REISEBERICHT - September 2014

 

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Kalkan unser beliebtestes Örtchen, mit vollem Hafen

 

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Schildkröten hat es viele in den Buchten

 

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Der Chef beim Logbuch schreiben

 

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Beim Apero in Mysteri

 

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mit Rita

 

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Unser Tisch fürs Abendessen direkt neben dem Boot

 

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Die Tamango neben uns in einer Bucht

 

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Hanspeter kommt zu Besuch

 

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Biba ein Wasserkünstler....

 

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....nun gemütlich an Deck

 

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Rita ist startbereit. Die Ferien sind vorbei

 

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Der Spezialist kontrolliert das Rigg

 

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Der Elektriker und der Mechaniker arbeiten am Bugstrahlruder

 

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Es ist nicht immer einfach etwas an einem Boot auszuwechseln. Hier wird der Winchmotor kontrolliert

 

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Sefy (l) und Ramazan der Mechaniker (r)

 

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Riza, ein junger Unternehmer mit guten Ideen und anständigem Wesen.

 

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Seine Firma. Ich kann sie nur empfehlen.

 

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Gefangen, einen kleinen Fisch

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Und so sieht er Abends auf dem Tisch aus

 

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Abensdtimmung in der Südbucht von Symi, mit dem berühmten Kloster

 

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Blick über Santorini

 

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Typisches Cykladen-Flair

 

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Der Hafen. Nur eine Fähranlegestelle

 

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Die rote Bucht

 

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Ein Hausing-Projekt der besonderen Art.

Ich finde es Kitsch, solche alten Mühlen in Serie nachzubauen

 

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So sehen die einzelnen fertig aus

 

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Wunserschöne Blumen am Wegrand

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Finanz-Krisen-Skelette an schönsten Plätzen

 

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Reben werden nicht hochgezogen sondern am Boden gerollt, wie Körbe

 

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Ankunft in Kreta. Nicht viel versprechend

 

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Kreta. Olivenbäume, so weit das Auge reicht

 

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Die alte Festung von Chania

 

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Diese Strecke habe ich abgefahren und dabei viel gesehen.

 

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Wenns so aussieht ist mit Segeln nicht viel los

 

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Die Anzeigen auf dem Plotter. Alle Schiffe, die mit AIS ausgestattet sind. Mittendrinn ich mit SAMANTHA.

 

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Mein nächter Fang, 60 cm lang.

 

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und so sah es am Abend aus.

 

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Dazu Crevetten mit Senf-Limonen-Sauce

 

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Ankunft in Tunesien. Sidi Bou Said. Kein Platz im Hafen

 

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An der "Tankstelle" kann ich festmachen

 

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In Tunis sind die grössten Gebäude natürlich Banken

 

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Die älteste Moschee in Tunis

 

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Der Souk. Hier Medinah genannt.

 

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Das Bett des Sultan, das wird mit stolz gezeigt. Hier hat er immer mit 4 Frauen geschlafen.

 

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Auf dem Weg nach Tabarka, ein interesanter Felsen.

 

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Die Stürme haben förmich die Schweizerfahne angeknabbert

 

 

 

1.9.14

Von Mysteri nach Kalkan Stadthafen können wir einen grösseren Teil segeln. Das hält die Laune gut, denn Motorengeräusch habe ich in den letzten Tagen zur genüge gehört. Dies geht einem mit der Zeit auf die Nerven wie schlechte Musik. Ich bin erstaunt wie wenig Boote hier im Hafen liegen, war doch sonst immer ein Run auf die wenigen Plätze.

Der Hafenmeister erklärt mir, dass die letzte Augustwoche und die erste Septemberwoche immer Flaute sei, das sei normal so.

Für den Abend ergattern wir diesmal einen Tisch im Korsar Fischterrasse-Restaurant. Wir sind wieder begeistert von dem schönen und guten Essen. Hier kann man wirklich mit den Augen mitessen. Wir flanieren am Abend am Quai und fühlen uns herrlich zu zweit. Es ist wie Honeymoon wenn wir nach den einsamen Monaten wieder zusammen sind. Vielleicht wäre das ja ein Rezept für Ehen die sich im Sand verlaufen !

 

2.9.14

Rita stopft sich gleich in der Früh eine Stugeron in den Hals, denn heute ist ein längerer Schlag notwendig. Ich mache auch gleich meinen "Ankerfanghaken" bereit, denn ich denke, dass mindestes 2 Boote ihre Kette über meine gelegt haben. Vorsichtig fahren wir aus dem Platz, immer bedacht dass die Ankerkette senkrecht hängt und der Anker nicht durch den Hafen pflügt. Und siehe da, oh Wunder, wir fangen keine Kette und können sauber ausfahren. Mit Segel und Motor erreichen wir bereits gegen 1400 die Drachenbucht. Schon von weitem sehen wir eine Amel, die uns entgegenkommt. Das muss Hanspeter sein. Und tatsächlich, er ist es. Er nimmt die Gelegenheit wahr und fotografiert unsere SAMANTHA von allen Seiten.

In der Bucht legen wir nebeneinander an, baden, trinken Apéro und schliesslich werden wir noch auf der TAMANGO zu einem feinen Abendessen eingeladen. Wie gut es uns geht !

Mitternacht kommt und wir müssen per Dingi die 4 Meter, die unsere Boote trennen "nach Hause" fahren.

 

3.9.14

Lange schlafen wir aus. Ich erwache erst als ich höre wie Rita sich ins Wasser platschen lässt.

Frühstück mit Speck und Ei, dann erledige ich einige Kleinigkeiten auf dem Boot, bis wir dann um 1500 die Leinen lösen und den Anker heben. Es sind heute nur etwa 6 SM bis in die Bucht von Mohammed, wo wir noch ein letztes Mal anlegen wollen.

Rita fährt alles, unter Motor, bis vor den Steg. Hier muss ich das Ruder übernehmen, denn ohne Bugstrahlruder und ohne Übung, darf man das der Rita nicht zumuten.

Kaum angelegt, läuf direkt neben uns ein anderes Boot ein mit 5 Baslern. Die Sprache ist ja unverkennlich.

Zum Abendessen bestellen wir einen gegrillten Calamari und Octopus in Rahmsauce. Es ist lecker, wie immer, aber ich bin über den Preis schockiert. Noch nie habe ich hier bei "Momi" mehr wie 60 TL pro Person bezahlt und diesmal sind es 95. Scheinbar, und das ist auffallend, steigen die Preise von Mai bis September um gute 30-40% und das überall. Anfangs Saison ist man noch scheu und anständig und getraut sich nicht die Gäste abzuzocken, dann aber gewöhnt man sich und steigert die Preise bis dann ende Saison sowieso niemand mehr kommt. Über den Winter nüchtert man dann wieder aus dem Preisrausch aus und fängt im nächsten Frühjahr wieder von vorne an.

Dass es sich herumspricht, dass die Türkei teuer geworden sei, ist wohl auch einer der Gründe, warum in den Marinas viele Charterboote brach liegen. Vor wenigen Jahren waren die Marinas komplett leer weil alle Schiffe verchartert waren. Nicht mehr so heute.

 

4.9.14

Regen, ein neues Phenomen, das ich seit Monaten nicht mehr erlebt habe. Dicke dunkelgraue Wolken stehen am Himmel als ich die Nase zur Luke hinausstrecke. Und tatsächlich, nach dem Frühstück fallen auch Tropfen und dann gibt es einen richtigen Platzregen. Viele Bootler, holen ihre Schrubber hervor und putzen die Boote.

Am Nachmittag ankern wir in der Badebucht, nun beginne auch ich, einige Kleinigkeiten zu erledigen, wie zB Bagskisten putzen, WC Tanks ausspülen, das Deck abspritzen. Dazu habe ich ja meine geniale Einrichtung mit dem Schlauchanschluss an der Ankerwaschpumpe.

