REISEBERICHT - Juli 2014

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Im Dunst kann man Beirut schon ausmachen, noch 3 Stunden

 

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Das Ziel wird immer deutlicher im Morgengrauen

 

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SAMANTHA in der Marina Jounieh, Am Steg bei der Benzinstation

 

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Hier ein für Militärfamilien reservierter Badestrand

 

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Gegenüber der Badeplatz für Clubmitglieder

 

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Ein wahnsinniges Clubhous

 

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Olympia-Pool auf dem Dach des Clubhauses

 

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In Beirut:

Ein vom Krieg noch gezeichnetes Gebäude

 

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Ei Haus aus der Belle-Epoche

 

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Alt und Neu

 

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Riesige neue Quartiere werden gebaut

 

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Ein renoviertes Geschäftshaus in der Innenstadt

 

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Ei Quartier das erneuert wird

 

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Ganze Strassenzüge sind renoviert, sehr schön

 

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Ein renoviertes Wohnhaus in der Innenstadt

 

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Das ist der Souk, hochmodern

 

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Die berümte Moschee

 

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Innen

 

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Sehr schöne Dekoration

 

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Eine christliche Kirche

 

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Antikes Beiruth

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Parlamentsgebäude, total abgeriegelt

 

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Alanya, eine riesige Burganlage

 

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Piratenschiffe bis zum Abwinken

 

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Hotel an Hotel über Kilometer weite Strände

 

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Das Wahrzeichen von Side

 

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Side by night

 

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Abgebrannt in der Bucht bei Finike

 

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Desirée auf Fahrt

 

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Noel auf Fahrt und am Steuer

 

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Ausflug nach Dalan

 

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Unser Fahrer

 

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Grotte

 

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Wir fahren in die Grotte  hinein

 

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Im alten Dalan

 

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Die Felsgräber

 

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Die Wasserstrasse im Schilf

 

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Viel Verkehr und tausende von Touristen

 

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Auch so kann es in einem Bad aussehen

 

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Konztentrierte Desirée am Steuer

 

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Badevergnügen

 

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Die Drachenbucht

 

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Spaziergang auf den Hügel über der Drachenbucht

 

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Hier hat es eine altes Dorf

 

1.7.14

Um 1000 in der Früh rattert es an der Fischrute. Ich hetze nach hinten und fange an mit dem Einspuhlen. Knochjenarbeit. Da hängt ein richtiges Tier dran. Nach einiger Mühe btinge ich den Tuna neben das Boot, will ihn nun hochhieven, aber, da machts Schwups und weg ist er.
Schade, das ist nun schon das 2.Mal innert kjürzester Zeit dass einer ab der angel geht. Morgen kaufe ich ein Netz, am Stiel, mit dem ich den Damen/Herren unter den Arsch greifen kann und sie sicher an Bord hiefen.

Ich bin nach meinem Kartenplotter nur noch eine Stunde von Larnaca weg, sehe aber die Insel immer noch nicht. Es ist bereits 1930 und die Sonne steht schon weit unten am Horizont. Um 1050 soll sie untergehen. Jetzt sehe ich endlich Larnaca, melde mich per Funk in der Marina an. Der freundliche Polizist erklärt mir dass die Marina bereits geschlossen sei, ich müsse draussen warten. Ich frage, noch, ob ich nicht für die Nacht an der Tankstelle festmachen könne. Dies bejat er. Kurz darauf bin ich festgezurrt an der Tankstelle, wo bereits ein Motorboot liegt. Ich muss dann auch gleich zur Polizei, mich melden, dann kommt noch der Zöllner, dann trinke ich ein Bier und schaue wie unglücklich die Schweizer gegen Argentinien verloren haben. Ich war erstaunt, als ich in der 55. Minute dazukam, immer noch 0:0 zu sehen.

Die Uhr zeigt bereits 2200 als ich dann endlich im Boot bin und mir die geplanten Cordonbleu zubereite. Nur Fleisch und Salat, zwischenzeitlich noch einige Telefonate und Skype mit der Schweiz um eine Wohnung zu verkaufen, was auch zun Stande kommt. Alles in allem ein guter Tag, dieser 1.Juli 2014.

Erfrischende Dusche und ab in die Haya.

 

2.7.14

Gleich in der Früh muss ich ins Hafenbüro. Ich bin ja gespannt. Die nette Dame erklärt mir, dass ich ein Formular ausfüllen muss und dann für min. 3 Tage den Platz bezahlen muss. Oups, das fängt ja schon gut an. Scheu frage ich was denn das alles zusammen mache. 34 € für die 3 Tage, alles zusammen (allerdings ohne Strom und Wasser). Hätte ich das doch vorher schon gewusst, ich hätte die 3-4 Stunden Fahrt von Limassol hierher auch geschafft und dabei 660€ gespart. Da liegen 2 Gegensätze so nah beieinander. Ich klariere aus, da ich morgen früh nach Beirut aufbrechen will und hier erst ab 0800 gearbeitet wird. Alles geht sehr unbürokratisch ab. Eine kleine Überraschung gibt es Mittags, als ich die Toilette benutze. Beim Spülen schiesst die Kacke direckt aus dem Überlauf, läuft übers Boot und stinkt fürchterlich. Alle Versuche den Ablauf von oben durchzuspülen und mit einem Draht frei zu bekommen, misslingen. Schliesslich hocke ich im Bad, grüble von unten her mit dem Draht die Verstopfung heraus. Man kann sich denken wie das aussah, als sich dann mit einem Platsch, der ganze Tank über mich in die Duschenwanne entleerte. Beide Hände bis zu den Ellenbogen in der Scheisse und von oben bis unten mit dieser Jauche bespritzt, das ist nicht das was man unter schönem Segelerlebnis einreihen kann.

Ein Bad im herrlich frischen (27°C) Meer, rückt die Sache wieder an den richtigen Platz. In der Stadt gehe ich einkaufen, muss aber wegen der drückenden Hitze (es ist wie in einem Dampfkessel), ein Bier trinken um nicht zu verdursten. Das Netz zum Fische aus dem Wasser zu hieven habe ich auch gefunden.

 

3.7.14

Ein denwürdiger Tag. Heute sind es genau 6 Monate, seit ich unterwegs bin. Ich habe mit meiner SAMANTHA 3780 SM zurückgelegt und 80 verschiedene Orte besucht. Dabei habe ich ein unglaubliches Quantum an neuen Eindrücken und Erlebnissen gesammelt und viele nette Menschen kennen gelernt. Nun bin ich unterwegs nach Beirut, das ich morgen vormittag erreichen werde. Die See ist sehr ruhig, der Wind blässt vormittags direkt auf die Nase, so dass der Yanmar wieder einmal zu Ehren kommt. Die Fischleinen sind ausgelegt, warten wir mal ab.

