REISEBERICHT - Juli 2010

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Am Pool in der Marina

 

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Hotelanlage bei der Einfahrt nach Fethie

 

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Am Steg in der Quellenbucht

 

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Man kann so vieles beobachten

 

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Touristenattraktion in der Gemiler Reede. Ein altes Ruinendorf auf der Insel

 

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Alle 20 Minuten ein Touristenboot in der Kaltwasserbucht

 

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Vor Anker und Heckleine in der Bucht. Oben ist das Restaurant von Ali.

 

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Badevergnügen trotz kaltem Wasser

 

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Die Bucht von Kalkan

 

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Touristenort Kekova

 

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Es gibt hier einige Altertümer zu sehen, So auch einen Sakropharg der im Wasser steht.

 

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Einfahrt nach Meysti auf der griechischen Insel Kastellorizon

 

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Alte Steinbrüche direkt am Wasser

 

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Als abgeschirmte  Badestrände wrden sie heute benutzt

 

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Das Städtchen. Eine Abwechslung zu den türkischen Dörfern.

 

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Wir suchen einen Laden

 

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Mediterranes flair

 

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Unser standard Ankerdrink: Campari  Orange mit Eis

 

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Am Steg bei Pomolos Bükü

 

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Das Restaurant

 

Das Restaurant von hinten.jpg

Der Hinterhof

 

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Der Hünerhof

 

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Die Kuhweide

 

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Der Gemüsegarten

 

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und der Salat der daraus frisch entstanden ist.

 

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Anfahrt von Ekencic

 

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Am Quai unterhalb des Restaurants

 

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Oben ist das schöne Restaurant

 

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Die einladende Anlage

 

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Wie müde muss man sein dass man so schlafen kann ?

 

Modern ist es von einem "burn-out" zu sprechen. ich kann mir vorstellen, dass die bei mir in letzter Zeit aufgetretenen Symptome so in dieser Richtung gedeuted werden könnten. Früher sagte man einfach man sei reif  für Ferien, oder man sei müde und brauche eine Ruhepause. Lustlosigkeit, negatives Verhalten, schlaflose Nächte, das ist was mich plötzlich beunruhigt und so ganz und gar nicht meinem gewohnten Wesen entspricht. Nach langer harter Arbeit mit viel Stress und wenig Freizeit, ist das eigentlich nicht verwunderlich und so entscheide ich mich ganz kurzfristig, die vom Körper geforderte Pause einzulegen. Was könnte es besseres geben, als einen Urlaub auf dem Boot.   Ein Anruf bei François genügt und er sagt begeistert zu.

Per Internet werden die TIckets bestellt und schon  geht es ab in die Türkei, genauer gesagt nach Dalaman, mit der Pegasus-Airline, von Zürch via Istambul. Diesmal haben wir nicht eine so lange Wartezeit in Istambul und kommen deshalb bereits abends um 2100 in Dalaman an. Alle die von Zürich kommen, warten erst einmal auf die Koffer, denn diese erscheinen nicht auf dem Band. Eine Filmmannschaft, die auf Ihre Ausrüstung wartet, ist sehr aufgebracht und weibelt im ganzen Flughafen herum, bis dann endlich, nach ungefähr einer Stunde Wartezeit, die Gepäcke bei der Ausgabe erscheinen.

Wir machen uns Sorgen wegen unserem Fahrer, denn wir haben per Internet wieder die gleiche Firma beauftragt wie im März, uns abzuholen und nach Marmaris zu fahren. Der Fahrer wird wohl nicht allzu lange Geduld haben und könnte wieder wegfahren.  François wartet auf die Gepäcke und ich gehe Mal raus um nach dem Fahrer zu sehen und Ihm zu sagen, dass wir da sind, aber auf das Gepäck warten. Um danach wieder in den Flughafen, zur Gepäckausgabe zu gelangen, ist  ein äusserst schwieriges Unterfangen, um nicht zu sagen, unmöglich.  Durch die letzte Glastüre hindurch, durch die ich trotz Betteln und Bitten beim Polizisten, nicht hindurch darf, sehe ich plötzlich François, mit unseren beiden Taschen, geduldig auf mich wartend. Gott sei Dank ! François wird durch mein wildes Gestikulieren aufmerksam und kommt dann durch den Zoll heraus.

Die Fahrt zum Hafen in Marmaris verläuft diesmal ohne besondere Ereignisse.

