REISEBERICHT - Juni 2014

01_Kemer.jpg

Die Ausflugsboote, als Piratenboote getarnt und mit als Piraten verkleideten Crews, wie am Karneval

 

02_Markus-Bad.jpg

Offensichtlich geniesst Markus das Bad

 

03_Markus-Kapitan.jpg

Markus als Kapitän macht sich gut

 

04_Fischessen-ramasan.jpg

Diesen Fisch nahben wir zum Nachtessen, nachdem Markus schon zum Zvieri einen Fisch gegessen hatte. Proteine lassen grüssen.

 

04-1-ramaza-fenster.jpg

Blick aus meine Luke am Morgen

 

05_family-ramasan.jpg

Mit der Familie Ramazan

 

06_restaurant-ramasan.jpg

Das Restaurant von Ramazan

 

07_Kastellorizon-dorf.jpg

Die Häuser in Kastellorizon gleichen denen in Symi, ob der Bürgermeister dort Verwandte hat ?

 

07-2_schildkroete.jpg

Schiltkröte, von fast einem Meter länge

 

07-3_BMW.jpg

Ein alter BMW, ob der noch läuft ?

 

08_kastellorizon-blumen.jpg

Immer noch, wie schon vor 4 Jahren fallen die schönen Ecken in Kastellorizon auf

 

09_essplatz-daneben.jpg

Unser Cockpitt ist fast ein Teil des Restaurants. Nur ein Schritt und wir sind am Tisch im Restaurant in Kastellorizon

 

10_gemutlicher-abend_kalkan.jpg

Gemütlicher Platz über dem Hafen.Markus geniesst es offensichtlich

 

10-2_shisha-kalkan.jpg

Wasserpfeife ist in der Türkei inn

 

11_in der Bucht-baden.jpg

Badegenuss in" freier Wildbahn"

 

12_sonnenuntergang.jpg

Sonnenuntergang

 

13_Mondnacht.jpg

Nachtfahrt bei Vollmond

 

14_sonnenaufgang.jpg

Morgentlicher Sonnenaufgang

 

15_fisch.jpg

Ein Tuna, 65 cm lang. Das ist mein grösster Fang bisher.

 

16_filets.jpg

Tranchiert geht der Fisch nun in die Tiefkühltruhe

 

17_abend-marina.jpg

Abends in der Marina, wie bei einem Strassenfest

 

18_apollo.jpg

Der Apollotempel

 

19_kuste.jpg

Schöne Landschaft

 

20_Strand-schirme.jpg

Ein Badestrand wie man sie überall kennt

 

21_wohnsiedlung.jpg

Eine "Wohlstandssiedlung" im türkischen Teil, dierekt neben der Autobahn. Solche gibt es viele.

 

22_larnaca_kirche.jpg

Die sehr schöne, reich verzierte Kirche in Larnaca

 

22_larnaka_kirche-innen.jpg

Innnen drin, reich verziert mit viel Gold

 

23-larnaca-schirme.jpg

Badestrand in Larnaka. Mir würde fdas nicht gefallen, aber ähnliches sieht man an der Cote-Azur

 

24_Famagusta-ruine.jpg

Ruinen überall in Famagusta

 

25_famagusta_mauer.jpg

Ganz Famagusta war einmal eine riesige Festung mit Kilometerlangem Schutzwall, wie in Istambul

 

25_famagust-kirche.jpg

Kapute Kirche in Famagusta. Ob das die Türken (Islamisten) gemacht haben. Tollerieren die den keine Kirchen ?

 

26_auto.jpg

Ob der beim TÜV durchkäme ?

 

27_karger-osten.jpg

Ein karges Gebiet, für das die Türken gekämpft haben

 

28_bergstrasse.jpg

Natur pur auf der Bergstrasse in den türkischen Bergen

 

29_karte.jpg

Die Karte zeigt den Grenzverlauf. Nordöstlich das türkische, südwestlich das griechische Gebiet

 

41_anfahrt_Haifa.jpg

Anfahrt Haifa am Nachmittag

 

42_UN-Schiff.jpg

Ein UN-Schiff mit deutscher Besatzung will wissen was ich vorhabe

 

43_Essen.jpg

Am Tag nach der Ankunft treffe ich Roni (hinten) und Shmulik und wir gehen essen

 

44_Souk_Nazareth.jpg

Erster Ausflug nach Nazareth. Hier im Souk

 

45_blick_Nazareth.jpg

Ein Blick über Nazareth

 

46_See-Galilee.jpg

Am See von Galilee

 

47_Jude.jpg

Eine Spezie, die man hier seltener trifft als in Zürich

 

48_Camelbeach.jpg

Die Camel-Beach, ein Badestrand ausserhalb Haifa

 

49_moschee.jpg

Moscheen , Christliche Kirchen und Synagogen, hier gibt es alles

 

51_karte.jpg

Auf der Karte eingezeichnet , meine Fahrten. Total 1450 Km

 

52_Telaviv.jpg

Tel_Aviv, eine Grosstadt mit vielen Wolkenkratzern

 

53_araber-slums.jpg

Im Osten sind die Araber in Slums

 

53_Souk_Jerusalem.jpg

Im Souk in Jerusalem

 

54_Kirche_Jerusalem.jpg

Die Geburtskirche in Jerusalem mit der bekannten Krypte

 

54-mauer.jpg

Hinter diesen Mauern leben die Palästinenser. Zugang für Israelis verboten.

 

55_Jerusalem_weihnacht.jpg

Ob die hier das ganze Jahr Weihnacht haben ?

 

55-klagemauer.jpg

Die Klagemauer

 

57_Jerusalem.jpg

Das alte Jerusalem

 

58_Palmen.jpg

Palmenplantagen im Tal des toten Meers (Datteln und Bananen-Plantage)

 

69_bad-Totes-meer.jpg

Baden im Toten Meer. Für viele ein Genuss und gegen Hautkrankheiten gut.

 

69_mann.jpg

Das ist kein Schwarzer, der hat sich mit dem Schlamm eingerieben. Nichts für mich.

 

71_auf_boot.jpg

Roni mit Kindern und Shmulik kommen zum Segeln.

 

 

1.6.14

Zuerst drücke ich mich noch herum, denn ich muss mich wieder ans Alleinesein gewöhnen. Dann lege ich los, kann den Anker ohne Problem heben. Im Hafenbuch steht, dass hier wegen den vielen Ausflugsbooten ständig Ankersalat sei. Kaum aus dem Hafen, blässt schon ein herrlicher Wind der mir erlaubt am Wind aus der Bucht zu segeln. Draussen nach dem Kap drehe ich um 30° und habe den Wind nun querab. Die ganze Reise bis 1500 segle ich mit einem Wind zwischen 16 und 25 Knoten. Kein Mensch zu sehen weit und breit. Sonne und blaues Wasser. Leider etwas hohe Wellen, bis 2 Meter. Dann aber, bei der engen Einfahrt in die Bauern-Bucht, mein Tagesziel, steigt der Wind bis auf 37 Knoten. Das ist heftig. Trotz diesem "Scheisswind" gelingt es die SAMANTHA sauber längs an den Steg zu manöverieren. Drei Leute vom Restaurant sind behilflich.

Ich freue mich schon auf den hier bekannten leckeren Salat, den Fisch und die Pommes. Um 1930 werde ich gerufen, das Essen sei bereit. Es ist eine Wucht und ich bezahle nur 40 TL für Bier, Fisch, Salat und Pommes !

Zwischenzeitlich hat sich der Wind gelegt und ich kann ruhig schlafen, denn am Steg liege ich sicher.

