REISEBERICHT - April 2012

Vor dem AbflugAbflug.jpg

 

Schöne Landschaft Sardiniensardinien 2.jpg

 

Alte Brückesardinien 1.jpg

 

Porto Cervo am HafenPorto cervo.jpg

 

VillenviertelVilla Porto cervo.jpg

 

Piazza in Porto Cervopiazza.jpg

 

Ausfahrt, nun geht's losstart.jpg

 

Patrick muss tauchenpat tauchen.jpg

 

Ruhige Fahrtsegeln gut wetter.jpg

 

Einkaufen in Arbataxeinkauf arbatax.jpg

 

Traumhafte Bedingungen am Anfanggutes wetter.jpg

 

Verweilen und geniessen an Bordmotoren.jpg

 

Schlechteres Wetterla caletta.jpg

 

Es ist kühl und nasspat am ruder.jpg

 

Regenbogen

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Wir sitzen auf den Felsen auf. Langes Wartenwarten pat.jpg

 

Die Coast Guard schleppt uns abcoast guard.jpg

 

Gezeichnet durch den Stresskonsternation.jpg

 

Was nun, wie gehts weiter ?weg zur werft.jpg

 

Am nächsten Morgenam morgen.jpg

 

Die SAMANTHA wird in die Werft geschlepp...tabschleppen.jpg

 

....dann aus dem Wasser gehobenaus dem wasser nehmen1.jpg

 

Am Krankran an platz.jpg

 

parkiert

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Der Motorschadendefekte kupplung.jpg

 

so sieht das Ruder ausruder1.jpg

 

so der Kielkiel.jpg

 

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Samantha ist versorgt, es gehtr auf diue HeimreiseRuckweg1.jpg

 

warten auf den BusRudy und Pat.jpg

 

in den Gassen von Gagliari zum Abendessen unterwegsGacliari1.jpg

 

Modernes Kriegsschiff in Gagliarikriegsschiff.jpg

Es ist für einen Vater ein absolutes Highlight wenn er mit seinen Söhnen den Spass des Segelns teilen kann. Beu mir ist das so und deshalb unternehmen wir einmal im Jahr zusammen einen Törn. So auch dieses Jahr. Gefreut darauf haben wir uns schon seit Weihnacht und nun gehts endlich los.

05.04.12

Patrick und Philippe sind seit 0500 auf dem Zug von Martigny nach Basel Mülhausen Flughfen. Mich bringt Rita mit dem Auto hin, da sie danach weiter nach Frankfurt fährt, ist das fast am Weg.
Innerhalb von 5 Minuten treffen wir uns vor dem Check-in bei Easy-Jet. Ich hoffe, dass die uns tatsächlich mitnehmen, haben wir doch bereits um die Weihnachtszeit die Flüge gebucht. Hin und zurück von Basel nach Gagliari  für gerade 70€ / pro Person. Da kann man nicht meckern
Für den Transfer von Gagliari nach Porto Corallo, wollte ein Unternehmen 175€, da entschieden wir uns, die Reise mit dem Bus zu machen. Patrick hat im Internet die Verbindungen herausgesucht, aber ob das dann wirklich auch so ist, bleibt abzuwarten.
Nachdem wir unser Gepäck vom Band genommen haben, sind wir gleich beim Ausgang.
So wie ich ins Freie trete, sehe ich dass ein Bus, angeschrieben mit GAGLAIRI die Türen schliesst. Ich laufe los und gestikuliere mit den Händen. Der Fahrer öffnet die Türen nochmals für uns und legt sofort los, als wir drin sind. Die Fahrt kostet 5€ und nach ca 15 Minuten biegt der Fahrer in einen Hinterhof, der sich als Busbahnhof entlarvt.
Ein Herr, der die an – und abfahrenden Busse dirigiert, scheint mir der richtige Ansprechpartner zu sein und so frage ich nach dem Bus nach Villaputzu oder Porto Corallo.
Wie von einer Tarantel gestochen steuert er auf einen Bus los, der eben im Begriff ist auf die Strecke zu gehen und befiehlt dem Fahrer, die Türen zu öffnen. Dies sei unser Bus. Ich müsse aber noch die Tickets kaufen, und zwar dort hinten beim Mac Donald. Tatsächlich befindet sich in der Eingangshalle zum Mac Donalds, ein Ticketschalter. Je 5 € kosten die 3 Tickets.
Ich sause los. Die Söhne haben bereits das Gepäck im Bus verstaut. Einsteigen, tief durchschnaufen und los geht die Fahrt.
Wir sind erstaunt über die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft dieser Busmannschaft wie auch über den Einheitspreis der Tickets. Scheinbar kosten alle Tickets 5€, ob man 15 Minuten oder 2 ½ Stunden Bus fährt.
Der Bus fährt im Zick-Zack durch eine sehr schöne Landschaft, und sammelt Leute in allen Dörfer ein. Nach 2 ½ Stunden, kurz vor Villaputzu, gibt uns der Fahrer das Signal, dass wir hier aussteigen müssen.
Wir fragen nach dem Anschlussbus nach Porto Corallo. Der fahre nur im Juli und August, war die knappe Antwort.
Hier stehen wir an der Kreuzung, mit allem Gepäck. Erst halten wir die Daumen nach oben und versuchen eine gute Seele dazu zu bewegen, uns die 4 Km mitzunehmen. Keine Chance !
Schliesslich geht Philippe ein Stück zurück, wo wir beim Vorbeigehen ein Restaurant gesehen hatten, vor dem eine Tafel stand mit der Aufschrift „Aperto“. Per Handy werden wir informiert, dass wir auch kommen sollen, ein Taxi sei bestellt.
Giovanni wird kommen aus Villaputzu ( 5 Autominuten ). Nach ¾ Stunden kommt tatsächlich Giovanni. Für die 4 Km will er 5€ /Person. ( auch hier der Einheitspreis). Dafür fährt Giovanni direkt auf den Quai und hinter die SAMANTHA. Wir müssen keinen Meter laufen.