Ich bin gespannt, ob wir ohne Mühe auf unser Schiff kommen, denn im März haben  Patrick und ich das Boot zur Sicherheit ziemlich weit vom Steg weg gelegt. Nach der Erfahrung im März habe ich vor einigen Tagen eine E-Mail ins Büro der Marina geschickt, mit der Bitte, dass sie das Boot  näher zum Steg umverlegen. Die Korespondenz, hin und her, bis ich dann endlich sicher war, dass meine Bitte verstanden wurde, war sehr umfangreich. Ich habe dann auch noch eine Zeichnung gemacht, denn anfänglich hat man mir geantwortet, dass man im Hafen keinen Platz mehr hätte und mir keinen Platz garantieren  könne. Ich wollte doch nur, dass die SAMANTHa um ca 1m  näher an den Steg herangebracht wird, damit ich dann nachts auf das Boot komme.

Bei der SAMANTHA angekommen, musste ich feststellen, dass, trotz meiner Bitten, die SAMANTHA nach wie vor ca 2 m  vom Steg liegt, genaun so wie ich sie verlassen hatte. Leider muss man sagen, dass die Kommunikation mit dem Management der Marina sehr zu wünschen übrig lässt. Ich habe diesbezüglich auch viel mitbekommen im Büro, wo sich Leute beschwert haben, dass seit Tagen, versprochene Dienste nicht ausgeführt wurden. Anfänlich war das alles kein Problem, denn da war eine Mitarbeiterin, die perfekt Deutsch gesprochen hat, und mit der war alles so easy.  Heute muss man sich fast gezwungenermassen die Dienste eines der im Hafen angesiedelten Dienstleiszungsbüros, erkaufen, damit man  sich auf einen guten Service verlassen kann. Es gibt in der Gegend einige Deutsche, die solche Betreuungsdienste anbieten.

Nun, wir haben erst einmal Glück, denn das Boot neben uns ist unbesetzt und so nahe am Steg, dass ich ohne weiteres über dieses auf die SAMANTHA übersetzten kann. Schnell sind die Leinen neu belegt und  wir können bequem vom Steg her einsteigen.

Nach kurzer Zeit ist die SAMANTHA  am Strom  angeschlossen und die Kojen sind bereit so dass wir die erste Nacht verbringen können.

 

20.7.10

 

Erst einmal  wird ausgeschlafen, dann der Gang zum WC und zur Dusche. Kurzes Einkaufen von einigen Kleinigkeiten für ein Frühstück. Dann dem Strom funktioniert auch die Kaffeemaschine, so dass wir ein herrliches Frühstück geniessen können.

So nach und nach wird die SAMANTHA aus dem Schlaf geholt, die Leinen eingezogen, die Genua gesetzt und das Deck abgespritzt. Die längste Aktion ist das befüllen des Wassertanks und das Einkaufen im "Supermarkt".

Nach knapp 4 Stunden wären wir bereit zum Auslaufen, wollen aber erst morgen Früh losziehen.

Den Nachmittag verbringen wir am Pool und gegen Abend lassen wir uns mit dem kleinen Shuttelbus nach MArmaris in die Stadt bringen. Es ist mächtig was los in Marmaris. Man merkt die Hauptsaison ganz deutlich. Im  September letztes Jahr war es schon viel ruhiger.

Fast im Eilschritt durchqueren wir den Souk, denn wir haben beide keine Einkaufsbedürfnisse.  In der kleinen Kneipe, wo ich schon mit Rita und letztes Mal mit Patrick gegessen habe, setzen wir uns auch diesmal  zu einem guten Abendessen.

Mit vollem Bauch lassen wir uns zurück zur Marina chauffieren und legen uns dort auf der SAMANTHA gleich ins Bett.

 

21.7.10

Sowie die Türen des Büros öffnen, holen wir das Check-out-Papier und legen gleich danach ab. Nur eine kurze Strecke aus dem Hafen heraus muss und ser Motor schieben, danach können wir bereits die Segel setzen. Es ist gut so, denn ich bemerke, dass der Motor nicht richtig auf Touren kommt und das heiusst für mich, dass der Propeller wieder mit Muscheln und  sonstigem Zeug vollgeklebt ist.

Mit Windstärke um die 12 - 16 Kn,  achterlich, macht das Segeln schon am erten Tag so richtig Freude.

Ohne Probleme erreichen wir am späten Nachmittag die Kapy Koyu , bei Mohammed. Um 1630 liegt die SAMANTHA am Steg, direkt vor dem Restaurant.