 

2.6.14

Finike ist heutiges Tagesziel. Das schaffe ich mit gutem Wind locker und fahre um 1600 in die Marina ein. Zwei Marineros sind behilflich und ich muss praktisch nichts machen. Ein Spaziergang ins Städtchen (schon fast Stadt), klärt mich auf. Es ist scheusslich, kein Charme, lieblos. Es gefällt mir hier überhaupt nicht und ich entscheide, mir selber ein gutes Abendessen zu kochen. Zu allem Überfluss ist es auch teuer in der Marina, aber wenigstens gehört Strom und Wasser dazu. Die Anbinderleinen und die Fockleinen werden gewaschen, denn wegen dem Salzwasser sind diese so hart geworden, dass ich fast einen Vorschlaghammer brauche um sie zusammenzulegen. Das Resultat nach dem Waschen kann man als "verbessert" bezeichnen. Gut wäre anders.

 

3.6.14

Anker setzen in einer Bucht bei 6 m Wassertiefe. Baden, Essen und Schlafen. Nichts weiteres. Nachts höre ich ein leises Rieseln auf dem Deck, später aber kann ich Sterne sehen.

 

4.6.14

Wenig Wind in der Früh zwingt mich mit dem Motor weiterzufahren, Nachmittags kommt dann endlich Wind auf und ich schippere der Küste entlang. Hier unten ist es sehr langweilig und die Landschaft bietet nichts. Je näher ich zu Kemer komme, um so zahlreicher und pompöser werden die Hotelanlagen am Strand. Da werden ganze Strandabschnitte mit schneeweissem Sand bestreut und ganze Palmenhaine gepflanzt. Man hat mir abgeraten nach Kemer zu fahren, denn da sei alles überlaufen von Russen.

Die Marina ist sehr professionell und gut, wenn man von der Disko, direkt neben der Marina absieht. Diese bringt in einer Lautstärke den ganzen Tag Kinderlieder, am Abend solche für Teenis und später, bis 0400 Morgens richtig heavy Discosounds.

Am Strand trinke ich ein Bierchen und betrachte die Fleischmassen die sich dort an der Sonne suhlen. Da gibt es alles zu sehen, vom superschönen, wohlgeformten Russengirl bis zu den fetten unapetitlichen Engländerinnen und Deutschen im vortgeschrittenen Rentenalter. (Natürlich ebenfalls im Bikini). Ich lass mir aber den Genuss am Bier nicht verderben.

In der Stadt hat es sehr gepflegte Flanier und Einkaufsmeilen, natürlich mit russischen Girls als Verkäuferinnen.

Über die Marina habe ich für Markus, der heute Abend kommt, ein Taxi reserviert, so dass er direkt bis an den Steg gebracht wird. Um 2000 ist es dann soweit. Wir essen noch eine vorbereitete Kleinigkeit auf dem Boot, schwatzen noch wie Waschweiber bis 0100 und legen uns dann hin.

 

5.6.14

Nach dem Frühstück legen wir los, bestaunen all diese Ausflugsschiffe die wie Piratenboote aussehen. Mit wenig Wind und etwas Motorenhilfe wollen wir schnellstens wieder nördlicher, da wo es landschaftlich schöner ist. An Finike vorbei ziehen wir bis in die Bucht in der ich vor 2 Tagen lag. Locker schaffen wir das und da wir am Nachmittag auch etwas Wind hatten, konnte Markus bereits einiges zum Beherrschen des Bootes lernen. Die Nacht wird ruhig und unser Curry-Geschnetzeltes mit Reis hat gut geschmeckt.

 

6.6.14

Schöner Wind und auch die Richtung ist nicht schlecht, so dass wir heute volles Segelprogramm haben. Am Schluss hat Markus so viel Spass am Segeln, dass wir sogar gegen den Wind in der schmalen Bucht zum Bauern aufkreuzen. 14 Mal mussten wir wenden und jedes Mal war es an mir die Winschen zu belegen. Ich freute mich auf das Bier nach dem Anlegen.

Freudig wurden wir begrüsst und Markus legte die SAMANTHA elegant an den Steg.

Ein Spaziergang über die Insel zu einer historischen Städte mit Sakrophargen die eine Geschichte von 3200 Jahren hinter sich haben hat uns den Apetit angeregt.

Zum Abendessen bestellte sich dann Markus einen Fisch als Vorspeise, ich Salat, danach gibt es einen Hünereintopf. Es ist sehr lecker. Das Huhn hatte aber sicher schon seine 1000 Flugstunden hinter sich und sein 500-stes Ei gefeiert bevor es im Topf landete

 

7.6.14

Zum ersten Mal schläft Markus länger als ich. Leise schleiche ich mich raus und schwimme eine Runde im erfrischenden Nass. Das Wasser zeigte ca 23°C, noch etwas frisch für mich, aber es macht Spass.

Frühstücken an Deck, dann ziehen wir los Richtung Kale, die historische Städte. Dort legen wir einen Badestop in einer Bucht ein, danach legen wir uns an einen Steg vor einem Restaurant. Man will uns wieder wegjagen , da wir eigentlich nur etwas trinken möchten, und nach höchstens einer Stunde wieder verschwinden würden. Nur wenn wir Essen könnten wir bleiben. Ich will wieder weg, Markus, ein Nimmersatt, hätte nichts gegen ein gutes "Zvieri"., So legen wir dann doch an. Markus verspeisst einen Fisch, ich ein paar Meetballs. Zurück beim Bauer am Steg, gibt es Nachtessen. Frage was ?

FISCH. und zwar ein recht grosser, den Ramazan selber heute früh mit dem Netz aus dem Meer gezogen hat. Es ist so lecker.

 

8.6.14

Heimlich betrachte ich Markus, als er aus der Koje kommt. Ich befürchte dass ihm langsam aber sicher Flossen spriessen, bei soviel Fisch, wie er idie letzten Tage gegessen hat.

Die neue Marina in Kas ist der Hammer. Wir werden mit dem Dingi abgeholt und an den Steg gebunden. Das Wasser ist absolut sauber und alles ist neu und sehr gepflegt. Wir waschen das Boot, das in den letzten Nächten durch den Tau viel roten Sand abbekommen hat.

Spät Nachmittag spazieren wir die 20 Minuten ins Städtchen, bummeln herum und suchen uns ein Restaurant auf einer Terrasse aus, von dem aus wir einen schönen Blick über den Hafen und das Städtchen haben. Leider sieht man da auch in die Hinterhöfe der weiter unten liegenden Restaurants. Man kann dann wohl sagen "Vorne Fix, hinten Nix".

Leider hat uns ein unangenehmer Kellner die Pfefferseaks auch nicht verbessern können. Wir waren halt in einer Tourikneipe gelandet. Freundlich hatte man uns gefraght wie wir die Steaks gerne hätten. Beide wollten wir diese Medium-rear. Gebracht wurden sie voll durchgebraten, was wir als "Well-done" bezeichnen würden. Suspekt war mir, das man uns gleich nach dem Bestellen besondere Messer gebracht hat. Die waren dann auch nützlich und unsere gesunden Zähne haben es auch geschafft die Steaks zu vertilgen.

Mit einem Glacé-Coup in einem Strassencafé wird dieser gemütliche Abend abgerundet, bevor wir zum Boot zurück marschieren.

 

9.6.14

Kein grosser Schlag ist es zur Nachbarinsel Kastellorizon. Eine griechische Enklave mitten zwischen den türkischen Inseln.

Auf dem Weg legen wir bei einer Nachbarinsel, die nur von einigen Militärs besetzt ist, an, um das Wasser zu geniessen und zu schnorcheln. Das Meer ist herrlich. Leider ist alles im Wasser tot. Ausser einigen einzelnen kleinen Fischlein ist nichts zu sehen. Als wir wegfahren wollen, bekommen wir den Anker nicht mehr hoch und ich muss einiges an Manövern fahren bis es gelingt diesen auszureissen. Ich hätte wirklich keine Lust gehabt auf 25 Meter Tiefe abzutauchen um den Anker zu lösen. Ende Gut alles Gut. Der Anker ist oben und wir nehmen Kurs zu unserem Tagesziel. Am Steg vor dem Reataurant, wo ich vor 4 Jahren schon war, legen wir an. Der Besitzer kommt uns begrüssen und meint, ich sei doch schon einmal hier gewesen. Es gäbe nicht viele AMELS mit schweizer Flagge, die hier anlegen würden.

