu regnen.
Die Einklarierungsprozedur ist nichts Besonderes und nach ½  Stunde erledigt. Das Dorf selber ist ebenfalls nichts was einem vom Hocker wirft, abgesehen von den vielen „Aussteigern“ die sich hier tummeln. Die Einheimischen sind sehr nett und zuvorkommend. Die meisten sprechen auch gut Englisch, vermutlich, weil sich hier viele Amis zur letzten Ruhe niedergelassen haben.

 

09.12.15

Langsam entwickle ich mich wieder zum Langschläfer. Erwacht bin ich nach 10 Stunden Schlaf um 0730. Alex ist bereits seit 0600 wach. (Jugendliche brauchen eben weniger Schlaf als Senioren !)
Nach dem Frühstück packen wir das Dingi für unsere Expedition. Gestern haben wir uns nach einem Gefährt erkundet. Damit wollten wir heute die Insel erkunden. Nichts gab es auf einer Karte zu sehen die uns ein netter Barbesitzer geliehen hat. Keine Strassen, nur eine Stück dem Strand entlang ist als solche eingezeichnet. Wir fahren mit dem Dingi los, und finden eine Lagune in die wir einfahren. Gemäss Karte gibt es einen Bach, der quer durch die Insel führt und auf der anderen Seite in einer  Bucht endet. Mal schauen. Wir finden den Zufluss und fahren mit dem Dingi durch eine Mangrovenlandschaft die uns das Staunen lehrt. Eine unglaubliche Pflanzenwelt. Ein richtiges Dschungelabenteuer. Nach einer halben Stunde etwa kommen wir auf der anderen Seite in die besagte Bucht. Nun wollen wir dem Strand entlang den Rest der Insel umrunden. Schneller gesagt als getan. Vor der Bucht liegt ein Riff. Beim Überfahren dieses  Riffs schlägt der Propeller an einem Korallenstock an und dreht durch. Der Splint, der den Propeller mit der Achse verbindet ist abgescheert.  Wir rudern zurück an den Strand um den Schaden zu begutachten. Wir sind mitten in der Pampa. Keine Menschenseele weit und breit und der Weg zurück ist sehr..sehr ..lang.
Mit einem Stück, am Strand angeschwemmten Plastikrohr und einer am Strand liegenden Bierbüchse gelingt es den Propeller wieder provisorisch zu fixieren, so dass wir die Heimfahrt antreten können. Wir kommen dann damit bis zur letzten Bucht vor unserem Ziel. Hier schnorcheln wir in schön sauberem Wasser und seit langem kann ich wieder einmal Fische sehen. Dank den operierten Augen, ist für mich nun auch das Schnorcheln wieder mehr Vergnügen, denn nun sehe ich alles wieder klar.
Kaum haben wir abgelegt, streikt der Motor wieder. Der Splint ist wieder herausgerutscht und einen Ersatz haben wir nicht. Provisorisch kann ich nochmals den Propeller befestigen so dass wir die Reise weiterführen können. Jetzt darf nichts mehr passieren, denn wir haben nichts mehr, womit wir auch nur provisorisch eine Reparatur durchführen könnten.
Gott ist uns gnädig. Wir kommen langsam und behutsam zurück zur SAMANTHA.
Neben uns entdecken wir die KALEA mit Iris und Martin. Sie wollten doch nach Mexiko, haben aber scheinbar falsch navigiert oder die Meinung geändert.
Nun gilt es den Dingi-Motor zu reparieren, was ich dank all meiner Hilfsmittel an Bord wohl hinkriegen muss.

 

10.12.15

Bei der Überfahrt nach Roatan ist leider der Wind nur  kurze Zeit zu Gast. Mit trottendem Motor schleichen wir der Insel entgegen. Es ist ca 1500 als wir in der Half Moon Bay eine Gruppe von Segelbooten entdecken. Bei der Ansteuerung des Ankerplatzes laufen wir am Riff auf. Da Alex sehr langsam gefahren ist, merkt man das Aufsitzen kaum. Wir gehen ein Stück zurück und werfen den Anker auf einer klar sichtbaren Sandfläche.  Hier reizt es einem zum Baden, denn das Wasser ist klar und man sieht ein schönes Korallenriff. Nach dem Badevergnügen werden wir von 2 Kerlen angesprochen, die mit dem Boot zu uns kommen und erklären, dass wir riesigen Ärger bekommen können, wenn wir hier den Anker im Riffbereich setzen. Ich erkläre ihnen, dass wir aufgesessen sind. Es gebe eine markierte Durchfahrt und wir müssten uns sofort verlegen. Die Durchfahrt finden wir dann auch, obwohl diese auf unserer Karte nicht eingezeichnet ist. Es wird gerade Nacht, als wir den Anker setzen und sichern können.

 

11.12.15

Gleich nach dem Frühstück rudern wir im Dingi ans Riff und gehen eine Stunde Schnorcheln. Das Riff ist ganz nett, aber die Fische kann man an einer Hand abzählen.
Gegen Mittag legen wir los, fahren wieder durch die schmale Schneise hinaus aufs offene Meer. Da auch heute kein Wind blässt, die Sonne aber tüchtig scheint ist es heiss. Wir messen 38°C im Schatten, mit 65% Luftfeuchtigkeit. Im Trottgang verlegen wir uns  in eine Bucht an der Westküste der  Insel. Neben French Harbour sehen wir ein Ankerfeld mit etwa 10-12 Segelbooten.  Bei der Ansteuerung laufen wir wieder auf einer Sandbank auf und müssen  richtig kämpfen um wieder frei zu bekommen. Vorsichtig schleichen wir uns auf einem anderen Weg zum Ankerplatz.  Bei Tom, einem angewurzelten Australier, genehmigen wir uns ein Bierchen. Hier in der Bar sind alle Segler versammelt. Wir vernehmen, dass praktisch alle, bei der Anfahrt aufgesessen sind. Das tröstet.
Tom gibt uns auch Informationen, wo wir den Müll entsorgen können und wo wir morgen einen guten Supermarkt finden würden.

