REISEBERICHT - Februar 2014

31.1.14

Draussen heult und tobt es, so dass ich erst gar nicht den Kopf aus der Luke strecke. Am späten Vormittag lässt der Wind etwas nach. Ich rüste mich für den Gang ins Städtchen. Einkaufen ist geplant.

Der Weg wird zu einem Spiessrutenlauf, denn die Wellen schlagen gegen die Quaimauer, steigen hoch und überschwemmen die Strasse. Mit etwas Geschick gelingt es, zwischen 2 Wellen den nächsten geschützten Abschnitt zu erreichen und so mehr oder weniger trocken ans Ziel zu komen. Die Uferstrasse ist voll von Sand und Geröll. Die Halbe Stadtbevölkerung ist am Quai und betrachtet das Schauspiel. Keine Fähre fährt mehr. Ich verstehe nun, warum die Marineros gestern so nervös waren. Es ist immer anzuraten, auf die Lokalen zu höhren. Ich bin froh, dass ich hiergeblieben bin. Morgen soll es besser sein. Auf DVD schaue und höhre ich das Konzert von Helmut Lotti " out of Afrika". Nicht schlecht, erinnert an frühere Zeiten. Wo sie den Lotti versenkt haben, weiss ich nicht, aber man hört von dem gar nichts mehr.

 

1.2.14

Um 0800 wache ich auf, frühstücke und gehe dann ins Hafenbüro um zu zahlen. Dort verlangt man von mit 2 Nächte, obwohl ich ja 3 da war. Hier im Süden sind die generös.

Der Marinero hilft mir noch beim Ablegen dann gehts los.

Der Wind steht ideal und die SAMANTHA läuft wie's Lottchen. Nur, das Wetter ist echt bescheiden. Regen und Nebelschwaden lösen sich ab.

Bis zur Einfahrt in die Strasse von Messina ist alles Ok, dann muss ich um 90° den Kurs wechseln und schwups habe ich den Wind auf der Nase.

Mit Motor gehts bis vor den Hafen. Die Einfaht in Reggio di Calabria ist einfach. Platz hat es genügend und bevor der Marinero kommt, ist die SAMANTHA am ersten besten Platz festgebunden.

Eine Dusche und neue, trockene Klamotten, dann einen Whyski, den ich meine verdient zu haben, und ab gehts in die Stadt. Im Hafenbuch steht, dass Reggio di Calabria nichts besonderes sei. Da bin ich schön überrascht über das was ich vorfinde. Im Sommer kann man da an einer schönen Promenade und in den langen Einkaufsstrassen flanieren.

Einzigartig ist, dass quer durch die Stadt, den Hügel hinauf Rolltreppen gebaut sind, die einem bequem von einer Einkaufsstrasse zur nächsten transportiert.

Die Geschäfte, die sind alleine schon von der Architektur sehenswürdig. Alle Marken sind present und im Moment verkaufen die alles mit 50-70% Rabatt.

Nun habe ich hunger und möchte einen Fisch essen, aber es ist ja erst 1800 und somit viel zu früh. Ich setze mich in eine Bar und bestelle einen Martini. Mit dem bestellten Getränk bringt der Kellner eine Platte voller Köstlichkeiten. Es hat da Oliven, Kapern,kleine Pizzen, Meetbällchen und vieles mehr. Ich knabbere und knabbere, esse aber nicht die Häfte, bestelle noch eine Martini, diesmal aber ohne Zutaten,(Kostet den gleichen Preis). Gegen 2000 gehe ich auf die Suche nach einem Restaurant, das nach gutem Fisch aussieht. Als ich fündig werde und davor stehe, merke ich, dass ich eigentlich gar keinen Hunger mehr habe. Jetzt einen Fisch zu essen wäre blödsinn. Ich drehe ab und zurück gehts ins Boot.

Hier schaue ich den Film "spiel mir das Lied vom Tod", ein alter Streifen, aber immer noch gut.

 

2.2.14

Heute sind alle gegen mich. Es ist zwar Sonntag, aber der Wind blässt genau von der Seite auf die SAMANTHA und drückt mich gegen den Nachbarn. Hier rauszukommen, wird nicht ganz einfach. Und tatsächlich. Beim Ausfahren hängt sich das Bugstrahlruder an der Mooring des Nachbarn fest und verhindert dass SAMANTHA weg kommt.

Dann tut der Wind seinen Job und drückt mich mit auch noch mit dem Kiel in die Mooring des Nachbarn. Ich hänge endgültig fest.

Jetzt ist Action. Erst wird abgefendert. dann versuche ich die Mooring freizubekommen, das geht aber von oben nicht.

Der wachhabende Marinero hat nun gesehen, dass ich Probleme habe und kommt zu Hilfe.

Wir angeln die Samantha mit meiner Wurfleine von dem Nachbarboot weg. Dann lasse ich das Dingi ins Wasser, und mit der Gaffe ist die Leine schnell vom Bugstrahlruder weg. Mittels einer neuen Mooring, die von 3 Plätzen weiter, ziehen wir die SAMANTHA weiter vom Nachbar weg und das solage, bis ich viel Platz habe um genügend Fahrt aufzunehmen bevor ich wieder gegen den Nachbar gedrückt werde.

Es klappt. Ich bin frei und fahre aus. Ein grosses "gracie mille" an den Marinero.

Endlich ausserhalb des Hafens im freien Gewässer !. Frei ist es nicht ganz, denn viele grosse Handelsschiffe sind unterwegs.

Der Wind, voll auf der Nase, so dass ich aufkreuzen muss. Bis 1600 bin ich erst gute 15 SM Luftlinie von Reggio weg. Nun hole ich die 110 Pferde zu Hilfe, denn ich will das südliche Kapp erreichen. Dort kann ich um 90° wenden, dann habe ich den Wind von der Seite und komme endlich vorwärts. So war's gedacht. In der Tat dreht sich der Wind ums Kapp ebenfalls und steht wieder auf der Nase. Man ist gegen mich !

Das nächste Kapp erreiche ich gerade noch vor dem Eindunkeln, jetzt wieder drehe ich um 60°, das müsste reichen.

Aber....., Der Wind hat gemerkt, was ich will und dreht munter mit, so dass ich nun erst nach Süden,dann nach Osten und nun nach Norden, immer den Wind auf der Nase habe. Das ist doch Verar.....ung.

Mit diesen Verhältnissen erreiche ich mein Tagesziel , Rocca Ionica, nicht bei Tageslicht und sehe mich gezwungen, direkt Kurs auf Ctotone zu nehmen. Das heisst im Klartext, die ganze Nacht durchfahren. Nachts ist der Wind wechselhaft, sowohl in Stärke als auch in Richtung, so dass ich schliesslich den Motor zu Hilfe nehmen muss um überhaupt vorwärts zu kommen. Die ganze Nacht hindurch regnet es. Das war so ein richtiger Scheisstag, wie man es sich als Segler nicht wünscht.

Aber was solls, der Morgen wird kommen.

 

3.2.14

Tagwach. Was heisst da Tagwach ?

Die Nacht geht zu ende und der neue Tag geht fliessend in den alten. Es bleibt nass und kühl, nichts erfreuliches. Der Wind dreht natürlich ums nächste Kap wieder mit, so dass ich auch für die Weiterreise nicht segeln kann. Man hat sich hier in Süditalien wirklich gegen mich verschworen. Gegen Mittag kommt dann plötzlich eine Böe, die mich fast vom Hocker fegt. Danach beginnt es an zu Regnen wie aus Kübeln. Es schüttet und der Wind dreht so, dass ich endlich segeln kann, aber hart am Wind. Es blässt ständig zwischen 25 und 32 Kn. Die Wellen werden immer höher. Einmal kommt eine grosse Welle, begleitet von einer starken Böe. Die SAMANTHA wird hochgehoben auf die Backe (Seite) geknallt. Ich krampfe mich am Steuersitz fest und bleibe auf dem Boot.

Drinnen hat es geknackt und geknistert ich dachte das Boot würde auseinanderbersten. Natürlich stellt sich die SAMANTHA brav und sofort wieder auf und attakiert die nächste Welle. Alles was nicht niet und Nagelfest im Boot ist, ist durch die Luft geflogen. Gut dass ich ein Gespühr für die Situation hatte, so dass ich bereits vor dem ersten Angriff die Segel reduziert hatte und das Gross eingefahren. Nun muss ich weitere Reffs einnehmen. Ich habe nur noch 1/3 der Segelfläche von der Genua und dem Besan gesetzt und trotzdem stampft die SAMANTHA heftig durch die aufgebrachte See. Nach Berechnung des Kartenplotters werde ich um ca 1600 in Crotone ankommen. Das ist gut so. Also weitergegämpft. Am letzten Kap vor Crotone muss ich nochmals den Kurs ändern und nun habe ich den Wind und narürlich auch den Regen von hinten. Alles ist nass und ich muss den Niedergtang schliessen, denn es regnet direkt ins Boot. Nur noch eine Stunde dann bin ich am Ziel.