Wir suchen uns in der Auslage einen schönen, grossen Fisch aus, (es sei ein Meru) den er im Ofen machen will. Einverstanden. Zur Vorspeise bestellen wir Octopussalat und gegrillten Calamari. Dann erkunden wir das Städtchen, ergänzen die Vorräte im Supermarkt, trinken einen Apero. Danach wird geduscht, frisch angezogen und das herrliche Essen genossen.

Wir haben Pech gehabt, dass uns die Behörde nicht auf dem Schiff gefunden hat, als die Beamten zum Einkassieren der 60-70€ vorbeigekommen sind, so sind wir an diesem Platz kostenlos, was wir natürlich im Restaurant und Supermarkt gut gemacht haben. Der Wirt meint wir hätten eben Glück gehabt.

 

10.6.14

Ganze 10 1/2 Stunden habe ich geschlafen. Markus ist früh raus, hat das Frühstück vorbereitet und in der Bäckerei frische Brötchen geholt.Nun peilen wir Kalkan an. Ein herrlicher Wind gibt Markus die Gelegenheit das währen dieser Woche Gelernte zu gebrauchen. Er segelt wie ein Weltmeister bis vor den Hafen. Hier übernehme ich, fahre in den Hafen ein , sehe einen freien Platz, will einparkieren, aber da schneidet mir eine Französin auf einem Charterschiff den Weg ab, und drückt sich in die Lücke, und zwar so, dass kein 2. Boot in die Lücke kommt, obwohl sie breit genug ist. Nach etwas Umhergurken, lasse ich den Anker fallen und steche in eine Lücke zwischen einem Holländer und einem Deutschen.

Die Ankerketten dieser beiden Boote liegen so, dass sie ein V bilden , wo ich präzise durch muss. Eine heikle Angelegenheit, aber es gelingt, ohne an der einen oder anderen Kette mit dem Kiel hängen zu bleiben.

Nach Dusche und Ankerdrink schustern wir los, bewaffnet mit Badehosen. Es gibt hier einen schönen, öffentlichen Strand. Auf dem Rückweg geniessen wir noch ein Bierchen, mit Aussicht direkt in den Hafen. Wir geniessen ein Hafenkino der besonderen Art, denn wer nicht schon um1400 einläuft muss um einen Platz kämpfen. Die letzten werden auch wieder weggeschickt. Es ist bald Zeit zum Essen. Wir bummeln im Städtchen herum, das total von Engländern gekapert ist. Markus will noch ein Präsent für seine Frau und wird auch im 3.Laden fündig. Ich stehe draussen und betrachte das Volk.

Jan, der Verkäufer gibt uns die Adresse des besten Fischrestaurants. Dieser Tip war klasse. Wir ergattern gerade noch den letzten Platz auf der Terrasse, und das glaube ich auch nur, weil wir mit Grüssen und Empfehlung von Jan prahlten. Die Mine des Chefkellners, hatte vorher sehr abweisend ausgesehen.

Das Essen war spitze, der Service und das Ambiente toll und die Rechnung, nicht wie wir vermuteten in € sondern in türkischen Liren.

Mit einem letzten Drink am Quai und einer Wasserpfeiffe (Markus nahm versuchsweise nur einen Zug) beenden wir wieder einen super Tag.

 

11.6.14

Die heutige Strecke zurück nach Kas ist nicht lange deshalb faulenzenn wir und nehmen es mit dem Frühstück gemütlich. Irgendwann fragt uns der Holländer, wann wir wegfahren würden, denn er warte darauf dass wir den Anker heben, da dieser über seinem liege. Hatte er nicht gestern abend noch gesagt er werde um 0700 losziehen ?. Es ist doch schon 1000.

Gesagt getan, erst muss aber noch das Stromkabel eingeholt werden, und da ist es passiert. Ich gehe wie üblich über die Gangway, dort löst sich die Stange die die Gangway in Position hält und wie ein Trapezkünstler schwinge ich hin und her, ohne das geübt zu haben. Dann...platsch und ich hänge unter der Gangway, bis zu den Knien im Wasser. Aber, Rudy ist ja noch fit und so schaffe ich es zurück aufs Boot. Mein Nachbar meint, ich sei doch recht fit und es sei eine schöne Vorstellung gewesen. Einkassiert dafür habe ich dann doch nicht. Aber schnellst möglich weg.

Unter Segel auf direktem Weg gehts zurück nach Kas in die Marina. Dem Marinero erkläre ich, dass ich nur kurz , eine Stunde halten werde um Crew auszuladen und mein Transitlog-Check-out zu machen. Erklärt mir doch der junge Kerl, dass die eine Stunde den halben Tagespreis kosten würde!

Ich lass mich nicht auf eine Diskussion ein, denn es ist üblich, dass man in einem Hafen bis zu 3 Stunden anlegen kann um Crew ein-oder auszuladen, zu bunkern etc. Auch hier ist das so, wie mir dann im Büro der Manager bestätigt. (2 Tage danach bekomme ich aber dann ein E-Mail von der Rezeptionistin, dass ich 40€ Liegegebühr für die 2 Stunden zu überweisen hätte. Ich antwortete, dass ich das OK vom Manager hatte und sie sich an ihn wenden soll. 20€ pro Stunde, das ist ja teurer als ein Parkplatz im Parkhaus in Zürich. die haben sie doch nicht mehr alle.)

Markus besteigt ein Taxi zum Flughafen, ich mache meinen Checkout. Die Dame in der Agentur erklärt mir dass ich auf dem Boot bleiben müsse, ca 1/4 Stunde bis 20 Minuten, dann käme der Zoll und die Polizei vorbei, danach müsste ich auf direktem Weg die Türkei verlassen. Aus der 1/4 Stunde wurde dann 1 1/2 Stunden, dann kamen sie, 6 Personen, standen am Quai, beäugten die SAMANTHA , gaben mir Pass und Papiere zurück und wünschten gute Fahrt. Dass 6 Personen einen verabschieden, der weiterreisst, wie ist das denn in der Hochsaison, wenn viele unterwegs sind ? Die müssen ja eine ganze Armee von Beamten dazu auffordern.

Mit Wind von hinten, baume ich die Segel aus und ziehe direkte Linie Richtung Zypern. Nachts, bei fast Vollmond und Sternenhimmel war die Fahrt ohne besondere Vorkommnisse.

 

12.6.14

Seit morgen um 0300 dümple ich nur noch. Der Wind hatte das Gefühl, es seien wenige unterwegs und wegen dem einen, könne er auch schlafen gehen. Gegen 1000 frischt es wieder auf und der Segeltag wird zum non-plus ultra. Langsam geht der Tag zur neige und die restlichen Seiten im Buch werden immer weniger. Ich unterhielt mich mit mir, was ich wohl heute Abend essen soll, da klingelt es an der Hand-Fischerleine. Sofort bremse ich die SAMANTHA ab, hole die Leine ein , an deren Ende mit einem 3-Haken Angel in der Schnauze ein Tuna hängt. 65 cm ist er lang. Der grösste Fisch, den ich bis jetzt herausgezogen habe. Wieder ist der Fang gelungen mit dem einfachsten, 1,5€ Löffel. Sofort wird der Fisch ausgenommen und tranchiert. Die Frage was es heute auf dem Abendessenstisch hat, ist beantwortet und für mindetens 4-5 andere Abende ist auch schon vorgesorgt. An der Fischerrute,die auch gesetzt war, fehlt beim Einziehen der teure Köder, weg ist er !