Es ist ca 1000 als es bei der Fischerrute rattert. ein Fisch ist an der Angel. Schade dass ich in der Aufregung vergesse, die Geschwindigkeit zu reduzieren. Der zu hohe Speed von fast 8 Kn und der Fisch, der sich dagegen stemmt, eingeholt zu werden, verbiegen den Angel und der Fisch haut ab. Schade. Aber, fast gleichzeitig juckt die Handleine auf der anderen Seite. Nochmals ein Fisch an der Angel, aber auch der haut ab. Nächstesmal muss ich die Geschwindigkeit drosseln, sonst werde ich noch verhungern.

Den ganzen Tag lang blässt der Wind und ich erlebe Segeln wie im Bilderbuch. Fast keine Wellen und Wind querab, die SAMANTHA gleitet durchs Wasser wie eine brave jungfräuliche Nixe.

Abends stellt der Wind nicht ab, wie üblich. Mein Kartenplotter zeigt dass ich bereits um 0100 in Beirut ankomme, wenn ich so weiterfahre. Das will ich nicht, reduziere die Segel, so dass ich nur noch mit 2-3 Knoten Fahrt die Richtung halte. So komme ich am Morgen gegen 0800 an, und das wäre OK. Ich lege mich etwas schlafen, da in der ganzen Gegend absolut kein Schiff auszumachen ist. Ich bin wieder einmal ganz alleine da draussen und geniesse den klaren Sternenhimmel und die Ruhe.

 

4.7.14

Wie geplant fahre ich kurz nach 0800 in die Marina ein. Capitän Naaman kommt an den Empfangssteg, begrüsst mich freundlich und bittet mich in sein Büro um die Formalitäten zu erledigen. Per E-Mail hatte ich mich bei Ihm von Larnaca aus angemeldet, und er hatte mir bereits alle Instruktionen durchgegeben und meine Koordinaten abgefragt. Das Prozedere ist einfach, ich muss aber ca 2 Stunden warten, bis der Mann von der Immigration, mir eine Aufenthaltsgenehmigung für 3 Tage aushändigt. Bis dahin hatte ich immer noch Bammel, ob die mich gemerkt haben, als ich aus den Israelischen Gewässern einfahren wollte, dies aber schief lief. Endlich habe ich meinen Stempel, ouff, jetzt ist alles OK.

Einen Moment lang zittere ich noch, als ein Militarist das Boot untersuchen kommt. Gut, ich hatte alles was mit Israel zu tun hatte, (Bier, Papiere etc) weggeräumt. Die Untersuchung hätte er sich auch sparen können, denn nur durch das öffnen der Schränke konnte er ja wirklich nichts sehen. Nach was er genau gesucht hat, weiss ich nicht.

Nun mache ich erst einen kleinen Mittagsschlaf, dann geniesse ich das Bad im Pool. Diese Marina ist der absolute Hammer. Es ist mehr eine soziale Installation, als eine Marina. Es gibt hier:

6 Tennisplätze; 3 Schwimmbäder, ein Fitnesszentrum, Restaurants, Lounges, Hallenbad und sonst noch vieles, was das Leben süss machen kann. Es ist vermutlich nicht ganz billig, denn wenn man die Autos betrachtet, die hier herumstehen... Porsche in allen Formen und Grössen, Ferraris, Pontilac, Cadillac, Masserati, Grosse BMW und Audi und und und... Die meisten Mammis, die mit den kleinen am Pool sitzen, befehlen irgendwelche Nanny's aus den Philipinen. Bei einigen Autos wartet draussen auch ein Chauffeur. Hier ist eine Meute von stinkreichen versammelt, es ist ein Wahnsinn. Allerdings sind die Boote in der Marina eher von bescheidener Grösse, wenn man das so in die Relation mit den Autos setzt.

Am Abend geselle ich mich unte die Leute, die sich bei einem TV-Platz versammeln um den Match Deutschland gegen Frankreich anzuschauen. Die Menge ist geteilt. Die einen jubeln für Deutschland, die anderen für Frankreich. Ich bin erstaunt, wie hier die "Mehrbesseren" alle französisch sprechen, nicht arabisch. Von Syrien habe ich das gewusst, aber Libanon, das war mir nicht bewusst.

 

5.7.14

Elf Stunden hab ich gepennt. Scheinbar brauche ich das nach den durchgesegelten Nächten, denn ich bin ja schon seit einiger Zeit nicht mehr 20. Ausgiebiges Frühstück und los gehts. Zuerst muss ich den Hang hinauf um die "Autobahn" zu finden. Hier stehe ich am Rande, gebe dem nächsten Kleinbuss ein Zeichen, dass ich zusteigen möchte. Tatsächlich haltet der. In Beirut gibt es keine Busstationen. Die Busse halten da wo jemand steht und befördert werden möchte. Das ist ganz praktisch. So werde ich durch einen Fahrer, der vermutlich im Militär Panzerfahrer war bis in die Stadt befördert. Endstation. Ich steige wie alle anderen aus und beginne meinen Fussmarsch in eine Richtung, die mir richtig erscheint. Bald merke ich, dass hier die Fussgänger lebende Zielscheiben sind. Die Libanesen haben keinen Respekt vor jemandem der zu Fuss ist. Mehrmals kann ich mich gerade noch mit einem Sprung vor dem Überfahren retten. Rita hat mich auf Skpe gefragt, ob es in Beirut nicht gefährlich sei. Ich verneinte, weil ich eher an Schüsse oder Bomben gedacht habe. Ja es ist gefährlich, aber nicht wegen kriegerischem Handeln, sondern wegen den Autos. Hupen und Vollgas ist hier die Devise. Mehrmals frage ich nach dem Weg in die Altstadt. Man erklärt mir, dass ich dafür ein Taxi brauche, es sei zu weit. Scheinbar hat mich der Buschauffeur in einem Aussenbezirk abgeladen, so wie ich in Örlikon aussteigen würde um in die Altstadt von Zürich zu gelangen. Der Fussmarsch bringt mich durch ein Beirut, das typisch arabische Stadt ist. Alte und neue Häuser wechseln sich ab, stehen eng beieinander und sind so verschieden wie Pech und Schwefel.

