REISEBERICHT -November 2014

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Typisches altes Strohdachhaus auf Madeira

 

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Landschaften

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Ureinwohner

 

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Blumen die wild wachsen

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Bea und Fredy. Sie besuchen mich auf Madeira und segeln mit nach Teneriffa.

 

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Porto Moniz, für mich der schönste Ort auf Madeira

 

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Strand bei Porto Moniz

 

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Natürliche Schwimmbecken

 

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Idillisches Baden

 

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Altes Portugiesenhaus in Funschal

 

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Parlamentsgebäude

 

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Wunderschöne alte Kirche

 

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Reich dekorierte Seitenaltäre

 

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Bereits Ankündigung von Weihnacht anfang November

 

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Abendstimmung über Funchal

 

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Die halbe Familie ist versammelt.

Bea und Fredy,

Philippe, Sophie und Louis

Opa

 

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Mein kleiner Matrose

 

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Louis schläft in der Skipperkabine

 

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Vorbereitung zur Überfahrt. Erster Teil der Futtervorräte

 

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Beim Segelkn mit Philippe ziehen wir eine Fisch heraus

 

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Eine Delphinenart

 

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Idillischer Segeltag

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Es ist Zeit, wir starten die Atlantik-Überquerung

 

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Adé Teneriffa

 

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Aus dem Hafen, und 2800 SM vor uns

 

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Erste Tage sind stürmisch und regnerisch.

 

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Patrick, noch mit langen Hosen

 

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Vater und Sohn am Anfang eines 4-wöchigen Abenteuers

 

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Wegen einem Problem mit dem Balooner muss ich auf offener See in den Mast hoch. Es schaukelt ganz schön.

 

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Ein schöner Fisch gefangen

 

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Das Cockpitt sieht aus wie ein Schlachthaus

 

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Auch Segel reparieren gehört zum Alltag

 

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Frisches Brot ist immer ein Leckerbissen.

 

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3 Wochen hat man Zeit zum Lesen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1.11.14

Endlich. Draussen hat es schönen wind, ich mach die Leinen los und lege ab.

Bei permanentem Wind, von achterlich und 12-15 Knoten baume ich die Genua auf der Backbordseite aus, setze das Grosssegel auf der Steuerbordseite und so "fliege" ich mit den Wellen in Richtung Madeira. Ich hatte gerechnet dass ich so gegen 1700 dort ankommen werde. Um 1300 war die SAMANTHA bereits längs am Steg festgezurrt. Hoi.. war das eine tolloe Fahrt.

Unterwegs bekomme ich ein SMS von Bea. Sie fragt an, ob ich in Madeira sei, sie und nFRedy würden mich besuchen kommen.

Ja, ich bin heute Abend in Madeira, bleibe aber nicht lange, aber wenn ihr wollt, könnt Ihr doch diem Überfahrt nach Teneriffa mitmachen.

Gesagt getan. Zwei Stunden später hatte ich wieder eine SMS. Sie kommen morgen gegen Mittag an. Das ist doch super.

 

2.11.14

Gegen Mittag betreten die Beiden die SAMANTHA, richten sichnein und dann nehmen wir den Begrüssungstrunk.

Nachmittags, wollen wir mit dem Bus nach Funchal. Wir stehen rechtzeitig an der Haltestelle, aber der nette Fahrer rauscht an uns vorbei, so als wären wir gar nicht dort. Idiot.....

Im Hotel an der Rezeption können wir ein Mietauto organisieren, was wir so wie so für Morgen vor hatten.

Eine Stunde später, mit Fredy als Chauffeur, sind wir Richtung Stadt unterwegs.

Beim Spazieren kommen wir an der dortigen Marina vorbei. Phu..., hier möchte ich nicht sein. die hat überhaupt kein Charme und ist so voll gestopft nund eng, dass es nichts schönes ist. Die Altstadt von Funchal hat sehr schöne und gepflegte Häuser im echten portugiesen Stil. Wir bummeln und geniessen es.