Die ganze Nacht hindurch bringt mich ein regelkmässiger Wind Richtung Zypern, das ich im Morgengrauen erreichen sollte.

 

13.6.14

Bis 0700 kann ich flott segeln. Der Morgen mit der Morgenröte auf der einen Seite und dem Vollmond auf der Anderen, sind ein herrlicher Anblick. Es ist auch schon warm und bereits 10 Minuten nach der Morgendusche bin ich schon wieder nass geschwitzt. Ob es wegen Freitag, dem13. und zugleichn noch wegen dem Vollmond ist, dass der Wind sich verabschiedet, oder ob die Zyprioten kein Geld mehr für Wind haben, ich weiss es nicht. Auf alle Fälle spühre ich kein Lüftchen mehr als die Küste sich aus dem Frühnebel herausschält. Um die 0700 kommt die Seepolizei mit einem riesen Boot vorbei. Per Funk wolle sie die Daten wissen. Papiere muss ich keine rüberreichen und Besuchen kommen sie mich auch nicht. Ich hätte ruhig 20 Flüchtlinge verstecken können und damit einen Teil meiner Reise finanzieren, aber scheinbar sind Schweizer nicht bekannt auf dem Schleuser-Markt.

Es ist 1045 , da sehe ich ein kleineres Motorböötchen (typ kleiner Mäusebräter) auf mich zuhalten. 100 m nebndran stoppt es, fährt noch einige hundert Meter auf parallelem Kurs und düst dann wieder ab, so schnell wie es gekommen ist. Was soll das gewesen sein ?

Heute in der Früh, hatte auch eine Motoryacht seltsam ihren Kurs gewechselt und ist ganz nahe an mich herangefahren, dann aber mit Volldampf abgedreht und Richtung Türkei gedampft.

Ob die hier Schmuggler erwarten, auf ein Zeichen warten um die Ware abzuholen ? Seltsam. Ich jedenfalls habe nichts, ausser viel Fisch im Tiefkühler.

Vor der Limasol Marina angekommen, versuche ich X-Mal die Marina über Funk anzurufen. Ergebnislos. Sowie ich eingefahren bin, frage ich einen Segler, der am Quai steht nach dem Funkkanal. 12 ist es. Da melden sie sich auch und schicken den Marinero vorbei. Ich werde zuerst an einen Empfangsquai gelotst. Zuerst müssen die Formalitäten erledigt werden. Das geht alles sehr flott. Jeder begrüsst mich erst mit Handschlag und danach werden jede Menge Papiere ausgefüllt. Den Schock kriege ich erst, als man mir den Tagespreis mitteilt. 185€ inkl. Wasser und Srom, jedoch ohne Wifi, dafür muss man extra zahlen. Ich höre vom Marinero, dass die Marina zT noch im Bau ist, und der erste Teil letzten Dienstag erst aufgemacht hat. Es sind fast keine Boote da, und es werden auch nicht viele kommen bei den Preisen. Die werden sehr schnell die Preise senken, aber nun ist noch alles, inklusive Illusionen neu.

 

14.6.14

Mit dem für 2 Tage gemieteten Auto, ein ganz kleiner Chevrolet (ich wusste nicht dass es auch kleine Chevrolets gibt, für mich waren das immer diese überdimensionierten Amischlitten), starte ich auf Erkundungsfahrt. Für heute habe ich mir den westlichen Teil der Insel vorgenommen. Nachdem ich Pafos, ein recht gepflegter Touristenort mit riesigem, möbeliertem Sandstrand, gesehen habe, nehme ich eine nördlich führende Strasse und gelange so über die, die Insel von Ost nach West durchlaufende Berg -Kette nach Polis. Auch hier Touristen ohne Ende inklusive das ganze drum herum, mit Läden und Kneipen aneinandergereit über Kilometer. Da ich nun das Meer vor der Nase habe, muss ich abdrehen, fahre nach Osten und komme wieder in die Berge. Nach ein paar Stunden begegne ich UN-Fahrzeugen, in denen Militärs mit blauen Mützen sitzen. Kurz darauf lande ich an einem Grenzposten. Der Grieche lässt mich durch, der Türke verlangt eine spezielle Versicherung. Ich muss zurückfahren, aber der Versicherungsverkäufer, der seinen festen Platz an der Grenze hat und staatlich gelenkte Einnahmen generiert (20 € für 3 Tage), ist nicht an seinem Platz. Man könne da nichts machen, ich soll morgen wieder kommen. Die haben doch nichts unter deren Mütze ! Jetzt bin ich ca 100 Km gefahren und sollte den Weg wieder zurück, denn einen anderen gibt es nicht. Weil ich zwischenzeitlich gewohnt bin, mit solchen Beamten umzugehen, gelingt es auch, einen Namen herauszufinden, nach dem ich dann im letzten Dorf auf die Suche gehe. Mit den notwendigen Papieren bin ich kurz danach wieder am Zoll und werde durchgelassen. Der türkische Zöllner ist besonders nett und spielt auch gleich den Reiseberater. Er gibt mir alle Anweisungen und eine Karte auf der der Grenzverlauf grün eingezeichnet ist. Eigentlich kann man die Grenze kaum verpassen, denn eine verbotene Zone zeichnet diese deutlich ab. In diesem Gebiet sind ganze Dörfer geleert worden und die Häuser kaputt gemacht. Zudem ist ein frappanter Unterschied zu sehen zwischen griechischem Territorium und dem Türkischen. Auf der Griechenseite sieht man Wohlstand und auf der Türkischen Armut. Der gesamten Grenze entlang haben die Türken überall Beobachtungstürme aufgestellt. Einen grieschischen Militärposten habe ich keinen gesehen. Zwischen den türkischen Posten sind immer wieder UN-Beobachtungsposten auszumachen. Viele Kriegsruinen zieren die Grenze. Über lange, kurvenreiche und zT lausige Strassen lande ich in Girne, dem türkischen Pendant zu Pafos, nur eben typisch türkisch.

Über die Berge auf einer Autobahn geht die Reise zurück, über die Hauptstadt Nicosia, die ebenfalls geteilt ist. (Alles erinnert etwas an Deutschland, mit den unterschiedlichen Standards zwischen Ost und West und er geteilten Stadt Berlin). Zuerst komme ich an einen Grenzübergang, darf aber dort mit dem Auto nicht durch. Ich muss einen Umweg fahren, zu einem speziellen für Autos organisierten Grenzübergang . Danach bin ich wieder im griechischen Teil und rolle über die Autobahn zurück zum Hafen, wo meine SAMANTHA wartet.

Es war ein sehr interessanter Tag und ich habe viel gesehen. Was mir besonders aufgefallen ist ?