Gegen Abend fahren wir in die Quellenbucht und eine Stunde später kommt auch die Tamango und legt neben uns an.

In einem schwimmenden Markt, der kurz nach uns anlegt, holen wir noch neue Vorräte. Es erstaunt einem, was so alles auf einem 8 m langen Boot platz hat. Ein riesiges Sortiment, von frischen Trauben über Wein, Raki und OB gibt es alles zu kaufen, was man so brauchen oder nicht brauchen kann.

Gemütliches Abendessen mit Lammchops usw.

 

5.9.14

Bereits um 0830 stehen wir vor dem Kabäuschen "unseres" Masseurs. Zuerst lässt sich Rita verwöhnen, dann lege ich mich auf den Schragen. Es ist einfach herrlich wie diese schon älteren Hände mit viel Gefühl einem ein Wohlbefinden in den Körper zaubern können.

Nachmitags setzen wir den Anker und Landleinen in der Badebucht. Die Tamango nebenan. Heute sind wir dran, ein Abendesse anzubieten. Es gibt Rote Beete mit Honig und Zwiebeln, danach Crevetten an einer Zitronensauce. Ein von der Tamango rübergebrachtes Rinderfillet wird cross gebraten und mit Reis serviert. Rita hat fürs Dessert Caramelköpfli in den Kühlschrank gestellt. Es ist lecker und ein schöner Abend wird mit türkischem Kaffee und einem Raki besiegelt.

 

6.9.14

Wieder werden ein paar Kleinigkeiten auf dem Boot erledigt. Rita zieht mich hoch in den Mast, wo ich die Antennen kontrolliere, dann hole ich das kleine Dingi hervor und schnalle es aufs Sonnendeck, denn bald bin ich ja wieder alleine und brauche dann das kleine Dingi, das ich alleine bestens handhaben kann.

Nachmittags verlegen wir uns in die Bucht beim AMIGO, legen mit Anker und Landleinen an. Mittagsschläfchen, baden, lesen und so weiter. Einfach die Seele baumeln lassen. Am Abend fahren wir rüber zum Amigo und essen einen Fisch. Noch selten haben wir so guten Fisch bekommen. Mit Rejab, dem AMIGO, plaudern wir noch eine ganze Weile, während er sich einen Raki nach dem andern genehmigt und dann später aufsteht und auf sehr wackligen Beinen zu den Hühnern geht um uns noch 2 Eier für das Frühstück zu holen.

 

7.9.14

Heute ist Sonntag, wir segeln den ganzen Weg nach Göcek in die Skopea Marina. Rita packt ihre Tasche und ich schaue mit Wehmut zu. Rita will noch einen Bummel durchs Städtchen machen, ich kaufe neue Leinen für die Fock. Hier haben wir eindeutig unterschiedliche Interessen, treffen uns dann aber zu einem letztes Dinner zu zweit auf dem Schiff, dann flanieren wir noch im Städtchen. Rita holt die neu gekaufte Halskette ab, die zwischenzeitlich etwas verlängert wurde.

 

8.9.14

Es ist soweit. Um 0830 steht das Taxi bereit Rita zum Flughafen zu bringen. Kurzer Abschied, damit es ohne Tränen geht, dann ist das Auto ums Eck und eine neue Ära beginnt. In 3 Monaten muss ich in Teneriffa sein und das ist eine längere Strecke.

Es ist 0900 als die Mechaniker mit dem revidierten Bugstrahlruder kommen und dieses einbauen. Dazu befestigen wir dieses mit einer Schnur, die durch das Loch nach innen geführt wird, dann steige ich mit Schnorchel und Taucherbrille ins Wasser und führe das Teil von unten her in die Öffnung. Es funktionniert einwandfrei und die Mechaniker, die erst nicht an mein System glaubten, sind überzeugt. Dann wird alles verschraubt und angeschlosssen. Um 1100 lege ich los. Mein Ziel ist Rhodos. Kaum aus dem Platz hinausgefahren, streikt das Bugstrahlruder schon wieder. Ich lege den Rückwärtsgang ein und befestige die SAMANTHA neu am Steg. Das Bugstrahlruder wird wieder ausgebaut und gegen 1700 wieder neu eingebaut, das System ist das gleiche. Zwischenzeitlich habe ich entschieden, das Rigg kontrollieren zu lassen und die Furling- sowie die Winchmotoren revidieren zu lassen. Seit 2003 haben die nie neues Fett gekriegt.

Als ich ablege, funktionniert das Bugstrahlruder genau 10 Sekunden, dann ist wieder Schluss.

Neues Anlegemanöver. Die Moral ist im Keller.

Mit Hanspeter gehen wir in die nahe gelegene Marina, wo ich ihn zum Abendessen einladen will. Er hat mir nämlich heute 18 Seekarten und ein Revierbuch für die Karibik ausgeliehen. Super... danke !

Und weil heute ja nicht ein guter Tag ist, finden wir das Restaurant, geschlossen. Im nächsten Restaurant daneben, kennt Hanspeter den Besitzer, Axel, ein Berliner, ein netter Kerl, den es hierher verschlagen hat um sein Glück zu finden. Er ist aber immer noch am suchen!

Dann kommen Bekannte von Axel, und weil es Schweizer sind, setzt man sich an den selben Tisch. Es stellt sich aber dann bald heraus, dass der Herr, ein Östereicher ist, der mit einer sehr netten, atraktiven Frau verheiratet ist. Als uns die Dame dann erklärt, dass sie bereits 76 sei, fallen uns die Kiefer herunter. Der Herr Gemahl, einer der grössten dieser Geschichtsepoche, nervt mich mit seiner Angeberei dermassen, dass ich es vorziehe, mich auf mein kleines Schiffchen zurückzuziehen. Hanspeter bleibt und fühlt sich wohl. Seis ihm gegönnt.

 

9.9.14

Der Tag vergeht mit Zuschauen, wie auf dem Boot gearbeitet wird.
Schliesslich sind auch die Winschmotoren eingebaut, der Bugstrahlrudermotor, neu überarbeitet, auch wieder an seinem Platz und die Rechnung bezahlt. Es ist zu spät um noch nach Rhodos zu kommen, also bleibe ich noch eine Nacht. Mit Hanspeter gehen wir im Kebab Hospital Essen. Er lädt mich ein, da ich ja keine türkischen Liren mehr habe.

Ich bin müde und gehe bald schlafen. Hanspeter wird noch von einem Mitglied eines neben mir liegenden Katamarans angesprochen. Man setzt sich zusammen, huldigt noch bis weit nach Mitternacht dem Weingott Bachus und...... Ich schlafe unten drunter in meiner Kabine !

 

10.9.14

Mit Riza dem Chef von Emek-Marin und seinem Assistenten Seyfi habe ich noch ein längeres Gespräch über all die Möglichkeiten die sie anbieten. Es ist erfreulich zu wissen, dass die verschlechternde Politik von AMEL hier aufgefangen wird. Bei Emek-Marine kann ich in Zukunft weltweit Ersatzteile bestellen, und dies günstiger als bei AMEL.

Dazu muss ich sagen, dass ich hier nicht nur einen sehr guten, kompetenten und freundlichen Service bekommen habe, nein, auch noch preisgünstig. Riza und Seyfi sind hochanständige Kerle und voll bemüht, die Kunden zufrieden zu stellen. Und,wenn mal was schief geht, wie mit meinem Bugstrahlruder, dann übernehmen sie die Verantwortung und sind bemüht,den Schaden schnellstens zu beheben. Das ist eine gute Adresse und wärmstens empfohlen.

Um 1000 lege ich los und fahre bis nach Rhodos, wo ich erst um 2100 bei Dunkelheit ankomme. Ich kenne den Hafen und riskiere es deshalb einzufahren. Dank dem funktionierenden Bugstrahlruder gelingt es mir einwandfrei zwischen zwei Booten zu parken. Die Nachbarn haben nicht einmal bemerkt dass ich neben ihnen eingefahren bin. Schön so ein funktionierendes Bugstrahlruder zu haben !