Alles ist sehr hektisch und die Militärpräsenz ist irgendwie erdrückend. Schon in Israel war es auffällig, aber hier scheint jeder zehnte eine Uniform und ein Gewehr zu tragen. Viele Absperrungen und Kontrollen. Es gibt grüne Militärs, graue Militärs und blaue Sicherheitsleute.

Mitten in Beirut, entdecke ich schliesslich etwas, was man als Zentrum bezeichnen könnte. Alte, schön restaurierte Bauten und Moscheen, und Baustellen ohne Ende.

Der Besuch der berümten Moschee ist beeindruckend. Dann suche ich den Souk, und finde eine hochmoderne, überdachte Einkaufszeile die als Souk ausgeschildert ist. Nix ist mit einem nostalgischen Souk. Den gibt es nicht.

Einige wenige Gebäude tragen noch Spuren des letzten Krieges, das meiste aber ist bereits renoviert, und wie... Superschön wird die alte Stadt renoviert. Ganze Strassenzüge sind bereits im neuen Gewand. Wenn dann alles fertig ist, wird Beirut als sehr schöne Stadt dastehen.

Das Regierungsviertel, mit Parlamentsgebäude und Ämtern, ist wie ein Hochsicherheitstrakt abgeriegelt. Man kann zwar rein, nach Kontrolle der Tasche, aber es ist heute nicht viel los, denn es ist Samstag.
Hier im Libanon sind Samstag und Sonntag die arbeitsfreien Tage, genau wie zu Hause. Nach vier Stunden ununterbrochenem Marschieren merke ich, dass ich langsam müde werde und zwischen den Beinen fängt die durchschwitzte Hose an zu ripsen. In einem kleinen Imbiss genemige ich mir einen "Döner" und trinke einen ganzen Liter Wasser. Draussen ist es warm und düppig. Mit dem Taxi lasse ich mich vor die Marina fahren. Ein kurzes Nickerchen in der gekühlten Koje, dann ein Bad im Meer, gleich neben dem Boot. Mit einer Spachtel bewaffne ich mich und kratze den leichten Bewuchs auf der Wasserlinie ab. Als ich beim Auspuff vorbei komme, entdecke ich dass etwas im Auspuffloch steckt, was da nicht hingehört. Es ist eine Rohrschelle und ein Rückschlagventil, das ich aus dem Loch ziehe. Nun weiss ich was ich noch zu tun habe. Runter in den Motorraum, Auspuffschlauch wegmontieren, Rückschlagventil am richtigen Platz neu montieren und alles wieder rückbauen. So das wäre nun auch getan. Es ist glücklicher Zufall dass ich das entdeckt habe. Es hätte unangenehm werden können, wenn Wasser in die Auspuffanlage gelangt wäre.

Vier Hähnchenflügel, einen Gurken-Tomatensalat und zum Dessert gekühlte Melonenstücke versüssen den Tag, bevor ich zum Public-Viewing gehe und zusehe wie Belgien, trotz hartem Kampf gegen Argentinien verliert, wie die Schweiz letzthin.

Um 2300 werde ich noch den 2. Match des Abends anschauen.

 

6.7.14

Repos. Im Schwimmbad des Clubs suhle ich mich an der Sonne, geniesse das Bad im Meer und lese. Anfang Nachmittags ziehe ich mich zurück aufs Boot, lasse die Benzintanks für den Aussenborder vom Dingi füllen und verbrauche so die restlichen Libanon Liras.

1600. Der Imigrationsbeamte kommt mit Pass und Ausreisebewilligung.

Los gehts. Ich habe berechnet dass es bis an mein erstes Ziel in der Türkei, ein Ort der sich Tasuca nennt, ca 160 SM sind. Ich plane meine längeren Fahrten immer mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 4 KN. Das heisst, ich brauche etwa 40 Stunden bis ans Ziel. Wann fahre ich los ?

Meine Entscheidung ist um 1600 loszulegen, dann bin ich morgen um 1600 in der Nähe der NO-Spitze von Zypern und um ca 0600 am folgenden Tag am Ziel. Bin ich langsamer, dann habe ich den ganzen Tag Zeit um einzufahren. Bin ich zu schnell, dann kann ich immer noch die Segel reduzieren und weniger schnell fahren. Umgekehrt ist es schwieriger und bei Nacht will ich nicht in eine unbekannte Marina einfahren.

Den ganzen abend lang habe ich leichten Wind und gemütliches Segeln. Ich koche eine Platte Käsespätzli ( Schlupfnudeln ) , schön, mit in Butter gerösteten Zwiebeln, garniert. Ausser einem Anruf auf Kanal 16, von einem UN-Warship, ist es ruhig und ich sehe die ganze Nacht kein einziges Schiff.

Amüsiert habe ich mich ab dem Funker vom UN_Schiff. Er wollte wissen wie man Sailing-Yacht schreibt. Ich soll es buchstabieren. Dieser Kerl hat vermutlich nur gelernt wie man tötet, nicht aber wie man schreibt.

 

7.7.14

Ein Tag mit gutem, leichtem Wind aus guter Richtung. Es ist genau 1600 als es an der Fischerrute rasselt. Diesmal reduziere ich sofort die Geschwindigkeit in dem ich die Segel flattern lasse. Der Tuna, lässt ganz schön bitten, und bis ich Ihn am Boot habe bin ich nassgeschwitzt. Gerade bin ich dran, mit dem neu gekauften Netz dem Kerl ins Boot zu helfen, da taucht er ab unters Boot, schiesst kurz danach hervor, schwups und weg ist er. Wenn das so weiter geht, verhungere ich noch. Das ist bereits der Vierte der abgehauen ist. Ich glaube ich muss noch einiges lernen.

1600, ich sehe nun endlich die NO-Spitze von Zypern.

1800 , nun hab eich en Punkt erreicht wo ich die Richtung ändern muss um an mein Ziel zu gelangen. Langsam bereite ich mich für die 2 Nachtfahrt vor. Um Nachts zu fahren habe ich einiges zu beachten.
1. Die Positionslichter einschalten
2. Den Radar einschalten
3. Den Handscheinwerfer im Cockpitt installieren
4. Die Schwimmweste und Anschnallgurt bereitlegen
5. Den  AKTIV-Radar einschalten. (Dieses Gerät verstärkt die empfangenen Radarsignale eines anderen Schiffes und wirft sie verstärkt zurück. Somit erscheint die SAMANTHA auf dessen Radar wie ein grosser Brummer)
6. Die Geräte dimmen, damit man nicht so stark geblendet wird.

