REISEBERICHT - Juli 2009

Aus  dem Plan, noch im April  die SAMANTHA nach dem verpatzten Versuch im März, aus dem Hafen von Sibari zu holen, ist aus beruflichen Gründen nichts geworden. So lag nun die SAMANTHA, fahrbereit im Hafen am Steg und hat geduldig auf meinen Besuch gwartet.

Gut, dass man Söhne hat, die mit einem solchen Schiff ebenfalls umgehen können, und so kam es, dass mein Sohn Philippe sich bereit erklärt hat, die SAMANTHA nach Marmaris zu überführen.

Zusammen mit Freundin Sophie, Beatrice und Hans hat man sich am 11.7.09 kurz getroffen und die Reise besprochen. Danach habe ich die Verantwortung an Philippe als Skipper übergeben. Hier sein Bericht:

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Philippe der Skipper

 

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Der erste Morgen vor Leucat

 

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Müde nach der Nachtwache

 

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Sophie hält Ausschna nach der Einfahrt

 

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Im Gänsemarsch durch den Kanal

 

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Sophie als Steuermann

 

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Hans im Ausguck

 

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Blaue Lagune von Zakynthos mit Wrack

 

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In den Strophaden

 

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Badepause in der Bucht

 

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Schöne Zwischenmalzeit

 

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Um die dreiussig Delphine kommen zu Besuch

 

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Hans photografiert die Delphine

 

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Ein Tuna gefangen und nun ist er tot

 

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..und Filettiert

 

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Super Segeln nach Milos

 

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Starker Wind

 

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Spärliches Frühstück bei starkem Wind

 

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Hans und Beatrice unterwegs nach Chora

 

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Die Motorrollerfahrer Philippe und Sophie

 

 

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Hans und Beatrice, Verschnaufpause

 

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Das Kloster

 

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Beatrice beim Aufstieg

 

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Vor dem kleinen Eingang ins Kloster

 

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Chora

 

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Flanieren in Chora

 

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Urlaubsphoto

 

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Weiter gehts mit Wind und Wellen

 

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Die Einfahrt von Kos

 

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Simi

 

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Motoren sind das Hobby von Hans

 

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Philippe wechselt den Impeller vom Generator

 

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Letzter Abend in Marmaris

12.7.09

Früh Aufstehen ist angesagt, denn am Gotthard wurde gestern ein Rekordstau von 24 Km angesagt. Dies interessiert die Fluggesellschaft in Meiland nicht. Wer nicht auf dem Flieger ist hat Pech. Da wir den Flieger in Meiland besteigen müssen und die SBB  wegen uns keinen Sonderzug fahren lassen will mussten wir ein Auto mieten, das wir in Meiland abgeben können.

Man versteht natürlich jetzt, warum wir schon früh auf den Beinen sind.  Die Fahrt durch den Gotthard, gestern mit 24 km Stau, erweist sich als absolut problemlos und auch in Bellinzona, wo auch 8 km Stau war ,  steht kein Auto.

Viel zu früh kommen wir in Meiland an und vertreiben uns die Zeit am Flughafen mit Kaffetrinken und kleinem Nickerchen auf den unbequemen Bänken.

Endlich um 1430  hebt der Flieger ab und bei schönem  Wetter  landen wir in Lamezia Terme nach Flugplan.

Der Taxifahrer scheint zu riechen, dass wir dringend nach Sibari müssen, denn wir müssen ja noch heute Abend ausfahren. Er nutzt seinen Instinkt schamlos aus und verlangt  170€ für die Fahrt. Normalerweise kostet es 140€. Die extra 30€ hat er vermutlich für seine Show- Einlagen während der Fahrt berechnet.

Mit zwei Handy  bestückt  zeigt er uns, wie man ein Formel 1 Rennen vom Flughafen bis Sibari fährt und dabei mit einem bis 2 Geräten (auch gleichzeitig) telefonieren kann. Wenn man die Italiener kennt und weiss wie die auch am Handy  beim Reden gestikulieren, kann man sich bildlich vorstellen, wie das ausgesehen hat. Einer,der für eine Kickboxmeisterschaft trainiert ist dagegen eine lahme Sau.

Schweissgebadet, nicht nur wegen der Temperatur und dem engen Platz zu fünft im Taxi, erreichen wir Sibari um 1600. Die SAMANTHA liegt ruhig im Wasser und wartet geduldig. Beim Pförtner bekommen wir die von der Marina hinterlegten Schlüssel und Papiere für's Boot. Plötzlich taucht auch Gaitano, der Hafenkapitän auf. Er hat mitbekommen dass wir noch heute auslaufen und ist deswegen extra gekommen um uns als Pilot den Weg zu weisen. Super toller Service, der für den Hafen typisch ist.