 

11.9.14

Mein erster Gang ist zum Vodafoneladen. Hier hole ich mir eine neue Prepayd-Karte und es funktionniert. In der Türkei hat es für viele Wochen nicht funktionniert. Glücklich bin ich auch, in Griechenland zu sein. Hier bin ich nämlich wieder legal. In der Türkei musste ich ja auschecken, nach blauf der 90 Tage die man innerhalb von 6 Monaten im Land sein darf. Dieses Auschecken hat in Fethie stattgefunden, genau am Tag bevor Rita kam. Da war ich nun 3 1/2 Wochen illegal in der Türkei. Ich fühlte mich manchmal wie ein Asylant, aber man gewöhnt sich dran.

Mein nächstes Ziel heute ist die Insel Tilos, aber wie so oft, der Wind steht direkt auf der Nase und wenn ich segeln statt motoren will muss ich etwas ändern. Ich peile die Insel Symi an und zwar die Bucht im Süden, wo ich den Anker in der malerischen Bucht mit dem Kloster fallen lasse. Bevor es einen Apéro gibt hieve ich mich mittels dem bei Swiss Tec gekauften Gerät in den Besanmast hoch, um dort den Antennenanschluss des AIS-Gerätes zu prüfen. Bei der Diagnostic hat es angezeigt dass der Antennenanschluss nicht iO ist. Ich ziehe die Verschraubung etwas nach und schon ist alles wieder paletti

Zum Abendessen koche ich den Fisch in Folie im Backofen mit reichlich Zwiebeln und Tomatensauce, (der im Tiefkühler wartete), dazu Spinatgemüse und Salzkartoffeln. Das letzte Caramelköpfli, das Rita gemacht hatte verschwindet auch noch.

 

12.9.14

Die meiste Zeit habe ich heute den Wind auf der Nase. Die 12-16 Knoten wären zwar gut für einen schönen Segeltag, aber eben, ich muss nach Westen und aus Westen blässt der Wind. Noch vor dem Eindunkeln erreiche ich die Insel Sirna. Das ist ein Stück Fels im Meer und weder in meinem Revierbuch, noch auf den Karten hat man sich dieser Insel im Detail angenommen. Ich finde eine Bucht, in der es ruhig ist, ausser einem Nachtvogel der hin und wieder zwitschert, höre ich nichts ausser den leichten Wellen die sich an den Felsen überschlagen. Auch das Telefonnetz ist auf dieser gottverlassenen Insel nicht vorhanden.

Ein Anlegemanöver mit Landleine, alleine, bedarf einer guter Organisation. Ich lasse den Anker fallen, fahre rückwärts bis der Anker hält, dann mit rückwärts laufendem Motor gebe ich solange Kette, bis ich meine leichte Wurfleine mit dem kleinen Anker hinter die ersten Felsen werfen kann. Nach dem 3.Anlauf klappts und die Wurfleine wird gespannt. Dann mit dem Dingi die richtige Landleine ausbringen und befestigen, die Wurfleine wieder einholen und die Ankerkette strammziehen. So einfach geht das.

Nun ist Zeit zum Kochen. Nach dem Essen sitze ich im Cockpitt und geniesse diesen ruhigen Abend unter einem fantastischen Sternenhimmel. Hier ist Natur pur. Keine Seele scheint auf dieser Insel zu wohnen und nichts deutet auf irgend etwas aus der Zivilisation.

Der Tag war recht anstrengend. Ich gehe früh ins Bett und schlafe sofort ein.

 

13.9.14

Um 0200 erwache ich, dreh mich nochmals um, aber finde keinen Schlaf mehr. Der Vormitternachtsschlaf soll ja bekanntlich der gesündeste sein, und den hatte ich ja für ganze 3 Stunden. Ich stehe auf, mach das Boot bereit, löse die Landleine und fahre hinaus aus der Bucht. Es ist einfach, nachts aus einer Bucht zu fahren, man muss nur der roten Tracklinie folgen, die im Plotter von der gestrigen Einfahrt aufgezeichnet ist. Wenn man beim Einlaufen niergens angestossen ist, wird man das auch beim Ausfahren nicht tun.
Draussen im offenen Meer finde ich einen Wind von 12-16 KN, aus nördlicher Richtung. Das heisst, heute ein super Segeltag, hart am Wind aber regelmässige 12-16 KN und das bringt mich bis Santorini, die Insel, die ich noch nie gesehen habe, die man aber sehen müsse.

Es gebe einen Hafen am Südkap. Da will ich hin. Man könne nur schlecht irgendwo ankern weil alles zu steil abfällt. Schliesslich finde ich schon um 1500, und nach 67 SM diesen Hafen. Der ist total überfüllt und beim Einlaufen bleibe ich erst einmal in der Einfahrt stecken. Da ich aber sehr langsam aufgelaufen bin, komme ich schnell mit dem Rückwärtsgang wieder frei. Ein netter Skipper ruft mir zu, dass ich mehr am rechten Rand fahren soll, und so schaffe ich es in den Hafen. Der Hafenmeister weisst mich an, am Mohlenkopf längs anzulegen. Später kommt noch eine weitere Yacht ins Päckchen. Costas, der Hafenmeister kommt später vorbei und erklärt mir das Prozedere und wo Strom und Wasser ist.

Ich gönne mir nun ein Nachmittagsnickerchen, den seit 0200 bin ich auf den Beinen (bzw am Segeln). Gut dass ich so früh los bin. Wäre ich wie gewohnt erst um 0800 oder 0900 losgesegelt, hätte ich Santorini nicht bei Tageslicht erreicht. So ist nun alles gut. Die Waschmaschine wird gefüllt, ein Nachmittagsbierchen trinke ich in der Taverne, dann gibts Pouletschenkel und die restlichen Macaroni von gestern.

Ich bin gespannt auf das Santorini, das man scheinbar gesehen haben muss. Ein Buch, das ich mal gelesen habe, handelte von einer Deutschen , die sich in Santorini verliebt hat und dann hier geblieben ist. Mir kann das sicher nicht passieren, den ich habe ein längerfristiges Ziel. Übermorgen will ich in Kreta sein.

 

14.9.14

Ich habe wieder einmal lang und gut geschlafen, wache aber um 0700 auf weil es draussen knallt, wie im Krieg. Es könnte ja sein, dass in Griechenland im September Jagdzeit ist. Was die allerdings hier jagen, ist mir ein Rätsel.

Es werden noch einige Pläne für eine Loft gezeichnet, da die potentiellen Käufer einige Wünsche haben, die geprüft werden müssen. Dann ein Besuch bei Costas, dem Hafenmeister, der mir einen reduzierten Preis macht, weil ich bereits nächste Nacht abreise.
Er organisiert mir auch einen Quad mit dem ich heute die Insel durchforsche. 5 Stunden wird mein Hinter auf diesem recht unbequemen Gerät traktiert aber ich sehe viel und bekomme viele Eindrücke von dieser sehenswerten Insel.
Da ist mir aufgefallen, dass viele Japaner-Paare sich hier trauen lassen. Dann gibt es unheimlich viele Finanzkrisen-Baugerippe und zum Teil an den schönsten Orten. Die Felsgesteine und Strukturen sind unglaublich abwechslungsreich, farbig und wunderschön. Die ganze Inselgruppe ist sehr malerisch nund ich kann mir gut vorstellen dass es Leute hierhger verschlägt. Was in der Türkei die Gullets sind, sind hier Katamarane. 15-20 Katamarane laufen jeden Tag voll besetzt aus dem Hafen und bringen die Leute an die verschiedensten malerischen Plätze. Fast jedes 3.Gebäude beherbergt eine Taverne und die Städte Fira und Oia sind mit ihren engen Gässchen richtige Touristenatraktionen. Man kann es vergleichen mit Mykonos und Amargos.
Zurück auf dem Boot wird dieses noch vom Salz befreit und bereit gemacht für die morgentliche Überfahrt nach Kreta. Wenn die Voraussagen stimmen, sollte ich guten Wind haben für die 70 SM-Strecke.