 

3.11.14

Die Marina Quinto do Lorde gehört zu einem Ressort, das sehr gepflegt und schön ist. Ganz am NO-Zipfel der Insel, ist es recht kahl und gar nicht typisch Madeirisch.

Wir starten eine Inselrundfahrt. Die Strassen sind im allgemeinen recht gut. Die Insel ist mit Tunnels durchlöchert wie ein Schweizer Käse. Die Baukosten für diese Strassen müssen immens sein. Wir durchfahren viele verschiedene Gebiete, die sowohl von der Vegetation als auch landschaftlich nicht verschiedener sein könnten. Madeira ist wirklich eine Reise wert!

Das absolute High-Light ist Porto Moniz. Noch selten habe ich eine solch schöne Landschaftszene gesehen. Mich wirft's vom Hocker.

Am Abend suchen wir lange, bis wir ein nicht so touristisches Kneipchen finden. Wir sind schon fast zurück in der Marina, als wir dann doch noch fündig werden. Das Aroz-Marisco ist ein Leckerbissen und kostet uns ein Papenstiel.

 

4 -6.11.14

1000 Leinen los und ab gehts, Richtung Teneriffa.

Nach meiner Berechnung müssten wir nach 48 Stunden dort ankommen. Die Platzreservierung wurde bestätigt und somit mache ich mir keine Sorgen.

Auf der Überfahrt erweist sich Fredy als super Crew-man. sofort schnallt er die verschiedenen Situationen und lernt die SAMANTHA zu beherrschen.

Bea, hat etwas Mühe mit den 3-4 m hohen Wellen. Nachdem sie eine Tablette genommen hat, wird's besser aber sie schläft und schläft und schläft. Erst kurz vor Teneriffa kommt das Murmeltier aus der Höhle, macht auch eine 2-Stunden-Nachtschicht und wird so zu einer Hilfe für Fredy und mich.

Anfang Nachmittag sind wir vor der Marina San Miguel. Ich rufe an und will uns anmelden. Keine Antwort. Dann endlich, kurz vor dem Hafeneingang meldet sich eine Stimme. Ich soll einen Moment warten. In den recht hohen Wellen drehe ich Runde um Runde. Erneuter Anruf. Wieder werde ich vertröstet. Nach einer guten halben Stunde habe ich genug und fahre in den Vorhafen ein. Hier ist es etwas ruhiger, aber der wind blässt ganz schön und ich muss höllisch aufpassen auf dem engen Raum. Nur 1 Minute... höre ich aqm Funk.

Irgendmal wird es mir zu bunt nund ich verlange dass nun endlich jemand kommt und uns den Platz anweist.

Endlich... nach 3/4 Stunden Warten werden wir an den Platz gelotst. Dies ist die schlechtest organisierte Marina seit langem und das sage ich auch dem Chef am nächsten Tag. Er entschuldigt sich damit, dass sein Funkgerät platt war.

Danach aber ist José, der Chefmarinero eine grosse Hilfe. Er organisiert den Techniker, der innert wenigen Minuten meinen Wäschetrockner wieder in Gang bringt. Ein Thermoswitch hat blockiert. Um meine Gasflasche zu wechseln, fährt er sogar mit mir ins Dorf. Das nennt man Service. Vermutlich haben einige Neuankömmlinge dafür geflucht, weil er dadurch nicht in der Marina war.

 

7.11.14

Grosse Augen machen Philippe und Sophie. sie wussten nicht, dass Bea (die Mutter von Philippe) hier ist. Phil und Sophie haben ihren Urlaub hier auf Teneriffa gebucht und wir wollten uns treffen. Und siehe da... da sind auch Bea und Fredy. Die Überraschung ist gelungen.

Wir verbringen einen gemütlichen Nachmittag und abends lädt Fredy alle zum Essen ein.

Es ist unglaublich, was hier in dieser Hotelhochburg abgeht. Vom Inder- über Mexikaner, Italiener-Pizzeria und Chinesen-Restaurant kannst du alles frinden, nur leider kein gemütliches typisches spanisches Restaurant mit einheimischem Traditionsessen.