Da die Wellen sehr stark sind und im rechten Winkel zur Einfahrt in den alten Hafen von Crotone, habe ich meine Bedenken. Das könnte gefährlich werden. Ich rufe den Hafen per Funk auf Kanal 16 an. Es meldet sich die Coast-Guard von Crotone. Nach einer kurzen Unterhaltung, raten die mir an, in den neuen Hafen, der zwar für Handelsschiffe gedacht ist und Boote wie meines, keine Erlaubnis haben, dort einzufahren. Ich soll mich wieder melden wenn ich am Hafenengang sei. Und genau das mache ich und bekomme die Anweisung ganz hinten im Hafen, neben einem bereits dort liegenden Catamaran anzulegen. Mitten zwischen diesen grossen Handelsschiffen, sieht die SAMANTHA klein aus.

Im Hafen, die ungefähr 1 SM lange Strecke bis zum Anlegeplatz muss ich das schützende Deck einrollen und stehe absolut ungeschützt im Regen. Und was für ein Regen! Alles was die heute noch nicht hinuntergeschüttet haben, tun sie genau in diesen Minuten. Ich muss die Brille weglegen, denn ich sehe sonst gar nichts mehr. Genau zur Zeit wo ich anlege, beruhigt es sich einen Moment, so dass das Manöver kein grösseres Problem darstellt.

Endlich alles ruhig. Ich geniesse dies einige Minuten, zusammen mit einem kleinen Whyski, den ich mir gönne.

Alles ist nass. Die erste Handlung ist alles trockenreiben, dann unter die Dusche, neue trockene Klamotten. Der Spaziergang in die Stadt. Im Hafen liegt das Wasser in grossen Pfützen, so dass ich bereits beim Hafenausgang, den ich nach 10 Minuten erreiche, wieder nasse Füsse habe: Die Stadt ist nicht für Regen ausgebaut. Überall in den Gassen trieft das Wasser direkt von den Dächern. Mit der Regenkaputze geschützt finde ich einen Metzger, Simone heisst er und hat eine zeitlang in Lugano gearbeitet.

Ich bestelle ein Rinderkotlett, gehacktes , ein Hähnchen und da sehe ich noch Leber, die müssen auch eingepackt werden.

Noch ein Gang ins nächste Geschäft, Gemüse und Brot kommen in den Sack , dann gehts zurück aufs Boot.

Einen feinen Reis mit geschnetzelter Leber, das schmeckt. Dann bin ich aber so müde, dass ich gleich einschlafe.

 

4.1.14

Crottone-Sibari stehen auf dem Tagesplan.

Draussen ist es sehr ruhig, die Wolken sind meist weg und die Sonne wärmt den Body angenehm.

Es hat nur wenig Wind, und , wo kommt er her ? Ja , genau von da wo ich hin will.

Heute schätze ich wieder einmal meinen Yanmar, der schnurrt wie eine Stubenkatze. Die Strecke nach Sibari ist zu lange als dass ich den Ort vor dem Einnachten erreichen könnte, aber auch zu kurz als dass ich nach Tagesanbruch ankomme.

Heute abend will ich das Rinderkotlett essen. Ich habe mich beim Auspacken gewundert über die Form dieses Fleischstückes. Es ist etwa 6 cm breit, 6 cm hoch und 25 cm lang. Gekostet hat es fast gar nichts. Nachdem dieses schön gebraten ist, mit Zwiebelgemüse und dem restlichen Reis von gestern auf dem Teller angerichtet ist, mach ich mich dran das Kotlett zu geniessen. Aber oh weh, ich komme nicht weit, denn innerhalb desFleischstückes entdecke ich eine riesengrosse Rippe. Drumm herum hat es schon etwas Fleich, aber eigentlich habe ich einen Knochen mit etwas Fleich gekauft. Ob Simone gemeint hat, ich hätte einen Hund ? Nun ist mir auch klar warum das Teil fast nichts gekostet hat. Trotz allem geniesse ich das Essen, hätte aber damit sicherlich keinen Gurmet-Preis gewinnen können.

Sowie es dunkel wird, stelle ich den Motor auf die niedrigste Tourenzahl, stelle den Radar ein mit einem Alarmkreis von 6 SM, und niste mich gegenüber den Instrumenten mit Wolldecke bestückt auf der Esstischbank ein. Die Eieruhr ist sicherheitshalber auf eine Stunde eingstellt. Ausser einem Nato-Schiff, bin ich auf weiter See alleine und so bekomme ich doch genügend Ruhezeit in meiner bereits 4 Nacht durchsegeln. Jede Nacht hatte ich bis jetzt immer gefröstelt. Diesmal schäle ich mich komplett aus den Tageskleidern und ziehe einen Fliesanzug an. Es ist herrlich kuschelig und ich habe angenehm warm und träume sogar von schönem Segeln.

 

5.1.14

Auf meiner Zielgeraden zum Hafen zeigt die Uhr 0900, genau was ich geplant hatte. Im Hafen suche ich einen Platz zum anlegen, werde dabei von der Coast Guarde (im Auto) abgefangen und an einen öffentlich zugänglichen Platz verwiesen.

Per SMS melde ich an Mario meine Ankunft. Frühstücke und räume auf. Die Sonne scheint und es wird sicher ein schöner Tag, allerdings ohne Wind. (Brauche ich heute auch nicht )

Es ist knapp halb elf als ich von draussen gerufen werde. Mario und Fortunato stehen strahlend da. Man sieht denen die Wiedersehensfreude förmlich an. Schön solche Bekannte zu haben.

Fortunato hilft mir, beim Durchgang des Ruderschaftes, wo immer etwas Wasser ins Schiff kommt, die Dichtungsschraube fester anzuziehen, während Mario bemüht ist, einen sichereren Platz für mich zu finden. Beide sind der Meinung, dass ich hier das Boot nicht verlassen dürfe, es würden Sachen gestohlen. ( bin ich mich nur von Albanien gewohnt). Die Schraube ist fest, aber die Coast Guarde erlaubt nicht, das Boot zu verlegen. Mario organisiert einen Freund, der abends Wache halten wird, damit wir ruhig essen gehen können.

Den Nachmittag verbringe ich mit einem Schläfchen und lesen. Ich warte auf die Beiden, die um 2000 kommen wollen.

Da sind sie, und bald trifft auch der Freund ein. Der hat zu seiner Verstärkung Frau und Tochter mitgebracht. Frauen haben ja bekanntlich eine gute und effiziente Waffe, das Mundwerk, und das ist in Süditalien ganz besonders ausgeprägt.

Wir Drei gehen essen, es gibt eine riesen Anzahl von Vorspeisen, Spagetti mit Meeresfrüchten und danach ein Assortiment von Fisch.

Die Krönung ist dann ein Tartuffo nero, arrosé mit ?.

Wir konnten über Skype auch kurz mit Francois (Gigo) und Rita reden, was für die Beiden eine besondere Freude war. Um 2300 sind wir zurück bei der SAMANTHA, wo wir den Freund verabschieden. Mario hatte für die 3 Stunden Wache 30€ ausgemacht. Eine Investition, die sich gelohnt hat. Es war ein wirklich schöner Abend, und wer weiss, vermutlich auch der letzte Abschied. Mario wollte Rita und mich noch zur Hochzeit seines Sohnes im März einladen, aber das musste ich wohl oder übel dankend ablehnen, denn wo ich im März bin, weiss ich noch nicht.

Die Nacht ist ruhigt, einzig etwas Regen höre ich, als ich einmal zwischendurch erwache, Schlafen tue ich wie ein Murmeltier.

 

6.2.14

Es ist die Sonne, die durch die Spalten zwischen den Vorhängen durchlugt und mich weckt.

Gemütlich gehe ich den Tag im gewohnten Rhytmus an. Ein leichter Wind bewegt die Schweizerfahne am Heck, das ist schon etwas versprechend. Und wie, kaum bin ich aus dem Hafen ausgefahren, erlebe ich Segelmomente, wie sie im Bilderbuch stehen. Blauer Himmel,Sonnenschein, fast keine Welle, Wind von 16-18 Kn und.... diesmal von der richtigen Seite. Mein Herz jubelt. Leider nur bis Mittag, dann macht der Wind eine Siesta bis 1400. Danach kommt er nochmals und beglückt mich für eine weitere Stunde, kehrt dann aber wieder in die alte Gewohnheit zurück und blässt auf die Nase.

Mein gewolltes Ziel, Taranto anzulaufen ist bei Tageslicht nicht mehr möglich. Ich drehe leicht ab und laufe die neue Marina Policoro an.

Hier bekomme ich einen Platz, längs am Quai, jeglichen Service, wie Strom und Wasser und WiFi. Es ist eine wunderschöne Marina, aber natürlich totenstill um diese Jahreszeit.