Nachts, wenn nicht der Mond scheint sehe ich aus dem Cockpitt gar nichts und bin völlig auf die Geräte angewiesen.

Beim Radar stelle ich einen Wachkreis ein. Wenn irgend etwas in diesen Kreis eindringt, gibt es Alarm. Diesen Kreis setze ich so ca 5 Km ums Boot.
Als 2. Alarm habe ich den AIS-Alarm. Dieser wird so eingestellt, dass der Alarm piepst, sobald ein fremdes Boot, sofern auch dieses mit AIS (Automatic Information System) ausgerüstet ist piepst wenn ein Schiff mit meinem auf Kollisionskurs ist.

 

8.7.14

Gemäss Kartenplotter, würde ich um 0130 im Zielhafen einfahren. Nicht mit mir. Die Segel werden reduziert und die Geschwindigkeit so gedrosselt, dass es 0800 mindestens sein wird.

So ist es denn auch. Um 0830 lege ich im Hafen von Tasucu an. Es ist ein Fischerhafen und keine Marina. 2 Leute weisen mich an einen Platz und helfen die SAMANTHA festzumachen. Der eine spricht gut deutsch. Er ist Sauerländer und nach einem Urlaub hier hängen geblieben. Das war vor 5 Jahren. Er heisst Michael, bastelt an Booten herum und ist völlig zufrieden. Ich will ihn zu einem Bierchen einladen. Da staunste, er trinkt keinen Alkohol. Er ist der Erste, der mir begegnet in einem Hafen der nicht dem Alkohol fröhnt. Für mich ist er eine grosse Hilfe, denn er kennt sich hier aus und erklärt mir, wie ich zu meinem Transitlog komme. Ich lege um 1000 los, beginne mit dem Hafenmaster, dann gehts (genau in der entgegengesetzten Ecke des Hafens) zur Polizei. Danach muss ich zum Doktor. Dafür nehme ich ein Taxi, denn der Doktor ist am anderen Ende der Stadt. Der Herr Doktor ist in Mittagspause. Mit dem Taxifahrer gehe ich auf die Suche nach einer Prepayd Karte. Das gibt es nur in der nächsten Stadt, ca 7 Km weit weg. Was ich dort während 2 Stunden erlebe, kann ich nicht beschreiben. Keiner spricht etwas anderes als Türkisch, ikeiner weiss was zu tun ist, um mein I-Pad zu deblockieren, denn es ist schon wieder blockiert, obwohl ich in Fethje damals die Importsteuer bezahlt hatte. Bei Türkcell erklärt man mir, ich müsse zum Finanzamt (das weiss ich ja schon) aber im Finanzamt sagt man mir (es bietet sich ein Passant als Dolmetcher an) es sei ein Problem von Türkcell. Im Finanzamt hocken im einen Büro ganze 12 Jünger Eruans, aber keiner kann helfen und das Problem lösen,m dabei wäre es so einfach, Aber eben, wir sind hier in der absoluten Provinz und die Beamten vermutlich direkt von den Bäumen geholt und vor einen PC gesetzt.

Nach 2 Stunden  bin ich ab diesen Idioten so genervt, dass ich den Rückzug antrete. Nächste Station ist der Doktor, hoffentlich nun ausgeschlafen. Er ist es, und ist lieb. Nach 10 Minuten hab eich die Stempel. Zurück zur Immigration, dann Zoll und nochmals ins ander Eck vom Hafen zum Hafenmeister. Jetzt, nach 6 Stunden habe ich die Papiere, die ich brauche um in der Türkei zu segeln. Ein kleiner Konflikt gab es noch. Man wollte mich büssen, weil ich über 154 Tage in der Türkei sei, da doch nur 90 erlaubt sind. Mit Händen und Füssen erkläre ich meinen Weg,, und dass ich am 28.4.14 eingereist bin, und am 15.6. Nach Zypern gefaren bin, Das gibt keine 154 Tage !!!. Es könne auch ein Fehler im Computer sein, meint die Beamtin, Aber ich dürfe nur noch 34 Tage in der Türkei bleiben.

Ich werde mich an einem Ort darum mkümmern, wo man nicht mehr im 18.Jahrhundert lebt.

Am Abend ist Match angesagt. Wahnsinn, was die Deutschen den Brasilianern da vorgemacht haben.

 

9.7.14

Kurzer Abstecher ins Dorf, frisches Brot holen. Abschied von Michael und Leinen los. Gemütliches Segeln in eine Bucht, 15 Meilen entfernt, die mir Michael empfohlen hat.

Baden, baden und nochmals baden. Draussen ist es 38°C und kein Lüftchen. Das Diungi wird vorbereitet, denn am Abend gehe ich an den Strand zum Match. Aus meinem Kochbuch " Militärchuchi" koche ich einen Goulage mit Kartoffeln, dazu Salat und restliches Caramelköpfli zum Dessert. Dann muss ich warten bis es Zeit ist den Match zu schauen. Vom Strand her werde ich begossen (nicht berieselt) durch Disco-Musik von der harten Form. Mit dem Dingi fahre ich bei Dunkelheit an den Strand. Ich hatte mir einen Peilpunkt mit 2 Laternen gemerkt. Ein Schwimmer, der vorbei kam um hello zu sagen, hatte mir gesagt, dass dort ein Café sei, wo ich den Match sehen könnte. Dem war aber nicht so. Als ich dort ankam, waren 3 Leute auf der Terrasse und alles war zu. Ich müsse ins Café, ca 800 m weiter. Also schuhte ich zum Café. Dort war der Match bereits angefangen. Meine Uhr spinnt wieder einmal. Dennoch, auch nach 25 Minuten der ersten Halbzeit war es immer noch 0:0 zwischen Holland und Argentinien. Der Match war so langweilig, dass ich fast eingeschlafen wäre, hätte ich mich nicht köstlich unterhalten mit Mohammed, einem türkischen Deutschlehrer und Reisebegleiter. Wir plauderten über Gott und die Welt, während sich die beiden Mannschaften auf dem Spilefled gegenseitig die Bälle zuspielten.

Auf dem Rückweg nahm mich Mohammed mit bis zu meinem Dingi. Das war praktisch.