Alles in Allem hat uns die Fahrt für uns 3 vom Flughafen zum Schiff ganze 45€ gekostet. Das ist eben ÖV, und dazu noch von den italienischen Steuerzahlern berappt.

Es ist nun gerade einmal 2 Uhr nachmittags. Das Wetter ist schön und warm. Wir beginnen gleich mit den Vorbereitungen. Mit Segel aufziehen, Boot waschen, Kojen einräumen geht der Nachmittag schnell vorbei. Es wäre noch Einkaufen angesagt. Es gibt neben der Marina einen Zeltplatz mit einem gut bestückten Supermarkt, nur, leider ist der um diese Jahreszeit noch geschlossen. Die Pizzeria ist ebenfalls geschlossen, (macht in 2 Tagen auf), so dass wir dort an der Bar ein Bierchen trinken können und uns mit den in der Auslage verbliebenen Chips ein verfehltes Mittagessen imitieren.

Um morgen wenigstens etwas zum Frühstück zwischen die Zähne zu bekommen backe ich noch ein Pfund Brot. Marmelade und Honig haben wir noch im Vorrat.

Abends bleibt uns nichts anderes übrig als ins Dorf zu wandern und nach einem Restaurant Ausschau zu halten. Alles ist geschlossen. Philippe sieht irgendwo bei einem Haus Licht. steuert wie eine Motte darauf zu und kommt mit der guten Nachricht zurück, dass ganz unten am Wasser eine Pizzeria offen ist. Schnell ist diese gefunden, das Essen bestellt und endlich beginnt das Leben!

Durch den guten Wein aufgemuntert, scheint uns der Rückweg nur noch halb so lang und der Schlaf diese Nacht ist tief und dauert bis um 0800 am nächsten Morgen.

 

06.04.12

Es ist 0930 als wir nach einem spartanischen Frühstück die Leinen loslassen und aus dem Hafen fahren. Der Wind ist uns nicht gut gesonnen, es weht nur ein sanftes Lüftchen. Wir fahren unter Motor Richtung Norden. Schnell bemerken wir, dass das Schiff nicht richtig Fahrt aufnimmt. Der Propeller ist wieder mit Bewuchs verhangen.