 

15.9.14

Der Wecker klingelt um 0230.Ja, richtig gelesen, mitten in der Nacht. Ich reibe mir den Schlaf aus den Augen und bereite die SAMANTHA zum Ablegen vor. Die Ausfahrt aus dem Hafen ist kein Problem, da ich mich an der Seite halte wo ich nicht auflaufe, und alles klappt. Bald bin ich draussen auf dem offenen Meer, wo ich einen Punkt in der Mitte der Nordküste von Kreta anpeile. Leider ist ist anfänglich der Wind wieder auf der Nase, aber nach 2 Stunden dreht er gegen Norden, und ich kann mit vollen Segeln durch ein ruhiges Meer pflügen. Um 1700 fahre ich in den Hafen von Rethimnon ein, finde eine Marina in der viel Platz ist. Uwe, ein Deutscher Segler winkt mich an den Steg neben ihm, nimmt mir die Leinen ab und reicht die Mooringleine Er ist etwas erstaunt, mich alleine auf diesem "riesigen" Schiff zu finden.

Nach einer Dusche und frisch angezogen muss ich nun ein Bierchen haben. Wie ich aus dem Hafen rauslaufe, sehe ich gleich auf der gegenüberliegenden Strassenseit eine Budget-Autovermietung. Für Morgen bestelle ich einen Kleinwagen, dann gibts in einer der vielen Promenadenbars ein Bierchen. Herrrlich wie das schmeckt.

Von der Barterrasse aus sehe ich einen endlosen Sandstrand, Sonnenschirme und Liegebetten. Allerdings hat es nicht sehr viele Badegäste. Ich würde hier auch nicht Urlaub machen wollen. Es ist sehr mittelmässig.

Einen Hafenmeister find ich nicht, man versteht mich nicht, da wo ich danach frage. Mal sehen, Uwe hat ja gesagt, der komme irgendmal vorbei.

 

16.9.14

Das Auto bekomme ich um 0930. Fahre auch gleich mit einer Karte bestückt los in Richtung Osten. Bald aber ist die Strasse zu Ende. Sie ist auch auf der Karte nicht eingezeichnet. Ohne klares Ziel drehe ich ab und folge irgend einer Strasse, die Richtung Berge geht.

Als erste Atraktion sehe ich einen Stausee. Dann, immer weiter in den Bergen auf einer kleinen schmalen Strasse leuchtet das Tank-Zeichenam Armaturenbrett auf. Weit und breit keine Tankstelle !

Es wird mir langsam warm und immer wärmer, je mehr die Anzeige Richtung 0 geht. Dann, Gott sei gepriesen... eine Tankstelle. Ich lasse den Tank füllen und mir auf der Karte zeigen, wo ich bin. Der Tankwart meint, das sei keine gute Karte, kann mich aber orten. An jetzt weiss ich wo ich fahre, und kaum auf einer etwas höher klassierten Strasse sind die Tankstellen alle 3-5 Km angesiedelt.

Ich komme durch Dörfer und Städte, die alle samt gleich schäbig aussehen und ohne irgendwelchen Charakter oder Charme der Strasse entlag hingebaut wurden. Viel schöner sind die Täler zwischen den zT bis 2400m hohen Bergen. Hier fällt auf dass Kreta scheinbar nur von Olivenbauern besiedelt ist. In einem Tal fahre ich ca 30 Km nur durch Olivenplantagen und von oben her sieht man nur Olivenbäume, Olivenbäume und nochmals Olivenbäume.

Auch die Südküste hat nicht grösseren Reiz als die Nordküste. Zwischen Strand und Berge ist überall Obst und Gemüse angepflanzt, zwischendurch auch etwas Reben. Im Osten, ist die Agios Nikolaus, eine wunderschöne Bucht, dort ist es schön. Kaum bin ich da vorbei, klingelt mein Handy. Eine Deutsch Nr, die ich nicht in meinem Repertoire habe. Kurz darauf ein SMS. Robert und Iris, die ich in Kassiopi im April getroffen hatte, schreiben, dass Iris mich in Agios gesehen habe. Schade, wir können uns nicht treffen, denn wir liegen etwa 120 Km auseinander.

Gegen abend fahre ich auf der Autobahn noch nach Chania, das soll ein altes sehenswertes Städchen sein. Da ich bis jetzt noch keine sehenswerte Häuseransammlung gesehen habe, will ich mir das dann doch nicht entgehen lassen. Die enttäuschung ist recht gross. Es gibt zwar eine imposante Stadtmauer, aber was innerhalb dieser ist, kann meien Begeisterung nicht entflammen.

Nun ist es bereits dunkel und ich muss zurück. Das Auto ist vor 2100 abzugeben. Kurz davor erreiche ich die Ausgangsposition. Ich habe viel gesehen, viel schönes, viele sehr schöne Gegenden (wie Nationalparks) leider keine schönen Städte und Dörfer. Alles in allem war ich 11 Stunden unterwegs, davon eine Mittagspause hoch oben auf einem Pass, wo ich ein ganz spezielles und sehr leckeres Mousaka bekommen habe. Mit 650 Km mehr auf dem Tacho gebe ich das Auto zurück. Im Hafen ist noch was los. Auf einem kleinen Kreuzfahrtschiff wird schöne griechische Musik gespiel und die Leute Tanzen dazu. Ich setze mich hin und geniesse die Atmosphäre.

Danach wird gegessen und bald übermannt mich der Schlaf.

 

17.9.14

Ich wäre bereit zum Ablegen. Einen Hafenmeister habe ich nie gesehen. Einfach abhauen ohne zu bezahlen liegt mir nicht, ich habe doch Strom und Wasser benutzt. Ich gehe auf die Suche und werde nach einigem Fragen fündig. Es gibt ein Hafenbüro, wo viele Leute so tun als würden sie arbeiten. Hier kann ich bezahlen. Der Preis ist mit 21€ pro Tag korrekt. Nun muss ich noch mein Transitlog abgeben, denn Kreta ist ja mein letzter griechischer Ort. Dreimal raten, wo das Büro ist.
Ja, genau auf der gegenüberliegenden Hafenseite. Marschieren, marschieren, ich komme dann endlich an, muss aber den Beamten dort erklären, was ich will und warum ich das Transitlog zurückgeben muss, und dass ich eine Quittung dafür brauche, als Beweis dafür, dass ich es abgegeben habe. All dies scheint hier, trotz der vielen, mit Papierkram beschäftigten Beamten nicht klar zu sein. Schlussendlich wandere ich mit einer selber geschriebenen und mit einigen Stempeln vesehenen Bestätigung Richtun Boot. Es ist recht warm. Ich gönne mir für 6 € ein Taxi, das mich zum Boot zurückbringt. Der Fahrer findet eine Strasse und Gässchen , in denen es weder vor- noch zurück geht. Schliesslich bin ich bei der SAMANTHA. Die Fahrt hat 1/2 Stunde gedauert, zu Fuss hätte ich höchstens 1/4 Stunde gebraucht. Der Fahrer hat sich auf dem ganzen Weg über die Sonne, Hitze und den Sommer beklagt. Er hasse den Sommer, und seit 7 Monaten wäre kein Regen gefallen. Ich frage ihn, was er denn machen würde, wenn Kreta kein Sonnenland wäre und somit auch keine Touristen kämen. Da gab er mir doch auch wieder Recht, denn dann hätte er nichts zu tun.