Die Schweizer Fahne lockt sofort einige von den Angestellten an und wir werden als "alte Bekannte" herzlich begrüsst. Sharif, der Sportler, erzählt mir, dass er frisch verheiratet ist und dass bereits ein Töchterchen die Familie vergrössert hat. Man tauscht erst mal bei einem Bierchen die Neuigkeiten aus, danach wird ein Bad genommen und mit Hilfe der Tauchausrüstung  begebe ich mich unter das Schiff um den Propeller zu reinigen.

Das ersehnte Abendessen mit "Meze", so heissen  die Türkischen Vorspeisen, und danach Fisch, Salat und einem Weinchen, geniessen wir in vollen Zügen. François bekommt den ersten Eindruck davon, was uns im September erwartet wenn wir mit unseren Frauen hier den Urlaub verbringen werden.

 

22.7.10

Ganz gemütlich wird an Deck gefrühstückt. Das Wasser lockt wieder zum Bade. Danach legen wir los, obwohl in der Bucht kein Lüftchen weht. Es ist auch schon entsprechend heiss. Das Thermometer zeigt bereits um die 32°C an.  Ich vermute, dass wir Wind bekommen, sobald wir aus der  Bucht heraus und im freien Wasser sind. Richtig getippt ! 

Kaum sind wir ums Kap, lädt uns der Wind mit 10-12 Kn ein, die Segel zu hissen.

Heute wollen wir eine Rundfahrt in der Göcek-Bucht machen. Erstes Ziel ist Fethie, danch drehen wir ab nach Göcek und am Abend steuern wir in die Quellenbucht  ein.

Von weitem sieht die Bucht recht voll besetzt aus. Erst kurt vor dem Restaurant  entdecke ich eine Lücke zwischen 2 Booten am linken Ende des Steges. Dieser Platz war wegen des Anfahrtswinkels vorher nicht auszumachen. Da uns  das Glück hier, seit Beginn unserer Reise, hold war, bekommen wir gerade noch den letzten freien Platz am Steg. Es ist bereits 1800 als die SAMANTHA am Steh vertäut ist. Trotzdem geniessen wir erst noch das erfrischende Bad im Meer und einen kräftigen Apéro, bevor wir zum Essen gehen. Auch hier, das gleiche Essensprozedere, Meze, Fisch , bzw. Lamm und einen guten Wein dazu.

 

23.7.10

Es ist  0930. Das Frühstück ist im Magen, das Geschirr abgewaschen , wir sind Rasiert und haben bereits ein Meerbad genossen. Und, der Hammer, ich habe mich für 40 Lira, vom Masseur den schon seit mehreren Wochen schmerzenden Nacken massieren lassen. Hierzu musste ich mich  bäuchlings auf die Liege  legen und das Gesicht in ein  Loch stecken. Eine gute Idee fand ich, dass genau unter dem Loch und direkt unter meiner Nase ein Minzenstrauch gepflanzt war. Alleine schon der Geruch der frischen Minze war herrlich und entspannend.

Für mich  ist es das erste Mal dass ich mich von einem Masseur behandeln lasse. ( Bis dahin durften sich nur Damen an meinen Körper zu schaffen machen). Der gute Herr, scheint etwas gegen mich zu haben, denn die Schmerzen die er mir zufügt, sind so heftig, dass ich mehrere Male, so richtig auf die Lippen beissen muss um nicht laut zu schreien.

Erstaunt war ich jedoch, als ich mich dann endlich aufsetzen durfte und sehen konnt, dass der Herr Masseur, freundlich lächelnd mir gegenüberstand und ihm überhaupt keine Boshaftigkeit oder Grimm anzusehen war. Scheinbar ist das so, dass Massieren mit Schmerz zufügen einghergeht. Man ist ja noch lernfähig !  Eine Genugtuung ist dann allerdings, als ich merke, dass die mich lange schon plagenden Schmerzen aus dem Nacken verschwunden sind.

Somit beginnt unser 3.Segeltag gut und der Wind trägt uns dem heutigen Ziel, der Kaltwasserbucht entgegen.

Es ist 1500 als wir in der Kaltwasserbucht, bei Ali, mit Buganker und Heckleine festmachen. Dann hocken wir erst einmal an Deck und schauen uns ein sich um uns herum abspielendes Schauspiel an.