 

8.11.14

Frühstück und Packen heisst es für Bea und Fredy.

Der Flieger geht um 1100 und für 0900 organisierte Fredy ein Taxi. Nach dem wir 10 Min gewartet haben ruft Fredy nochmals an. Man hat scheinbar vergessen ein Taxi loszuschicken. Viva Espania. Dann aber, nach 2-3 Minuten rauscht einer an und schwups... weg sind sie.

Um die Beine etwas zu vertreten "spaziere" ich ins Industriegebiet. Ich will mal den Supermarkt inspizieren und sehen was man da alles bekommt. Nach einer Stunde Marsch bin ich dort und staune nicht schlecht über das Angebot. Kein Problem, den Einkauf für die Überfahrt zu machen. Patrick hat bereits einen Menuplan ausgearbeitet, den ich in eine Einkaufsliste umwandle.

 

9.11.14

Den Tag vertrödeln. Wäsche machen, und sonst noch einiges erledigen. Wenn man sucht findet man auf einem Boot immer etwas was man in Ordnung bringen kann. Am Es kommt noch kommt ein Techniker vorbei und schaut sich die Waschmaschine an. Der Trockner streickt seit einiger Zeit. Nach 3/4 Stunden hat er den blockierten Wärmeschalter deblockiert, die Maschine wieder zusammengebaut und alles funktioniert wieder wie es sein muss.

Um 1500 holt mich Philippe ab. Ich habe ein Handgepäck und ziehe um ins Hotel, wo er und Sophie den Urlaub gebucht haben. Es ist eine interessante Fahrt über die Insel. Die hohen Berge sind beeindruckend. Der Höchste, der gleicht  dem Kilimajaro und ist stolze 3700m hoch.

Das Abendessen nehmen wir im Hotel ein. Ich bin gespannt ob ich noch in einem festen Bett schlafen kann. Dies ist das erste Mal seit 3.Januar ! Klein Louis kommt auch mit OPA zum Schlafen, belegt das 2.grosse Bett und lässt so den Eltern etwas Ruhe.

 

10.11.14

Frühstücksbuffet, eine längst vergessene Variante für mich. Danach hat Philippe eine Runde Golf gebucht. Wir sind- volle 6 Stunden unterwegs, absolvieren den 18-Loch Parcour. Natürlich verliert Papa, aber nur knapp.

 

11.11.14

Auschecken, dasnn das ganze Gepäck in dem kleinen offenen Beatle verstauen. Wir fahren über eine Panoramastrasse, die durch ein Nationalpark führt. Schon interessant.

Abendessen auf der SAMANTHA. Philippe, Spophie und Louis richten sich ein. Philippe hat seinen Rückflug um 4 Tage verschoben, so dass wir noch etwas Segeln können.

 

12.11.14

Wir werfen die Leinen los, segeln der Küste entlang bis nach Los Gigantes, wo wir einen Platz in der Marina bekommen. Hier liegt man nicht gut. Trotz enger Hafeneinfahrt steht ein Schwell rein, so dass die SAMANTHA die ganze Nacht schaukelt.

 

13.11.14

Ausfahrt und Kurs Richtung Commera, wo wir eine professionel organisierte Marina vorfinden. Philippe gejt mit Louis Baden. Ich tausche 8 Bücher im Hafenbüro um und erneuere somit meine Bibliothek für die anstehende Überfahrt. Im Hafen liegt ein Kreuzfahrtschiff, ein typischer Mumienschlapper. Die Passagiere, die sich drum herum tummeln haben ein Durchschnittsalter von ungefähr 80 Jahren. Das Schiff ist mit vielen Sprüchen beswchriftet. Es fehlt nur zB "Meine letzte Reise " oder "Mein letzter Wille", dann wäre es wirklich komplett.