Ich habe Zeit, schiebe ein Cocelett in den Ofen und in der Zwischenzeit installiere ich die TV Antenne draussen. Nach dem Essen, schaue ich die Tagesschau und vernehme dass morgen die Eröffnung der Olympiade ist. Später ziehe ich mir den Bergdoktor rein. Aber als dann Maibrit Illner mit einigen sich wichtig fühlenden Politikern die Mattscheibe belegt, um wieder irgend einen Stuss zu labern, ziehe ich mich in die Koje zurück und lese noch ein weilchen, bis ich mich dann den Träumen ergebe.

 

7.2.14

Stahlblauer Himmel, kein Lüftchen, aalglattes Wasser. Das ist nicht viel versprechend, wenn man Segler ist. 7°C zeigt das Thermometer für draussen. Ich ziehe die Skiunterwäsche unter die Tageskleider. In der Kabine ist es angenehme 22°. Zum Frühstück nehme ich nun jeden Tag den Saft einer der Orangen, die Mario aus seinem Garten gebracht hat. Ich werde vor Gesundheit strotzen. Wenn ich Morgens in die WC Schüsssel schaue, und gemäss meinem lieben Nachbar Kurt, den Stuhl betrachte, dann kann ich nur sagen, dass bei mir alles in Ordnung ist. Die Konsistenz , die Farbe, die Form, alles ist paletti und ich muss gestehen, ich fühle mich absolut wohl und gesund.

Eigentlich müsste man doch die Spitäler auf Segelschiffe umlegen, der beste Beweis bin doch ich.

Ich schaue die Wettevorhersage im Netz an (Wetter Pro) und stelle fest, dass gegen mittag Wind aufkommen soll. Dies bringt mich zur Entscheidung, weiter nach Taranto zu ziehen. Ich bezahle im Hafenbüro die Kleinigkeit von 27€, inkl Strom, Wasser und Mehrwertsteuer. Diese Marina kann ich jedem empfehlen. Das Dorf, und somit der nächste Laden , ist auch 4 Km weg, aber die Leute hier sind sehr hilfreich. Ich könnte ein Fahrrad benutzen um ins Dorf zu gehen.

Nun, adieu, Leinen los.

Kaum draussen, frischt der Wind auf. Es ist zwischenzeitlich auch wärmer geworden und das Thermometer steht bei 13°, was schon etwas angenehmer ist.

Ich werde für meine Entscheidung, loszuziehen, mit einem herrlichen Segeltag belohnt. Wind 10-18 Kn querab, keine Welle und die SAMANTHA läuft mit 6-7 Kn. Herrlich.

Ca 1600 laufe ich in der riesigen Bucht von Taranto ein. Hier liegen riesige Klötze vor Anker und ich muss im Zick-Zack um diese herum, in die nordöstliche Ecke, wo es einige Anlegestellen nahe bei der Altstadt gibt.

Ich find dann auch den Taranto Yachtklub, aber da ist keine Sau, die mich einweisen, noch helfen könnte. Ich kurve und kurve, bis schliesslich ein Mensch am Steg, sich meiner armen Seele annimmt und mir zuruft, auf Kanal 8 das Büro anzurufen. Das tue ich, das heisst ich versuche es. Niemand meldet sich. Dann aber erscheint ein Arbeiter in orangem Ölzeug und weisst mich auf einen Platz. Mit Hilfe der beiden guten Seelen. liege ich schliesslich um 1730 festgezurrt am Steg. Das Büro sei geschlossen und morgen ab ca 0900 offen. Ich bedanke mich und beginne mich zu installieren. Dann werden noch einige Besorgungen gemacht. Ich brauche dringend Hydrauliköl, denn ich stellte heute Nachmittag fest, dass der Propeller bei abgestelltem Motor mitdreht und nicht mehr gebremst wird. Ein Blick und eine Prüfung mit dem Ölstab erklärt warum. Das Getriebe ist trocken. Wohin das Öl gegangen ist, ist mir unklar und ich werde das demnächst beobachten müssen. Nur über die Strasse bekomme ich sowohl Öl und gleich daneben im Supermarkt auch die Zahnpasta und sonst einige Kleinigkeiten. Zurück auf dem Schiff, überlege ich, wie ich die TV Antenne am besten befestigen könnte. Auf dem Steg sehe ich nichts und zudem schaukelt der so, dass ich vermutlich keine Signale bekommen würde. Frech, montiere ich die Antenne am Gestänge des Verdecks, und siehe da, ich bekomme SAT1. Danach schaue ich die olympische Eröffnunsfeier. Bombastisch, wenn da nur nicht der Gedanke an die vielen Russen wäre, die kaum etwas zu futtern haben. Und hier wurden 35 Mia. verbuttert.

 

8.1.14

Heute sehe ich das Wetter drausen nicht, ich höre es. Das heisst: Regen und stürmischer Wind. Bevor ich mich unter der Decke hervorquäle, lege ich mich nochmals auf die andere Seite.

Nach dem Frühstück, besuche ich die Capitaneria, wo eine charmante Lady mich mit einem breiten Lächeln empfängt. Ich muss wohl zu dieser Jahreszeit so überaschend wie der Besuch des Weihnachtsmannes sein so selten kommt hier vermutlich ein Segler vorbei. Da es gar keine gute Idee ist, loszufahren, frage ich was der Platz am Tag kostet. 60€ meint sie. Ich meine das sei eindeutig zu viel für diesen Platz. Schliesslich einigen wir uns auf die 60€, aber für 2 Tage. Wir sind doch , wie schon bemerkt, relativ nahe beim Orient.

Ich bekomme auch einen Code für den WIFI Empfang. Nur sowie ich 10 m vom Büro weg bin, macht mir das Handy die lange Nase.

Ich gehe nochmals zurück und frage ob ich nicht ein anders Signal benutzen könne. Nein, das sei es. Merde...

Mit Regenjacke und Rucksack ausgerüstet wandere ich in die Altstadt. Mich trifft fast der Schlag, was ich dort sehe ist eine totale Misere. Die alten Gebäude fallen förmlich zusammen. Es ist alles total vergammelt , grau und zeugt von einem einzigen Elend.

Ich wandere weiter, komme an einem Coiffeurladen vorbei, steche da rein, denn es ist nur eine Person am warten. Nette Begrüssung und gleich bekomme ich einen Zettel mit der Nr 67 drauf, wie bei der Post in der Schweiz. Auf dem Stuhl sitzt Nr 61. Etwa eine Stunde, dann sei ich dran. OK. Ich wandere weiter zur Brücke die die alte Stadt und den neueren Teil verbindet. Im alten Stadtteil führt mich der Weg noch an "neuen "Gebäuden vorbei. In solchen würden bei uns nicht mal Asylanten untergebracht, so schäusslich sind die.

Die Brücke, die den Kanal zwischen äusserem Hafen mit dem inneren Hafen überdeckt, kann weggedreht werden um auch grössere Schiffe durchzulassen. Auf der anderen Seite, im neueren Teil der Stadt, sieht es schon etwas erfrischender aus. Grosse Promenaden, Einkaufsstrassen und die üblichen Markenläden findet man hier. Es möbelt die Moral etwas auf. In einem Café geniesse ich einen Café Americano (grössere Tasse als nur die kleinen Schlücklein die man sonst bekommt) und dazu einen süssen Gipfel. Dann steuere ich zurück Richtung Coiffeur. Pünktlich nach einer Stunde melde ich mich und kann nach nur einer Minute Warten auf den Tron sitzen. 10 Minuten, 10€ und ich sehe wieder einigermassen zivilisiert aus.

Auf dem Spazierer habe ich einige nette Restaurants gesehen und das eine ist direkt mit einem Fischladen verbunden. Alles sieht so frisch aus. Ich werde heute Abend meine 5. Woche unterwegs, mit einem Fisch geniessen. Das vorbereitete Safranreis mit Pilzen kann bis morgen warten.

 

9.2.14

 

Ja, gestern bin ich dann um 2000 zu dem Restaurant marschiert. Ich war , wie üblich der erste Gast, wurde auch gleich bedient. Am liebsten wäre ich wieder aufgestanden und weggelaufen. Die waren hier so freundlich wie ein eingefleischter SVP-ler mit einem afrikanischen Asylanten. Die Miesmuscheln, die ich gerne als Vorspeise gehabt hätte, bekam ich nicht, es waren dann Spaghetti Vongole. Damit ich danach noch einen Fisch vom Grill essen konnte, musste ich fast dem Kellner mit dem Tod durch erschlagen drohen. Gekocht war gut, und die Kneipe füllte sich langsam. Ein langes Gesicht habe ich gemacht als ein Tischnachbar eine schöne, lecker aussehende Platte Miesmuscheln aufgetischt bekam. Mein langes Gesicht, kommentierte der Kellner nur mt einem Schulterzucken. Jetzt hätte ich ihn endgültig erschlagen können. Um das fast Unvermeidliche zu verhindern bezahlte ich die 21€ und strebte zum Boot zurück.