Zu aller erst, dass die alle auf der falschen Seite fahren, nämlich links, aber man gewöhnt sich recht schnell daran. Meistens steht man zuerst vor der falschen Autotüre wenn man aus dem Supermarkt oder Restaurant kommt, wenn aber da kein Steuerrad ist, wird man schnell in die Sondersituation zurück katapultiert.
Dass die Mietautos rote Nummernschilder haben und nicht gelbe wie die Einwohner. Damit weiss jeder Strassenbenützer, da muss man vorsichtig sein und man sieht wirklich rot, wenn einer abbiegt und dann auf der falschen Seite entgegenkommt.
Dass das ganze Gebiet total Englisch ist. Alles ist auch in Englisch angeschrieben, die Firmen (vor allem die Resort-Entwickler und Promotoren) haben alle englische Namen.
Dass der griechische Teil reicher und gepflegter ist als der Türkische.
Dass es unheimlich viele Blumen und blühende Sträucher hat.
Dass die Autos sehr langsam fahren. Selbst auf der Autobahn, wo 100 erlaubt ist, fährt kaum einer die 100.
Dass es viele Chinesinen hat, die entweder mit spitzen Strohhüten und Mundschutz oder mit riesigen Sonnenbrillen und High-Heels umhergeistern. Die einen sind vermutlich Dienstmädchen und die anderen ein besonderer Leckerbissen.
An allen Ecken und Enden sind Wegweiser zu historischen Städten, für die man beim Besuch mit 2,5€ abgeknöpft wird.
Dass es keine charakteristische, authentische Architektur gibt. Überall werden ganze Ländereien mit 50 bis 100 gleichen Häusern bepflastert, die dann auch noch alle gleich ausgerichtet sind, so richtig Friedhofartig.
Dass es riesig lange Strände gibt, die auf dem griechischen Teil meist gepflegt sind, weniger aber auf der anderen Seite.
Dass Zypern kein Segelgebiet ist, obwohl der Wind und das Meer Ok wären, aber es gibt keine schützenden und heimeligen Buchten.
Die Zypern müssen einen unheimlich fleissigen Kulturminister haben. Alle paar Meter stehen braune Hinweistafeln zu den Kulturstädten. Da gibt es den Apollo-Tempel, (obwohl ich meine, den schon am Polopones in Epidauros besucht zu haben ), dann die Geburtsstätte der Aphrodite, deren Bad (ist etwas 10 Km von ihrem Haus entfernt , und macht da wohl keinen Sinn, denn wer geht schon zu Fuss oder zu Pferd zum Baden 10 Km weit weg ?) Aber eben, man kann Zypern ohne Reiseführer oder Büchlein bereisen und alles kulturelle mitbekommen, soviele Hinweistafeln gibt es hier. (Den Auftrag zur Produktion und dem Aufbau dieser Tafeln hätte ich gerne mal gehabt)

Am Abend bleibe ich in der Marina, trinke ein Bier und staune wieviel Volk hier herumspaziert, es sieht aus wie auf einem Volks- oder Strassenfest. Die Leute kämpfen um einen Platz in einem der zahlreichen Cafés. Die Musik ist dezent und angenehm, nicht wie das in den türkischen Orten zu finden wäre.

Es bleibt mir nur noch die Wäsche aus der Maschine zu nehmen und aufzuhängen, dann gehts ab in die Haya.

 

15.6.14

Im Prinzip wiederholt sich der gestrige Tag, nur dass ich heute Richtung Osten unterwegs bin. An der Autobahn finde ich endlich einen Supermarkt, das ist wirklich ein super Markt mit einem Sortiment zum träumen. Ich decke mich für die bevorstehende Überfahrt ein, Im Auto ist es heiss. Ich lege das Fleisch unter die Klimaanlage die ich zu den Füssen richte, damit das Fleisch nicht schon gekocht ist wenn ich aufs Boot komme.

Eigentlich erlebe ich das selbe wie gestern, nur führt mich heute der Weg in eine karge Gegend (der Zöllner gestern meinte, da hätte es nur Esel). Diese Gegend ist wirklich von Gott verlassen, dafür aber ist die Natur noch absolut intakt, unverbaut und wild. Warum sich die Türken 1957 um dieses Gebiet mit den Griechen gestritten haben und auch Tote in Kauf nahmen, verstehe ich nicht, denn hier ist einfach nichts ausser Felsen, Sträucher und Blumenbüsche und seit neuem eine Strasse.
Alles was ich auf meinem Zettel notiert hatte, habe ich im Supermkarkt gefunden, ausser die Teile die ich fürs Fischen brauche. Es gibt scheinbar hier keinen einzigen Laden mit Anglerzeug. Niergens habe ich bis jetzt einen Zyprioten mit einer Angelrute gesehen. Die könnten etwas von den Italienern lernen! Aber eben, deren Partner sind ja die Engländer, und ein Engländer der fischt sich seine Mahlzeit sicher nicht selber. Dazu gibts Bedienstete.

A propos Engländer. Deren Präsenz ist überall sichtbar. Ich bin auch an einigen Militärcamps vorbeigefahren. Ich denke Zypern ist für das englische Militär eine Art von Feriencamp, wie wir die Pfadfinderlager hatten.
Nachdem ich die heute gekauften Lamchops mit Pommes und Chabissalat (Kohlsalat) und ein Caramelköpfli verspiesen habe, zieht es mich nochmals zu den Cafés. Es findet sich kein Platz, obwohl ich alleine bin. Alles ist besetzt. Bei zwei Mädels, frage ich ob der eine Stuhl am Tisch noch frei wäre. Nein, man warte auf jemanden. Vermutlich wird der Erwartete jünger sein müssen. Hier in der Gegend ist es eine Augenweide, die jungen Menschen (besonders die weiblichen) zu betrachten. Soviel Schönheit wandelt hier herum, dass man eine ganze Serie von Modeheftchen damit neu gestalten könnte. Gut dass ich verheiratet und in einem fortgeschrittenen Alter bin, sonst hätte ich hier ein unerschöpfliches Jagdgebiet. Nach Skypen mit Rita und François, geht der alte Papi dann um 1000 ins Bett, liest noch ein paar Seiten und schläft dann seelig 10 Stunden.

 

16.6.14

Gleich nach dem Frühstück starte ich zu einer Besichtigungstour in die Altstadt. Es ist nichts Besonderes. Eine ältere Kirche und ein paar halb zerfallene Häuser. Natürlich sind überall die üblichen Touristen-Läden offen, allerdings ist hier noch keine Hecktik. Mittags erreiche ich einen lang gesuchten Fischereiladen, decke mich noch mit ein paar Kleinigkeiten ein, dann gehts zurück zum Boot. Wasser auffüllen, Strom abschalten usw, alles bereit machen zur Abfahrt. Mein Besuch danach im Hafenbüro wird zur Farce. Die angekündigten Liegekosten von 187€ pro Tag , beinhalten nicht mal Strom und Wasser ! Diese werden separat noch dazugerechnet. Dann, weil ich mit der Kreditkarte bezahlen will, muss ich noch 2% Zuschlag akzeptieren, aber, das ist nicht alles, jetzt kommt auf die gesamte Summe noch die Mehrwertsteuer (VAT) von 20% oben drauf.Schliesslich kosteten mich die 3 Tage in Limassol genau 690€, das sind 230€/Tag, eine Unverschämtheit. Neben Porto Cervo, ist das wohl der teuerste Hafen im Mittelmeer. Wer sich hierhin begibt, hat entweder keien Ahnung (wie ich) oder er ist verrückt.

Es ist nun 1500 und der Wind blässt genau querab auf meine SAMANTHA. Ich fordere den Marinero auf, mich mit dem Dingi seitlich zu stossen, denn ich habe vorne zu wenig Platz zum drehen. Es klappt wunderbar und ich verlasse diesen Hafen so schnell wie möglich. Ich schaue dann noch kurz in den Spiegel, ob die mir nicht eventuell auch noch meine Brusthaare abgenommen haben. Wäre ich ein Huhn gewesen, wäre ich gerupft und ausgenommen, pfannenfertig aus dem Marina-Büro herausgekommen.

Mit Wind von 25-28 Knoten Querab saust die SAMANTHA mit 7-8 Knoten von dannen. Ich habe mir gerade überlegt, was ich heute abend essen könnte. Nichts habe ich aus dem Tiefkühler geholt. Da... klingel-klingel-.An der Fischerleine klingelt das Glöcken (es ist wie Weihnachten). Es ist ziemlich harte Arbeit die Leine einzubringen, aber die Mühe lohnt sich. Ein Tunfisch von 65 cm länge hängt an der Leine. Sofort wird er fotografiert, gereinigt, ausgenommen und tranchiert. 2 Stück bleiben draussen fürs Nachtessen, der Rest geht in die Tiefkühltruhe. Frischer als 2 Stunden ist selten ein Fisch, wenn er auf den Tisch kommt ! Bis 0300 Nachts habe ich noch schönen Wind, dann stellt er ab und ich muss motoren.