 

14.11.14

0900, wir fahren aus. Das Meer ist aalglatt und kein Lüftchen weht. Dafür stahlblauer Himmel und herrliche Sonne. Unterwegs stoppt Philippe, legt eine Leine  aus und Familie Zurkirchen Jun. geht baden, bei 2000 m Wassertiefe. Wir sehen viele Delphine, eine Atraktion, die hier stark kommerzialisiert ist.

Kurz vor dem eindunkeln erreichen wir wieder "unsere" Marina und können längs am Steg festmachen.

 

15.11.14

Philippe ruft ein Taxi, dann sind sie fort. Es bleiben schöne Erinnerungen und das Bild des strahlenden Louis, das ich auf die Reise über den Atlantik mitnehmen werde.

 

16.11.14

In den letzten Tagen hat die Wasserdruckpumpe mühe gehabt. Es gab keinen regelmässigen Wasserdruck mehr. Ich bewaffne mich mit allem Werkzeug, das ich brauche, baue die Pumpe aus, nehme sie auseinander, reinige die verkalkten Stellen, baue alles wieder zusammen und fixiere die Pumpe wieder an ihrem ürsprünglichen Platz. Anstellen..... und sieh da, oh Wunder, sie funktionniert wieder einwandfrei.

 

17.11.14

Einkaufen, zu Fuss, mit Rucksack und Tasche. 3/4 stunden Fussmarsch hin und dann wieder den gleichen Weg, schwer beladen zurück. Ichbin kaputt als ich zurück auf der SAMANTHA bin. Der Tiefkühler ist nun voll.

5 Maschinen Wäsche, die in windeseile draussen trocknet.

Bett vorbereiten für Patrick, der morgen kommt.

 

18.11.14

Boot waschen, Wassertank auffüllen, dann hole ich das Fahrrad hervor. Den ganzen Weg bis zum Supermarkt trample ich den Berg hoch.

3 Kg Zwiebeln, 3 Kg Kartoffeln, 3 Kg Bananen, 2 Kg Orangen, 2 Kg Birnen. Das ist nur ein kleiner Teil von den etwa 20 Kg, die ich heute eingekauft habe. Den prall gefüllten Rucksack am Rücken, eine grosse Tasche auf dem Gepäckträger und den Sack mit den Orangen hinten am Sattel angehängt sehe ich aus wie ein Tramper als ich im Flug den Berg hinunterrausche. In nur 10 Minuten bin ich schon wieder in der Marina. Zu Fuss wären es mindesrtens 40 Minuten gewesen. Die Bremsen am Fahrrad sind zwar heiss, aber ich komme gut an. War doch eine gute Idee, endlich das Fahrrad hervorzuholen. Die weitere Zeit verbringe ich damit, die Früchten und das Gemüse, in Tagesportionen einzuteilen und in Plastiksäcken zu vakumieren. Hoffentlich hält das so etwas länger.

Nun ist alles voll. Der Tiefkühler, der Kühlschrank, einige Bagskisten und Schapse.

Ich weiss nicht wie es machbar ist, auf einem 13 m Boot für 8 Leute für die Überfahrt zu bunkern. Die meisten müssen ja auch noch das Wasser mitnehmen. Wir haben eine Seewasserantsalzungsanlage und somit nehmen wir nur ein Minimum an Wasser mit. Eine sogenannte Notreserve, falls der Wassermacher ausfallen würde und wir die 1000 Liter verbraucht haben, bevor wir in der Karibik ankommen. Sicher ist sicher.

Kurz vor 1600 kommt Patrick an. Er installiert sich. Die Neugier gilt dem neuen Satelitentelephon, das er mitgebracht hat. Sofort wird dieses programmiert und getestet. Die Nummer, für Notfälle werden an unsere Frauen durchgegeben. Wir sind bereit. Morgen Mittag wollen wir los.

 

19.11.14

Die Nacht hat es furchtbar gestürmt und geregnet was das Zeug hält. In der Früh ist es draussen grau und windig, aber wir wollen heute los.
Das Schiff wird vorbereitet. Um 1200 wollen wir starten. Ich muss aber noch auf die Lieferung der bestellten Seekarten für den Plotter warten. Um 1100 sollen diese geliefert werden.