Wir steuern eine Bucht an und Patrick, geht unter fachkundiger Anleitung von Philippe tauchen. Es ist für Patrick das erste Mal seit der Zeit in Saudiarabien vor 20 Jahren, dass er tauchen geht. Ein komisches Gefühl, aber bald schon kommt die Sicherheit zurück und in Kürze ist der Propeller gereinigt. Der Motor läuft wieder gut und kommt auf die gewohnten Touren. Unser Ziel ist Arbatax. Kurz davor kommt uns ein Boot mit der Aufschrift „POLIZIA“ entgegen, geht längsseits und man verlangt von uns die Papiere.

Schiffsbrief und ID-Karten werden in ein herübergestrecktes Fischnetz gelegt und schwups sind diese weg und in den Händen der Polizei.

Nach einer Weile verlangt man auch noch den Haftpflichtversicherungsausweis. Auch der wird ins Fischnetz gelegt. Warten…warten.... Nun kommt ein anderer Polizist in Aktion, der einigermassen Englisch spricht. Er erklärt uns, dass unser Haftpflichtausweis seit 3 Tagen abgelaufen ist. Ich beschwöre, dass ich, vor der Abfahrt zu Hause, die Versicherung einbezahlt habe. Er glaubt mir das, gibt mir eine Fax-Nr, wohin ich eine Kopie senden soll. Ich werde das gleich am nächsten Dienstag veranlassen. Fehlender Ausweis = 50€ Busse.

Ich will die dann auch gleich bezahlen, in der Hoffnung, dass wir Arbatax noch vor Sonnenuntergang erreichen. Nichts ist, ich muss noch x Formulare unterschreiben und bekomme ein Protokoll. Die Zahlung soll auf einer Poststelle gemacht werden. Wir haben dazu 60 Tage Zeit. Ok, alles gut so, können wir nun weiter ? Nach sage und schreibe einer Stunde werden wir entlassen.

Wir, das heisst Patrick, der für diesen Törn als Skipper ernannt ist, fahren in Arbatax ein und legen uns längs an den Steg. Platz hat es zur Genüge. Die beiden Söhne gehen einkaufen und kommen schwer beladen nach ¾ Stunden zurück.

Noch eine kurze Runde ums Kap, in die nächste Bucht zum Ankern.

Patrick kocht eine herrliche Mahlzeit und wir geniessen den ersten Abend draussen.

 

07.04.12

Nun, nachdem eingekauft wurde können wir das Frühstück richtig geniessen.

Draussen rieselt es und es ist kühl. Trotzdem nehmen wir den Anker hoch und steuern Richtung La Caletta. Der Tag ist abwechslungsreich mit Wind, Regen, Flauten und allem was sich Segelurlauber nicht wünschen. Es ist 1700 als wir in La Caletta längs am Aussensteg anlegen. Patrick geht ins Dorf um noch einige Kleinigkeiten einzukaufen. Philippe und ich machen uns fürs Abendessen bereit. Nach einem kräftigen Apéro, bewegen wir uns in die Pizzeria direkt hinter dem Club-House. Es ist die beste Pizzeria weit und breit. Das Essen ist wie immer köstlich. Wenn immer möglich lege ich hier einen Stopp ein, nur wegen des guten Essens.

 

08.04.12

Heute bläst der Wind aus Nord, das heisst aus der Richtung in die wir wollen. Unser Ziel wäre das Madalena Archipel. Wäre….