Auf der SAMANTHA angelangt lege ich gleich los. Am Abend bin ich z.T. mit Hilfe des Motors am NW-Kap angelangt, kann nochmals mit Rita Skypen und so abdrehen, dass ich mit Ziel Südsizilien einen guten Kurs segeln kann. Die ganze Nacht durch blässt ein steifer Wind und es wird eine ruhige und gute Fahrt. Vier Tage soll es dauern bis ich Sizilien erreiche, das kann ich auf dem Plotter ablesen.

Dann mal gute Nacht.

 

18.9.14

Mein Handy hat noch schwache Verbindung mit einer Station, so dass ich heute gleich zum Frühstück, meinem Frauchen ein SMS schicken kann und zu unserem Hochzeitstag gratulieren. Mit dem I-Pad gibt es keine Verbindung mehr und bald ist auch ende mit dem Handy. Nun bin ich alleine auf offenem Meer, ohne irgendwelche Netzverbindung. Ich glaube, nach meinen Erfahrungen, dass ein Teenager nun an lebensverkürzende Massnahmen denken würde. 4 Tage ohne Verbindung !!!

Ausser einigen Regentropfen, soviele ich gerade noch zählen kann, ereignet sich heute nicht viel. Mal Flaute, mal Wind auf der Nase, aber doch die meiste Zeit einen gut liegenden Wind, so dass ich innerhalb von 24 h ganze 115 SM hinter mich bringe. Das ist doch ein Ansatz, wenn die ganze Strecke bis Sizilien 450 SM beträgt.

 

19.9.14

Wenn der Wind oder das Meer sich verändern, dann gibt es nichts was mich alarmieren würde, aber dafür hat man als Segler ja ein Gespühr. Selbst wenn ich schlafe,erwache ich sofort, sobald sich im Verhalten des Bootes irgend etwas verändert, oder ein verändertes Gräusch festzustellen ist. Leider ist seit frühem Vormittag das Meer wie eine Öllache und der Wind erreicht höchstens 2-3 KIN. Das ist zu wenig um überhaupt vorwärtszukommen, ich muss den lieben treuen Yanmar zu Hilfe nehmen.

Am Abend, beim Einnachten bekomme ich guten Wind ( nicht den, nachdem der Doktor frägt ) sondern den zum Segeln. Nach einem feinen Nachtessen ( Kartoffelstock, Filetsteak mit Champinionsauce und gerösteten Paprika ) setzte ich mich mit einem Glas Wein und einer "Krummen" draussen ins Cockipitt. Es ist immer noch laue 26°C und die Sterne am Himmel bringen einem zum Sinnieren.

Was habe ich gemacht um solche glücklichen Momente erleben zu dürfen ?

Mein ganzes Leben habe ich immer hart gearbeiitet und dadurch auf vieles verzichtet. Nun habe ich die Kompensation dafür, ich bin einfach "Happy" und geniesse diese Ruhe und Einsamkeit unter einem fantastischen Sternenhimmel. Natürlich denke ich an meine Lieben zu Hause und bin dankbar dafür, dass man mir dieses Abenteuer gönnt.

Es ist fast zu vergleichen wie mit Bruder Klaus. Der ist auch von zu Hause weg, hat Frau und Kinder (ich glaube es waren 6 oder 8) verlassen und sich einsam in eine Hütte verzogen. Heute ginge das nicht mehr, denn es herrschen andere, neue, Eherechte. Und nur weil er ein netter Mensch war und vielen gute Ratschläge gegeben hat und statt eines Kopfkissens einen Stein verwendet hat, wurde er Heilig gesprochen. Heute würde er Schuldig gesprochen und zu Unterhaltszahlungen verdonnert.

Heilig müsste eigentlich eher seine Frau gesprochen werden, denn die hat die Aufgabe übernommen, die Kinder alleine gross zu ziehen und zu ernähren , aber von der spricht niemand. Meine Rita ist auch eine, der grösste Achtung gebührt, denn sie ist mit meinem Wunsch zur Weltumseglung einverstanden und meistert zu Hause alles alleine.
Gestern war unser Hochzeitstag. Sie zu Hause, ich weit draussen auf dem Meer. Ich denke fest an sie und träume mir herbei, dass sie bei mir sei. (Dieser letzte Satz reimt )

 

20.9.14

Knapp nach Mitternacht frischt der Wind auf, dreht nach Süden und ich kann den armen Yanmar endlich zur Ruhe schicken. Der Morgen will einfach nicht kommen. Bis anhin wurde es so gegen 0630 hell und die Sonne blinzelte über den Horizont. Heute um 0800 ist es immer noch nicht richtig Tag. Klar,... ich segle ja nach Westen und bin bereits südlich vom italienischen Stiefel. Das heisst, ich müsste die Uhr wieder um die Stunde zurückdrehen, die ich in der Türkei vordrehen musste. Wenn ich diese Stunde differenz beachte, rückt alles wieder an seinen Platz. In Sizilien werde ich die Uhr umstellen.

Ich bin heute gut drauf und ausgeruht, ich will einiges erledigen und fange gleich nach dem Frühstück am PC zu arbeiten.

Dann....brrrrrrrr die Fischrute rattert. Es ist ein 60 cm langer schön feisserTuna den ich einhole. Das Biest rüttelt und schüttelt sich wie wild und bespritzt das ganze Cockpitt mit Blut. Es ist eine riesengrosse Sauerei auf dem Schiff und es sieht aus wie in einem Schlachthaus als dann endlich das Tier in 10 grosse Portionen geteilt ist. Zuerst muss nun das Cockpitt sauber gemacht werden, dann setze ich mich wieder an den PC. Aber kaum hingesetzt rasselt es wieder. Diesmal ist es ein 65 cm grosser Tuna. Den zerlege ich nicht, nimm ihn aber aus und will ihn im Tiefkühler aufbewahren um ihn dann einer freundlichen Person in Sizilien zu verschenken. Ich hole einen Plastiksack, stecke den Fisch kopfvoran hinein. Weil ich keine weitere Sauerei im Cockpitt will, mache ich das draussen bei der Reiling.Tuna haben spitze Köpfe. Der Fisch durchdringt den Sack schneller als ich gucken kann und schwups schwimmt er wieder im Wasser. Ich kann nur traurig nachsehen. Schwimmen tut er nicht mehr, weil er ja ausgenommen ist, also habe ich auch keine Chance den zu holen. "Fisch über Bord", das ist nun ein neues Kommando, das ich in mein Repertoir aufnehmen muss. Ich wäre ja gespannt, zu sehen, wie ein Fischer, der einen ausgenommenen Fisch in seinem Netz findet, das erklärt. Und wenn es ein Italiener ist, dann wird dieses Wunder sicher einem Heiligen zugesprochen. Ob es der heilige Rudolf sein wird ?

 

21.9.14

Die Nacht hatte ich guten Wind, aber die See war sehr rauh und die Sicht schlecht. Es war grosser Schiffsverkehr und rund um mich herum ein Schwarm von diesen riesen Töpfen, in beiden Richtungen. Ständig klingelt mein Alarm so dass ich kaum zur Ruhe komme.

Beim Morgengrauen erreiche ich die Südspitze Sizilien, kann aber nichts sehen, denn es hat Nebel. Ein neues Phenomen, seit beginn dieser Reise Ich trotte noch 15 SM der Küste entlang bis zur Marina Ragusa. Die ist neu, und als ich an der Reception stehe und die "Bella Ragazza" sehe die mich bedient, weiss ich auch gleich das es nicht billig wird. Die Nacht kostet 80€ , das ist die Bestätigung, dass Marinas , je hübscher die Receptionistinnen sind umso teurer sind. In Zukunft sollte man sich nein Bild von der Receptionistin schicken lassen bevor man in die Marina einfährt.

Die Fahrt von Kreta bis hier an nden Platz war genau 496 SM und hat 4 Tage und 5 Stunden gedauert. Ein neues Erlebnis für mich, solange an einem Stück. Aber ich werde mich noch gewöhnen.