 

17.6.14

Auf dem Kartenplotter habe ich mir eine Marke bei 25 Sm vor Haifa gesetzt. Dort will ich mich dann anmelden. Am Funk höre ich regen Verkehr zwischen den verschiedenen Schiffen und der israelischen Marine.

Schon 26 Sm vor Haifa werde ich von der Israelischen Marina aufgefordert mich zu melden. Das tue ich ganz brav. Dann geht die Fragerei los. Ich muss 100 Fragen beantworten, bis die mir dann mitteilen, ich würde später wieder kontaktiert. Ja, das werde ich auch und zwar diesmal von einem UN-Warship, das in der Gegend operiert gegen Terrosrismus. Ein deutscher Funker befragt mich ebenfalls, allerdings gibt er sich mit weniger Fragen zu frieden. 10 Sm vor Haifa werde ich dann das erste Mal von der Portsecurity angerufen. Wieder 100 Fragen und Antworten. 5 Sm vor Haifa kommt ein Armeeschiff angedonnert, umkreist mich und stellt ein paar wenige Fragen. Weiter gehts. 1 SM vor dem Hafen werde ich von der Portsecurity mit einem Boot abgeholt und in den Hafen geleitet. Hier muss ich an einem Ankunftssteg festmachen. Dann, zuerst die Vertreter der Security. Ein Kreuzverhör, wie ich es im Leben noch nie erlebt habe. Mann will von mir alles wisseN. Die Fragen gehen von meinen Reisen, bis zur Frage, wie meine Frau heisse und wo ich sie kennen gelernt hätte usw usw.

Natürlich habe ich mit all dem kein Problem, man weiss ja schliesslich, dass es Leute gibt die gegen Israel sind und hier Schaden und Terror bringen wollen. Ich bin nicht von denen, das habe sie (die Chefin ist eine hübsche, junge Lady), bald gemerkt. Dann werde ich der Immigrtation weitergeleitet. Nochmals alles von vorne, grösstenteils die gleichen Fragen. Warum waren sie in den letzten Jahren (das konnte sie im Pass sehen), mehrmals in Tunesien, und warum nur jeweils ein bis zwei Tage ? Wie heisst Ihre Frau zum Vornamen ? Ich sage es wie es ist, Rita. ( Würde sie Rachel heissen, könnte das ein Problem sein.) Nach  ca eineinhalb Stunden bekomme ich meinen Passport mit Visa und vielen guten Wünschen für einen schönen Aufenthalt. Nun bin ich frei und kann mit der SAMANTHA an ihren Platz im Hafen, dort vertäuen und anfangen mich zu organisieren. Oufff..

 

18.6.14

Roni hat mir per SMS mitgeteilt, dass er und Smulik (beide kenne ich vom Projekt in Zürich), um 1130 zum Boot kommen würden.

Wie Hilfreich es sein kann, wenn man Freunde in einem Land hat, wo anders gesprochen und alles anders angeschieben ist, hat sich gezeigt, als wir nach einem feinen Mittagessen, um 1600 zurück auf der SAMANTHA sind. Ich habe eine Prépayd Karte für mein Ipad, Eine brauchbare Summe von Shakel (Israelische Währung) in der Tasche und ein gemietetes Auto. All das zu organisieren, hätte mich eine Woche gekostet, denn die Marina ist auch noch 6-7 Km weg von der Stadt.

Happy Landing.

 

19.6.14

Vor meiner SAMANTHA am Steg treffe ich ständig Leute, die bestaunen das Schiff, halten ein Schwätzchen und sind unglaublich freundlich. eine Dame, kommt bald nochmals vorbei und bringt mir frische Trauben. Die seien besonders süss. Is das nicht schön, so empfangen zu werden ?

Da ich ja nun ein Auto habe, mache ich mich auf die Strasse und besuche zuerst Nazareth. Diese Stadt, hat ja eine Geschichte in der Bibel. Das wird überall angezeigt und die zu besuchenden Stellen sind bestens ausgeschildert. Ich besuche auch den Souk und kaufe ein Pfännchen mit dem ich den arabischen (türkischen und griechischen) Kaffe machen kann. Roni hat mir extra dafür Kaffee gebracht.

Durch eine hügelige, sehr interessante Landschaft fahre ich bis an den See von Galilee. Dieser See liegt etwas 200m unter dem Meeresspiegel. Am Ufer die Hotels und Restaurants, wie überall, bereit für Touristen. Nur, anmächelig ist es hier nicht. Badevorbot, heiss, vergammelte Hotels und sonst auch nichts besonderes. einzig, die Toiletten sind sauber, so dass ich mich von den wegen der Hitze vielen Getänken anständig entleeren kann.

Am Abend, zurück auf dem Boot koche ich eine Shepert's Pie (nach einem Rezept von Peter).

Draussen in der Abendbrise geniesse ich noch einen Kaffee und eine Zigarre (Stumpen), und betrachte die Sterne.

Am Tag war es bis 38°C warm, am Abend liegt die Temperatur so um die 28-30, ein Genuss.

 

20.6.14

Um 0900, wie abgemacht kommt Elie, ein Mitarbeiter von Smulik, der eine Küchen und Schrankfabrik mit modernster Einrichtung hat. Elie bringt frisches Brot zum Frühstück mit. Nach dem Frühstück besprechen wir einige kleine Arbeiten, die ausgeführt werden sollen. Um die Mittagszeit pache ich die Badehose ein und fahre die ca 8 Km zum Strand. der Strand ist riesig, aber nur an ganz wenigen Stellen darf man Baden. Der Rest ist mit Seilen abgesperrt. Warum weiss ich nicht. Das Wasser ist bestimmt 28° warm und es tummeln sich viel Leute, vor allem junge Leute am Strand und in den Strandcafés. Auch ich setze mich in ein Café und bestelle ein Bier. Neben mir setzen sich zwei Girls, ich schätze die so etwa 12-14 Jahre alt. Die Koketterei von den beiden sind wie ein Theatersück. Man pudert sich, man schminkt sich (wobei man ja aufpassen muss, dass der Lipenstift nicht an der Zahnspange hängen bleibt) dan wird der ganze Body mit Parfüm eingespritzt, (das nebelt mich faste ein, und lässt das Bier fad schmecken ). Dann, als einige Jungs vorbeilatschen, bringt man sich in Pose und zieht die Aufmerksamkeit auf sich. (Hoffentlich ändern sich die nach der Pubertät, sonst habe sie bereits alles Können von Nutten).

Ich lach mich halb tot.

Auf der Rückfahrt mache ich einen Abstecher um die Stadt Haifa zu besichtigen. Auch hier, nichts erwähnenswertes, ausser einigen Gebäuden, die an Manhatten erinnern könnten. Der Rest der Stadt ist, wie alle arabischen Städte sind.

Was mir auffällt ist die Tatsache, dass ich gestern und heute zusammen, lediglich einen einzigen Juden gesehen habe, der so aussah, wie die, die man in Zürich am Freitag und Samstag hauffenweise antrifft. Mit komischer Verkleidung, Zapfenlocken und allem drum und dran. Die Leute hier sind genau so wie bei uns zu Hause. Es ist vielleicht etwas Kosmopolitischer, aber eben nichts markanntes, heraustechendes. Einzig was hier auffällt ist die omnipräsente Armee. Überall junge Militärs, mit und ohne Gewehr (sowohl Männlein wie Weiblein). Ich glaube, alle Jugend zwischen 18 und 21 ist in Uniform. Auch Security mit Bodyscannern wie am Flughafen, überall, und alle bewaffnet, und zT mit schussicheren Westen.Vor den Supermarkteingängen, auf Parkplätzen, in Parkhäusern einfach überall wo sich viele Menschen treffen. Das ist schon gewöhnungsbedürftig. Aber, es gibt überall sogenannte "Araberstädte" und Israelistädte. Die liegen meist nur wenige hundert Meter auseinander. Meine Freunde sagen, dass die hier in der östlichen Gegend überhaupt kein Problem miteinander haben. Die Araber sind die Arbeiter die von den Israelis angestellt und bezahlt werden. Denen geht es offensichtlich nicht schlecht und man weiss, dass man aufeinander angewiesen ist. Anders soll es im Westen sein, wo keine Zusammenarbeit ist und dadurch Armut herscht.