Es kommt so ca alle  20 bis 30 Minuten ein  Ausflugsboot, voll mit Gästen.  Ein kurzes, eintrainiertes Anlegemanöver, über den Lautsprecher eine kurze Bekanntmachung und dann eine Synfonie  von Partymusik. Alle Gäste springen ins Meer, oder trinken Bier und vergnügen sich bis dann nach 20 bis 30 Minuten bekanntgegeben wird, dass man wieder auslaufen will. Leine los, Anker hoch und angedampft. Es wartet schon das nächste Ausflugsboot und so geht das den ganzen Tag von ca 1100 bis 1700.

Wir schauen uns  das Schauspiel vom Deck aus an, mit einem Bierchen in der Hand, und plaudern mit der Crew des neben uns liegenden Ausflugsbootes. Wie man uns sagt, geht das so von Ostern bis  mitte September, danach ist tote Hose. Man verbringt die Winterzeit mit Arbeiten am Boot und wer Glück hat, findet zufällig irgendwo einen Job, um auch im Winter etwas zu verdienen.

Als es in der Bucht ruhig wird, tauchen auch wir ins Wasser. Der Name "Kaltwasserbucht"  ist wirklich berechtigt. Das Wasser ist hier tatsächlich um die 5-6° kühler als sonst in den Buchten.  Dies kommt von einer Kaltwasserquelle, die sich hinter einem Felsen in die Bucht ergiesst.

Um an Land zu kommen, müssen wir das Dingi auspacken und aufblasen. Meine neue Pumpe tut uns da einen guten Dienst.

Den Abend verbringen wir dann zusammen mit Ali in seinem Restaurant, das wunderschön oben über der Bucht tront.  Mit Ali werden die letzen Neuigkeiten ausgetauscht.

Neu ist, dass er die ganze Terrasse mit Platten ausgelegt hat. Neu ist auch, dass er nun im Geschäft seine 2 Töchter, eine  Blonde von seiner Deutschen Frau und eine Dunkelhaarige von seiner Türkischen Frau,  beschäftigt nd der Älteren ( die Blonde 18 Jahre), so nach undnach das Geschäft übergeben will. Neu ist auch,dass Ali starke Schmerzen in der Nierengegend hat und diese mit Raki bekämpft. Wie gewohnt ist auch das Essen bei Ali sehr gut und preiswert. Es ist schon tiefe Nacht, alls François und ich zurück zur SAMANTHA rudern.

 

24.7.10

Wir wollen neues Gebiet erkunden und setzten deshalb Kurs Richtung Süd-Ost.  Kalkan ist  das heutige Tagesziel.
Wieder  weht der Wind genau richtig, so dass unsere Seemannsherzen hoch schlagen.
Es ist knapp nach 1800 als wir in einer kleinen Bucht in der Nähe von Kalkan   den Anker fallen lassen. Im Hafenbuch rädt man ab vom Anlegen im Hafen und lust nach Dorf haben wir auch nicht. So ist für uns die kleine sehr schöne Bucht genau richtig.  Wir legen noch 2 Landleinen  um auf Nummer Sicher  zu gehen.  Die leine Querab soll uns davor bewahren,  zu stark zu schwoyen. Schon am frühen Abend wird uns die Richtigkeit  unserer Massnahme  bestätigt, denn es kommt ein starker Wind auf, der genau Querab auf das Boot drückt. Die Leine  ist gestrafft und wir liegen ruhig und sicher.
François zeigt sich wieder einmal mehr als Meisterkoch und serviert ein herrliches Gericht.

 

25.7.10

Tagesziel ist die südlichste griechische Insel  Kastellorizon.

Es gibt hier 2 Häfen. Wir legen in Meysti am Quai mit Buganker und 2 Heckleinen an. Es ist bereits 1630. Heute haben wir gerade mal 22 Meilen gesegelt, aber der Wind lag  meistens direkt auf der Schnauze. Also viel Arbeit mit Aufkreuzen. Das Thermometer ist weiter gestiegen und die Temperatur liegt im Bereich der 38-40° C im schatten. Wenn  man sich bewegt oder etwas arbeiutet, ist man innert Minuten so patsche nass,  als wäre man ins Wasser gefallen.  Wir trinken viel Wasser, das aber wie aus kleinen Quellen regelrecht aus den Poren spritzt.  In der Bucht von Meysti ist das Wasser trüb, imm Gegensatz zu allen türkischen Gewässern bis anhin, so dass wir beide keine Lust auf ein Bad  verspühren, dafür aber ergiebig duschen.