Es ist 1100. Die Karten sind nicht da. Der Flugplatz in Nordteneriffa sei gesperrt und deshalb die Lieferung nicht erfolgt. Warten heisst es nun. Wie lange wissen wir noch nicht. Den Nachmittag vertreiben wir uns mit einem längeren Marsch zum Supermarkt und danach 2 Stunden zum nächsten Dorf und zurück. Wann geht's weiter ?

 

20.11.14

Endlich bekommen wir die NAchricht, dass die Karten eingetroffen sind. Sofort verlegen wir die SAMANTHA an die Tankstelle, füllen 150 L Diesel auf, bezahlen die Karten, den Platz und die Waschmaschinenreparatur. Dann noch ein kurzes Adios Juan und Eduardo,( die hilfreichen Chefs ) und ab geht die Post. Eben beim Ausfahren rasselt erneut ein heftiges Gewitter auf uns herab, macht aber nichts, wir wollen weiter. Alle 2 Stunden werden wir noch mit einem Gewitter gesegnet und befeuchtet. Die See ist sehr rauh und der, Wind hüpft von 15 bis 25 Kn, querab, so dass wir einen höllenritt hinlegen.

Schon früh wird es dunkel. Die See ist noch wilder. uns schmeisst es von einem Eck ins andere. Die Winde drehen ständig, es wird eine Karusell-Nacht.

Patrick ist sich noch nicht gewohnt und muss sich hinlegen.

Ich übernehme die erste Nachtwache.

 

21.11.14

Der Tag ist grau aber es hat aufgehört zu stürmen. Der Wind etabliert sich im Norden. Wir reduzieren die Segel, damit SAMANTHA keinen Stress hat und trotzdem fahren wir ständig nach Süden , Richtung den Cap-Verden mit 7-8 Knoten. Ein leichter Regenschauer zur Abwechslung von Zeit zu Zeit, sonst nur Wasser und Himmel.

Zum Nachtessen gibt es Sheppard's Pie. Patrick issst wieder, und das ist ein gutes Zeichen. Er Übernimmt die Nachtwache und ich kann schlafen gehen. Wie ein Murmeltier schlafe ich die ganze Nacht.

 

22.11.14

Morgens um 0500 erreichen wir den "Wendepunkt" . Alle Bücher sagen, dass man bis zum 20-ten Breitengrad Nord und zum 25-ten Längengrad West fahren müsse um den Passatwind zu erreichen. Der Passatwind ist einn regelmässig von Ost nach West wehender Wind, mittels diesem auch schon Kolumbus nach der Karibik gesegelt ist. Kolumbus hatte noch keine Karten und meinte er würde nach Indien segeln. Wir wissen, dass wir in der Karibik landen werden. Obwohl wir den 20 GRad erreicht haben, dreht der Wind nicht und wir halten weiter südlich.

Kurz vor dem Sonnenuntergang dreht der Wind. Wir haben den Passatwind gefunden. Neues Ziel ist nun Granada. Von dort können wir dann die Karibik Richtung Norden bis St. Lucia geniessen. Am 18.12 geht Patrick in St Lucia auf den Flieger und Rita kommt. Im 2000 war Rita dabei als wir diesen Teil, der Karibik besegelt haben und somit kann ich dann mit Ihr direkt weiter nach Norden. Zuerest planten wir eigentlich Barbados anzufahren, haben aber in den Büchern nichts gelesen, was diese Idee unterstützen könnte.

Besuch von Delphinen, die eine ganze Weile mit der SAMANTHA spielen und uns mit ihren tollen Sprüngen erfreuen.