Warum dieses Gehetze, fragt man sich.  Wir haben von der Marina ein Mail bekommen mit der Ansage, dass nun, wegen den Dreggingarbeiten während der Woche das Ein-und Auslaufen nicht möglich ist, nur an Wochenenden ist der Weg frei. Also müssen wir noch heute raus, wenn wir nicht die ganze Woche hier liegen bleiben wollen.

1000 Liter Wasser sind eine ganze Menge, wenn die ausgepumpt und neu eingefüllt werden müssen. Und genau das ist es was uns noch um eine Stunde die Ausfahrt verzögert. Das Wasser das seit März im Tank ist riecht nicht gut und wird jetzt etst einmal ausgewechselt. Gaitano ist ungeduldig und tiegert ständig um uns herum.

Dann um 1800 sind sind wir soweit. Mit Gaitano voraus im kleinen Boot fahren wir langsam durch den Kanal und hinaus aufs freie Meer.

Fürs Abendessen haben wir einige Sandwiches gekauft. Einkaufen und Bunkern werden wir morgen früh, wenn wir in Sta Maria di Leucat sind.

Ein herrlicher Wind trägt uns gegen Osten, unserem ersten Zwischenziel entgegen. Ein erstes Aufschnaufen, denn die Hetze seit der Ankunft ist nicht das, was man sich unter " gemütlicher Urlaub" vorstellt, aber eben, wir mussten ja zeitig raus um nicht den Urlaub überhaupt an Ort und Stelle zu verbringen. Nun aber ist es Zeit für einen Apero. Gut, dass noch genügend Apero-Getränke und Gebäck da sind.

Ich teile die Wachen ein, gebe noch die Sicherheits- und die allgemeinen Instruktionen zum Boot durch. Für Hans ist das alles noch neu, Bea und Spohie waren schon auf der SAMANTHA und kennen sich daher schon aus.

Hinter uns geht langsam die Sonne über den Bergen unter und eine sternenklare Nacht nimmt uns in Empfang. Mit Radar und Autopilot läuft die SAMANTHA ruhig und geschmeidig durchs Wasser. Einzig die angegebene Geschwindigkeit scheint dubios. Auf einmal steigt die Anzeige auf 15 Knoten um dann sofort wieder auf 3 Knoten abzufallen. Scheinbar haben die Marineros beim letzten Einwassern die Sonospeedanlage beschädigt. Ich werde dann bei Gelegenheit abtauchen und den Zustand erkunden.

Der Tiefenmesser gibt auch eindeutig falsche Meldungen durch. Hier weiss ich, wo das Teil liegt und dass man dieses von innen ausbauen und reinigen kann. Leider hat mir Papa nicht gesagt, mit welchem Wasserdruck das kühle Nass ins Boot schiesst, wenn man den Tiefenmesser aus der Fassung nimmt. Jetzt , nach langem Wasser schöpfen weiss ich es auch.   

Der Schlaf ist noch unruhig, besonders weil ich weiss, dass weder Beatrice noch Hans je Nachtwache auf einem Schiff geschoben haben. Trotzdem bekomme ich einige Augenblicke der Ruhe ab.

 

13.7.09

Die ganze Nacht traumhaftes Segeln. Die SAMANTHA pflügt das Wasser und rundum leuchten die Algen. Der Mond spiegelt sich, es ist ein Traum. Schiffe sind nur wenige unterwegs, wir haben freie Bahn.

Kurz vor dem Hafen von Sta Maria de Leucat werden die Segel gestrichen und die Fender zum Anlegen bereit gemacht.

An der öffentlichen Mole legen wir längs an.  Kaum angelegt kommt ein Deutscher von der gegenüber liegenden Marina vorbei und warnt uns, dass es teuer werde, wenn uns die Coast Guard hier erwische. Wir haben aber keine Lust, für nur ein paar Stunden in der teuren Marina festzumachen, nur weil wir Einkaufen müssen. Ich bleibe auf dem Boot und die anderen drei gehen auf Einkaufstour. Sie müssen um den ganzen Hafen herumlaufen um dann auf der gegenüber liegenden Seite den kleinen Einkaufsmarkt zu finden.

Ich bleibe auf dem Schiff und bastle an einigen Sachen, die noch in Ordnung gebracht werden müssen.