 

12.12.15

Heute ist Peters Geburtstag. Ich hatte geplant im Dorf eine Wifi-Station zu finden um mit Ihm über Skype gratulieren zu können. Aber nichts ist. Wir sind weit weg von der Zivilisation. Mit dem Dingi fahren wir dort hin wo uns Tom angegeben hat, dass wir den Supermarkt finden würden. Tatsächlich, es sind nur wenige Schritte und wir stehen in einem Supermarkt, in dem uns die Augen anfangen zu leuchten. Die haben hier ein Sortiment !  Wir brauchen allerdings nur wenig, decken uns aber nochmals tüchtig ein für die nächsten Tage, von denen wir nicht wissen was sie uns bringen.
Auf dem Heimweg zur SAMANTHA  finden wir noch eine Bar in einem Resort. Das Bier kostet hier das doppelte, dafür ist alles sehr sauber und es gibt Wifi. Leider zu spät um mit Peter zu kommunizieren. Wir haben ja 7 Stunden Zeitverschiebung. Wir fragen den netten Barmann, warum niemand da sei. Es sei zwar Crusing-Ship-Saison aber es sei dieses Jahr sehr  ruhig. Normalerweise hätten sie so zwischen 400 und 600 Gäste um diese Zeit. So wie es aussieht, hat nicht nur der Schweizer Tourismus schlechte Zeiten!
Eigentlich wollten wir heute noch losfahren, verschieben aber die Abfahrt auf Morgen, denn es ist bereits früher Nachmittag als wir mit allem fertig sind. Alex bäckt noch einen Zopf für den morgigen Sonntags-Frühstückstisch.

 

13.12.15

Los geht’s, sachte suchen wir unseren Weg durch die Korallenwelt und zwischen den Untiefen hindurch hinaus aufs offene Meer. Diesmal geht es ohne Aufsitzen.
Erst können wir wunderbar segeln, kommen aber einfach nicht richtig vorwärts, da wir den ganzen Tag aufkreuzen müssen. Der Wind weht gut, aber aus der falschen Richtung.
Am Nachmittag  stellen wir fest, dass wir an unserem gewollten Tagesziel erst spät Abend ankommen würden. Wir drehen ab und gehen in einer Bucht vor Anker. Es ist nicht besonders ruhig, aber die geschützten Plätze liegen alle hinter Korallenriffen, so dass wir und davor im offenen Meer hinlegen müssen.

 

14.12.15

Wir sind beide froh, dass es Morgen ist und wir loslegen können. Es war eine echte Schaukelei die ganze Nacht und Alex hat kaum geschlafen. Schnell sind wir wieder im tiefen Wasser und können die Segel setzen. Heute erreichen wir ohne Problem, das gestrige Tagesziel, die Insel Guanaja. Die Einfahrt ist hier besonders schwierig, da man mehrere Riffe umschiffen muss. Dank unseren  Navionics-Karten auf dem I-Pad gelingt die Einfahrt ohne Problem. Alex steuert und ich gebe die Richtungs-Anweisungen.  Schliesslich lassen wir den Ankere vor dem Dorf fallen. Das Dorf ist komplett auf einer sehr flachen Insel gebaut. Am Dock finden wir Benzin fürs Dingi. Danach  spazieren wir durch das Dorf. Die Hauptstrasse (so ist sie beschriftet ) ist ca 1,5 m breit. Eine Ringstrasse, auch nur 1,5 m breit, führt an allen Häusern vorbei. Die Häuser sind Bretterhütten, alle aneinandergebaut,  und auf Pfählen die im Wasser stehen. So hat jedes Haus fliessend Wasser.
Die Leute sind unglaublich nett und freundlich.  Wir finden dann auch die Immigration, wo wir mit Handschlag begrüsst werden. Die Ausklarierungsprozedur hier dauert ungefähr eine Stunde, dann wird uns gute Reise gewünscht und wir haben Stempel im Pass.
Nächste Etappe ist die Capitaneria. Hier treffen wir auf einen Kapitän, der der kleine Bruder von Louis de Funes sein muss. Wir amüsieren uns köstlich ab diesem Komiker, aber zu guter Letzt, haben wir die Ausreisepapiere und auch hier wird uns mit einem warmen Handschlag eine gute Reise gewünscht.
Noch ein kleiner Stop im Tante Emma Laden um unseren Zwiebelvorrat zu ergänzen, dann geht’s wieder ab zum Boot. Zwischenzeitlich ist es 2 ½  Stunden später und schon bald wird es dunkel. Hier in der Gegend geht die Sonne um 1815 unter und steht  in der Früh um 0515 auf.

 

15.12.15

Der Weg hinaus aufs Meer ist wieder leicht zu finden, einfach genauso hinaus wie gestern hinein, dann kann nichts passieren.
Den ganzen Tag segeln wir bei herrlichem Wind, aber auch hier müssen wir Aufkreuzen und so kommen wir  nicht gut vorwärts. Unser nächstes Ziel ist die Insel Providencia, die zwar vor Honduras liegt, aber zu Kolumbien gehört. Um aber zu dieser Insel zu kommen, müssen wir um die Ostspitze von Honduras einen weiten Bogen machen, denn etwa hundert Meilen vor diesem Kap ist es sehr Untief. Zum Teil sind es nur noch 2 ½ Meter und das  kann unangenehm werden.
So segeln wir den ganzen Tag und die Nacht hindurch. Wir wechseln uns alle 2 ½ Stunden ab.