Den ganzen Tag kämpfen wir an gegen 19-34 Knoten Wind mit Böen bis 47. Das ist hartes Segeln und verlangt uns alles ab. Reffen und Segel setzen wechseln sich dauern ab. Die SAMANTHA kämpft sich tapfer durch die Wellen. Diese sind dank der nahen Küste im Luv nicht das grosse Problem. Mehr macht uns zu schaffen der ständig wechselnde starke Wind und die giftigen Böen. Es ist bereits 1700 als wir querab vor Porto Cervo liegen. Bis ins Madalena Gebiet sind es noch 2 Stunden und dann müssen wir noch einen geschützten Platz finden. Wir entscheiden uns, die Fahrt abzubrechen und die Nacht in Porto Cervo zu verbringen. Wir drehen ab und bekommen den Wind genau auf die Schnauze. Motoren ist angesagt. Es sind noch knapp 200 Meter bis zur Hafeneinfahrt. Wir hören einen Knall , dann reagiert das Boot nicht mehr. Ein Blick in den Motorraum und ich stelle fest, dass der Motor zwar läuft aber das Getriebe nicht mehr. Gegen den Wind von 32 Knoten gegenan zwischen der schmalen felsigen Einfahrt aufzukreuzen wäre eine zu gewagte Sache. Wir setzen die Segel und gehen in der nächsten Bucht etwas geschützt vor Anker. Da wir keinen Motor haben und somit den Anker nicht eindampfen können setze ich einen zweiten Anker zur Sicherheit. Auf dem Plotter geben wir einen Ankerwachkreis ein und im Instrumentenpannel setzen wir einen Höhen und einen Tiefenalarm. Zuerst untersuche ich den Schaden. Bei der Kupplung sind 4 Bolzen abgeschert. Eine provisorische Reparatur ist nicht möglich, da ich die Schraubenreste nicht herausziehen kann, ohne den Motorblock zu lösen. Diese Arbeit muss in einer Werft gemacht werden. In Porto Cervo ist eine solche Werft. Morgen werden wir einen Schlachtplan erstellen. Erst wollen wir die Nacht hier verbringen. Wir beobachten sorgfältig auf dem Plotter die Bewegungen des Bootes. Der Anker sitzt fest.

Jetzt wird gekocht und gut gegessen.

 

09.04.12

Es ist ca 0300 als mich Philippe weckt. Der Wind hat gedreht und der Anker ist ausgerissen. Wir treiben auf das Ufer zu. Patrick bittet mich, das Kommando zu übernehmen, die Situation ist nun doch etwas sehr prekär.

Die Entscheidung ist klar, wir müssen vom Land weg. Anker hoch !

Von nun an geht alles schief was schief gehen kann, ganz nach „Murphy’s Low“.

  1. Bekommen die Jungs den Anker nicht hoch, weil sich der Zweitanker verheddert hat.
  2. Ich setze die Fok, mit der kann ich aber nicht in den Wind drehen, also setze ich auch das Gross.
  3. Das Grossegel kommt nur ca 1 m aus dem Mast heraus, dann stoppt der Elektromotor.
  4. Nun , der erste Schlag von unten. Wir sitzen auf den Felsen auf.

Sofort setzen wir den vorderen Anker und den zweiten Anker am Heck. Somit können wir die Bewegung Richtung Felsen einigermassen bremsen. Bei jede höheren Welle, durch die Fähren verursacht, hüpft die SAMANTHA weiter auf die Felsen. Um 0315 entscheide ich, einen MAYDAY –Notruf auf Kanal 16 abzugeben. Die Coast_Guard von Olbia übernimmt die Aktion. Man fragt mich nach der Ursache, nach der Anzahl Personen an Bord, ob Panik herrsche, ob wir die Schwimmwesten tragen, ob wir eine Rettungsinsel hätten ob das Schiff Wasser nehme. Ich kann alles beantworten und durchgeben, dass wir keine Panik an Bord haben, dass wir kein Wasser nehmen und dass alle Wohlauf sind und dass wir…….

Ich bitte die Coast Guard so schnell wie möglich zu kommen und uns von den Felsen zu ziehen. Man erklärt mir, dass die Coast Guard nur die Personen abbergen würde, nicht aber das Schiff wegschleppen werde. Ich bettle förmlich darum, dass man unser Schiff rettet, das sei unser grösstes Problem.

Wir müssten für's abschleppen eine private Firma beauftragen und freundlicherweise gibt man mir eine Tel. Nr durch. Wir telefonieren. Ein verschlafener Italiener meldet sich schlaftrunken und erklärt uns, dass er einen Kollegen in Porto Cervo habe, der sei näher bei uns.
Nach einigen bangen Minuten meldet sich der Herr aus Porto Cervo und erklärt, er werde erst einmal mit einem Dingi kommen um zu sehen wie es aussieht.
Ich überzeuge Ihn, dass er direkt mit einem grösseren Boot anreisen soll, um die Samantha herauszuziehen. Inzwischen legt sich die SAMANHA bei jeder grösseren Welle beachtlich auf die Seite.
Auf meine Frage, wie lange er denn brauche um hierher zu kommen ( es sind ca 10 Minuten) meint er so um die 2-3 Stunden !!!! (Der wollte noch etwas schlafen am Ostermontag).
Ich sage Ihm dann auch gleich, dass er in 2-3 Stunden nicht mehr kommen müsse, dann sei das Boot nämlich kaputt und verloren.