 

22.9.14

Wie bereits die 2 x die ich in der Gegend von Sizilien gesegelt bin, hat es auch heute kein Wind. Zeitweise zeigt der Windmesser 0,0 KN an. Dazu ist es neblig und diesig, so dass ich nicht einmal das Land sehe, von dem ich gerade mal 5-6 SM entfernt bin. Die Existenz der Sonne kann man auch nur erraten. Welch ein Gegenstz zu den letzten Monaten in der Türkei !

Mit dem eingeschalteten AIS und Radar gleitet die SAMANTHA durch ein absolut ruhiges Wasser. Ich profitiere, sitze am Tisch im Salon und zeichne Pläne für ein neues Projekt, das mir im Kopf herumschwirrt.

In Licate komme ich um 1700 an, Den Hafen erkenne ich kaum mehr. Hatten François und ich vor Jahren hier wild an einem Fischerboot festmachen müssen, weil es keine Anlandemöglichkeit gab, ist heute eine top moderne Marina, seit 3 Jahren im Betrieb, eingerichtet. Auch hier wieder die gleiche Registrierungsprozedur, wie gestern. Das ganze Prozedere dauert allerdings hier 1/2 Stunde. Da die Receptionistin nicht allzu hübsch (aber sehr nett ) ist, liegt der Preis für einen Tag bei 70€ , da ich aber früher einmal beim ADAC war, (aber keine Karte mehr habe) , bekomme ich einen Rabatt von 15%. Ist doch nett von dem Mädel.

Es gibt gleich hinter der Marina eine Shopingmole vom Feinsten. Ich profitiere und kaufe bei Conat alles ein, was ich mir in den letzten Tagen aufnotiert hatte. Wie ein Packesel wandere ich dann den langen Weg zurück zum Boot. Trotz vorgerückter Stunde gibt es noch ein angemessenes Mahl. Zur Vorspeise sind 6 Crevetten mit Senf-Zitronensauce auf dem Teller. Die Hauptspeise besteht aus mit Hackfleisch und Champignons gefüllten Peperoni und Bratkartoffeln. Dazu Gurken-Tomatensalat. Mit einem Raki, statt Wein witd gespült.

Morgen früh ist Aufbruch. Ich will ab, nach Tunesien, hoffentlich wieder an die Sonne.

 

23.9.14

Schon um 0700 bin ich auf, voller Energie. Zuerst wird geduscht, dann das Bad geputzt, dann... und dann.... und so das ganze Boot durchgestript und die SAMANTHA bekommt noch eine Süsswasserdusche. Ein letzter Plan für das neue Projekt wird gezeichnet und im Hafenbüro per E-Mail ins Büro zu Hause geschickt. 1000 zeigt die Uhr als ich die Leinen loswerfe und aus dem Hafen trotte. Draussen ist es auch heute diesig und schon bald sehe ich kein Land mehr. Dann endlich kommt Wind auf, aber..... wie immer genau von dort wo ich hin will. Aber, die tunesische Küste gegenüber ist ja lang und so drehe ich einfach soweit ab, bis ich den Wind in den Segeln habe und den Motor zur Ruhe schicke. Je länger der Tag dauert um so stärker wird der Wind. Aber auch die See wird immer wilder. Schliesslich segle ich hart am Wind von 23 KN und kämpfe gegen Wellen von 2 1/2 Meter höhe.

Es macht nicht so richtig Spass, vorallem nachdem es nun dunkel ist. Schliesslich reduziere ich die Segelflächen. Die SAMANTHA liegt nun nicht mehrtr so schräg und es wird gemütlicher, aber auch wesentlich langsamer. Aber ich habe ja Zeit !  Die Strasse von Sizilien ist nachts voller Schiffe, die alle von Nord nach Süd oder umgekehrt unterwegs sind. Ich bin aber von Ost nach West unterwegs. Ich komme mir vor wie ein Fussgänger, der eine viel befahrene Strasse überqueren will. Ständig pipst ein Alerm, entweder Radar, weil einer nahe an mir vorbei fährt, oder der AIS-Sender, weil einer auf Kollisionskurs ist. Es ist eine sehr unruhige und ungemütliche Nacht.

Der Einfachheit halber koche ich Tortellini, die ich im Kasten habe. Es sind solche aus der Türkei. Die Türken haben einen anderen Geschmack, was Tortellini betrifft. Ein Italiener würde im Karree umherspringen wenn ich ihm diese servieren würde. Ich habe nur die Hälfte gegessen, musste danch aber einen Fernet drinken um mit meinem Magen die Freundschaft zu erhalten.

24.9.14

Weil nachts der Wind von Westen über Norden bis Süden gedreht hat, bin ich dann gleich in der Früh in Pantelleria gelandet. Schon vor dem Hafen ruft mich die Hafenkontrolle an und fragt was ich vorhabe. Ich erkläre, dass ich eine nkurzen Zwischenstop im alten Hafen machen werde und dass ich den Platz kenne, weil ich schon einmal hier war. OK, das ist in Ordnung. So laufe ich ein, muss aber mit Buganker und Heckleinen anlegen, denn es hat recht viele Boote.

Ich spaziere etwas umher, esse mittags einen Teller Spagettiund versuche ewas zu schlafen. Gegen 1800 will ich auslaufen um in der Früh in Tunis anzukommen.

Auf dem Plotter sehe ich, dass ich nun seit Beginn meiner Reise im Januar bereits 6000 SM gefahren bin. Die Luftlinie nach Göçek ist 800 SM und bis Gibraltar sind es Luftlinie noch 830 SM, also bin ich fast in der Mitte.

Kaum hingelegt, klopft es, und ein freundlicher Nachbar macht mich drauf aufmerksam, dass mein Boot bald hinten anschlagen werde, denn der Anker hätte nachgegebn. Ich ziehe am Anker, ziehe und ziehe. Das Boot bleibt wo es ist und bald habe ich den Anker am Bug. Neu Anker setzen oder loslegen ? das ist die Frage.

Ich lege los, segle mit mittlerem Wind , aber aus guter Richtung gegen die Nordspitze von Tunesien. Mein Ziel, Tunis. Aber, ich werde ein Problem zu lösen haben weil ich mitten in der Nacht dort sein werde, bin ich doch viel zu früh losgesegelt. Mal sehen.

 

25.9.14

Die Nacht ist fürchterlich. Zwei mal werde ich so richtig geschüttelt. Stürmisch ist es und leichter Regen kommt auf. Es ist im Moment kein vergnügen hier draussen zu sein. Es ist schwarz und Blitze ziehen zuckend vor mir vorbei. Irgend einmal im Morgengrauen umrunde ich das Kap vor Tunis. Gemäss Hafen-Handbuch darf ich aber in Tunis nicht in den Hafen einfahren. Ich peile die nahe gelegene Marina von Sidi Bou Said an. Die Einfahrt hier ist gemäss Buch sehr schwierig. Ich funke auf den Kanälen 9 und 16 die Marina an, aber wie so üblich, keine Antwort. !!!.

Langsam , ganz langsam fahre ich in die Marina ein. Oups.... hier stehe ich. Ich bin aufgelaufen. Mit Rückwärtsgang und Bugstrahlruder gelingt es von der Motte herunterzukommen. Neuer Versuch etwas mehr links. Nun klappt es.

Aber, es gibt keinen freien Platz und kein Mensch, der mich einweisen würde. Faule Säcke...

Schleisslich binde ich am Ende eines halb versunkenen Steges an. Aber nicht lange, da kommt Mojid (seinen Namen habe ich später gefragt) angewatschelt und erklärt mir ganz nett, dass ich aus der Marina verschwinden soll, sie hätten keinen Platz.