Nun, heute, lege ich um 0800 los, motore durch den riesigen Hafen dem Ausgang zu. Auf halber Strecke fängt der Wind an zu blasen und stärkt bis 24 Kn auf. Draussen, in freier See, setze ich die Segel, drehe nach Süden ab und habe damit den Wind schön von der Seite, so wie es die SAMANTHA am liebsten hat. Ich kann direkten Kurs nach Cesareo anlegen. Zwischendurch muss ich die Segel reduzieren (Reffen), da ich mit Winden bis 30 Kn beglückt werde. Die SAMANTHA ist in ihrem Element und pflügt durch die Wellen mit 7-9Kn. In dem Hafenbuch, auf dem I-Pad und auf dem Plotter lese ich 3 verschiedene Varianten über den Hafen von Cesareo. Ich rufe bei der Hafenkontrolle an um zu fragen ob ich dort einlaufen könne. Die Antwort kommt prompt: "Nein, zu wenig tiefe"

Ich drehe leicht ab und fahre doch nach Gallipoli, das ich kenne, aber nicht anlaufen wollte, weil dort die Preise absolut überhöht sind. Aber, Sicherheit geht vor.

Es könnte nicht besser sein, bis 20 Minuten vor dem Zielhafen habe ich Wind von 20 Kn, dann zum Einfahren legt er sich bis 5-6 Kn. Heute sind die Götter alle auf meiner Seite.

Am Hafenplatz , mit Hilfe von 2 Marineros, festgemacht, arbeite ich nochmals an der Schraubenbremse, die trotz frischem Öl immer noch nicht bremst, wasche dann die verschmutzten Kleider gleich aus und koche nun das Safranrisotto mit Steinpilzen. Zur Vorspeise geniesse ich eine Advocado mit selbst gemachter Cocktailsauce.

Ein Skype-Gespräch mit Rita, eine Zigarre und ein Spaziergang in die Stadt runden den Abend ab.

Ich bin total vom Hocker, zu sehen wie sauber und gepflegt hier alles ist. Die Fischerboote im Hafen sind alle ordentlich sauber und schön aufgereiht an dem Quai. Keine herumliegenden Netze und sonstiges. Die Altstadt sauber gepflegt und die Häuser in ordentlichem Zustand. Alles ist so sauber, dass man denken könnte, jemand hätte kurz vor meiner Ankunft die Stadt mit einem Staubsauger durchgefegt.

Nach einer Stunde Wanderung durch die Gassen, lege ich mich auf's Ohr, nachdem ich dem Marinero noch die 60€ für eine Nacht gegeben habe und dafür meine Schiffspapiere zurückbekomme und auch einen Vertrag in 3-facher Ausführung an mindestens je 3 Orten unterschrieben habe.

 

 

10.2.14

Das Ablegen ist kein Thema, es ist relativ Windstill. Erst draussen, legt der Wind zu und ich kann einen fast direkten Kurs Richtung Santa Maria di Leucat anlegen. Mitten am Tag, beobachte ich ein Fischerboot, das seit längerer Zeit auf Kollisionskurs fährt. Und tatsächlich, als ich noch 100 m davon entfernt bin, muss ich wenden, um das Unvermeidliche zu vermeiden. Arsch..... . Kein Knochen ist auf dem Schiff zu sehen. Der fährt vermutlich mit Autopilot und alle sind am Pennen.

Danach geht die Fahrt rasant weiter bis zum Porto Turistico.

Hier lege ich an, erwische dabei noch eine Mooringleine von einem Motorboot, die quer durch den Hafen gespannt ist, an einem Ort wo die gar nicht sein sollte. Fazit ist, dass ich nur bis 20 m an den Steg herankomme und da einfach und verloren hänge.

Schliesslich wird der Taucher gerufen. Der will 150€, um mich zu befreien. Etwas viel, nicht ? Aber ich habe keine Lust bei dem 15° Wasser, selber zu tauchen. Nach einer Stunde bin ich frei.

 

11.2.14

Bereits die ganze Nacht hat es draussen getobt. Gemäss Wetter-Pro, vom I Pad abgelesen sollen Winde bis 49 Kn  die nächsten 2 Tage ihr Unwesen treiben. Wind, Regen, alles stürmisch, ist Abwarten im Hafen angesagt.

Zeit vertreiben mit Lesen, putzen und so weiter. Der Tag geht schnell vorbei. Gegen Abend werde ich von eineigen Personen, die im Hafen herumschländern mit einem netten "Grüezi" angesprochen. Es sind Deutsche, auf einer Überführung eines Cat's von La Rochelle nach Kroatien. Für sie ist ebenfalls eine Pause wegen dem Schlechtwetter angesagt. Nach einem Schwätzchen, wird gekocht, gelesen und geschlafen.

 

12.2.14

Es ist nach wie vor stürmisch, wie angesagt. Ich bin gefangen hier.

Am Abend, ich bin gerade am Vorbereiten des Abenmdmahls, klopft es und der Skipper des Cat steht draussen und lädt mich zum Abendessen bei Ihnen ein. Nach einer Stunde, zur verabredeten Zeit lerne ich seine Mitsegler kennen und Felix, der Jüngste kocht herrliche Spagetthi Carbonara. ich haue 2 ganze Teller rein, so gut schmecken die. Nach einigen gemütlichen Stunden und interessanten Gesprächen ( nur Jürgen hat den ganzen Abend kein einziges Wort rausgelassen) verabschieden wir uns und ich torkle nach Hause. (Nicht wegen den 3 Gläschen Wein, nein wegen dem fürchterlkich schwankenden Steg).

Morgen, möchten der Skipper und Felix die SAMANTHA besichtigen, bevor sie dann wegfahren.,

 

13.2.14

Nach dem Frühstück bekomme ich Besuch. Den beiden Gästen kann ich zwar das Schiff zeigen, aber nicht Mal einen Kaffee wollen sie.

Mitten am Nachmittag legen sie los, wir winken noch, dann verschwindet der Cat komplett draussen im Meer. Dann sieht man ihn wieder und kurz danach ist er wieder verschwunden. Die Reise für diese Kerle geht ganz schön taff los. Der Wind hat sich zwar gelegt, aber die Wellen sind noch 3-4 Meter hoch. Eine schöne Achterbahn. Ich warte den morgigen Tag ab. Ich stelle fest, dass mein Bugstrahlruder nicht mehr reagiert und versuche herauszufinden was los ist. Keine Chance. Schliesslich lasse ich einen Schiffselektriker kommen, der soll sich das anschauen. Für 1600 hat er sich angesagt, um 1700 war er dann da. Aber, das muss man gestehen, der Chef und sein Kollege machen einen sehr professionellen Eindruck. Schon beim Betreten des Bootes, haben die sofort mitgebrachte Überziehschuhe angezogen, Dann sxstematisch alles durchgecheckt. Schliesslich findet er auf der Plattine eine durchgebrannte Brücke, lötet die und siehe da, der Motor läuft wieder ( fast läuft er, man muss nämlich mit dem Hammer dagegen klopfen bis er anspringt). Ich kann mir nur schlecht vorstellen, jedesmal bei der Einfahrt in einen Hafen, kurz den Steuerstand zu verlassen, ins Boot, ganz an die Spitze zu rasen, klopfen und dann wieder hoch und weiter so das Anlege- oder Ablegemanöver alleine durchzuführen. Es ist schon schwierig genug überhaupt alleine diese Manöver zu fahren, denn es fehlen immer mindestens 2 Hände.

Der Motor muss repariert werden. Die Beiden nehmen den Motor mit und wollen ihn morgen nachmittag wieder einbauen, also kann ich dann am Samstag meine Reise fortführen.

 

14.2.14

6 Wochen seit ich von zu Hause weg bin und noch nie im Leben habe ich soviel gewartet. (Ich kann mir nun vorstellen, wie es in einem Altersheim sein muss, wenn man auf den Befehl zur Reise gen Himmel wartet). Kurz vor Mittag bekomme ich einen Anruf von Matheo, dem einen Elektriker, der etwas englisch spricht. Der Motor muss repariert werde und das in Bari, 200 Km weg von hier. Am Dienstag würde er dann wieder eingebaut. N E I N .... nochmals 4 Tage hier verweilen. Im Dorf, das ich heute bewandert habe, und schon von früher kenne, sind überall die Läden geschlossen. Womit die hier ihren Lebensunterhalt verdienen, ist schleierhaft. Das werden lange Tage. Die TV-Schüssel wollte ich montieren, bekomme aber keinen Sateliten mehr, der mir mit seinen Signalen die Zeit etwas verkürzen könnte.