 

10.7.14

Aydincik heisst ein kleines Dorf mit einem netten Fischerhafen. Da Michael hier angerufen hatte und ich somit erwartet wurde, stehen auch sofort 2 Fischer da, die mich an den Platz einweisen und die Leinen abnehmen. Die SAMANTHA ragt zwischen den Böötchen um die halbe Länge in den Hafen hinein. Sofort bringt ein Junge ein Kabel, damit ich den Strom einstecken kann. Das ist praktisch, denn so kann ich die Klimaanlage laufen lassen und den Salon etwas abkühle. Es ist draussen 34°C und die Brühe läuft einem nur so herunter. Ein kleines Hotel gibt es hier wo ich mir ein Bier unter den Bäumen genehmige und mit Rita Skype. Das Dorf hat Tradition. Es war hier ein Naturhafen. Davon zeugen noch viele alte Ausgrabungen und vor allem ein Mosaik von ca 20m2 das den alten Hafen mit einem Segelboot zeigt. Das Mosaik sei aus dem 5.Jahrhundert.

 

11.7.14

Motoren ist heute angesagt. Es hat praktisch kein Wind. Ich erreiche Boziazi, den Fischerhafen schon kurz nach Mittag. In diesem Hafen, der ungefähr 3 Km ausserhalb der Stadt liegt, sind gut gezählt höchstens 10 Boote. Der Chef der Fischer, kommt zum Einkassieren. Er will 25 türkische Liren ( 9€), Wasser und Strom inklusive. Gestern musste ich für das gleiche das doppelte zahlen. Hier werden die Preise nach der Nase des Ankömmlings gemacht. Gestern bekam ich aber eine Quittung, heute nicht.

Es gibt ein Bus, der am Hafen vorbeifährt. Ich versuche den zu erwischen, merke dann aber, dass er einfach an mir vorbei gerauscht ist, denn ich habe kein Zeichen gemacht, weil ich ja nicht wusste wie der aussieht. Ich mach mich zu Fuss auf den Weg. Kaum 100 m später hält ein junger Türke mit flottem Auto an und fragt ob ich mitfahren will. Er spricht zwar nur Türkisch, aber ich bin schneller im Auto als dass ich ja sagen könnte.

In der "Stadt" bummle ich den Läden entlang, ohne etwas zu suchen. Schliesslich lande ich auf einem Gemüsemarkt und da kann ich nicht widerstehen. Gemüse und Früchte füllen meine Tasche. Auf dem Rückweg sehe ich einen Uhrmacher. Im Geschäft erkläre ich ihm dass ich eine neue Batterie brauche. Er nimmt die Uhr auseinander, prüft diue Batterie und sagt, die sei noch gut. Ein bisschen Öl brauch die Uhr. OK, ok...

1 Lira ( 45 Schweizer Rappen ) gehen über den Ladentisch. In der Schweiz würde einem ein Uhrmacher nicht mal guten Tag sagen dafür.

Für den Rückweg finde ich den Bus. Das kühle Bierchen, das ich im Dorf trinken wollte, aber keine angeneghme Kneipe dafür fand, geniesse ich nun im Cockpitt.

 

12.7.14

Es ist ein herrlicher Segeltag. Den ganzen Tag, bis 1800 kreuze ich auf mit Winden von 10 bis 20 Knoten. Im Dörfchen wo ich mein Tagesziel gesetzt habe, gibt es keinen Hafen. Ich ankere in einer etwas flachen aber doch ein bisschen geschützten Bucht. Den Anker ziehe ich mit 3500 Toeuren ein und der hällt bombenfest. Ein erfrischendes Bad im 28°C Wasser, einen Apero, Nachtessen und danach sitze ich im Cockpitt, höre klassische Musik, beobachte wie sich die Schatten langsam die Hügel hinauf ziehen und der Vollmond aufgeht. Friedlich ist es hier. Die Bucht recht schön und Naturbelassen. Schon den ganzen Tag, der Küste entlang ist mir aufgefallen, dass alle Hänge gegen das Meer mit Bananenbäumen bepflanzt sind. Auch hier in der Bucht ist es so. Nachdem der Mond in voller Pracht aufgegangen ist stellt der Wind ab und es wird ruhiger.

Bein Schlafen erwache ich, weil das Boot fürchterlich schaukelt. Es ist ein Schwell aufgekommen der die SAMANTHA tanzen lässt. Ich komme mir vor wie eine Embrio im Mutterleib, während einer Aerobicstunde.

 

13.7.14

War gestern ein herrlicher Segeltag, so ist es heute genau das Gegenteil. Kein Wind, der Schwell von heute Nacht ist stärker geworden. Obohl ich zum stabilisieren das Grossegel aufziehe, schaukle ich nur so herum.
Bis zu meinem Tagesziel, Gazipasi, sind es Gott sei Dank nur wenige Meilen und ich erreiche den Fischerhafen bereits kurz nach Mittag. Die ganze Küste entlang ist es eigentlich recht langweilig. Es gibt kaum schöne Buchten, deshalb sind auch keine Boote hier. Es hat zwar einige lange Sandstrände, an denen aber niemand ist. Etwas nördlicher liegen sie dann wieder wie Ölsardinen im Abstand von 1-2 Meter. Wer es noch natürlich und ruhig haben möchte sollte hierhin für den Urlaub. Am auffälligsten sind die Bananenhaine, die ich nun seit ca 100 Km beobachten konnte. Bananen stopfen doch, deshalb nehme ich an dass die hier auch anderes essen.

Fisch und ein wunderbarer Chefsalat sind auif dem Tisch im Strandcafé, wo ich das Abendessen geniesse nund danach den Match anschaue. Diue Deutschen 11 haben mener Meinun nach verdient gewonnen.

 

14.7.14

Alanya ist mein Ziel heute. Der wind blässt achterlich (von hinten) so dass ixh recht gut vorwärts komme.Allerdings muss ich die fürchterliche Schaukelei die durch die 2 m hohen Wellen entstehen ertragen

1500 und ich fahre in die Marina ein. Im alten Hafen habe ich es zuerst versucht. Dort gibt es aber keinen Platz. Auf alt getrimmte Gulets, die wie Piratenschiffe umherkurven und die Touristen erfreuen, füllen den Hafen. Eben fährt eines vorbei. Die Leute tanzen im Moment den Ententanz. Toll muss so ein Urlaub sein ! Bis in die Marina sind es etwa 2 SM, die ich mit dem Motor hinter mich bringe. Dabei fahre ich um die Felskuppe mherum und kann die gewaltige Burg bestaunen und ich überlege mir wie lange die damals wohl an dieser mehrere hundert Meter langen und etwa 6-8 Meter hohen Mauer aus Steinblöcken wohl gebaut hatten?