Inzwischen ist es schon 0400 und wir sehen die Coast-Guard mit Blaulicht herandonnern.
Sowie sie bei uns sind werden wir in gleissendes Scheinwerferlicht getaucht. Die Herren vom Dienst fackeln nicht lange herum, werfen uns eine dicke Trosse rüber und schleppen uns sehr gekonnt und behutsam von den Felsen. Wir haben wieder Wasser unter dem Kiel. Gott und der Coast-Guard sei dank !!!!

Inzwischen habe ich herausgefunden warum das Grossegel stockte. Die Sicherung war rausgeknallt ! (Warum nur gerade in diesem Moment, hat sie doch für 9 Jahre gehalten ?)

Die Coast-Guard ist so nett, uns noch gleich in den Hafen von Porto Cervo zu schleppen wo wir erst einmal festmachen und uns vom Schreck erholen können.

Es ist um ca 0500 und es wird langsam Tag, als wir uns von den Herren Rettern verabschieden. Auch sie sind glücklich, hier einen Sinnvollen Einsatz geleistet zu haben. Der Abschied ist richtig herzlich.

Den Rest des Tages verbringen wir am Boot  und abends mit einem Bummel durch Porto Cervo, denn heute läuft gar nichts, denn es ist auch in Italien Feiertag.

 

10.04.12

Gleich in der Früh besuchen wir die Werft und schildern den Vorfall.
Mit einem Dingi werden wir in die Werft geschleppt und ein Mechaniker macht sich gleich an die Arbeit. Da aber die Teile seit 9 Jahren eingebaut waren lassen sich diese nicht so einfach ausbauen und es muss den halben Motor auseinander bauen um das defekte Teil herauszunehmen.

Wir dagegen sitzen den ganzen Tag umher, verbringen viel Zeit im Café bei einem Bier und Internetsurfen.

Bei stillem und klarem Wasser konnten wir dann sehen, dass unsere Ruderanlage böse aussah und hier eine grössere Reparatur anstand. In Porto Coralle gibt es auch eine Werft, die antworteten aber am Telefon nicht, so dass ich entscheide, das Schiff hier in Porto Cervo reparieren zu lassen. Ich nahm Kontakt auf mit der Versicherung. Ich soll das Boot herausheben lassen, aber keine Reparaturen machen bevor eine Kostenschätzung vorliege und eventuell ein Experte den Schaden begutachte. Das hört sich an als bräuchte das alles sehr viel Zeit.

Als das Boot aus dem Wasser gehoben wird, fühle ich ein mulmiges Gefühl in der Magengegend.

Trotz allem schlafen wir noch auf dem Boot, nur gekocht wird nicht mehr und wir bereiteten uns auf die Heimreise vor.

 

11.04.12

Ich muss zur Coast Guard in Porto Cervo für’s Protokoll. Es dauert eine Ewigkeit, bis ein englisch sprechender Italiener gefunden ist, der als Übersetzer fungiert.
Doch auch das geht vorüber.
Wenn ich das Protokoll als Kopie haben möchte, müsste ich in einem Büro im nächsten Dorf eine Stempelmarke für 14,60 € kaufen. Ich will das Protokoll. Also ziehen meine Söhne von dannen und versuchen diese Marke im nächsten Dorf zu kaufen, das funktioniert nicht, weil die dort keine Marken mehr haben. Also gibt es ein weiteres Dorf. Eine gütige Seele hat die Beiden mit dem Auto mitgenommen, sonst wären sie vermutlich heute noch nicht zurück. Sie haben gelernt, dass Sarden grundsätzlich keine Autostopper mitnehmen würden. (Das haben wir ja schon zu Beginn gemerkt).

Der Tag war dann um, wir hatten unser Protokoll, mit Marke, und der Barbesitzer einige unserer Euros für Bier.