Ich weiss jetzt auch wie es im Fegfeuer sein muss, wenn man auf den Einlass in den Himmel warten muss. Was solls, ich könnte zwar ohne funktionierendes Bugstrahlruder weiterfahren, mir ist es aber wichtiger, ohne zusätzliches Risiko die Reise fortführen zu können. Zeit spielt ja für mich, als frischgebackener Rentner keine Rolle mehr und ist auch kein wichtiger Faktor mehr im Leben. Risiko, das wäre ein Faktor, aber den Kick brauche ich nicht, ich will es möglichst gemütlich und schön haben.

Also, ich warte. Die Tage fliegen ohnehin schon so schnell vorbei.

 

15.2.14

Es ist Samstag, draussen ist es schön und warm. Die Sonne scheint wie im Frühling, in mir drinn ist es kalt und trüb. Trotzdem raffe ich mich auf und gehe der Quaipromenade entlang spazieren. Zum ersten Mal sehe ich Leute. Es scheint so dass die Sonne alle aus den Löchern herausgelockt hat. Ich nehme den PC mit und setze mich in eine Bar-Celatteria, wo der Bär los ist. In Italien langt es scheinbar, nur am Wochenende zu arbeiten, denn die ganze Woche ist die Bar geschlossen. Hier bekomme ich einen WiFi-code und kann mich einloggen und alles auf den neuesten Stand bringen. Nach einem Martini Rosso mache ich noch einen Besuch in der Metzgerei, kaufe ein Rindskotlett ( diesmal hat es auch die richtige Form ), spaziere zum Boot zurück und koche ein leckeres Abendessen. Pommes, Rindskotlett und Blumenkohl an Curysauce. Alles mit 2-3 Gläschen Wein begossen, möbelt die Moral wieder auf.

 

16.2.14

Die Glocken leuten. Hier in Süditalien wird zu jeder vollen Stunde ein Glockenspiel abgelassen. Richtige Lieder werden da gespielt. Zwischenzeitlich bin ich schon so lange hier, dass ich bereits anfange die Lieder mitzusummen.

Es blässt ein kalter Wind und es hat nur wenige auf dem Quai. Ich putze am Schiff herum und mache mir somit selber eine Freude, wenn der Chrom so richtig schön glänzt. Erstaunlich, mit wie wenig ein Mensch zufrieden gestellt werden kann. Nach langem Suchen finde ich endlich eine Internetseite, über die ich mit dem I-Pad fernsehen kann. Hunderte von Seiten gibt es im Google, aber die meisten sind eine reine Internetfalle und bringen einem entweder zu einer Einkaufsseite oder aber zu nackten Weibern. Beides brauche ich nicht, verliere aberd die Geduld nicht und lande schliesslich auf "iphonetv.in" wo ich heute abend den Tatort auf SFR1 kucke.

 

17.2.14

Gegen Mittag zeigt das Aussenthermometer 20°C an. Es wird wirklich Frühling. Erstens will ich heute alle Edelstahlteile sauber zum glänzen bringen. Das kostet mich von 1000 bis 1400, dann ist die Freude gross, denn SAMANTHA sieht wieder um Jahre jünger aus. Dann ziehe ich die Schuhe an und mache einen ausgedehnten Spaziergang hinauf hinter das Dorf auf den Hügel. Der Hügel ist zwar nur knapp 60 m hoch, zeigt aber dahinter eine ausgedehnte Ebene, die, soweit mein Auge reicht, mit Olivenbäumen bepflanzt ist. Einige davon haben sicher 100 Jahre auf dem Buckel. Zudem werden hier oben einige neue Villen bzw. Paläste gebaut. Bei der einen, wäre ich schon glücklich wenn ich das Geld hätte, das nur die Umfassungsmauer aus Naturstein gekostet hat. Ich sehe auch Bäume, die stehen schon in der Blüte, ein klares Zeichen dass der Frühling naht. Wieder unten im Dorf, nach 1 1/2 Stunden Marsch, komme ich an vielen Villen vorbei, die allesamt zum Verkauf ausgeschrieben sind.

Nach dem, was ich heute auf dem Weg gesehen habe, ist die Finanzkrise nicht bei allen gleich angekommen.

 

18.2.14

Heute müsste der reparierte Bugstrahlmotor zurückkommen. Und er kommt.

Aus nervosität bin ich schon um 0700 aufgestanden, falls der Elektriker früh kommt. Aber ich hätte mir Zeit lassen können, wir sind doch in Italien. Um 1030 klopft es und siehe da, der elektriker mit dem Motor ist da. Sofort beginnt er mit der Montage. ich schaue über die Schulter und kann feststellen: der weiss was er tut. Schwups und das Teil ist montiert und all die Drähte irgendwie wieder montiert. Und "es funktionniert".

Es ist nochn gerade genug Zeit, um loszulegen. Ich will einfach weg von hier. Eine Woche in dem gottverlassenen Dorf genügt. Genau in dem Moment, als ich die Leinen loswerfe, kommt die Sonne undn begleitet mich den ganzen Nachmittag. Der Wind ist mir diesmal hold und blässt von hinten, so dass ich ständig mit 7-8 Knoten vorwärtskomme.Mein Tagesziel ist das nur 27 SM entfernte Otranto. Das erreiche ich bereits um 1600. Ein netter Marinero, der sich an SAMANTHA erinnert, weisst mich ein, hilft mir bei mit den Leinen, so dass alles gut und einfach abläuft. Zur Feier des Tages und um die wiedergewonnene Freiheit zu feiern, esse ich in einem Restaurant die Miesmuscheln und Fisch. MIt einem Spaziergang durch die faszinierende Altstadt mit der Festung, runde ich den Tag ab.

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19.2.14

Alles wie gewohnt. Dusche, Frühstück, loslegen. Der Wind kommt von Süden (den nennen die hier Shirocco). Anfänglich angenehme 15-20 Kn. Dann gegen Mittag verfinstert sich der Himmel und der Wind dreht bis 40Kn auf. Mit reduzierten Segeln, pflügt die SAMANTHA zum Teil mit bis zu 10Kn durch die Wellen. Beim Wellensurfen lese ich einmal sogar 11,7 Kn ab. Die SAMANTHA und ich sind in unserem Element. Dann aber, bei der Ansteuerung des Hafens von Brindisi dreht der Wind wieder auf und pustet von der Seite mit 35 Kn. Bei mir spritzt das Adralin durch die Adern. Hatte ich mich vorher richtig gegen den kalten Wind einpacken müssen, schwitze ich nun und bin patsch nass. Die Segel werden eingeholt und mit wenig Touren fahre ichg durch den grossen Hafen ins hinterste Eck. Ich will Zeit gewinnen und hoffe dass der Wind sich legt.

Nichts ist. Beim Segelclub INDIA, versuche ich zwischen 2 Booten einzuparken. Keine Chance und zum Helfen ist auch keiner da. Ich drehe ein paar Runden im Hafenbecken, dann lege ich mich längs an den Quai. Trotz ablandigem Wind gelingt das Anlegemanöver gut. Die Freude währt nicht lange, dann kommt ein hübsches Mädel angetippelt und erklärt mir, sehr bestimmt, dass ich hier nicht anlegen dürfe. Ich müsse rüber in den Club. Werde ich gerne tun, nur warte ich erst ab bis der Wind sich legt. Dafür hat sie kein Verständniss. Ich bleibe aber bei meinem Entschluss, trotz der wunderschönen Augen. Warum die das nicht verstehen will, wenn sie sich schon als Direktorin dieses Gebietes ausgibt. Die war sicher noch nie auf einem Segelboot. Sie könnte ja mal mit mir kommen und etwas vom An-und Ablegen lernen.

Dann kommt Carlo, der Marinero vom Dienst. Er hat verständnis für meine Situation und wir verabreden uns, sobald der Wind nachlässt, zu verlegen. Gesagt getan. eine Stunde später verlege ich die SAMANTHA an den vorgesehenen Platz. Ohne mühe, und mit Hilfe von Carlo, der die Leinen annimmt. Nochg der Gang ins Büro. 51€ möchte er gfür den Platz. Nach meinem Protest und Ankündigung, dass ich anderswo suchen gehe, telefopniert er und dann geht`s auch für 40€. Zu sagen ist, dass die Plätze in den grösseren Städten scheinbar teurer sind, dafür werden sie aber Tag und Nacht bewacht. Auch beruhigend, nicht ?

Nun, raus aus den verschwitzten Klamotten, eine Dusche und dann ein längerer Spaziergang durch die Altstadt. Auch die hier ist sehr schön und gepflegt. Länger wird der Spazierer lediglich durch den UMstand, dass ich vor 1700 keinen offenen Laden finde wo ich frisches Brot für Morgen kaufen kann. Nur Klamottenläden haben nachmittags geöffnet, aber damit werde ich nicht satt.