Die Marina ist neu und gut. Der Preis ist auch noch akzeptabel.

Heute scheint nicht mein guter Tag zu sein. Vormittags, beim Anker sichern hat eine Welle die SAMANTHA erfasst und aufspringen lassen. Ich bin dabei umgekippt und habe den Kopf an der Furling fürchterlich angeschlagen. Ein grosses Horn zeugt davon.
Nun rutsche ich auch noch von der Bank ab und trete am Boden vom Cockpitt so blöd auf dass der Fuss verknackt. Es schmerzt höllisch. Auf dem letzten Tritt am Heck der SAMANTHA sitzend bade und kühle ich den havarierten Fuss. Es tut gut und bald kann ich wieder humpeln.

Ich treffe einen AMEL 54-er Besitzer. Wir plaudern ein wenig. Er war in Zypern stationiert, in der neuen Marina im Nord-Osten. Die Preise sind dort inzwischen auch angehoben und günstig sei es nicht mehr.

Im netten Pub sitze ich beim Bierchen und surfe im Netz, bis es bald Mitternacht ist.

 

15.7.14

Auch heute steht der Wind wieder gut und ich mache gute Fahrt der Küste entlang. Es ist unglaublich, wie viele Hotels, und zum Teil Riesenkasten, hier an der Küste gebaut wurden. Scheinbar geht alles hier in die Südtürkei in den Urlaub. Das Hauptvergnügen scheint eine Fahrt mit einem dieser Pseudo-Piratenschiffe zu sein. Von denen gibt es hunderte und aberhunderte. Ich kann sie schon bald nicht mehr sehen. Ich finde das absolut geschmacklos. Die Bestzung ist verkleidet als Piraten, die Musik sind die neusten Schlager und Discosounds. Das passt einfach nicht.

Der Hafen von Side sei immer voll mit Piratenschiffen, hatte mir Michael gesagt, deshalb probier ich es erst gar nicht und setze den Anker in der Bucht dahinter. Es ist gut geschützt und ruhig, nachdem die Piratenschiffe abgezogen sind. Eine ganze Stunde geniesse ich das Bad im Meer. Es ist erfrischend, auch wenn das Wasser 28°C hat.

Nach dem Nachtessen rudere ich mit dem Dingi ans Ufer, schmeisse mich in den Strom von Touristen und schlendere durch die Einkaufs- und Vergnügungsmeile. Das letzte Mal, als ich mit Bea und Philippe hier war, vor 30 Jahren gab es etwa 10 kleine Läden, vor allem Teppichhändler. Heute ist es ein ganzes Dorf wo aber keiner wohnt. Alles nur ein- bis zweistöckig, mit Läden und Restaurants. Gemütlich sitze ich am Hauptplatz mit Shisha und Bier und geniesse den Abend und betrachte den Rummel. Köstlich ist es zuzuschauen mit welchen Maschen und Gesten die türkischen Türsteher die Leute versuchen in die Restaurants und Cafés zu locken. Einem habe ich zugeschaut, als zwei junge Damen vorbeistolzierten. "Sind sie Deutsch ?", "ja"," sie sehen aber so Türkisch aus". Für diesen Blödsinn hat er dann ein nettes Lächeln bekommen und schliesslich sind die Damen dann auch zu ihm ins Restaurant. Bingo. Nach meiner Meinung haben die beiden so richtig Deutsch ausgesehen und hatten mit Türkisch genau so viel Ähnlichkeit wie ein Kamel mit einem Elephanten. Ich kann mir vorstellen, dass diese beiden Damen zu Hause vermutlich einen Job haben, der etwas Grüze verlangt. Warum verwandeln sich die Leute im Urlaub dermassen ? Im Urlaub kann man denen jeden Scheiss andrehen, und jeden Schmus erzählen, die nehmen das ab. Genau so ist es mit anderem Verhalten und mit der Kleidung. Viele würden zu Hause niemals so umherlaufen wie in diesen Touristenzentern. Ich verstehe das nicht. Muss ich auch nicht. Hauptsache ist doch, dass sie glücklich sind und nachher erzählen können, sie hätten einen schönen Urlaub gehabt.

Im Hafen hätte es noch PLatz, aber ich habe kein Bock, das Boot noch zu verlegen, da wo ich liege ist es ruhig und Sturm ist auch nicht angesagt.

 

16.7.14

Ein steifer Wind treibt die SAMANTHA mit 8 Kn in Richtung Kemer. Wenn das so weiter geht, bin ich ja bereits um 1400 dort. François kommt heute Abend um ca 2200 in Kemer an. Also habe ich genügend Zeit.. Wenige Meilen vor dem Ziel stellt aber plötzlich der Wind ab, als wollte die SAMANTHA nicht nach Kemer einlaufen. Mit Hilfe vom Motor wird sie aber dann doch in die Marina gezwungen. 2 Marineros bemühen sich wirklich super und binden das Schiff fest. Heckleinen und Mooring, ich muss überhaupt nichts machen. Das ist Service. Das Anmelden im Hafenbüro geht auch wie von selbst, da ich bereits in deren Computer erfasst bin, habe ich bloss zu bezahlen. Dannh warte ich. Um 2200 wie geplant, steigt François aus dem Taxi. Da er noch nichts gegessen hat, setzten wir uns ins nächste Restaurant, wo er trotz der vorgerückten Zeit noch freundlich bedient wird.

 

17.7.14

Von Kemer geht es heute in die Bucht an der Spitze der Bucht von Finike.

Der Wind ist gut und lässt am Abend nach, so dass die Nacht am Anker angenehm ist.

 

18.7.14

Kein Wind !  Die ganze Strecke bis zum Ramazan, müssen wir Motoren. Gegen Abend kommt noch Wind auf, aber wie es eben sein muss, direkt auf die Nase.

Trotzdem lassen wir uns den guten Fisch bei Ramazan schmecken.

 

19.7.14

Guter Wind, aber nur eine kurze Strecke bis nach Castellorizon, der griechischen Insel, wo wir ebenfalls unjs kulinarisch verwöhnen lassen.

Auch diesmal sehe ich niemanden von der Hafenbehörde.

 

20.7.14

François schlägt vor, dass wir uns schnellstens in die Bucht verlegen um dort zu Baden. Das tun wir und geniessen den Vormittag im herrlich warmen Wasser.