 

16.12.15

Es ist 0700. Ich bin noch auf Wache. Alex kriecht aus der Koje und wir bereiten unser Frühstück vor.
Nonstop kreuzen wir gegen den Wind, der aber ständig leicht die Richtung ändert, so dass wir mit Wenden und Kurs korrigieren dauernd beschäftigt sind.
Um 1500 schläft der Wind dann komplett ein. Herr Yanmar wird zu Hilfe gerufen. Vorteil beim Motoren ist, dass die Batterien geladen werden und der Wassermacher unseren Tank auffüllen kann.
Es wäre Zeit wieder einmal einen Fisch zu fangen. Bisher sind alle Versuche gescheitert an der Tatsache, dass  ich die Angel nie als ein paar Minuten nachschleppen konnte, ohne dass ich einen Plastiksack oder Seaweet am Haken hatte. Zum Teil sieht es hier draussen aus, als hätte jemand irgendwo eine Müllhalde ins Meer entsorgt. Gegen Seaweet kann man nichts tun, das sind Pflanzen,die in grossen Flächen an der Mee4resoberfläche schwimmen, aber gegen diesen Müll habe ich wirklich eine Aversion.
Die ganze Nacht hindurch läuft der Motor und schiebt uns langsam gegen den Wind zu einem von uns angenommenen Wendepunkt. Die unerfreuliche Motorerei wird wenigstens kompensiert durch einen klaren Sternenhimmel, den es so in seiner  Intensität bei uns zu Hause nicht so zu bestaunen gibt.
Alle 2 ½ Stunden machen wir Wachwechsel und so geht die Nacht schnell vorbei. Viele Schiffe gibt es nicht zu sehen .

 

17.12.15  
 

Es ist 0430 als mich Alex aus einem Tiefschlaf holt. Es ist meine Wache. Wie nach jeder Nachtfahrt kann ich gegen 0500 sehen wie sich der Horizont im Osten langsam erhellt und dann gegen 0600 steigt die Sonne am Treffpunkt zwischen Himmel und Wasser aus dem Meer. Jedes Mal, und wenn es das hundertste Mal ist, ein Schauspiel das fasziniert. Dann werden alle Geräte wieder auf Tageswlicht umgeschaltet, die Positionsleuchten ausgemacht und der Radar abgeschaltet. Es beginnt ein neuer Tag. Zuerst wird die Morgendusche genossen, neue Klamotten angezogen, Rasiert und gekämmt. Dann warte ich auf Alex, der heute etwas länger schläft, denn seit einer Stunde fahren wir wieder unter Segel und der Motor brummt nicht mehr.
Nach dem üblichen Frühstück heisst es segeln und langsam aber sicher dem nächsten Ziel entgegensteuern. Ob wir für die bis Providencia verbleibenden 200 Seemeilen Luftlinie noch 2 oder 3 Tage brauchen wissen wir noch nicht, es hängt alles vom Wind ab. Diese Ungewissheit, aber auch die Ruhe und Geduld dazu ist etwas was das Langfahrtensegeln so Unterschiedlich zu Ferientörns macht. Bei Ferientörns weiss man wann man wo einfährt oder Ankert, auf Langfahrt eben nicht.

 