Vor dem eintauchen in die Kombüse, lade ich Carlo noch zu einem Bierchen ein. ich habe Durst und er will aber einen Kaffee. Danach wärme ich mir all die Resten auf, die ich noch habe, geniesse dann noch ein Caramelköpfli, das schon seit 2 Tagen im Kühlschrank darauf wartet mich zu beglücken. Caramelköpfli verlieren scheinbar mit der Zeit die feste Konsistenz, die sie so schön auf dem Teller aussehen lassen. Umgestürzt sieht es auf dem Teller wie HK (Hundekacke) aus, schmeckt aber ausgezeichnet. Das Letzte, das noch im Kühlschrank wartet werde ich dann direkt aus der Form löffeln. Noch ein wenig mit Rita Skypen, Neuigkeiten austauschen, lesen und ab ins Bett.

 

20.2.14

Es ist erst 0645 als ich erwache. Eine innere Unrhuhe packt mich , sofort packe ich die Elektroverbindung zum Steg weg, werfe die Leinen los und starte die Ausfahrt aus dem grossen Hafen. Überall am Quai hocken und stehen Fischer, wie überall in den Häfen und an der Küste. Italienscheint nur aus Fischern zu bestehen. Fischen tun die in den Staatskassen, in den Gewässern und in fremden Taschen.

Draussen,ausserhalb des Hafens erwartet mich ein Wind von 15 Kn achterlich. Ich kann dierekten Kurs nach Bari anlegen. Es erwarten mich 67 SM. Ob ich die schaffe, bevor es dunkel wird ?

Ja, vormittags läuft alles perfekt. Mit 7-8 Kn rauscht die SAMANTHA wie auf Schienen  ganz ruhig dahin. Kein Schaukeln, kein wackeln. Das tut meinem Body gut, denn vom Vortag habe ich noch einen leichten Muskelkater, ständig musste ich mich im Rythmus der Wellen bewegen. Heute ist es anders und erholsam.

Zwischen 1230 und 1430 gönnt sich der Wiund, wie ein echter Italiener, eine Siesta. Herr Yanmar wird zu Hilfe gerufen, denn die Zeit ist knapp.

Den restlichen Nachmittag will der Wind uns doch noch nach Bari bringen und dreht auf bis 25Kn. Die SAMANTHA erreicht teilweise 11 Kn Geschwindigkeit. Unglaublich, das habe ich nur selten erlebt, dass sie so durchrauscht, ohne Surfen, denn Wellen hat es kaum.

Es ist noch 1/2 Sunde hell, als als ich in den Hafen von Bari eindrehe. Neiu ist, dass es in Bari nun mehrere moderne Marinas gibt und ich somit nicht wie letztes Mal irgendwo neben den grossen Fährschiffen anlegen muss. Ich werde gleich von einem Marinero eingewiesen und kann längs am Ponton Anlegen. Strom und Wasser hat es, auch WiFi soll da sein. Diese Wellen komnnte ich aber nicht ausmachen.

Im Hafenbüro empfängt mich der Sohn vom Besitzer. Andrea, ein sehr netter Bursche, der mir von den 60€ Platzgebür 10 ablässt, als er mein Gesicht gesehen hat. Der Vater, Francesco kommt auch noch vorbei und wir halten ein Schwätzchen (auf Engelisch). Auf meine Frage, wo ich hier etwas einkaufen könne, bietet er mir spontan an, mich in die Stadt zu chauffieren, denn es sei ziemlich weit. Nach einer viertel Stunde, fahren wir in die Stadt. Ich kaufe Brot, und Francesco bestellt in dem Laden gleich noch 2 Stück von einer Spezialität aus Bari, eine Art Pizza. Die ist sehr lecker. Danch finden wir den Vodafon Shop. Denn ich muss eine neue Karte haben, weil sich heute Mittag die Laufzeit meiner Prépayd Karte beendet hat. Ich bezahle, die 15€, für die Verlängerung und wir fahren zurück zum Boot, Bei der Rückfahrt kaufe ich noch eine Fisch, den ich heute essen will.

Im Schiff angekommen, versuche ich ins Netzn zu kommen, aber denkste, es funktioniert nicht. Ich rufe bei der WIN-Hotline an. Hier erklärt man mir, dass ich 20€ hatte bezahlen müssen und nicht nur 15. Warum hat man das mir denn im Shop nicht gesagt ? Es sei ein Fehler, man könne nichts machen, ich müsse morgen nochmals 5 € einzahlen, dann würde die Karte entsperrt. Der Versuch, über die Kreditkarte die 5€ zu zahlen geht ebenfalls nicht, weil jemand beim Ausstellen des Kartenvbertrages meinen vollen Namen mit Rudolf Alois Zurkirchen gewschrieben hat, aber auf der Krediotkarte nur Rudolf Zurkirchen steht.

Ich hätte diese Situation inn der Karibik oder sonst wo am Arsch der Welt verstanden, nicht aber in Italien, das ja immer näher in die Mitte von Europa rückt.

Der Fisch, begleitet mit Fenchel an Buttersauce und Salzkartoffeln schmeckt super.

 

21.2.14

Gegen 0900 kommt der Angestellte von Francesco, holt mich ab und fährt mit mir nochmals in den Vodafon Laden. 5€ kann man mit dem Gerät dort nicht aufladen. Nur mit min 10 gehts. Also dan halt 10.

Jetzt funktionierts. Sicherheitshalber habe ich das I-Pad mitgenommen und refusiere, den Laden zu verlassen, bevor ich einen positiven Test gemacht habe.

Danach lege ich los, habe ich heute nur gute 20SM bis Trani. Das wäre in 3-4 Stunden geschafft, wenn die da oben nicht den Wind in die falsche Richtung gedreht hätten. Nach 3 Stunden aufkreuzen bin ich gerade mal 3 SM von Bari entfernt. Motor, Motor......

Eine Stunde Fahrt vor Trani stellt der Wind komplett ab und das Meer sieht aus wie eine Öllache. Dafür hat der Regen aufgehört und die Sonne versucht etwas den Tag zu erhellen. Trotzdem, heute ist es kalt draussen, es sind nur 14°C, 2 Grad kühler als die letzten Tage.Ich ziehe eine weitere Schicht unter den Musto-Anzug um nicht auszukühlen. elch eine Idee, um diese Jahreszeit, segeln zu gehen !

An Trani erinnere ich mich als die Stadt, in der es überall von Jasmin gerochen hat. Heute wird das wohl etwas anders sein, schauen wir Mal.

Eigentlich trinke ich immer viel zu wenig, eine alte Krankheit von mir. Aber heute muss ich ständig pinkeln gehen und das ist recht umständlich, wenn man 5 Schichten Klamotten am Leib trägt um nicht kalt zu habe. Ich schaffe es, ohne in die Hose zu machen, da ich rechtzeitig, beim ersten Ansatz eines leichten Druckes auf der Blase mit den Vorbereitungen beginne. Danach ist es kein Problem ich habe ja Zeit bis zum nächsten Mal.

 

22.2.14

Uhuuuuuu..... Das ist nicht der Ruf einer spät nach Hause kommenden Nachteule. Nein, das ist mein Schrei. Ich muss noch meine Bootspapiere holen und den Platz bezahlen. Dabei mache ich den grossen Schritt zwischen Boot und Steg. Aber heute früh ist der Steg nass und glitschig. Mein linker Fuss, gleitet wie auf Eis davon, das rechte Bein schlägt mit dem Schienbein voll gegen die Stegskante, rutscht ab ins Wasser. Nur dank meinem schon erwachten Reaktionsvermögen gelingt es, die linke Hinterbacke auf den Steg zu buxieren und somit ein kühles Bad am frühgen Morgen zu verhindern. Das Ganze Schienbein ist aufgeschlagen und blutet. Der Rechte Schuh ist nass und das linke Bein im Oberschenkel überstreckt, denn ich kann normalerweise den Spagat nicht. Humpelnd suche ich den Hafenwächter auf, bezahle und humple zurück zum Boot. Ablegen.

Draussen erlebe ich zum Trost einen fantastischen Segeltag, mit direkt angelegtemn Kurs, hart am Wind komme ich bis kurz vor dem Tagesziel, Vieste. Die letzten Meilen muss ich mit dem Motor abspuhlen, denn der wind hat sich gelegt. In Vieste fahre ich an den gleichen Platz, wie vor 8 Jahren, da wo die Kanadier-Dame das Sagen hat. Es dauert eine weile bis die Lady angewatschelt kommt. Sie ist immer noch in Amt und Würde. Wir halten ein Schwätzchen. Sie gibt mir noch einige gute Typs und tauscht eine leere Gasflasche gegen eine volle. Icn der Stadt, die nicht so schön ist wie Trani, am Tag zuvor, setze ich mich in eine BAR drinke ein Bierchen und erledige dank WIFI allerhand mit dem PC. Auf dem Rückweg halte ich noch beim Metzger und in der Bäckerei um frische Ware zu posten. Die Stadt bhat auch ihren Charm, hat aber nicht die schönen alten Häuser, sondern eher neuzeitliche. Aber die Gässchen sind ebenfalls schmuck und sauber.