Am Abend suchen wir ein Restaurant in der Nähe des Hafens. Kaum erscheinen wir im Türrahmen des Eingangs, werden wir von 4-5 Kellner und Kellnerinnen umzingelt. (Das ist ein klares Zeichen für eine hohe Rechnung !)

Das Essen ist gut, das Ambiente stellt uns auf und die Rechnung ist so wie erwartet.

 

12.04.12

Bei Amel bestelle ich einige Teile, die notwendig sind um die Reparatur des Motorenteils zu bewerkstelligen.
Mit der Versicherung regle ich noch einige Formalitäten, ansonst ist der Vormittag lang, kühl und nass. Segelurlaub ist anders. Nachmittags warten wir unter strömendem Regen auf einen Bus, der uns mitnimmt nach Olbia. Irgendwo in der Pampa müssen wir umsteigen. Nachdem wir im anderen Bus sitzen, merkt Philippe, dass er sei Handy nicht mehr hat. Wir rufen seine Nummer an, es antwortet jedoch niemand. Er spricht mit unserem Busfahrer und erklärt Ihm dass er sein Handy im anderen Bus hat liegen lassen. Die beiden Busfahrer unterhalten sich per Handy und verabreden sich an der nächsten Kreuzung. Dort angelangt, fahren die beiden Busse parallel und das Handy wird von einem Fenster zum anderen gereicht. Nochmals ein riesiges Lob für die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Sardinischen Busfahrer.
Am Bahnhof in Olbia können wir direkt in den wartenden Zug steigen, der uns durch ganz Sardinien durch bis hinunter nach Gagliari bringt. Es sind modernste sehr angenehme Zugskompositionen und die Fahrt dauert etwa 3 Stunden.
Die Zugskontrolleurin meinte, dass wir die Tickets am Bahnhof hätten entwerten müssen. Normalerweise gebe das eine Busse. Sie sehe aber davon ab und habe einen Vermerk zu unserer Entlastung auf die Tickets geschrieben. Andere Länder andere Sitten.

In Gagliari angekommen suchen wir, wie Esel bepackt, nach einem Hotel in der Nähe des Bahnhofs. „3 Mohren“, so heisst eines, und so ist es auch. Ein Doppelzimmer und ein Einzelzimmer bekommen wir gerade noch. 4 Sterne hat das Hotel. Ich bin aber überzeugt, dass bei mindestens 2 davon die Zacken weg sind und nur noch Nullen geblieben sind. Es ist zwar sauber, aber die Einrichtung zum Schreien.

In einem, Patrick und mir, vom Letzten Törn her bekannten Restaurant, hauen wir uns den Bauch voll. Wir haben nun schon länger nichts mehr Richtiges gegessen.
Der Abend ist noch jung, meinen die Jungs und steuern eine Bar an, in der der Bär los ist.
Hübsche Girls, gesteilte Machos und heisse, laute Musik, aber das Bier ist gut.
Es zieht langsam Richtung Mitternacht, als sich der Älteste (ich) auf den Weg zum Hotel macht.

Die beiden Jungen (30 und 43) tun das Gleiche, nur 3 Stunden später und mit einem wesentlich höheren Alkoholpegel.

 

13.04.12

Um 0800 ist Frühstück angesagt. Wir treffen uns im Frühstücksraum. Ich kenne meine Söhne gut und kann schon beim ersten Anblick in etwa die Uhrzeit und den Zustand beim zu Bette gehen ausmachen.
Mit dem Bus fahren wir zum Flughafen (in dieser Richtung kostet das Ticket nur 4€ ! ).
Das Einchecken ist kein Problem und auch der Flug ist schnell vorbei.
In Basel trennen wir uns. Die Beiden fahren zurück ins Wallis und ich nach Wohlen, wo mich Rita abholt. Ich muss noch die ganze Geschichte erzählen, denn aus der Ferne habe ich Ihr nichts von unserem Abenteuer erzählt weil ich nicht wollte dass sie sich unnötig Sorgen macht.

 

Erst ist alles überstanden, die Geschichte geht aber noch weiter, denn es ist nicht einfach von zu Hause aus die Arbeiten zu verfolgen, speziell nicht wenn man nicht Italienisch kann und in der Werft niemand Englisch, Französisch oder Deutsch spricht.