18.12.15

Die Nacht war für mich nicht allzu lange, denn es war richtig Action auf meiner Wache.  Wir müssen ja vor Honduras durch eine flache Stelle, die sich bis etwa 100 km vor dem Festland ausdehnt hindurchfahren. Auf den Karten , im Plotter, wie auch auf dem I-Pad mache ich einen Weg aus der uns um alle Untiefen herumführt. Diese Strecke markiere ich mit Wegpunkten auf dem Plotter. Nun gilt es , auch ohne Sicht , genau von einem Wegpunkt zum nächsten zu steuern und so heil durch die Gegend zu kommen. Plötzich  piepst der Alarm und meldet, dass ich die eingestellte Mindesttiefe von 10 m unterschritten habe. Das Adralin steigt im gleichen Tempo, wie uns der Seeboden entgegenkommt. 8m….6m…5m…4m…, was soll ich machen ? Segel  einrollen um zu bremsen, Motor  anlassen um zu bremsen ? Alles schneller gesagt als getan… und der Boden steigt an. Ich weiss,  dass es rechts tiefer sein muss, also drehe ich um 60° ab. Ouff…. Der Tiefenmesser steigt wieder an und geht schnell auf 15m.  Nun kann ich wieder den Alten Kurs einschlagen und die in der Karte nicht markierte Untiefe umschiffen.  Der Adralinspiegel  senkt sich noch nicht, denn  gleich vor mir mache ich auf dem Radar ein Schiff aus, das unseren Weg kreuzt. Es ist ein Fischerboot, das kann ich mit dem Feldstecher ausmachen. Aber es ist eines, das mit Schleppnetz fischt. Ich möchte nicht im Netz hängen bleiben, deshalb drehe ich ab und umrunde dieses in weitem Bogen. Die Action-Time geht weiter mit einem Regenschauer und Böen die es verunmöglichen das Boot zu kontrollieren. Es gibt nichts Ärgerlicheres als dauern wechselnde Winde, speziell, dann, wenn man in einem Gebiet mit Untiefen segeln muss und man nicht freie See vor sich hat.
Schliesslich ist es Zeit, Alex zu rufen. Wegen der Aktionen habe ich die Weckzeit um 20 Minuten verpasst. Er übernimmt nun um 0220  und ich gehe schlafen. Meine nächste Wachzeit beginnt um 0430. Ich schaue blöd aus der Wäsche als ich dann um 0615 erwache und die Sonne bereits über den Horizont blinzelt. Alex hat mich einfach schlafen lassen in der Meinung das täte mir gut.
Dafür ernenne ich Ihn zum „ Präsident der Gesellschaft für den Einsatz zur artgerechten Haltung von Faultieren“. Ich werde mich dafür mit einem speziell hergerichteten Frühstück revanchieren, sobald er dann von seinem Schlafstündchen aus der Koje kriecht.
Nach dem Frühstück, mit Rührei und Speck, sitzen wir im Cockpitt und geniessen es, dass sich der Wind stabilisiert hat und wir direkten Kurs zu unserem Ziel ansteuern können.
Dann aber, als ich das Grossegel einrollen will, funktioniert das nicht. Eine kleine Leine hat sich am Baumende verheddert und somit den Unterliekstreckermotor zum Erliegen gebracht.
( das Unterliek ist die untere Kante vom Grossegel und der Unterliekstreckermotor zieht das Grossegel dem Baum entlang, so dass das Segel gespannt ist ). Hier wird eine Reparatur notwendig wenn wir nächstes Mal vor Anker liegen.
Während dem Vormittag kommen drei Mal ein kleines Fischerböötchen mit je 4 Mann Besatzung vorbei. Es sieht aus als wollten die etwas von uns. Die Ersten fragen ob wir Hummer kaufen wollen. „Nein danke“ . Ob wir Wasser für sie hätten. „Ja“ Wir geben ihnen eine Flasche aus unserem Vorrat . Sie bedanken sich herzlich und wünschen uns frohe Weihnachten.
Die anderen beiden Boote kommen nur in die Nähe um zu grüssen, dampfen aber gleich wieder ab. Diese Kerle sind schon sehr mutig. In diesen kleinen Böötchen, hier draussen, fast 100 km vom Land entfernt und nur mit einem Aussenborder bestückt. Aussehen tut es wie die Flüchtlingsboote die im Fernsehen gezeigt werden. Die Besatzungen sind allesamt schwarz und kommen vermutlich von Honduras her.

 

19.12.15

Zur Frühstückszeit erreichen wir den Wegpunkt direkt vor der Insel Providencia. Diese Insel liegt direkt vor Honduras, gehört aber zu Columbien, das weit weg ist. Die Einfahrt in die Bucht ist sehr heikel und mit Untiefen gespickt. Vorsichtig navigieren wir, Alex am Steuer und ich mit dem I.Pad nebendran. Dauernde Kotrolle auf der Karte ist notwendig und fordert volle Konzentration.
Schliesslich erreichen wir das Ankerfeld vor dem Dorf. Etwa 10 andere Boote liegen auch hier.
Erstens wird gut gefrühstückt mit Speck und Spiegeleier. Das  haben wir verdient, nachdem diese Überfahrt ganze 4 Tage und Nächte gedauert hat, statt deren 2, gemäss den berechneten Meilen. Nur, wenn man ständig hart am Wind segeln muss und dazu noch den Untiefen auswichen, dann geht es eben nicht so schnell.
Nach dem Frühstück holen wir das Dingi aus der Bagskiste und setzen den Motor auf.
Die Arbeit ist noch nicht fertig, bevor auch der Unterliekmotor am Grossegel repariert ist. Hier habe ich mit dem Phasenprüfer schnell herausgefunden, wo der Fehler liegt. Ein Kabel im Motor hat sich gelöst und wird nun neu eingelötet. Danach ist auf der Samantha alles wieder in Ordnung und wir können an Land um einzuklarieren. Nach einer Weile und  etlichen Fragen finden wir Herr Busch in seinem Büro. Herr Busch nennt sich Shipagent, hat aber das halbe Wohnzimmer voller Matratzen, bis unter die Decke hoch gestaut. Ich vermute dass er eben auch noch Matratzenhändler ist. Trotzdem füllt er alle Papiere aus, telefoniert der Immigration und der Hafenpolizei, die dann zu Herr Busch ins Büro kommen und ebenfalls die gleichen Fragen stellen und Papiere ausfüllen.
Im Haus neben Herr Busch bestellen wir 2 Roller für Morgen, dann machen wir noch einen Stop im Internetladen, dem einzigen Ort auf der Insel, wo man eine Wifi-connection bekommt. Nach einigem hin und her funktioniert dann auch tatsächlich die Verbindung zum Internet, was uns ermöglicht, die Wind und Wetterprognosen für die nächsten Tage zu prüfen. Der Entscheid fällt dann auf den direkten Kurs nach San Blas, übermorgen.
Ein Versuch, im Dorf, in einem der 4 Supermärkte etwas frisches Obst zu kaufen misslingt total. Alles ist schon halb verfault und würde kaum den Weg bis zum Boot heil überstehen.
Zurück auf der SAMANTHA ist es Zeit für den Apero und danach einem guten Abendessen.
Gleich nach dem Essen verschlägt es uns beide in die Kojen zu einem Tiefschlaf.