Heute Abend werde ich versuchen das Spiel Schweiz-Frankreich zu schauen, weiss aber noch nicht wo.

Rechtzeitig fahre ich in die Stadt, setze mich in einem Strassencafé nieder, trinke einen Tee und habe viel Spass mit dem Cafébesitzer, der natürlich mit mir für die Schweiz fiebert. Leider vergebens.

 

21.6.14

Roni hat sich angemenldet. Er hat seine 15-jährige Tochter ins Kino gebracht und wartet nun darauf sie wieder abzuholen. Ich koche für uns ein Currygeschetzeltes mit Reis, dazu Salat auS Tomaten, Zwiebeln und Gurken, ganz nach mediterranen Art. Bei einem Bierchen und einem Stumpen sitzen wir in der frischen Abendluft und geniessen es.

 

22.6.14

Fahrt über TEL-AVIV. Eine Stadt der superlative. Es könnte in Manhatten sein. Riesige Ausmasse und modernste Wolkenktratzer , es ist einfach unglaublich. Auf dem Weg hierhin, an der Autobahn sah ich weitere Städte , gebaut und im Bau. Alle sind einfach riesig (Zürich ist dagegen ein Provinzstädtchen). Da werden 10-20-50 Hochhäuser nebeneinander als Siedlung gebaut, obwohl in der nähe schon bereits hunderte solcher stehen. Ich bin erschlagen !

Natürlich fahre ich alles nur auf Autobahnen (kostenfrei). Israel hat ein Spinnennetzähnliches Autobahnnetz, das das ganze Land bis in die hintersten Ecken verbindet. Und wo noch keine Autobahn ist, ist eine im Bau.

Über die Autobahn erreiche ich Jerusalem. Eine auf Touristen getrimmte (gross-)Stadt. Klar besuche ich die bekanntesten "heiliege" Stätten, wie Geburtskirche, West-Wall (Klagemauer der Juden) , worüber die sich hier beklagen , kann ich mir nicht mehtr vorstellen. Das Land ist enorm reich und vielfältig. Es wurden auch neulich grosse Gasvorkommen gefunden, so dass ein weiterer Schatz und viel Geld in die Kassen fliessen werden. Und, wenn die mit den Palästinenser endlich einig werden und es einen eigenständigen Staat Palästina gibt, mit dem die Israelis dann auch im Frieden leben können, dann kann das ganze Etat, das zur Zeit enorme Gelder für Security verschlingt, in Schulen und andere Gebiete investiert werden. Obwohl es hier an nichts mangelt. Es gibt Strassen erster Sahne, ein ausgebautes Eisenbahnnetz, Busverbindungen bis in die letzten Dörfer, gute Spitäler etc, etc. Einzig, was noch viel bringen könnte, wäre Wasser. Denn wenn man in Israel zB einen Apfel fallen lässt, dann etwas Wasser darüber giesst, wächst sofort ein Apfelbaum. Mit mehr Wasser könnten die noch brach liegenden Wüstenabschnitte ebenfallks in fruchtbare Oasen verwandelt werden. Jerusalem ist eine schöne alte Stadt, oben auf dem Hügel gebaut. Es besteht aus verschiedenen religiösen Stadtteilen, die alle innerhalb der alten Stadtmauer angesiedlet sind und ihre eigenen Charakter haben. Armenischer, Jüdischer, Christlicher und Arabisches Viertel. Im Souk, der sehr eng und alt ist, findet man neben dem noch von Hand herstellenden Schuhmacher, Klamottenläden mit Türkischer Fake-Ware, neuste Fastfood-Ketten in altem Gemäuser, wie auch alte Esstädten und Internetcafés. Alles ist auf Alt gemacht und hat seinen typischen Charakter behalten. Hier kreuzen sich alle Nationen, von der vermumten Araberin bis zur in Hot-Pans gepresste Deutsche.

 

23.6.14

Israel hat gute Spitäler. Ich profitiere und will einen Blutcheck machen um zu sehen, wie sich mein neues, mediterranes Leben auf meine Blutwerte ausgewirkt haben. Dazu fahre ich nach Aufa, melde mich dort bei der "Emergency", so wie das Elie für ich arrangiert hatte. Anmelden, Papiere ausfüllen, bezahlen, Blut abzapfen, Warten auf Resultat, all das dauert einen ganzen Morgen. Bei meinem Arzt, geht das in 10-15 Minuten.

Alles ist Paletti, ich darf so weiterleben.

Am Nachmittag, auf dem Rückweg, halte ich bei Smulik in der Möbelfabrik an, und frage Ihn um Rat wegen meinem TV, der, trotz der Installation eines Gerätes, mit dem ich Lokal TV schauen kann (sollte schaiuen können) nicht funktionniert. Schmulik hat mit TV viel Kentnisse. Es scheint so, dass der alte Fernseher, der mir Philippe installiert hatte, wegen der auflösung nicht mit den neuen Geräten kompatibel ist. Schmulik hat früher mit TV gehandelt. Er "packt mich ein", fährt mit mir zu einem seiomner Freunde, holt alles aus dessen Lager, was es braucht uns schickt mich auf die SAMANTHA zurück, ich soll das nun installieren. Am selben Abend schaue ich auf dem neuen 25" TV den Match.

 

24.6.14

Den grössten Teil des Tages verbringe ich mit der Fertiginstallation des TV. Ich verstecke alle Kabel in den von Amel dazu vorgesehenen Hohlräumen. Am Abend sieht alles super und professionnel aus. Dass dann auch noch die Schweiz mit 3:0 gewinnt ist dan noch das Tüpfchen auf dem i.

Ein weiteres Hihglight ist, dass Jakov, der Elektroniker, vom Geschäft in der Marina, die neue AIS-Anlage zum laufen bringt. Leider hatte  mir Piercarlo, aus Cagliari, eine zotal idiotische Anlage verkauft. Die Schiffe draussen konnten mich nicht auf deren Bildschirm sehen, ich konnte aber sie sehen. Da es für mich eine Frage der Sicherheit ist, dass ich gesehen werde, musste ich ein zusätzliches Sendegerät einbauen. Hier aber konnte ich kein seolches, kompatibles Sendegerät affindig machen und so wurde nun ein komplettes Sende-Empfang-Gerät installiert. Die GPS Antenne habe ich selber montiert und die Kabel für das GPS und die VHF-Antenne geszogen. Die Halterung und die Montage oben am Mast für die neue VHF Antenne hat Adlil, der Werftchef erledigt.

Nun bin ich für alle Schiffe draussen gut sichtbar, und ich kann auch alle Schiffe sehen (sofern die eine AIS-Anlage haben)

 

25.6.14

Heute erledige ich einige Einkäufe, statte einen Besuch bei Smulik in der Fabrik ab und erledige einen Haufen Kleinigkeiten.