Heute bin ich wieder für die Nachtwache eingeteilt. Wir halten es so, dass immer abwechslungsweise einer eine ganze NAcht übernimmt und somit der andere eine ganze Nacht durchschlafen kann. Wir haben im Radar einen Umkreis von 24 SM ( ca 45 Km ) im Blick. Auf dem AIS sehen wir jedes grössere Boot ebenfalls im gleichen Umkreis. Dann ahben wir noch den Aktiv-Radar, mittels dem uns gemeldet wird, wenn wir von einem anderen Boot im Radar erfasst werden, und das auf eine Distanz von ca 55 Km. All diese Alarme erlauben uns, dass auch derjenige, der Wache hält, sich zuwischendurch für eine Stunde hinlegen kann. Schliesslich würde man ja auch nicht schon in Wohlen nervös, wenn in Baden ein Radfahrer sich in Richtung Wohlen bewegt. So pendelt es sich ein, dass man die Eieruhr auf eine Stunde setzt, sich hinlegt und schläft, dann aufsteht, alle Geräte kontrolliert, die Segel kontrolliert und wenn nichts ist, legtr man sich wieder für eien Stunde hin, und so geht das bis die Sonne aufgeht und Tagwach gemacht wird. Mit der Zeit wird man mit dem Boot so vertraut, dass man jede Veränderung draussen mit bekommt und sofort erwacht, wenn ein ungewöhnliches, oder verändertes Geräusch wahrgenommen wird. Man kann mal eine Nachtschwester fragen, wie das ist. Es ist genau das gleiche.

Heute Nacht ist es sehr ruhig, bis 0300. Für eine halbe Stunde macht SAMANTHA Ärger, danach ist alles wieder stabil. Wir fahren in 6 Stunden 45 SM, das heisst mit 6,666 Knoten Durchschnitt.

 

23.11.14

Der Wind ist regelmässig und weht von NW bis N, später dann aus NE. (Nordost). So wie es ausseht treffen wir nun auf den stabilen Passatwind. Es ist Zeit nun mit dem Fischen anzufangen. Obwohl es wenige Vögel hat, die uns begleiten, beisst doch so ein Kerl zu und ich fange einen Vogel statt einen Fisch. Patrick ist nicht erbaut voin der Idee, diesen zu rupfen und in die Pfanne zu hauen. Wir haben noch genügend zu Essen im Vorrat, so dass wir darauf verzichten können. Leider ist der Vogel tot als ich ihn endlichan Bord habe und vom Angel befreien kann. Das ist nun schon das 2. Mal dass ich einen Vogel erwische. Blöde VIecher !

Um 1600 baumen wir die Genua aus. Danach machen wir für lange Zeit dauernd 7-9 Kn, einmal steigt der Wind und die SAMANTHA zeigt uns dass sie auch mit 14,6 Knoten dahinrauschen kann. Ich jutze vor Vergnügen !

Ein kleines Malheur passiert uns. Die Leine am Besanmast hat sich selbstständig gemacht als wir die Besanfock einholen. Die Nacht ist wieder grau und regnerisch. Noch nie haben wir bis jetzt einen dieser wunderschönen Sonnenunter-oder Aufgänge sehen können. Schade.

 

24.11.14

Heute auf dem 25 Breitengrad endgültig den Passatwind getroffen. Wir entschliessen uns den Balooner hochzuziehen. Pluff und der Balooner kommt selbständig wieder runter. Das Nylon-Teil, dasn oben einhängen sollte ist gebrochen. Die Leine gerissen und abgehauen. Scheisse...... gross geschrieben. Ich mache eine Notleine mit der wir den Balooner hissen. Abends muss er aber wieder runter, denn mit der Notleine können wir nicht einrollen, falls der Wind plötzlich aufkommen sollte, und das wäre gefährlich.

Nachmittags fange ich einen Fisch, der haut aber kurz vor dem Boot wieder ab. Da es bald Abend wird, will ich die Leine einholen und prompt hangt wieder einer dran. Diesmal kriegen wir den an Bord. Er ist ca 80 cm lang und gibt uns herrliche Filets für 2 Malzeiten. Heute nicht mehr, denn auf dem Herd köchelkt schon seit 2 Stunden ein Gulasch, der mit Kartoffelstock und Salat heute abend gegessen wird.