 

20.12.15

Heute ist Lazy-day. 
Wir holen um 0900 die Roller ab und beginnen unsere Fahrt rund um die Insel. Obwohl wir immer und überall, von der Strasse  abgewichen sind  und Beaches und sonstige Punkte angefahren haben, sind wir mittags bereits wieder zurück am Ausgangspunkt. Nun stellen wir die Roller ab und wandern zur Nachbarinsel, Sta Catalena. Hier führt uns ein Pfad dem Ufer entlang an verschiedene Schnorchelplätze.  Zwei Stunden wandern  tut gut und die Beine danken es, wieder einmal richtig bewegt zu werden.  Auf dem Rückweg setzen wir uns in ein  Restaurant am Wasser und geniessen einen Teller mit Fisch und Reis und dazu ein kühles Bier. Bei 30°C im Schatten schmeckt ein kühles Bier besonders gut. Bei den Rollern zurück ist es immer noch erst angefangener Nachmittag. Wir fahren noch ein zweites Mal um die Insel, gehen noch andere Plätzte anschauen, finden aber überall das Gleiche.  Zurück im Dorf können wir die Roller nicht zurückgeben, da der Laden geschlossen ist. Wir hatten zwar angemeldet, dass wir zwischen vier und fünf  zurück seien, wurden aber nicht aufgeklärt, dass dann keiner da sei. Die Schlüssel geben wir schliesslich in der Bar vis-a-vis  ab und gehen zu8 Herr Busch, wo unsere Pässe mit den Ausklarierungspapieren bereit sind.
Mich haut es aus den Schuhen, als Herr Busch erklärt, er möchte 150 USD. Ich argumentiere eine Weile, bis er dann schliesslich mit 60 USD zufrieden ist. Das ist ja die absolute Frechheit, was Herr  Busch hier versucht hat. Ob er ein Neffe von George W. Busch ist ?
Zurück auf der SAMANTHA geniessen wir  noch eine ruhige Zeit mit Apero, Nachtessen  und einigen Runden Back-Gamon, bevor wir uns in Erwartung der morgigen Überfahrt aufs Ohr legen.

 

21.12.15

Die ganze Nacht hat es stark geblasen. Ich freue mich auf die Fahrt, die sportlich werden dürfte.
Eine drei viertel  Stunde motoren wir auf demselben Weg hinaus, wie wir reingefahren sind. Dann sind wir endlich im tiefen Wasser und können den Kurs zu den San Blas Inseln direkt ansteuern. Die  SAMANTHA rauscht ab als würde sie die Freude mit und teilen. Dauernd machen wir Fahrt zwischen 7,5 und 8,5 Knoten. Die Wellen werden mit dem Verlauf des  Tages immer höher, bis sie schliesslich auf 5 Meter angestiegen sind. Abends wird die See immer rauher, der Wind bauscht zT auf auf 30 KN. Die Fahrt wird immer sportlicher. Die SAMANTHA durchpflügt die Wellen, kann aber hin und wieder nicht vermeiden, dass eine Welle unterlaufen wird, die sich dann über das ganze Boot ergiesst, so dass wir selbst unter dem Dach nicht trocken bleiben. Bei meiner Mitternachtswache Reffe ich die Segel soweit dass die Fahrt etwas ruhiger wird. Auch wenn wir etwas an Geschwindigkeit einbüssen, ist das doch angenehmer und wir sind ja schliesslich nicht an einer Regatta. Sowohl Alex, als auch ich können die uns zugeteilten Schlafzeiten gut ausnutzen und beide verfallen wir jeweils in einen Tiefschlaf. Schön ist es halt, noch jemanden an Bord zu haben auf den man sich verlassen kann. Ich schlafe da doch wesentlich besser, als wenn ich alleine auf Fahrt bin.
Ein paar Böen und Regenschauer sind eine, nicht unbedingt gewollte, aber leider natürliche Abwechslung in der sonst eher geruhsamen Nachtfahrt.

 

22.12.15

Mit  durchschnittlich 5 Knoten hatte ich unsere Fahrt berechnet. Da wir aber nahe bei 8 Knoten  sind, werden wir noch heute Nacht, statt morgen Früh in San Blas ankommen. Beim Sonnenaufgang heute früh ist es recht diesig. Ein Cargo-Schiff von über 200 m Länge sehe ich zwar auf dem AIS-Bildschirm, kann es aber draussen nicht sehen, bis wir dann mal beide auf dem Kamm einer Welle  sind. Die See ist nach wie vor recht ungestüm und daher die Sichtbarkeit eines  Bootes, das im Wellental  ist, eher ein Zufall. Die See ist den ganzen Tag lang sehr ungestüm. Eine Dünung von ca 30 m Länge und 4-5 m Höhe wird überlagert von Windwellen die zT über das Boot schlagen und dafür sorgen, dass wir trotz Unterstand den ganzen Tag immer wieder geduscht werden.  Schliesslich geht der Mond auf und erhellt die „Meerlandschaft“. Es ist dann bereits kurz vor Mitternacht als wir in eine Bucht einfahren können, wo wir Morgen die Einklarierung vornehmen können. Bei der Einfahrt haben wir Glück, dass der Mond so hell scheint, denn mitten in der engen Einfahrtsschneise liegt eine unbeleuchtete Jacht, die wir erst im letzten Augenblick ausmachen können. Nun sitzt der Anker fest und wir können uns den wohlverdienten Schlaf holen. Diese letzten 450 Meilen-Überfahrt waren doch sehr sportlich und mit 7,5 Knoten Durchnittsgeschwindigkeit während 38 Stunden ein besonderes Erlebnis.