Aber Mojid kennt Tudy nicht. Der lässt sich nicht so schnell abwimmeln. Mit tränengefüllten Augen mache ich ihm klar, dass ich nach Tunis muss, um ein Visa zu holen und dafür müste ich hier bleiben.

Schliesslich hat jeder Araber einen Ausweg, ohne das Gesicht zu verlieren. Er erkundigt sich nun, ob ich Diesel brauche. Ja, natürlich, 400-500 L.

Ah, dann könnte ich ja an der Petrolstation anbinden. Eine Petrolstion gibt es zwar nicht mehr, aber man sieht noch die Sockel der alten Tanksäulen.

Ich soll rausfahren und um 1400 wieder kommen und dort anbinden. Das tue ich dann auch, und so sind alle glücklich.

In Tunis rufe ich die Algerische Botschaft an und erkundige mich wegen dem Visum. Nachdem ich ans Konsulat verwiesen wurde, bekomme ich die Auskunft, dass ich im ersten Hafen in Algerien mich darum kümmern soll, das müsste gehen, wenn ich nur der Küste entlang segle und nicht ins Landesinnere wolle.

Damit hat sich schon einiges erledigt und ich bleibe nur bis morgen früh hier. Dafür bezahle ich 50€ Platzgeld. Das ist unverschämt, aber was solls. Nachmittags warte ich 2 Stunden auf den Dieselwagen, der sofort kommt....

Danach vereinbare ich mit Camel, einem Taxichauffeur', dass er mir Tunis zeigt. 2-3 Stunden für 25€. Das ist wiederum günstig. Wir fahren los. Ich bekomme einen gesamteindruck von Tunis. Es ist eine Araberstadt wie jede andere, hat aber einen zentralen Markt (Souk), der zwar riuesig ist, aber die meisten Geschäfte sind geschlossen. Zu meiner Sicherheit, hat Camel einen Studenten organisiert, der mit mir durch diese Altstadt wandert und mir alles zeigt und erklärt. Die Krise ist schuld, dass hier so viele Läden geschlossen sind. Nach der Altstadtbesichtigung, fahren wir noch durch verschiedene Quartiere. Es gibt quartiere, da gibt es nur Armut, aber es gibt auch neue, mit super Wohnhäusern und Villen. Auch hier eine 2-Klassengesellschaft der Extreme.

Gut dass der Souk gedeckt war, denn so konnte ich trockenen Fusses die Altstadt durchstreifen, denn es schüttet was nur so vom Himmel fallen kann. Am ende der Reise hört es auf, aber überall Pfützen und Bäche.

Tunis selber liegt an einem Binnensee, und ist recht schön gelegen. Die Polizeipräsenz ist enorm, denn man hat Angst vor den Extremisten. Ende Jahr soll ein neuer Präsident gewählt werden, diesmal vom Volk. Jedermann freut sich auf diese Wahl und man ist sicher dass alles wieder zum Normalzustand zurückkehren wird. Lass sie hoffen und gönne es ihnen, denn die Tunesier sind ein sehr nettes Volk.

Am Abend bringt mich Camel dann zu einem Restaurant, wo ich ein Cous-Cous mit Lamm esse.

Den Weg vom Restaurant könne ich dann alleine zurücklegen, es gebe eine Treppe die direkt zum Hafen führt. Eine Treppe ..., das war es vielleicht einmal. Nun ist es eine Jauchegrube mit steilem Abfluss. Dank dem dass ich im Handy eine Taschenlampe habe, finde ich mich durch, komme aber unten total verschlammt an.

In Tunesien musste ich die Uhr um eine Stunde zurückstellen, und somit habe ich eine NAcht von 10 Stunden vor mir, die ich geniesse und im Tiefschlaf an mir vorbeiziehen lasse.

 

26.9.14

Es wird 1000 bis ich endlich loslegen kann. Der Polizist, der mir einen Stempel in den Pass drücken muss, fraqt danach ganz höflich, ob ich ihm ein kleines Geschenk hätte. Was ist ein kleines Geschenk in seinen Augen ?

Er ist ganz geniert und will sich nicht ausdrücken. Er war aber so freundlich und nett und nicht so schweinisch, wie die in Bizerte vor Jahren, dass ich ihm 50€ in die Hnd drücke. Scheinbar zu frieden bedankt er sich herzlich und trottet von dannen. Ich lege los. Erst ein gemütliches Segeln. Nachmittags kommt der Wind immer stärker auf, Ich muss nun voll gegenan klotzen. Die Wellen bauen auf und erreichen eine nHöhe von 2-2,5 Meter. Es ist ungemütlich. Damit ich noch vor der Dunkelheit, die hier bereits um 1900 einsetzt irgendwo unterkomme laufe ich den Fischerhafen von Ras Ez Zebib an. Welch eine Misere.

Kein Platz, niergends. Schliesslich gehe ich längs an ein Fischerboot. Ein paar junge Burschen kommen zu Hilfe, denn es ist nicht ganz einfach in dem engen Raum ohne Schaden anzurichten und bei ablandigem Wind festzumachen. Schliesslich ist die SAMANTHA vertäut. Ich halte noch ein Schwätzchen mit den Jungs, die sehr nett und interressiert sind, bevor ich dann mein wohlverdiente Dusche nehme. Der Hafenmeister, der Polizist und der Zöllner statten mmir ebenfalls einen Besuch ab. Es ist alles unkompliziert, äusserst freundlich und es funktioniert auch ohne Backshisch. Für den "Platz" bezahle ich 1TD/Meter. Das heisst, 16 Tunesien Dinar was 6€ entspricht. also es geht doch auch normal.

 

27.9.14

0600, der Wecker klingelt. Ich hatte eine unruhige Nacht, weiss aber nicht warum. Draussen flattert meine Fahne ganz tüchtig, das verspricht Wind. Nach dem Frühstück muss ich noch zur Poilizei und mich abmelden. Das Büro ist zu. Ich klopfe und klopfe. Irgendmal streckt ein verschlafener Herr den Kopf durch ein Spähloch. Ich entschuldige mich, erkläre aber dass der Kollege am Vorabend verlangt hätte, hier zu erscheinen. Er schaut sich die Papiere an und erklärt, dass sich der Kollege getäuscht hätte. Es sei alles in Ordnung. Er kann sich dann selber bei seinem Kollegen für die gestörte Nachtruhe bedanken.

Zuerst bekomme ich herrlichen Wind und bis 1000 freue ich mich wie ein kleines Kind über das herrliche Bilderbuchsegeln. Dann aber ist Schluss. Der Wind stellt fast ab und der Yanmar muss helfen. Die Nordküste Tunesiens ist langweilig bis auf 2-3 kleine Spotts die schön sind. Ich lese und schreibe und gewinne dabei Meilen in Richtung Algerien.

Wie berechnet komme ich an meinem Tagesziel gegen 1700 an. Es ist der kleine Hafen von Sidi Mechreg, Im Hafenbuch steht nicht viel über diesen Ort, aber dass die Einfahrt und der Hafen auf midestens 2,50 ausgebaggert sei. Trotzdem, ich fahre ganz langsam ein. Boum..... der Kiel hat etwas berührt. 10 m weiter wieder boum.... , das genügt. Rückwärts bringe ich SAMANTHA wieder aus dem Hafen, gehe an den nahe gelegenen Strand und setze den Anker bei 6 m Wassertiefe. Mit über 3500 Toeuren sieh ich den Anker in den Grund, dann gebe ich mich gelassen der Schauklerei hin. Um 1900 werden hier die Lichter gelöscht. Es ist dunkel. Ich esse das restliche Reis mit Hackfleich, Vorher mache ich aber noch eine herrliche Vorspeise. Ich drehe eine Scheibe Feta-Käse (in Göcek auf dem Markt gekauft), im Ei , panniere sie und lege sie in die Bratpfanne mit Olivenöl. Die Vorspeise schmeckt fantastisch (eine Art Saganaki), aber der Reis... da habe ich schon besser gegessen.