 

23.2.14

Vom heutigen Tag lohnt es sich nicht zu berichten. Angefangen hat es dass es Regnet. Ich überlege, ob ich loslegen soll oder nicht. Dann scheint ein Moment die Sonne und ich lege los. Der Wetterbericht ist eigentlich gut, die Winde sollten so bei 15-20 Kn liegen und Sonne soll es auch geben. Was ich dann aber antreffe, ist Regen, Winde um 30-35 Kn, voll auf der Nase. Zuerst versuche ich zu segeln, muss dann anch einer Stunde aufgeben, denn ich bin mit Aufkreuzen, gerade 1,5 SM weg vom Start. Der nächte mögliche Hafen den ich anlaufen kann ist Termoli, einen den ich nicht kenne, und über den ich verschiedene Aussagen lese, Im Internet, auf der C-Map Karte, auf der Navionic Karte. Allles etwas verwirrend. In eine solchen Hafen einzulaufen bei Nacht, wäre Leichtsinn. Mit dem Motor alleine komme ich gegen diesen Wind kaum vorwärts, so setze ich doch die Segel, ständig wechselnd, und ständig am Limit. Zu den starken Wellen die ständig die SAMANTHA von vorne zurückboxen kommt noch eine Gegenströmung von 1 bis 1,5 Kn dazu. Das ist wie wenn man auf der falschen Seite eine Rolltreppe hochsteigen will.

Plan B wäre die Nacht durchzufahren, dann aber käme ich nach Mitternacht im nächsten Hafden an.Auch nicht besser. Schliesslich schaffe ich es nach 91/2 Stunden harter Arbeit, Nervenkitzel und Adralinstössen, den Hafen von Termoli eine halbe Stunde vor dem Einnachten zu erreichen. Zur Zeit als ich vor dem Hafen ankomme, dreht der Wind wieder auf 25-30 Kn auf. Ideale Bedingungen um in eine Hafen einzufahren den man nicht kennt. Nette Leute helfen mir gegen den Wind die SAMANTHA an den Steg zu buxieren. Ouff, jetzt bin ich fix und fertig.

Mit einem doppelten Whisky beruhige ich meinen geplagten Body, esse und versuche noch etwas zu lesen. Ich schaue nochmals die Wetterprognose für heute an. Ihr glaubt es nicht, da stand nun am Abend, dass die Winde bis 35 Kn und Regen zu erwarten sei. So könnte ich auch Wetterfrosch werden, wenn ich am Abend reinschreibe was am Tag hinter mir war. Um 2000 falle ich ins Bett und in einen Tiefschlaf. Heute habe ich mindestens 3 Monate gealtert.

 

24.2.14

Um 0800 geh ich ins Hafenbüro, um die Papiere zu holen. Obwohl man mir gesagt hatte, um 0800 würde geöffnbet, stellt sich das wieder einmal mehr als Italienischen Witz heraus. Zurück beim Schiff treffe ich einen  netten Italiener. Marco ist sein Name. Wir halten ein Schwätzchen un d er fargt ob er das Boot von innen anschauen dürfe. Na klar. Wir trinken noch eine Kaffee. Marco bietet sich an, mit mir ein Stück zu segeln, wenn ich mal jemanden bräuchte, zB über den Atlantik.

Marco ist sehr nett. Übrigens mir fällt auf, dass ich überall sehr nette Leute treffe.

Marco macht noch ein Photo mit seinem I-Pad als ich loslege, und schickt es mir per Mail nach. Heute sind die Winde auch viel stärker als in der Vorhersage angekündigt. Aber ich mache nicht lange, Motor..Motor.. bis nach Ortano, wo ich da anlege wo andere Segelboote liegen. Mir wird durch 2 nette Herren geholfen. Endlich ist SAMANTHA längs am Steg verzurrt, da kommt der Präsident des Segelklubs und erklärt, dass ich da nicht bleiben könne.

Die beiden Herren, die mir beim Anlegen geholfen haben, argumentieren, es nützt aber nichts. Schliesslich interessieren sich die drei, die AMEL von innen zu sehen. Bitte schön... Natürlich sind sie begeistert , und wir finden heraus, dass der Herr Präsident bestens Deutsch spricht, er war 30 Jahre in Deutschland, in Frankfurt, und so gibt ein Wort das Andere. Schliesslich darf ich über Nacht bleiben wo ich bin. Es kostet nichts (däfür habe ich auch keinen Strom und ich muss den Generator laufen lassen, dem Gerät tut das auch gut , denn es wurde bis jetzt noch nie in Betrieb genommen.)

Morgen habe ich eine lange Reise vor mir, denn bis Ancona gibt es keinen Hafen mehr und das sind gute 80 SM. Ich gehe früh schlafen und will ganz in der Früh raus. Schlafen ist anders. Kaum habe ich das erste Mal die Augen geschlossen höre ich ein Geräusch als ob einer neben mir einen Rasenmäher im Leerlauf hingestellt hätte. Es ist ein Boot von der GFuarda Finanza, die sich neben mich an den Steg gelegt haben und munter ihren kleinen Generator laufenb lassen. Das dauert bis um 0400, dan scheint das Benzin ausgfegangen zu sein. Nach einer weile wird es denen warscheinlich zu kalt, sie legen ab und verlegen sich an einen anderen Ort im Hafen. nun ist Ruhe.

 

25.2.14

Einen Blick auf meine Wetterstation und mir ist kalt. 6°C draussen und 9°C im Boot. Schnell schlüpfe ich wieder unter die Fliesdecke, dort ist es schön warm. Mit dem Generator wird die Heizung betrieben und nach einer halben Stunde kann ich mich ohne zu frösteln aufs Klo setzen.

Nachts hatte ich eine Vision, warum ev mein Bugstrahl-Hauptmotor etwas Mühe hat beim drehen. Es sind 4 Schrauben, die den Schaft und den Motor verbinden. Ich will prüfen, ob ev eine Schraube zu stark angezogen ist und somit auf den Schaft drückt und den bremst. Die 4. geprüfte Schraube ist es denn auch. Bei der fehlt die Unterlagsscheibe und somit drückt sie auf den Schaft. Raus kriege ich diese Schraube, rein aber nicht mehr. Ich hole das Gewindeschneidwerkzeug, schneide das Gewinde nach und siehe da, es klappt. Nun könnte ich auch noch als Mechaniker einen Job suchen.

Nach sporadischem Frühstück lege ich ab. Vor dem Hafen ist das Meer ölglatt, und klar, das bisschen Wind das weht, auf der Nase.

Wegen der Kälte habe ich den Winteroverall, den ich bei Aldi einmal für 20.-Fr erstanden hatte, aus dem Schaps geholt. Den habe ich noch nie gebraucht, heute könnte er aber angemessen sein. Ich fühle mich gut angezogen und harre der Dinge die mich heute erwarten. Sicher ist, dass die Wetterprognose, in Sachen Sonne heute richtig anzeigt. Es ist wolkenlos, sonnig und rundum sieht man verschneite Berge. Der Motor schnurrt wie eine Katze die man zwischen den Ohren krault. Bald kann ich die Segel setzen und den Motor mit niedrigen Touren mitlaufen lassen. Aufkreuzen ist leider nicht das, was man mit einer Amel gut hinbringt. Ich versuche es, gebe aber dann auf, als ich nach 2 Schlägen nur 1,5 SM vom Ausgangspunkt entfernt bin, und das nach 1 Stunde. Ohne Taschenrechner kann ich matematisch festlegen, dass ich für die 80 SM fast 3 Tage bräuchte. Es ist ein herrlicher Tag, ich suhle mich im Windschatten in der Sonne, die schon recht kräftig ist, so dass ich im T-Shirt daliege und das Leben geniesse. Den ganzen Tag geht das so. Wenn ich weiterfahre, komme ich um die 0100 morgens in Ancona an. Das will ich nicht und entscheide spontan, die letzten 37 SM von Ancona nach Fano, mein letztes Ziel in Italien, gleich noch mitzunehmen. Um 1000 werde ich dann, nach 25 Stunden fahrt, dort ankommen.

Nachts habe ich noch richtig Action. Scheinbar sind die Fischer hier im Norden fleissiger oder aber sie gehen alle raus weil es eine so schöne, sternenklare Nacht ist. Manchmal habe ich auf dem Radar bis zu 30 Fischerboote, die alle kreuz und quer das Meer abfischen. 2-3 Mal muss ich mit dem Scheinwerfer mich bemerkbar machen, damit der Kerl da vorne ausweicht. Ich bekomme keinen Moment Ruhe die ganze Nacht und muss ständig auf Draht sein.Trotzdem schaffe ich es, mit Rita zu Skypen und danach auf dem I-Pad einen Krimi zu kucken. Man darf nicht allzu verwöhnt tun, denn ständig reisst die Verbindung ab, und unterbricht das Programm. Ich bekomme aber mit, dass es eine Leiche gegeben hat, den Mörder kenne ich nicht, der war gerade in einer Pause entlarft worden. Aber was solls. Die 25 Stunden bis Fano gehen vorbei.