Bis zu unserem Ziel, die Bucht bei Kas, sind es nur ein paar Minuten. Mit gutem Wind segeln wir in die Bucht ein. Diesmal ist es zum ersten Mal dass wir eine Landleine legen müssen. François steigt ins Dingi, ist aber gleich im Wasser. Er ist noch ungeübt im Umsteigen. Nach einer Weile klappt es dann und wir sind bestens angebunden.

 

21.7.14

Von Kas nach Kalkan ist es auch keine grosse Strecke. Wir erreichen den Hafen rechtzeitig und bekommen einen guten Platz. Während dem Ankermanöver im Hafen (man muss hier mit dem Anker und Heckleinen anlegen), klemmt die Kette und ich habe einige Mühe, ein sauberes Manöver zu fahren. Nach dem 2. Ansatz klappt es aber einwandfrei. Im Städtchen, das mir so gut gefällt, geniessen wir einige Aperos. Baden ist nicht angesagt, denn Franois hat gestern einen netten Sonnenbrand auf seine Haut gezaubert.

Im Restaurant "Korsar- Fischterrasse", bekommen wir ein herrliches Essen. Es ist für türkische Verhältnisse hier sehr zivilisiert und der Preis ist auch akzeptabel. Wieder zwischendurch etwas heimatliche Zivilisation tut gut.

 

22.7.14

Trotz gutem Wind kommen wir in der Kaltwasserbucht erst gegen 1900 an. In der einen Ausbuchtung fährt gerade das letzte Ausflugsschiff weg, so dass wir einen guten, geschützten Platz bekommen. Es sind viele Boote hier und eine ganze Meute von Kindern sind am Baden und springen von den Felsen. Das Wasser ist schön warm, hat aber eiskalte Strömungen, deshalb heisst die Bucht auch Kaltwasserbucht. Ali kommt mit seinem Böötchen und setzt uns die Landleine. Scheinbar ist Alis Gedächnis durch den üpigen Konsum von Raki,(sein Lieblingsgetränk), etwas in Mitleidenschaft gezogen, denn er erinnert sich nur knap an unser letztes Zusammensein, das doch sehr interessant und wegen des grossen Gewitters recht eindrücklich war.

 

23.7.14

Bei Mohammed werden wir freundlichst begrüsst, denn unsere SAMANTHA kennt man hier. Baden, Bierchen trinken, dann ein herrliches Abendessen. Ich bekomme den Octopus in Rahmsauce. Eine Delikatesse bei Mohammed.

 

24.7.14

Der Wind ist so super, dass wir entscheiden richtig zu segeln. Nach Fethye segeln wir, machen dort am Stadtquai fest. Mit dem Fahrrad suche ich den Türkcell-Laden auf, wo ich meine Prepayd-Karte gekauft hatte. Seit dem 12.Juli funktioniert diese ja nicht mehr. Was ich hier zu hören bekomme, wäre für eine Märchenstunde gerade gut genug.

Nachdem ich ja letztes Mal beim Finanzamt mein I-Pad anmelden musste und dafür 120 TL bezahlt hatte, wurde mein I-Pad nach 3 Tagen freigeschaltet. Mir wird nun erklärt, dass man in Ankera, bei der zentralen Stelle die Papiere verloren habe und deshalb mein I-Pad wieder gesperrt wurde. Um das I-Pad wieder zu aktivieren, muss nun ein Brief von mir nach Ankara geschickt werden, von wo dann die Papier zurück in den Shop geschickt werden um die Registrierung neu zum machen.

Gut dass die Filialleiterin mit mir Erbarmen hat und den Brief auf türkisch für mich schreibt. Ich muss noch die Postgebühr bezahlen und dann hoffen, dass doch einmal in der Türkei etwas funktionniert. Die Chance, dass ich mein I-Pad in einigen Tagen wieder benutzen kann, schätze ich genau so ein ,wie ein 6er im Lotto. Für 3 Monate habe ich die Karte fürs Internet bezaht, 3 Wochen konnte ich es benutzen. Toll.

Nach einem super Segeltag, legen wir in der Quellenbucht an. Hier gibt es Mooringleinen. Beim Manöver, will ich die Mooringleine auf die Kettenwinch legen um sie festzuziehen. Damit ich die Mooringleine auflegen kann, muss ich die Kette aushängen. Und hier ist es passiert.

Wie, ich weiss es nicht. aber in dem Moment wo ich die Kette in die Hand nehme, muss ich auf den Schaltknopf gekommen sein, denn die Winch dreht sich und zieht meinen linken Mittelfinger in das Kettenrad ein. François erzählte mir nachher, dass ich einen Schrei losgelassen hätte. Ich befreie noch den Finger, oder was man Fingermus, nennen könnte, beende noch das Manöver und stürze zum Kühlschrank. Ich muss etwas kaltes trinken, denn mir ist schwarz geworden vor den Augen und ich drohe umzukippen. Nach einem Glas Eistee, geht es besser. Mit Eis kühle ich den total zerschnittenen und gequetschten Finger ab. François betätigt sich als Doktor und verbindet die havarierte Stelle. Die Nacht wird unangenehm. Es pocht und tut höllisch weh. Um 0500 schlafe ich dann doch noch ein.

 

25.7.14

Nach dem Frühstück wird der Verband gewechselt. Danach geht es wesentlich besser, denn der neue Verband übernimmt die Schwellung und es drückt nicht mehr so sehr. Eine Massage bei "meinem" Masseur tut gut und lässt die Lebensgeister wieder aufwachen. Auch François lässt sich massieren, danach legen wir los mit Ziel Göcek.

Beim Einlaufen in die Marina in Göcek , werde ich mit einem "Hallo" begrüsst. Hinter der dunklen Sonnenbrille erkenne ich Hanspeter. Wir haben uns schon lange nicht mehr gesehen und wussten beide nicht voneinander, dass wir zufällig in der gleichen Marina eingelaufen sind. Super. Nachdem wir unsere Neuigkeiten ausgetauscht haben, kommen die AMEL-Leute aufs Boot , bauen den Bugstrahlmotor aus und kümmern sich um den kaputten Reissverschluss am Sonnendeck.

Nun wird es Zeit, dass ich mich um das Abholen meiner zwei Teenies,eine Nichte und ein Neffe kümmere. Ich arrangiere mit dem Chef von Göcek-Tours, dass ich mit einem Fahrer zum Flughafen gehe und die beiden abhole. 