Am Quai reihen sich die Kneipchen auf, wie überall an diesen Touristenorten. Wir erkunden das Städtchen und machen noch einige Einkäufe. Das Städtchen ist in seiner Bauart total anders als all die Türkischen Orte die wir besucht haben. Meysti gleicht  stark dem Städtchen Simi und ist ganz typisch griechisch, obwohl die Türkei mit dem Städtcen Kas gerade mal so 2 Km entfernt ist.

Am Abend, gerade als wir zum Essen gehen wollen, kommt die Coast-Guard vorbei und fordert mich auf ins Büro zur Erledigung der Formalitäten zu kommen.

Mit allen Papieren bewaffnet, folge ich dem Uniformierten. Wie überall betreibt man hier einen Papierkram. Mit den ersten Papieren ausgestattet, muss ich in das einige hundert Meter entfernte Passbüro um uns dort anzumelden. Auch das ist kein Problem, unsere Daten werden in einen Computer eingetippt und der Bildschirm längere Zeit konsultiert. Mit einem Nicken, werden mir die ID-Karten zurückgegeben und ich dürfte gehen. Nein, ich gehe nicht, bevor ich nicht einen Stempel auf der Crewliste habe, denn sonst, das weiss ich aus Erfahrung, mache ich den Weg ein zweites Mal. Mit Unverständnis, aber mit Energie , knallt mir der Beamte auf meine innigste Bitte  einen Stempel  auf das  Formular.

Zurück bei der Coast-Guard wird  erst nach dem Stempel geschaut ( ich habe deren Spielchen scheinbar durchschaut ), dann werden mehrere Papiere ausgefüllt, das Ganze in den Computer eingegeben (natürlich mit Einfingersysrtem), dann werde ich gebeten, 26 € zu bezahlen. 20 für das Einreisevisum, 5 für das Ausreisevisum morgen, und 6 für den Hafenplatz. Alles recht human, und die Abwechslung wert.

Direkt am Wasser essen wir dann Calamari gegrillt, davor griechische Vorspeisen  ( Zaziki, Oliven und im olivenöl gedunstetes Brot ). Alles mit  griechischem Bier untermauert. Leckerr ist es und gar nicht teuer.

 

26.7.10

Ali hat uns gesagt, dass nur 12 Sm weiter südlich die schönste Bucht dieser Küste liege und man unbedingt dahin müsse. Also legen wir  Richtung süden los.

Tatsächlich ist es nicht weit. Es ist 1330 als wir in die Bucht von Kekova einfahren. Hier machen wir erst einmal eine "siteseeingtour". Es gibt da eine grössere Bucht  gegen Nordwesrten, in dieser entdecken wir am Ende  zwei Landestege vor kleinen Restaurants. Wir wagen uns aber nicht näher ran, denn inm Hafenbuch steht, dass man wegen zu wenig Tiefe sich mindestens 150 m vom Ufer weghalten soll. Wir drehen ab und erkunden weiter die schöne Natur. Das Städtchen Kekova ist recht schwierig anzufahren wegen den vielen Unterwasserfelsen. Langsam tasten wir uns in die Ankerbucht vor dem Städtchen. Wir entdecken eine ganze Reihe Restaurants mit kleinen Anlegern, auf jedem ist ein Boy, der uns mehr oder weniger gestikuilerend versucht an seinen Steg zu locken. Es ist eine Touristenfalle par excelence. Nichts für uns. Wir drehen ab und gehen in die innere Bucht. Es gibt nämlich hier eine Bucht in der Bucht.  In dieser inneren Lagune, ist der im  Hafenbuch beschriebene Quai verschwunden, dafür gibt es mehrere Marinas, die vor Hotels und Restaurants liegen. Auch nichts für uns. Wir entfliehen zurück in den zu erst entdeckten "Fjord". Am Ende, da wo die Stege sind, tasten wir uns langsam heran. Der "Beizer" kommt auf den Steg und winkt uns zu, längsseits anzulegen. Wenn der das so sagt!  Als wir näher sind und der Tiefenmesser immer noch genug Wasser unter dem Kiel misst, kann ich auf einer  am Steg angebrachten Tafel lesen, dass die Wassertiefe 3 m betrage. Also , langsam angefahren. Tatsächlich. Wir haben  fast einen meter unter dem Kiel. Warum nur schrieb der Autor im Hafenbuch, dass es untief sei?