 

26.2.14

Beim einfahren in Fano, lege ich erst bei der Tankstelle an, Fülle den Diesel wieder auf, denn in den letzten Etappen habe ich schon einiges verbrannt. Nach dem Tanken werde ich aneinen Steg, längsseitig komplementiert. Es passt. Ich bin der Meinung, dass ich erst etwas schlafen sollte, das funktioniert aber nicht. Das Fahrrad wird gesattelt und damit fahre ich ins Hafenbüro, das nur 100 m von mir weg ist, wenn ich aber nicht schwimmen will, muss ich eine Umweg um das ganze Hafenbecken machen. Zu Fuss, wäre das bestimmt ein 20 Minuten-Marsch. Ich bezahle gleich für 2 Nächte , einen hohen Preis, kaufe dann auf der Rückfahrt noch Fisch ,Muscheln und einen appetitlichen "Salade di polvo". Zurück auf der SAMANTHA putze ich, wasche und erledige so allerlei Kleinigkeiten. Mit Rausgehen ist nichts, denn es beginnt leicht zu regnen.

 

27.2.14

Wie schon so oft letzte Zeit, werde ich morgens durch das sanfte rieseln des Regens aufgeweckt. Heute bin ich voller Tatendrang und putze das ganze Boot innen, so dass die SAMANTHA wie eine Brautjungfer vor dem Altar aussieht. Gewaschen wird ebenfalls und so bin ich mir heute einer weiteren Fähigkeit, nämlich die einer Hausfrau bewusst geworden.

Nachmittags schnalle ich mir das Fahrrad unter den Hintern und besichtige die Altstadt von Fano. Auch hier wieder ein geschichtsträchtiges Städtchen aus dem Mittelalter, mit einer noch fast intakten Stadtmauer und vielen Gebäuden und behüteten Gebäudeteilen, die aus alten Zeiten zeugen.

Im Fischerhafen sehe ich etwas ganz neues. Die Boote haben hinten eine Art Sieb angehängt, das dann draussen auf den Grund gelassen wird und den gesamten Meeresboden abkämmt. Hier bleibt alles hängen, was sich am Boden bewegt. Ich bin einfach erstaunt, wieviele Fischerboote es gibt und mit welchen Fanggeräten diese das Meer ausfischen. Das kann doch wirklich nicht mehr lange dauern.

Am Abend kommt Alessandro, von der Generalunternehmung, mit denen ich in Genf am Hotel gearbeitet hatte zu besuch. Er wohnt in der Nähe und wir hatten uns verabredet. Leider kann er nur für ein Bierchen bleiben, aber wir haben einen unterhaltsamen Apéro. Danach koche ich ein Ratatouil, und geh dann auch rechtzeitig schlafen.

 

28.2.14

Es ist der letzte Tag im Februar. Regen in der früh, dann lege ich los. Mein Tagesziel ist Pula in Kroatien. Im März werde ich Kroation von Norden bis Süden besuchen. Vorerst bis 1100 habe ich keinen Wind. Das Meer ist Ölglatt und der Yanmar schiebt vorwärts. Um1100 kommt der Wind auf. Und, man kann es kaum glauben, er kommt von querab und ständig zwischen 15 und 18 Kn. Ideal. Ein herrlicher Segeltag. Hinter mir, an der Italienischen Küste ist es schwarz und schlechtes Wetter. Vor mir ist es hell und sonnig. Vielversprechend. Auf dem Kartenplotter sehe ich, dass ich, trotz den 7,5 bis 8 Knoten, die wir fahren, erst um ca 2000, das heisst bei Dunkelheit in Pula ankommen werden. Ich mag das nicht, es bleibt aber keine andere vernünftige Wahl. Eine Stunde vor Ankunft, wird es plötzlich schwarz. So schwarz dass ich draussen überhaupt nichts mehr sehe, nicht mal die Lichter vom Land her. Ein Gewitter mit Blitz und Donner entläd sich über uns, das hat man gerne. Ich weiss aber, dass Gewitter schnell vorbei ziehen und wenn ich in einer Stunde in Pula einfahren werde, wird das vorbei sein. Es ist dann auch so, es regnet nur noch, als ich in die Bucht von Pula einfahre. Mein Puls ist merklich erhöht, denn ich bin auf die Fahrt nach Karte angewiesen. Ich habe die Karte auf dem Plotter im Cockpitt, den I-Pad im Cockpitt und den Plotter am Kartentisch. Zudem das neu gekaufte Hafenbuch, das sehr detaillierte Angaben macht.

Ich taste mich langsam um alle in der Karte verzeichneten Hindernisse herum und finde dann auch den Empfangssteg, an dem ich anlegen muss um die Formalitäten zu erledigen. Die SAMANTHA festgezurrt, bewaffne ich mich mit den Bootspapieren und Geld. Im Hafenbüro werde ich von der Polizei sehr nett empfangen, abgefertigtn und an den Hafenmeister, verwiesen, der im nächsten Haus logiert und noch netter ist.

Nach 20 Minuten, es ist nun 2230, habe ich die 270€ Vignette und Touristenabgabe bezahlt, kehre aufs Boot zurück, koche einen Safranreis aus der Tüte und wärme den Resten Ratatouil von gestern auf, nicht ohne mir vorher einen Whisky gegönnt zu haben.

Ich fahre nie gerne in einen unbekannten Hafen bei Nacht. Hier musste ich aber und es ist auch gut gelungen. Das Herz, das dauernd auf Hochturen geklopft hat, wie bei einem Chirurgen vor seiner ersten Operation, beruhigt sich wieder und ich bin stolz auf meine erste Nachtanfahrt in einen unbekannten Hafen, alleine.

Morgen beginnt ein neues Kapitel: KROATIEN

 

 

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Ankunft in Lipari

 

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So sieht ein gutes Frühstück aus

 

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Wäschetag

 

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Soviel sehe in der Strasse von Messina

 

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In der Bar in Reggio di Calabria

 

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Adé Reggio

 

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Es hat grössere Schiffe unterwegs als meins

 

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Die Küste von Calabrien, die Mafia Gegend

 

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In Crotone im Hafen

 

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Das ist eine Fahrt im Blindflug

 

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Ein Nato-Ktiegsschiff vor Sibari

 

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Da vorne ist Sibari

 

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Anfahrt inn der Früh

 

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Geschenke von Mario und Fortunato

 

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Herrliches Segeln

 

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Einfahrt Polocoro

 

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Am Steg von Policoro

 

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Adé Policoro, hier war es schön

 

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Ein Hähnchen zum Abendessen

 

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Richtung Taranto

 

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Schöne Konditionen

 

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Riesen Schiffe im Hafen

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Sicht über den Hafen Santa Maria di Leucat

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Eiine typische Mafiosi-Villa. Von denen hat es viele hier

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Der alte Befestigungsturm aus dem Jahr 1550

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Allgegenwärtiger Pater Pio

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Neue Villa über Leucat, mit pompöser Umfassungsmauer

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Olivenhaine über Leucat, soweit das Auge reicht. Knorrige alte Bäume zeugen von Tradition

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Adé Leucat, ich habe dich eine Woche genossen.

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Ein Hauch von Frühling

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Otranto bonjour

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Ein Rinderkotlett, mhhh...

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Überall grosse Häfen mit verladestationen. Da muss ws doch gut gehen, aber alle klagen.

 

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Auf dem Weg nach Brindisi geht es heftig zu

 

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Ein Hörnliauflauf erfreut die Seele

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Ein Riss im Segel beunruhigt

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Einfahrt Bari

 

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Ein Fisch zum Abendbrot

 

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Trüber tag von Bari nach Trani

 

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Regen

 

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Trani hat ist schön gepflegt mit Parkanlagen

 

 

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Otranto bei Nacht

 

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Gepflegt und schön

 

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Regenbogen, das verspricht nichts Gutes

 

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Gespenstige Stimmung

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Marco hat mich fotografiert bei der Ausfahrt von Termoli und das oto per Mail geschickit

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Es ist noch 6 °C, hinten die Schneeberge

 

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Eine der unzähligen Bohrtürme vor der adriatischen Küste

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Mit Reis und Hackfleisch gefüllte Paprika, mit Käse überbacken

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Der Overall ist Gold wert

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Das ist meine Fahrtrichtung, da wo der Wind her kommt

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Ein riesiger schwimmender Kran

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Das erste Mal dass ich selber Muscheln koche. Sie waren lecker

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Ein Frühstück mit Schinkenomelet

 

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Eine riesengrosse Fischerflotte in Fano..

 

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...und die rechen den Meersgrund mit diese Geräten

 

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Abends besucht mich Alessandro zu einem Bierchen.

 

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Adé Italien

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Vor mir sieht es freundlich aus, bis dann spät Nachmittags ein Gewitter und danach 2 Tage Regen über mich herfallen

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Noch ein schöner Sonnenuntergang