Nach etwa 2 Stunden winkt mir jemand von der gegenüberliegenden Seite zu. Genauer hingeschaut, sehe ich meine drei Segelcrews, voll bepackt wie Toscanische Lastesel.

Mit dem Dingi überquere ich den Hafen und hole die Drei samt Verpflegung ab.

Alles wird verstaut, dann legen wir wieder los und nehmen Kurs direkt nach Lefkas. Der Wind steht so am günstigsten und wir machen ganz schön Fahrt mit einem Wind von leicht achtern (hinten ). So liebt es die SAMANTHA, und auch wir.

Alle sind nun guter Laune und der Anfangsstress ist überwunden. Jeder hat nun schon ein Gefühl fürs Segeln und der Kühlschrank ist voll. Was ist schöner im Leben eines Seemannes ?

 

14.7.09

In den frühen Morgenstunden bekommen wir Besuch bvon einer ganzen Delphinschule. Scheinbar ist heute  "Spielen mit einem Segelboot" auf dem Programm.

Es ist immer wieder faszinierend, Besuch von Delphinen zu bekommen.

Nach 2 x 4 Stunden Doppelwache ist die Nacht auch schon wieder vorbei und wir stehen um 0745 vor dem Strand von Lefkas. Nur, wo geht es durch den Kanal ? Vor uns ist ein kilometerlanger Sandstrand und kein Durchgang zu sehen!

Sollen wir das Boot vielleicht über den Sandstrand tragen ?  Philippe wird geweckt, er soll das Ruder übernehmen. Kein Eingang in Sicht und der Meeresboden nähert sich bedrohlich dem Kiel.

Dort..., ja dort leicht rechts von uns steuern 2 Boote ebenfalls auf den Sandstrand zu, nur, die scheinen nicht auf der Suche nach der Einfahrt zu sein, die sind sehr Zielstrebig. Wir geben Gas und hängen uns direkt hinter diese Boote. Und siehe da, eine praktisch unsichtbare Lücke, um eine Landzunge herum führt direkt in den Kanal und zur Brücke. Wir müssen uns noch 10 Minuten gedulden, dann erschrillt das Horn und die Brücke wird beiseite gedreht. In unserer Richtung sind es gerade Mal 3 Schiffe, auf der Gegenseite aber sicher 15 bis 20.

Die Durchfahrt im "Schrittempo" durch den Kanal, am Städtchen und an der Marina vorbei ist ein Erlebnis. Gegen Ende des Kanals wird auch  die Landschaft immer schöner und man könnte sich wirklich im Urlaub fühlen, wäre da nicht dieser Zeitdruck!

Kurz nach dem Kanalende finden wir bereits die Einfahrt in die Bucht von Vychlion, unserem nächsten Ziel.

Kaum steht die Sonne am Zenith, hat sich der Anker fest in den Grund gegraben und Baden ist angesagt.

Herrlich....

Schade nur, dass es hier ums Schiff herum etwas stark nach Toilettenabwasser riecht.

Entfernt man sich etwas vom Schiff, wird der Gestank weniger. Komisch...!

Zurück auf der SAMANTHA entdecke ich ein kleines Rinnsal, das sich vom Überlauf des Klärtanks zum Heck bewegt.  Wir haben vergessen die Ventile aufzumachen und so ist der Tank übergelaufen. Kurzes Reinigen und Abspülen des Bootes entfernt das Übel, aber keiner hat mehr Lust auf Baden.

Abends gehen wir an Land zu Dimitris. Hier essen wir wie bekannt ist, sehr gut. Dimitris freut sich über das Photo, das mir mein Vater mitgegeben hat, auf dem Dimitris mit Rita bei ihrem letzten Besuch zu sehen ist.

Es ist schon spät und wohlgenährt mit einem Gefühl von Urlaub rattern wir zur SAMANTHA zurück wo wir uns schnell in die Kojen verdrücken.

Wir freuen uns auf unsere erste ruhige Nacht.

 

15.7.09

Bereits um 0600 sind wir wieder auf Fahrt. An den schönen Inselchen vorbei nach Süden.

Leider ist weit und breit kein Wind zu spüren, so dass wir uns für diese Fahrt den ganzen Tag lang auf unseren Motor verlassen müssen. Von Zeit zu Zeit versuchen wir es mit den Segeln, aber mit nur 2 Knoten kommen wir nicht weit. Aus den Hafenbüchern sehen wir, dass es eine schöne Bucht an der Nordwestseite von Zakynthos gibt. Das müssen wir sehen. Also Kurs in Richtung  Blaue Lagune von Zakynthos. Und ob es sich lohnt!