 

23.12.15

Die Einklarierungsprozedur in Porvenir recht unkompliziert. Zuerst wurden wir von einem Zollbeamten in die Mangel genommen. Er füllte alle Papiere selber aus und erklärte uns die weitere Prozedur und dass es in Panama sehr teuer sei. Das fanden wir dann auch, nachdem wir bei Ihm 193 USD abliefern mussten und uns der nächste Beamte, der von der Einwanderungsbehörde ebenfalls 210 USD abknüpfte. Bei der vorletzten Station wurden wir von einer unglaublich hübschen Guna-Indianerin begrüsst und durften dort nochmals 60 USD abgeben, eine so genannte Guna-Steuer.
Lediglich, der letzte Beamte, der von der Polizei, wollte nur eine Kopie der Crew-Liste und siehe da, kein Geld von uns. Damit waren wir 460 USD los und einklariert. Frohe Weihnacht wurde uns noch gewünscht, dann konnten wir zurück zum Boot.
Nach dem Einklarieren verlegten wir die SAMANTHA zu einer anderen Insel. Chichime Caye. Viele Boote lagen hier zwischen 2 Inseln, wir legten uns etwas abseits davon vor Anker. Der Besuch der, von Weitem sehr idyllischen Insel war eher eine Ernüchterung. Überall lag haufenweise Müll herum. Es gab aber auch eine Art Hotel, wo einige Leute sich in Bungalows einquartiert hatten. Wegen einem hohen Wasserspiegel war ein Grossteil der Insel überschwemmt und an den Rändern wurden die Palmen unterspült und kippten ins Meer. Wir genossen das 30°C warme Wasser zum Baden.

 

24.12.15

Frohe Weihnacht.

Wir entschlossen uns gegen Mittag die SAMANTHA zu einer anderen Insel zu verlegen. Es sind nur gute 3 SM, die wir vorsichtig zwischen den Riffen und Untiefen umherkurven. Schnell stellen wir fest, dass weder die C-Maps im Plotter, noch die Navionics-Karten auf dem I-Pad der Wirklichkeit entsprechen. Da wo auf den Karten eine Durchfahrt mit 10 m Wassertiefe eingezeichnet ist, sehen wir eine Untiefe, die max 1m tief ist. Schliesslich erreichen wir eine  Ankerplatz, wo noch andere 5 Boote Liegen. Unter Anderem treffen wir wieder die Muktuk, mit Andreas und Birgitte. Seit Rio Dulce finden wir uns immer wieder auf dem gleichen Weg.
Am Nachmittag kommt  eine Dame vom Nachbarschiff (mit Österreichischer Flagge) vorbei und fragt, ob wir am Abend auch an den Strand kämen. Es seien zufällig hier in der Bucht alles Deutschsprachige Segler und man wolle eine kleine Party feiern.
Klar, wir werden auch kommen, aber erst nach dem Abendessen. Heute essen wir etwas früher und sind gegen acht bei den Anderen. Es ist ein gemütlicher Abend und wir lernen 4 sehr nette Deutsche und ein Österreichisches Paar kennen. Alle sind sehr sympathisch, keine Alkoholiker und keine Grossmäuler sind dabei. Man bittet uns doch auch noch eine Weile in der Gegend zu bleiben, denn alle finden es toll eine so nette Gesellschaft beieinander zu haben.
Um Mitternacht ist dann Lichterlöschen. Es war ein netter Abend, leider ohne die Lieben die zu Hause feierten.

 

25.12.15

Lazy-Day.  Etwas Baden, etwas Schnorcheln, sonst einfach den Tag geniessen. Rundum hat es wunderschöne, idyllische Inseln und Inselchen mit weissem Strand und Palmen. Das Wasser  ist gegen die  30°C warm und recht sauber.
Mittags kommt Gunter, der Österreicher von der Musa vorbei und richtet mir die Seekarten von Bauhaus auf dem PC ein. Ich habe zwar das Programm schon, versteh aber nicht damit umzugehen. Gunter zeigt mir , wie es geht, denn diese Karten sind die einzigen zu verlässlichen für diese Gegend hier.  Danach fahren wir noch zu Stephan, einem lieben Menschen, der alleine auf einem Boot lebt, denn Stephan hat uns versprochen, eine Simkarte fürs Internet zu verkaufen. Stephan richtet das alles ein, aber leider ist es erst einmal unbrauchbar, denn ohne gutes Signal nutzt die beste Karte nichts. Alex verbringt nun Stunden damit, mittels dem Gerät zu versuchen, irgend etwas  im Netzt zu machen. Mir stinkt es, denn wenn es nicht funktioniert, dann muss ich halt damit leben. Zudem habe ich ja mein Satelitentelephon dank dem ich doch hin und  wieder mit meinem lieben Frauchen per SMS kommunizieren kann.
Abends schlägt mich Alex fürchterlich beim Back-Gamon. Trotzdem schlafe ich herrlich. Das Boot wiegelt ganz leicht in den  Wellen .

 