 

28.9.14

Nach 9 Stunden Tiefschlaf, stehe ich bereits um 0700 auf, frühstücke und hole den Anker hoch. Draussen steht ein Wind, genau richtig für meine Reise. Stehts zwischen 10 und 20 KN querab. Ich bin somit bereits um 1200 in Tabarka. Ich bin erstaunt zu sehen was für tolle Hotelanlagen es hier gibt. Ein nettes Dörfchen aber leider kaum Touristen. Der Flughafen sei nur in der Sommersaison für 1 Monat in Betrieb, die Hotels nur für 2 Monate, wenn die Italiener kämen. sonst gibt es hier nichts. Trotzdem sind die Leute auch hier unglaublich freundlich, was ich bei den Tunesiern generell festgestellt habe.

Mittags trinke ich 2 Bierchen und plötzlich gelüstet mir nach Spagetti fFrutti di Mare. Die Rechnung für alles....15 TL = 6,5 € !

Tabarka wäre für mich ein Geheimtip für günstigen Urlaub an einem schönen Strand mit schönen Hotelanlagen.

Morgen legte ich früh los. Ich habe 45 SM vor mir und werde in Algerien einlaufen. Ichbinmal gespannt wie das geht, ohen Visum....

 

29.9.14

Fast den ganzen Tag konnte ich bei leichtem Wind segeln und erreiche Annaba gegen 1600. X -Mal wurde ich von verschiedenen Anrufern auf Kanal 16 nach meinem Ziel,meiner Position, Bootsname etc angefragt. Jedesmal gab ich geduldig Antwort. Dass ich mit SAMANTHA, Saylingboat angerufen werde, zeigt mir dass die mich per AIS geortet haben, warum dann diese Fragen ? Zudem sind es mindestens 3 verschiedene Behörden die nachfragen. Scheinbar gibt es unter diesen Vereinen keine Koordination, aber was solls....

Beim Einlaufen in den Hafen ist die erste Frage per Funk, "warum kommen sie nach Annaba"?

Der Hafenmeister sieht mich von seinem Büro oben im Turm und dirigiert mich an einen Platz ganz in seiner Nähe. Zwischen einem Cargo-Schiff, dessen Bordkante so hoch ist wioe mein Mast und einem Militärboot, das bis auf die Zähne bewaffnet ist darf ich längs anlegen.

Sofort kommt ein Coast-Guard-Offizier her und will aufs Boot. Bitte schön...

Zuerst werden einige Zettel ausgefüllt, dann inspiziert er das Schiff. Jeder Schaft wird aufgemacht und überall hineingespäht. Ich weiss nicht nach was er sucht. Ihn interessieren Zahnpasta genau so wie Mückenvertilgungsmittel oder der Inhalt des Kühlschrankes.

Erst ist alles sehr reserviert, dann aber lässt er die Katz aus dem Sack. Ich hätte keine algerische Gastlandflagge und damit müsse ich mit einer saftigen Busse rechnen. Vor 3 Monaten sei ein Franzose mit 900 USD bestraft worden. Ich versuche zu erklären, dass ich eine Möglichkeit suche eine solche Flagge zu kaufen, denn in Tunesien habe ich keine Chance gehabt eine solche zu erwerben. Er werde sehen und mit dem Harbour-Master reden."Ob ich ein Geschenk hätte" ? "Was denn" ? "Zigaretten habe ich keine, denn solche rauche ich nicht.",

"Whyski ?, " und schwups war meine, bereits angefangene Brandyflasche verschwunden. Danach ging alles wie am Schnürchen. Der Mann von der Immigration, ein fast zahnloser (einen Zahn hatte er noch , oben links) Spränzel kam vorbei, füllte einen Zettel aus und war gleich wieder weg. Leider konnte ich ihm kein Visum aus den Rippen leiern. Der Beamte vom Zoll kam, wollte aufs Boot, aber die grossen Fender für Cargo-Schiffe hielten SAMANTHA weg vom Quai und das war ihm zu weit. Ich gin dann raus und er fragte mich, ob ich etwas zu verzollen habe. Nein, habe ich nicht. Also gut, dann ist es das. und weg war er.

Etwas später kommt  der Hafenmeister, bringt mir eine algerische Flagge, die so gross ist wie meine Schweizer Fahne am Heck. Es ist ein Geschenk. Wir trinken noch einen Whyski, schwatzen über dies und das, und beim Abschied nennet er mich Bruder. Nochmals eine Stunde später, ich bin gerade beim Abwasch bringt er mir algerische Dinar, die ich gegen € wechsle. So habe ich nun auch etwas Geld, falls ich dann mal an Land kann.

 

30.9.14

1630 und ich fahre in den mommerziellen Hafen von Skikda ein. Sehr freundlich ist der Hafenmeister schon am Funk. Mit einem kleinen Pilotboot werde ich an die Pier dirigiert, wo bereits einige Uniformierte herumstehen, in Erwartung des schweizer Schiffs.

Die ersten drei, die an Bord kommen, sind von der Coast-Guarde. 3 junge, sehr höfliche Kerle, von denen einer noch die Zahnspange hat, aber er hat scheinbar in der Schule aufgepasst, denn er weiss dass Bael in der Schweiz liegt. Die üblichen Papiere werden ausgefüllt, einer geht und macht Photokopien von meinen Papieren, dann wird das ganze Schiff gefilzt. Mich stört es nicht, dass alle Schapse auf und wieder zu gemacht werden, lediglich, dass sie mit ihren Stiefeln im Schiff umhergehen ist nicht angenehm, denn draussen ist es saudreckig und schon im Cockpitt sind alle Sohlen abgezeichnet. Was genau sie suchen wissen die vermutlich genau so wenig, wie ich. Wenn ich etwas zu verstecken hätte, würde ich eines der 10 Geheimfächer benutzen, die es auf der Amel gibt.

Ohne etwas zu verlangen oder zu erbetteln, gehen die drei von Bord und der Immigrationsmann kommt.

Gleiche Fragen, wieder viel Papier ausfüllen. Hier ist wirklich jeder dieser staatlichen Vereine autonom und es besteht keie Koordination.

Auffallend ist, dass der immigrationsmann, im gegensatz zu dem gestern, noch 2 Zähne hat. Es sieht fast so aus, dass nur Beamte mit verringertem Zahnbestand bei der Einwanderungsbehörde arbeiten können und je mehr es gegen Westen geht, um so mehr Zähne sind verlangt, denn so kann man sofort erkennen, wo der Beamte arbeitet. Wenn dann Morgen 3 Zähne zu sehen sind, stimmt meine Erkenntnis.

Nun ist der Zoll dran, mit ebenfalls 3 uniformierten und bestiefelten Kerlen. Alle auch sehr nett und zuvorkommend. Aber auch hier, Papier, Papier und noch ein Papier. Auch die filzen das Boot, allerdings nur sehr oberflächlich, vermutlich mehr zum "Gwunder" als beruflicher Eifer.

Der Nächste bitte,..... Die Polizei. Einer nur, aber auch er will ein paar Papiere ausgefüllt haben, macht aber nicht lange und wünscht gutenAbend, denn nun ist es in der Zwischenzeit dunkel geworden.

Und, nun, zur guten Letzt, noch der Hafenmaster. Auch ein sehr netter Kerl, dem ich die Grüsse von Salim, von gestern ausrichte. Er freut sich, macht es mit einem Papier kurz, will noch ein Photo von der Samantha machen und eines zusammen mit mir.

Dann bin ich frei.

Erst einen Drink, dann bereite ich mir ein Stück Thon mit Teigwaren und Erbsen zu. Aus dem Hafen darf ich nicht und im Hafen gibt es weder einen Laden noch ein Café. Also, lese ich noch ein paar Seiten und schlafe dann bereits um 2000 ein.

 

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