Es ist erst 1545 und wir haben angelegt am Steg von Pomolos Bükü.

Das Wasser ist bzwar etwas trüb, aber zum Baden geht das in Ordnung.

So gegen 1900 wagen wir uns ins Restaurant. Keiner ist da. wir beginnen die Umgebung zu erkunden. Da gibt es ein Gehege  mit Kühen. Eines mit Hühner , eine Menge Ziegen und Schafe sowie einen Garten mit reifen Tomaten, Salaten und Gemüse.

Wir setzen uns. Nach einer weile kommt der "Chef" in Badehose und blossem  stark behaartem Oberkörper und fragt uns nach unserem Wunsch.

Kurz danach erscheint die Frau mit Kopftuch und der typischen türkischen Hose ( eine Art Knikebocker).

Wir bekommen erst einmal unser Bierchen, dann bringt man uns einen Topf voller leckerer Oliven und dazu ein Stück selbstgemacxhter, frischer Fetakäse. Noch nie haben wir auf unsrer Reise solch guten Käse bekommen.

Mein Fisch ist geschmacklich sehr gut, hätte aber ohne weiteres noch einige Minuten auf dem Grill bleiben können.

Der Wein ist der, den wir üblicherweise trinken, und zum Dessert wird uns noch ein grosses Stück Melone serviert.

Das Ganze abgerundet mit einem Tässchen türkischem Tee macht den Abend zu einem Fest. Die Rechnung ist dann die nächste Überraschung. Ganze 70 Lira werden uns berechnet !  Das ist 70%  des sonst gewohnten Betrages !

Dieser Platz ist wirklich  in Besuch wert.

Als wir beim Essen sind, setzt sich die Familie auch an den Nebentisch und isst ihr Abendbrot, ein Bohneneintopf und dazu wird Milch mit Honig getrunken.

Für uns ist es eines der schönsten Erlebnisse bis anhin.

 

27.7.10

Wir wollen früh starten, denn wir müssen heute ein ganz schönes Stück zurück.  Es ist 0700 als wir auslaufen. Frühstücken werden wir unterwegs. Wind haben wir keinen, so dass wir vorerst unter Motor laufen.

Um 0840 kommt dann der Wind auf, erst moderat mit 8-10 Kn, aber direkt auf der Nase. Wir fange an aufzukreuzen.

Ab 1200 steigert sich der Wind bis auf 28-29 Kn. und immer noch auf der Nase. Die SAMANTHA pflügt sich mit gerefften Segeln durch die Wellen dem Ziel zu.

Langsam wird uns bewusst, dass wir ohne Hilfe des Motors nicht an einen Platz kommen wo wir die Nacht verbringen können, denn an diese Küste gibt es keine geeigneten Ankerplätze. Wir kämpfen uns gegenan und umrunden dann endlich das Kap in der  Nähe von Ali. Es sind aber immer noch über 10 Meilen bis wir in der Bucht sind. Nach einem Tagespensum von 72 SM um 2010 fällt der Anker in der Gemiler Reede.

François zaubert noch ein  wohl verdientes Abendessen auf den Tisch. Wir genehmigen uns eine Flasche Wein und fallen bald sehr müde in die Kojen.

 

28.7.10

Schnarch.. Schnarch....

Keiner von uns beiden erwacht bevor die Sonne schon auf Deck brennt. Das übliche Morgenritual. Frühstück mit Wurst und Käse, dazu guten Kaffee, Wurstund Käse.

Dann laufen wir aus. Unser nächstes Ziel können wir schon fast im leichten Morgendunst ausmachen.
Wieder haben wir den Wind voll auf der Nase , können aber mit wenigen Schlägen rechtschnell hoch kommen.

Es ist schon recht ermüdend, den ganzen Tag aufzukreuzen gegen einen Wind bis zu 35 Knoten und Wellen die immer wieder über das Deck schlagen. Aber unsere SAMANTHA ist sich das ja gewohnt. Die letzten 6 Meilen müssen wir noch mit dem Motor schieben, denn der Wind ist nicht mehr brauchbar sowie wir in die Bucht von Ekencik einbiegen.