26.12.15

Nach 9 Stunden Schlaf  und  gibt es wie üblich Frühstück. Heute ist ein selbstgebackenes Brot auf dem Tisch. Gestern habe ich mich wieder einmal als Bäcker versucht. Zuerst musste ich die hundert kleinen schwarzen Käfer aus dem Mehl sieben, dann wurde geknetet und geknetet, denn um luftiges Brot zu bekommen müsse man lange kneten. Mein Brot war lange geknetet, aber wollte ums verrecken nicht aufgehen.   Totschlägerbrot nenne ich das. Trotzdem war ist es recht gut und wieder einmal eine kleine Abwechslung zu dem Weichbrot das wir im Tiefkühler haben.
Anker hoch, und zwischen den Korallen und Sandbänken hindurch finden wir ein Meer wo wir wieder einmal segeln können. Das Tagesziel sind die Inseln Hollandaise.
Ein erster Ankerversuch an einer dafür im Buch bezeichneten Stelle misslingt. Der Anker hält nicht und wir driften gegen das Riff. Nur noch 0,5 m unter dem Kiel, dann wird es einem heiss. Hoch den Anker und wir fahren weiter in eine Gegend zwischen Inseln. Der Ankerplatz hier heisst „Badewanne“. Beim Versuch etwa 60 m Ankerkette auszufahren, beginnt eine unangenehme Zeit. Die Ankerkette ist im hinteren Teil, der, der seit langer Zeit nie mehr aus dem Kasten gekommen ist, so verrostet und verhockt, dass sich im Ankerkasten grosse „Knollen“ bilden. Ich muss hinunter in den Ankerkasten. Die Öffnung dafür ist aber nicht gemacht für meine Figur, so dass ich seitlich auf der Kante liege und mit dem Hammer versuche die Kettenglieder zu bewegen. Oben ist Alex und bewegt die Kette rein und raus und mit der Zange versucht auch er die angerosteten Kettenteile zu bewegen. Bis dann endlich die ganze Kette von 90 m draussen ist vergehen 2 Stunden und Alex hat eine Stinkwut im Bauch. Er wäre doch lieber an der Sonne gelegen und hätte sich bräunen lassen.
Nun, leider ist das auf einem Langfahrtenboot so, dass immer wieder etwas unvorhergesehenes geschehen kann und repariert werden muss.  Ich mach mir da keinen Vorwurf, wenn halt ein Mitsegler auch mal Hand anlegen muss, schliesslich biete ich ja nicht einen Ferienservice gegen Bezahlung an. Nachdem dann das Deck von all den Rostpartikeln befreit und gewaschen ist können wir endlich die schöne Landschaft , das Wasser und die Sonne geniessen.

 

27.12.15

Lazy-Day. Etwas schnorcheln, die Gegend erkunden und Baden.

 

28.12.15

Während dem Frühstück schon wird eine erste Wäsche gemacht, danach die zweite. Das genügt nicht, denn heute bin ich voller Tatendrang. Zuerst putze ich die Küche gründlich durch, dann wird die zerrissene Fahne genäht, das Cockpit endlich mal richtig  sauber gemacht, , dann werden noch Leinen gewaschen, die ganz steif am Mast hängen. und zur guten Letzt streich ich den Bumper hinten am Boot, der schon seit bald einem Jahr fürchterlich aussieht Luvin hat mir dafür extra die richtige Farbe gegeben.  Alex liegt an der Sonne und bräunt sich. Es ärgert ihn, dass ich so Rastlos bin, aber irgend etwas in mir treibt mich an, endlich einiges zu erledigen, was schon seit länger auf einer Todo-Liste steht. Nachmittags fahren wir auf ein Inselchen, es ist unbewohnt und super schön, mit den Palmen und weissem Strand. Danach schnorcheln wir noch etwas an einem Riff, ohne aber etwas besonderes zu entdecken.
Am Abend schlägt mich Alex beim „Phase 10“ ganz fürchterlich, aber ich schlafe trotzdem wie ein Stein.

 

29.12.15

2 ½ Stunden, und wir sind wieder bei einer anderen Inselgruppe. Coco Bandera Ost. Hier ist es unruhig. Alex schwimmt zur nächsten Insel, findet aber dort praktisch nur Müll. Auch die Nacht ist unruhig und es klatscht unter dem Spiegel, so dass ich nur mit den Ohrstöpseln schlafen kann.

 

30.12.15

Nach Nagana, einem Dorf wo wir einkaufen können sind es knapp 2 Stunden Segeln. Wir finden denn dort auch jemanden, der uns Benzin fürs Dingi verkauft. Ohne die freundliche Hilfe eines Einheimischen hätten wir diesen Platz nie gefunden. Das Dingi lassen wir dort angebunden und spazieren durch das Dorf. Hier gibt es Hütten aus Stein gebaut, neben den üblichen Bambushütten. Auf dem Dorfplatz spielen einige Mädchen Voleyaball. In 2 Läden finden wir einige Sachen, die wir brauchen können, so zum Beispiel etwas Gemüse und Früchte, die noch nicht verfault sind. Frische Eier ( wie lange die aber schon frisch sind ist unbekannt), sowie Müllsäcke und grüne Schwämme. Mehl, was wir fürs Brot backen bräuchten, gibt es im ganzen Dorf nicht, denn das Schiff sei noch nicht angekommen. Hin und wieder kommt ein Boot voll beladen mit Futter und anderen Notwendigkeiten und Unnötigem vom Festland her und versorgt die Insel. Wann das aber der Fall ist, das steht in den Sternen.
Das Dorf ist wieder einmal mehr eine Sensation. Wie kann man so nur leben ?  Nach dem Einkauf segeln wir wieder zurück nach Pandera. Diesmal steuern wir eine Bucht im Westen an. Idyllisch ist es hier, aber das Riff liegt nur knapp hinter unserem Boot und auch hier ist es sehr unruhig. Wir schnorcheln etwas dem Riff entlang. Dabei schmeisst es mich zwischendurch böse auf eine Koralle und das juckt dann sehr unangenehm auf der Haut. Alex geht hoch in den Mast und löst die Leine, die wir bei Livingston zum Krängen angebracht hatten. Diese brauchen wir nun nicht mehr. Von Oben macht er tolle Fotos. Alex ist ein super Fotograf. Ich bekomme dann alle seine Fotos zum herunterladen. Alle die hier auf der Homepage sind, seit Guatemala sind von ihm.