Kaum sind wir dort angelangt, venehme ich dass der Flieger 3/4 Stunden Verspätung hat. Auch diese Wartezeit schleicht und ist mal vorbei. Aber, die Beiden kommen nicht aus dem Terminal heraus. Ein SMS der Mutter, di8e in der Schweiz sitzt, meldet, dass einer der Koffer verloren sei. Ich kann hier draussen nichts machen, und ins Gebäude lässt man mich nicht hinein. Schliesslich telefoniert mein Fahrer mit seinem Boss, der spricht gut Englisch und ich kann ihm die Situation erkären. Seinerseits gibt er Anweisungen an seinen Fahrer. Daraufhin kämpfen wir uns durch die Kontrollen und landen schliesslich vor der Gepäckausgabe, wo die beiden Verwandten stehen. Der Fahrer ist sehr Hilfsbereit und organisiert die Anmeldung im Lost and Found-Büro. Es sind etwa 20 Personen, die alle ihr Gepäck vermissen, unter anderen ein total entnervter Franzose, der morgen einen Törn antritt und alle seine 3 Segeltaschen vermisst. So kann ein Segeltörn sicherlich kein Spass machen.

Alle Formulare ausgefüllt und die nTasche vo9n Desiree im Kofferraum fahren wir zum Boot. Noch ein Abstecher zum Kebab-Hospital, damit die Jungen noch eine Pizza verschlingen können, dann ist die erste Nachtruhe angesagt. François hat die Koje geräumt und schläft diese Nacht in der Skipperkabine.

 

26.7.14

Um halb sieben klingelt der Wecker. François wird um 0700 abgeholt und zum Flughafen gebracht. Ich warte bis die Jungmannschaft endlich aus der Koje kommt. Dabei komme ich mir vor wie eine Katze die vor dem Mauseloch auf das Erscheinen der Maus wartet. Es braucht viel Geduld. Irgendmal klopfe ich die Jungmannschaft heraus, denn ichm muss die Marina verlassen, wennn ich nicht nochmals den Tag bezahlen will. Nach einigen Stunden machen wir in der Bucht mit den Bojen fest, Baden und schwatzen, sofern das möglich ist und die Handysessions unterbrochen werden können.

Ich habe das vereinbarte SMS vom Chef vo Göcek-Tours nicht bekommen. Ich entscheide, dass wir nach Göcek zurückfahren und ich mich um das verlorene Gepäck kümmere. Nihat, der Chef ist super. Er telefoniert überall herum und bekommt die Nachricht, dass das Gepäck nun im Flughagfen ist. Wir entscheiden, dass er einen Fahrer schickt, damit wir die Tasche noch heute bekommen. Dummerweise liegen in der Tasche die Augenlinsen und auch die Brillen von Noel. Ohne seine Sehhilfen ist er komplett verloren und sieht kaum etwas. Abends um 2100 haben wir dann endlich das Gepäck auf dem Schiff und Noel sieht wieder wo er ist.

 

27.7.14

Wir haben guten Segelwind und deshalb fahren wir bis nach Ecenclik und ankern in der Bucht. Für das Segeln scheinen sich die Beiden nicht so sehr zu begeistern, denn schon bald liegen beide irgendwo in einer Ecke und schlafen. Schliesslich bin ich es, der das Segeln übernimmt. Schade, ich hätte denen doch so gerne etwas beigebracht.

 

28.7.14

Um 0900 holt uns ein kleines Ausflugsboot ab und fährt mit uns nach Dalan. Vorbei an Grotten und dem Schildkrötenstrand fahren wir durch das Schilf zur alten Ruinenstadt. Es ist zu heiss um sich wirklich zu interessieren. Weiter gehts nach Dalan, dem Touristendorf, wo die riesigen Felsgräber zu sehen sind. Wichtiger aber scheint es mir, ist der Kiosk, wo man sich mit dem Notwendigsten eindecken kann. Nach einem, nach langem Warten endlich serviertem Imbiss, geht es zurück zum Schiff, wo wir sofort loslegen.

Mit viel Motor und nur wenig Segeln erreichen wir Marmaris. Heute wurde das Steuer doch einige Male übernommen und ich konnte erste Handgriffe rüberbringen.

 

29.7.14

Mit dem Dingi gehen wir an Land. Dass es nach dem Frühstück bereits Mittag ist, lasse ich an mir vorbei gehen. Meinerseits suche ich neue Sandaletten und einen neuen Staubsauger. Ich werde fündig, trinke noch ein Bierchen. Dann bekomme ich ein SMS. Man ist mit Shopping fertig. Abends gehen wir nochmals an den Quai, bewaffnet mit I-Pad um zu Skypen und Mails zu erledigen.

 

30.7.14

Die Fahrt nach Clifcik (Club Fayah) ist nur kurz. Das Anlegemanöver, mit Heckleinen und Mooring ist eine mittlere Katastrophe. Obwohl ich ja alles genau erklärt hatte und jeder eigentlich wissen sollte was zu tun und auf was zu achten ist, läuft das meiste schief, denn man hat scheinbar nicht zugehört.

Es ist eine echte herausforderung für mich, denn ich habe schob länger nicht mehr mit jungen Leuten zu tun gehabt. Ich muss alles prüfen. Sind die Schubladen zu? Sind die Kastentürchen zu ? Sind die Türen gesichert und so weiter. Schliesslich will ich ja nicht dass etwas auf dem Schiff kaputt geht.

Noel findet sein Handy nicht mehr. Mich erstaunt das natürlich nicht, denn bei seinem Ordnungssinn, hätte ich schon lange nichts mehr auf dem Boot. Kein Handy, das ist ein Drama! Gut dass die Beiden so höflich und anständig sind, da kann ich über die unterschiedliche Ansicht von Ordnung und Disziplin etwas drüberschauen. Ich muss mich umstellen!

Das erste Mal essen wir im Restaurant und geniessen den schönen Abend. Die Beiden bekommen LammKottlets und ich einen Fisch.

 

31.7.14

Schon in der Früh hat es starken Wind. Ich freue mich auf einen guten Segeltag. Ich will zurück in die Göcek Bucht, Dort können die Beiden dann ihren Urlaub weiter verschlafen. Bis wir dann nach Stunden loslegen, hat der Wind schon wieder abgeflaut und wir müssen einen grossen Teil den Motor dazu nehmen.

Es sind 40 Meilen hinter uns als wir dann in der Drachenbucht mit Buganker und Landleinen anlegen. Dieses Manöver hat super geklappt. Endlich befolgt man meine Anweisungen.