 

25.11.14

Ruhiger Tag. Regelmässige Fahrt. Selbst gefangener Fisch von gestern wird gegessen. Nur noch 1999 SM bis zu unserem Ziel in Granada, zeigt der Plotter. Immer noch Wolken die die Sonne verdecken.

 

26.11.14

Nachts um 0400 stellt der Wind ab. Nach einer halben Stunde fängt es an zu blasen. Wind steigt bis 25 Kn und bleibt den ganzen Vormittag. Wir machen bis 14,3 Kn Fahrt und legen in 6 Stunden 52 SM zurück, was ein Schnitt von 8,6 KN bedeutet. Jeweils mittags um 1200 kontrollieren wir die Strecke die in den letzten 24 Stunden zurückgelegt wurde, Dies nennt man Etamal. Von Gestern bis heute sind dies 175 SM mit einem Schnitt von 7,29 SM. Wir kommen flott voran. Mit ausgebaumter Genuaq, gegengestelltem Gross und dem Besan segeln wir "Schmetterling". so können wir jederzeit auf veränderte Winde reagieren.

Es ist weiterhin grau und regnerisch. Keine grossen Regen, aber hin und wieder ein paar Spritzer oder Nieselregen.

Es ist nun Zeit, den ersten Müll zu entsorgen, es fäng an zu stinken. Wir haben imm Mülleimer eine Tüte, in der wird alles, was sich im Meer zersetzt gesammelt. Papier, Knochen, Gemüsschalen etc. Das fliegt von Zeit zu Zeit über Bord. In der Geschirrspülmaschine, die bei der Überfahrt nicht benutzt wird, liegt eine andere Tüte, in der wird alles gesammelt, was sich im Wasser nicht abbaut. Plastik, Petflaschen, Alu, Staniolverpackungen etc. Diese Tüten werden in der äusseren Bagskiste gesammelt und dann am Ziel entsorgt.

 

27.11.14

Grau, grau, grau. Immer noch keinen Sonnenauf- noch Untergang bestaunen können. Backe ein erstes Brot mit dunklem Mehl. Gelingt nicht bschlecht, aber das vom Bäcker ums Eck wäre besser. Ein Riss in dem Balooner wird genäht und viel gelesen.

 

28.11.14

Der Wind beruhigt sich am Nachmittag. Ich will in den Mast hoch um die verlorene Leine neu einzuziehen. Patrick kurbelt mich mit der Winch hoch. Oben schaukelt es so 3-4 Meter mal nach links, mal nach rechts, vor und zurück. Ich komme mir vor wie ein Trapezkünsler, der seine erste Übungsstunde hat. Mich schlägt es um die Wanten und nur mit viel Anstrengung kann ich verhindern halb tot geschlagen zu werden.

Schliesslich muss ich feststellen, dass die Leine sich in den Mast verpisst hat, und wir eine Hilfsleine einziehen müssen. Dies habe ich schon einmal mit Philippe gemacht. Es hat damals 2 Stunden gedauert. Wir werden diese Arbeit ausführen müsswen wenn wir ruhig in einem Hafen liegen, sonst riskiere ich einen verfrühten Tod. Wieder unten angelangt und sichet auf Deck, sehe ich mit den blauen Flecken, überall, aus wie ein Tieger, nur mit blauer statt brauner Fleckung. Heute in der Früh haben wir die 1400 ste Meile gemacht und somit die halbe Strecke hinter uns.

 

29.11.14

Zum ersten Mal ist das Wetter etwas angenehmer und Abends bestaunen wir einen ersten schönen Sonnenuntergang. Mit weissem Mehl habe ich heute ein Brot gebacken, das super gut ist. Scheinbar habe ich es doch noch gelernt.

Abends schauen wir einen Film auf DVD.

 

30.11.14

Schon der letzte November. Wir sind nun 11 Tage unterwegs. Der Sonnenaufgang ist zum erten Mal so wie ich es kenne, die Sonne scheint, es ist mittags 28° warm. Mit einer Hilfsleine setzen wir den Balooner und trotten so gemütlich dem Ziel entgegen.