 

31.12.15

Gleich in der Früh starten wir und verlassen diesen Platz, wo ich eine sehr unruhige Nacht verbracht habe. Es ist trüb und grau und über den Tag gibt es immer wieder kleinere  Regenschauer. Das Jahr verabschiedet sich nicht mit dem üblichen Sonnenschein. Tolles Segeln, zurück zu der Bucht, wo wir Weihnacht gefeiert haben. Wir hoffen dort, die gleichen Crews wieder zu treffen um mit ihnen den Silvester zu feiern. Fehlanzeige. Ausser Stephan, dem Lieben, können wir niemanden ausmachen und so legen wir uns in eine andere Bucht zwischen 10 Booten. Gleich vor mir sehe ich ein Boot, das ebenfalls SAMANTHA heisst. Welch ein Zufall. Alex legt sich nach dem Ankern kurz aufs Ohr. Nach
1 ½  Stunden kommt er dann ganz verschlafen aus der Koje gekrochen um mit mir den Apéro zu genehmigen. Schwimmen und Schnorcheln macht heute bei diesem Wetter keine Lust, so bereiten wir uns mit Back-Gamon spielen auf den Abend vor. Wie schon so oft in diesen Tagen erzählt mir Alex von seiner Arbeit als Polizist. Ich kann da fasziniert zuhören und nur staunen, was es tatsächlich im Leben alles gibt. Langweilig ist seine Arbeit nicht, aber manche Szene, möchte ich nicht selber erlebt haben.
Zum Abendessen gibt es ein Fondue, das ich noch als Fertigmischung (Gerber) im Keller hatte. Es schmeckt nur so lala, denn wir haben nicht das richtige Brot dazu. Aber was soll‘s, in San Blas sind wir bestimmt die einzigen die anj Silvester bei 30°C ein Fondue geniessen
Bis 1030 vertreiben wir uns noch die Zeit mit Domino-Spielen. Alex ist ein richtiger Experte darin und lässt mich fürchterlich herunter. So klingt unser Silvesterabend aus. Frohes Neujahr…. Und ab ins Bett.

 

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Flug mit KLM von Zürich nach Amsterdam , Atlanta nach Guatemala

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Bus 5 Stunden von Guatamala nach Rio Dulce

 

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Luvin holt uns ab und bringt uns zur Marina

 

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Hallo SAMANTHA, endlich wieder bei dir !

 

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Der Pavillion bei Luvin

 

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Glücklicher Alex

 

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Ausflug zum Lake Izabal, unter der Brücke durch

 

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Überall schwimmen Büsche , wegen dem Hochwasser

 

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Erster Abend in der Bucht

 

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Süsse Mädels begrüssen uns freundlich, wie hier alle Bewohner

 

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Ein warmer Wasserfall mitten im Dschungel ist ein Besuch wert

 

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Das Bad hat müde gemacht

 

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Alex im Mast, wie ein Zirkusartist putzt er Mast und Salings

 

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Das Wasser am See ist so hoch, dass viele Häuser überschwemmt werden

 

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Fahrt von Rio Dulce zurück nach Livingston durch den Canion

 

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Vor Anker bei Livingston

 

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Mit diesem Boot werden wir gekrängt und über die Sandbank gewschleppt, wie im Juni bei der Einfahrt

 

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Endlich auf offener See. Mit vollen Segeln der Insel Utila, Honduras, entgegen

 

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Zwei verdiente Bierchen nach erster Nachtfahrt

 

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Ausflug in Utila, durch die Mangroven

 

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Alex als versierter Steuermann

 

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Die Mangrovenlandschaft

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Der Propeller vom Dingi dreht nicht mehr, es muss ein neuer Splint gebastelt werden

 

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Rudy muss wieder Mechaniker spielen

 

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Schliesselich funktioniert alles wieder

 

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Delphine kommen zu Besuch

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Schnorcheln im 28°warmen Wasser

 

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Ratte ?, Hase ? Schwein ?

 

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Ein angewurzelter Langfahrtensegler aus Australien hat hier eine Bar aufgebaut

 

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Gemeinsam versuchen wir ins Internet zu kommen um zu Skypen

 

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Die  Bar ist schön aber sehr teuer.

 

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Crevetten werden Flambiert zum Abendessen auf der SAMANTHA

 

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Lecker

 

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In guter Laune nach dem feinen Essen

 

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Sieht aus wie ein Bär

 

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Nachts haben sich fliegende Fische auf dem Deck verfangen

 

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Wäschetag

 

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Der Unterliekstreckermotor muss geflickt werden. Rudy als Elektromechaniker

 

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In Providencia , Columbien ankern wir vor der Sta Clara

 

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Im Dorf wird die Weihnachtsdekoration hergerichtet

 

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Mit dem Roller unterwegs um diem Insel

 

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Mitten in der Pampa eine Tel.Zelle. Ob die funktioniert ?

 

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Auch mit Flaschen kann man den Eingang nzu einem Restaurant schmücken

 

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Die SAMANTHA in der Bucht

 

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Rudy der Wandersmann bei 30°C im Schatten

 

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Erinnerung an alte Zeiten, Das Fort Williams

 

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Südsee-Fllair

 

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Für Weinachtsdekoration gibt es keine Grenzen für Fantasie. Hier ein Baum mit alten Reifen gemacht

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Alex am Steuer

 

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Erste Inseln in San Blas

 

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Schöne Strände

 

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Tote Palme

 

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Hier haben wir Weihnachten gefeiert mit anderen Seglern

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Eine einheimische Piroque

 

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Idyllische Landschaft

 

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Ein glücklicher Alex

 

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Einheimische

 

Unser Silvester-Fondue

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