Um 1930 binden wir das Schiff am Quai vor dem Restaurant mit Mooring und Heckleinen fest.§
Ein Österreicher  mit einer Charterjacht (Bavaria) fragt uns, wie es uns ergangen sei da draussen bei dem Wind. Sie hätten  recht vielMühe gehabt und das Boot sei fast unkontrollierbar in den Wellen
getanzt.  Wir konnten das natürlich nur mit einem Lächeln quittieren. Unserer AMEL tut ein
solches Wetter noch lange nichts an.

Nach einer Dusche und frisch angezogen nehmen wir den steilen Aufstieg zum Restaurant
in Angriff. Zwischenzeitlich ist es  dunkel und das macht das Ambiente oben auf der Terrasse
erst recht schön.
Die Bedienung und das Essen sind noch genau so  wie das im letzten September war, der Chef leiert seine Menükarte noch mit gleicher Monotonie herunter und der Preis hier ist um 50% höher als in den anderen Buchten. Trotzdem ist es eine schöne Abwechslung
zwischendurch mal etwas gediegener zu essen.

 

29.7.10

Den Ausflug nach Dalan ersparen wir uns. Ich habe den schon erlebt und François und
Therese können das dann im September nachholen.

Es ist wieder 1000 als es heisst "Leinen los"   Aus der Bucht müssen wir mit dem Motor
schieben, danach  empängt uns ein Windchen wie man es eben nur erträumen kann.
Leicht achterlich, 13-14 Kn. was will man mehr.

So erleben wir noch einen letzten herrlichen Segeltag, zurück in die Marina in Marmaris.
Hier ist unser Platz belegt und uns wird ein  anderer Platz zugewiesen. Ich hole noch meine Festmacherleinen mit den Ketten und Federn vom alten Platz und befestige diese hier am Neuen.
Da es erst 1500 ist erledigen wir schon einige Kleinigkeiten bevor wir uns dann noch am
Pool in der Nachmittagssonne suhlen.
Den Abend verbringen wir noch einmal in Marmaris.

 

30.7.10

Heute das Übliche.  Abpacken und putzen.  Putzen ist wie immer, aber abpacken tun wir
nicht alles, denn im September sind wir ja bereits wieder auf der SAMANTHA und so
haben wir am Nachmittag nochmal schön Zeit zum Baden und Lesen am Pool.
Das Abendessen geniessen wir im Garten des Hafenrestaurants , aber nicht allzu lange,
denn bereits um 0400  soll der Wecker klingeln. Soll......

 

31.7.10

Das I-Phon hat mich pünktlich um 0400 geweckt . François und ich machen uns bereit.
Wir wollen noch in der Marina eine Dusche nehmen und dann rechtzeitig beim Ausgang
auf den Fahrer warten. Was ist den los, wer schickt mir ein SMS schon so früh ?

Es ist Philippe. Ich habe alle Anrufe auf seine Nummer umleiten lassen, damit ich im Urlaub meine nötige Ruha habe. Nur SMS kommen durch.
Philippe schreibt mir :  " Aufstehen !!! der Fahrer wartet schon seit einer halben Stunde
am Gate und niemand ist da. "

Ich schreibe zurück:  " Warum kommt der Fahrer eine Stunde früher als ausgemacht ? "

Trotzdem, wir beeilen uns, schliessen das Boot ab und starten richtung Gate. mit dem
Duschen wird's dann wohl nichts.

So ganz zufällig schaue ich auf meine Uhr am Arm.  Ouf.....  Tatsächlich, wir sind fast 3/4
Stunden zu spät.  
Die Erklärung ist einfach:  In der Türkei mussten wir die Zeit um eine Stunde vorstellen.

Das ist aber bei meinem I-Phon nicht geschehen und somit hat mich der Wecker nach Schweizer Zeit pünktlich geweckt, nur ist das halt eine Stunde später als gewollt geschehen.

Der Fahrer, Pflichtbewusst hat mich dann auf meine Handynummer angerufen, aber eben,
die Telefonate sind ja umgeleitet und somit hat Philippe das Glück gehabt, Morgens um
0500 geweckt zu werden.

Der Fahrer hat es gelassen genommen, aber wir sassen wie auf heissen Kohlen. Irgend
Mal, als der Verkehr zunahm und wir nicht mehr so schnell vorankamen, hat der Fahrer
bei der Airline angerufen und sich erkundigt bis wann die Schalter geöffnet sind.