 

26.6.14

Kaum aufgewacht und gefrühstückd, fahre ich los Richtung Westen, Taifa, an Taifa vorbei weiter westlich und dann vom Meer weg in die Wüste. Die nächste grössere Stadt ist Be'er Seva. Ab hier ist die Präsenz von Arabern offensichtlich. Vermummte Frauen und Araber sind nun in grosser Zahl zu sehen. Dazwischen jedoch auch die Israelis, die westlich gekleidet sind. Bis hierher war auffällig, dass jeder m2 Erde irgendwie genutzt wird. Entweder sind riesen Städte gebaut oder im Bau oder es wachsen Früchte und Gemüse. Weiter durch die Wüste ab Be'er Seve, sind die Araber die Herren, dafür liegt das Land brach, reine Wüste und Slums oder Beduienenzelte. Erst am Toten Meer ist wieder etwas los. Hier werden Mineralien , Salz und Magnesium gewonnen und verarbeitet. Einige wenige SPA-Resorts beleben das Ufer. Dies sind auch die Orte wo man sich ein Bad gönnen kann. Ich muss das natürlich auch versuchen, bezahle einen recht hohen Eintritt und begebe mich ins Wasser. Kaum habe ich mich etwas in Schräglage gebracht macht es Schwups und meine Beine und der ganze Body schwimmen horizontal oben auf dem Wasser, als wäre ich aus Kork. Beim Versuch, mich wieder aufzurichten habe ich einige Mühe die Beine wieder unter den Körper zu bekommen um aufzustehen. Das Wasser ist wie eine etwas ölig anmutende Salzlauge, und pissewarm. Ich bleib nicht lange, denn das Vergnügen ist als mässig einzustufen. Nachdem ich mich geduscht und umgezogen habe, fühle ich wie die Haut samtweich ist. Die meisten Leute haben sich hier auch noch mit einem Schlamm eingeschmiert, darauf habe ich verzichtet.

Die Weiterfahrt führt mich durch das Tal, in dem das Tote Meer und der See von Galilee liegen. Dieses Tal liegt ca 420 m unter dem Meeresspiegel und fällt auf durch die rieseigen Plantagen, die fast an kalifornische Dimensionen erinnern. Es hat Plantagen für jede Art von Früchten, Pfirsiche, Trauben, Bananen, Aprikosen, Äpfel, Gewürze, Datteln usw. Dann sehe ich auch noch grosse Rinderfarmen und Hünerställe Die Strasse führt an der Grenze zu Jordanien entlang. Man sieht hier eine klare Trennung, eine Strasse am Zaun ein doppelter Stacheldrahtzaun und ein Netzzaun. Allerdings ist es hier in der Gegend nun ruhig, seit zwischen Jordanien und Israel Frieden herrscht. Einige wenige Palästinenser-Dörfer gibt es, in die man mit Israelischem Auto besser nicht einfährt. Es sei Lebensgefährlich steht auf der Tafel am Eingang.

Wenn ich hier an die Geschichten in der Bibel denke, muss ich staunen, was Herr Jesus und seine Jünger (Anhänger), so alles durchwandert haben. Es sind sicherlich beschwerliche Fussmärsche durch diese steppenartigen Gegenden, mit zT. Sandwüsten und dazwischen Steinwüsten in grosser Hitze, gewesen, gab es doch damals noch nicht alle paar Kilometer ein Dorf mit einem Mc Donnalds.

Warum die Leute hier nicht merken, dass das Leben für sie viel besser ist in den Gebieten, wo zwischen Israeli und Arabern gute Zusammenarbeit herrscht, als hier, wo sie in kümmerlichen Verhältnissen leben, verstehe ich nicht. In der nähe von Nazareth, habe ich Araber-Dörfer gesehen, wo die Herren in tollen Villen leben ! Also es gienge doch !

Am Abend , zurück auf dem Boot, mit unheimlich vielen weiteren Eindrücken und ca 700 Km mehr auf dem Tacho, verfolge ich noch das lahme Spiel zwischen USA und Deutschland.

 

27.6.14

Es ist Freitag, das israelische pendent zu unserem christlichen Samstag.

Elis Frau ruft an, meldet sich " hier spricht Elis Hauswife ",ich muss schmunzeln, ob dieser Bezeichnung. Rita würde sich nie als Rudy's Hausfrau am Telefon melden, da bin ich mir sicher. Eli ist krank und kann nicht kommen um die Holzarbeiten zu erledigen die geplant waren. Um 1300 kommen Roni mit seinen drei Kindern, dann kommt noch Shmulik. Wie bei Arabern üblich, scheinen auch die Israelis die Gewohnheit zu haben, Essen im Überfluss zu bringen. Beide, Roni, wie auch Shmulik bringen soviel Essbares und Leckereien, dass wir mit einem Kreuzfahrtschiff ohne weiteres eine Wochenreise machen könnten. Mein Kühlschrank ist viel zu klein, so dass ich vorschlage, wir essen zuerst essen zuerst undstechen erst dann in See.

Drausen , wir segeln ganze 14 SM, herrschen ideale Bedingungen und wir haben noch einen Fisch an der Angel, der leider aber beim Einholen abreisst. Das Töchterchen findet das gut, denn sie ist Vegeratierin (wie die meisten 15 jährigen Girls), wir aber finden es schade.

Am Abend bin ich bei Roni zum Abendessen eingeladen. Er hat eine unglaublich nette Frau eund Familie. Beim Tisch, wird erst ein Tischgebet gesungen, während sich dabei alle die Hand halten. Draussen auf der Terrasse plaudern wir noch eine Weile bei Kaffee und Stumpen, dann fahre ich zurück zum Boot, mit einer weiteren netten Erfahrung.

 

28.6.14

Arbeitstag. Eine Liste mit vielen zu erledigenden Kleinigkeiten arbeite ich zügig ab und bin um 1600 fertig mit allem was ich erledigen wollte. Das Bugstrahlruder ist neu mit Öl aufgefüllt, die WC-Kisten sind sauber, der Wassertank gefüllt und das Boot vom Staub freigewaschen. Alles Teak-Holz ist frisch geölt und die Wäsche ist sauber, getrocknet und weggeräumt. Ouff, nun ein kühles Bier.

 

29.6.14

Tag der Abrechnung. Im Hafenbüro bezahle ich den Platz (23€ /Tag inkl Wasser und Strom). Bei Avis gebe ich das Auto zurück (23€/Tag). Roni ist extra gekommen um um mir zu helfen. Wir essen zusammen noch etwas zu Mittag in einem Holmesplace-Fitnesszenter (wie ich in Zürich gebaut hatte). Dieses Fitnesszenter ist eine Art soziale Institution. Hier simd etwa 5000 Mitglieder , so im Schnitt zwischen 60 und 85. Zurück auf dem Boot ist es Zeit Abschied zu nehmen. Es fällt richtig schwer, denn ich habe hier tolle Freunde gefunden, die dazu beigetragen haben, dass ich ein unbeschreibliches Erlebnis erfahren durfte und einen Einblick in das Land Israel bekommen habe, das total anders ist, als das, was man uns zu Hause am Fernseher und in der Presse zeigt.    DANKE.

 

30.6.16

Pünktlich um 0800 stehen zwei Mäuschen von der Imigration vor dem Boot. Ich glaunbe dass in Israel nur Models in diese Ämter aufgenommen werden. Dann kommt auch noch der Marinero um den Strom im verschlossenen Kasten abzuhängen. Ich bin bereit zur Abfahrt. Die beiden Immigrationsmietzchen warten im Auto und wollen sehen, dass ich wirkich ablege, nachdem mein Exit-Visum gestempelt ist.

Die Fahrt geht mit flottem Wind von 14-15 KN querab an die Hoheitsgrenze von Isralel. Dann dre he ich ab Richtung Beirut. Mitten in der Nacht fängt mich die Libanesische Marine ab und jagt mich ziemlich schroff aus dem Hoheitsgebiet von Libanon, in das ich nun eingedrungen bin. Ich dürfe nicht nach Beirut, da ich von einem "Feindesland" käme. Die haben doch nicht mehr alle Tassen im Schrank. Israel wünscht sich nichts sehnlicher als Frieden mit Libanon, aber das scheint eine einseitige Sache zu sein.

Da ich keien Lust habe von den Libanesen, beschossen und versenkt zu werden drehe ich ab und nehme Kurs auf Larnaca auf Zypern. Es sind ja nur 100 SM , das heisst ein kleiner Umweg von ca 24 Stunden.