Je näher wir zum Flughafen kamen, umso häuffiger hat der Fahrer den Schweiss von der
Stirne gewischt und ständig auf die Uhr geschaut. Er meinte, es wird knapp, müsste aber
klappen. Als vor uns dann eine Kolonne mit LKW's den Berg hoch schlichen, ist der Fahrer
auf die rechts an der Strasse liegende Baustelle ausgewichen und hat ganz cool die ganz
Kolonne rechts überholt.
5 Minuten vor Schalterschluss standen wir vor dem Eingang. Ich sprang aus dem Wagen
und düste zum Schalter. François soll mit dem Gepäck nachkommen. Wie ich mich gegen
den Check-in Schalter hetze, beruhigt mich einer vom Bodenpersonal, Ich müsse nicht pressieren, der Flieger hätte 20 Minuten Verspätung.
Kurz danach kam dann auch François mit dem Gepäck, wir konnten in aller Ruhe einchecken und danach noch gemütlich einen Kaffee trinken. Schliesslich hob der Flieger mit fast 30 Minuten Verspätung ab. Wir waren glücklich darin zu sitzen.

Diesmal haben wir in Istambul nicht 4-5 Stunden Wartezeit wie bei unserem Flug im April.
Mit geplanter 1 1/2 Stunden Zwischenzeit können wir ganz gemütlich direckt durchlaufen,
ohne uns die Zeit im Restaurant um die Ohren schlagen zu müssen.

Nein......, es ist ja unmöglich !  Wir müssen durch die Passkontrolle und dort stehen tausende
von Leuten in der Schlange vor den wenigen  besetzten Schaltern. Ich weiss aus Erfahrung, wie lange das pro Person dauert. Die Hochrechnung ist schnell gemacht. Unser Flieger wird ungefähr über
Belgrad sein, wenn wir durch die Passkontrolle kommen. .....

Ganz scheinheilig spazieren wir in der Halle herum und ganz per Zufall kommen wir von der
Seite her in die Warteschlange. Hier gibt es für den Rest keinen Trick mehr  um weiter nach
vorne zu kommen. Es wird immer heisser. Vorne fange die Leute an zu revoltieren.
Es sind nicht einmal die Hälfte der Schalter besetzt und einen Türkischen Zollbeamten kann
gar nichts aus der Ruhe bringen. Ein Türke mit Frau und 2 Töchtern regt sich fürchterlich auf
weil er wegen der offensichtlichen Schlamperei  mit seiner ganzen Familie den Flieger
verpasst. Das Wortgefecht eskaliert und schliesslich kommen Beamte und setzen den Mann
ausser Gefecht. ich kann dem armen Kerl nachfühlen und verstehe seine Aufregung, denn wenn man bedenkt dass der vermutlich für die ganze Familie ein Vermögen für Flugtickets bezahlt hat und nun auf dem Flughafen steht, der Flieger ist weg und eventuel auch der ganze Urlaub zur Sau,, ich wäre auch nichtb
glücklich ! Mir ist es im Dezember auch ähnlich ergangen, als ich  Lisabon, mit der
Boardingkarte in der Tasche vor der Gepäckskpntrolle im Stau stand und der Flieger weg war als wir dann endlich durch waren. Koffer weg, Flieger weg. Neuer Flug  erst nach 8 Stunden am Abend für
für die Kleinigkeit von 1000.- Franken, und das nur für 2 Personen.  Es ist eine absolute
Schweinerei was da in Istambul am Flughafen abging.  Wir haben , dank unserer Unanständigkeit
des vordrängelns gerade noch in allerletzter Minute den Anschlussflug erwischt, auch nur
weil unser Flieger mit 20 Minuten verspätung gestartet ist. Sonst hätten wir auch wie viele
andere in die luft gekuckt !

Der Flug selber verlief ohne Probleme und am Flughafen in Zürich wartete Rita auf uns. Sie
brachte warme Kleider mit, denn ich musste mich dem hiesigen Klima anpassen. Mit dem
Auto  ging es direkt nach Neuchatel, wo wir am Abend zu einer 1. Augustfeier eigeladen
waren. François stieg in die Bahn und fur zu sich nach Hause.  Es war eine sehr schöne
und erhohlsame Zeit gewesen, mit tollsten Segelbedingungen. Die Südtürkei ist für mich
eines der schönsten und angenehmsten Segelgebiete. Ich freue mich auf den  September, wenn
wir wieder in dieses schöne Gebiet fahren dürfen.

Im Oktober berichte ich dann gerne wieder, und hoffentlich kann ich dann auch von neuen Erlebnissen
Kund tun.