Die türkis blaue Bucht mit den weissen Felswänden wird ihrem Ruf wirklich gerecht. Wir ankern, gehen Baden und besuchen auch das legendäre Schiffswrack.

Eine tolle Abwechslung für ein paar Stunden.

Weiter gehts bis an die Südspitze von Zakynthos, die wir noch umrunden um dann vor Keri den Anker zu werfen und eine ruhige Nacht zu verbringen.

 

16.7.09

Eine innere Unruhe treibt mich wieder an. Ich hole den Anker ein und lege ab. Um 0600 nehmen wir Kurs auf Pylos, leider wieder unter Motor. Nach und nach erscheint ein Kopf im Niedergang und als alle wach sind, wird an Deck gefrühstückt.

Kurz nach Zakynthos kreuzen wir eine kleine Insel auf der nur ein Kloster steht , das noch von einem einzigen Mönch bewohnt wird, und entscheiden, für eine kurze Pause den Anker zu werfen. Schon alleine die Ruhe, ohne MOtor ist ein Wohlgefühl. Hans und ich schnorcheln um die Felsen und glaubenl in einem Aquarium zu schwimmen. Ein unbeschreibliches Erlebnis. Diese Fische, dieses klare Wasser. Was will man mehr ?

Wegen dem Zwischenstop ist die Zeitschiene etwas aus dem Ruder gelaufen. Ich möchte nicht riskieren, bei Dunkelheit in einem mir unbekannten Hafen einzulaufen, deshalb entscheide ich kurzerhand, dass an Bord das Abendessen stattfindet und wir die Nacht hindurch um die Südspitze des Pelopones weitersegeln und Pylos an Backbord liegen lassen. Bis 0300 sind Sophie und ich auf Wache und um 0300 übernehmen Hans und Beatrice. Die Nachtwache ist sehr anspruchsvoll, da in dieser Gegend viele Schiffe unterwegs sind.

 

17.7.09

Eigentlich hatte ich vor, dass wir heute Neapoli ansteuern, aber nun, da der Wind so richtig aufkommt, ändere ich die Route und will direkt nach Milos. Neapoli ist sowieso nichts sehenswertes und da man dort an einem Steg nur unruhig liegen würde, ist es auch nichts reizvolles.

In der Früh  hat der Wind soweit aufgefrischt, dass wir mit einem Durchschnitt von 8,2 Kn vorankommen. Juhu....

Vor uns ein Schiff, mit einem  zweiten Schiff immer knapp nebeneinander. Die kommen direkt auf uns zu. Wir haben doch Vortritt, denn wir sind unter Segel, weiss der das nicht ?

Jetzt, schon ganz nahe sehe ich, dass da ein Schiff das andere im Schlepp hat. Also, Ausweichen !  Gesagt getan !  Kurz vor uns an Backbord liegt die Südspitze des Pelopones und an Steuerbord ist bereits Kythira zu sehen. Der Wind nimmt langsam weiter zu. Wir freuen uns schon auf einen richtigen Segeltag.

Mit 7,5 Kn im Mittel und schon recht hohen Wellen liegen wir auf direktem Kurs nach Milos.  

Erst herrscht noch starker Schiffsverkehr, aber der wird im Verlauf des Tages immer weniger und irgend Mal sind wir weit und breit alleine und kein Land mehr in Sicht. Die Wellen und der Wind werden immer heftiger und bald steigt öfters eine Welle übers Boot.

Den ganzen Tag über sehen wir keine Seele mehr und bekommen so langsam das Gefühl, mitten in einem Atlantik zu liegen. Abends haben wir das Schauspiel der untergehenden Sonne im Meer, etwas was immer wieder beeindruckt. Die Crew ist etwas angespannt, denn mit solchem Wind und solchen Wellen in die Dunkelheit hineinzusegeln hat noch keiner von denen erlebt.

Doch, gerade noch bevor es ganz dunkel ist, zappelt die seit Tagen ruhig am Heck eingesteckte Fischerrute ganz heftig.

Ich schnelle nach hinten und merke, dass da etwas grösseres an der Schnur hängen muss.

Alle werden ganz aufgeregt und Hans holt den Haken aus der Bagskiste und kommt mir zu Hilfe. Nach 20 Minuten ist das Tier an der Bordwand und Hans kann den Haken einhängen und den Tuna hochhieven.

Ein Tuna von ca 1 m länge und geschätzen 12 Kg liegt nun tot auf dem Achtedeck. Denkste tot...  Plötzlich schlägt das Tier nochmals kräftig mit dem Schwanz um sich uns wäre beinahe wieder ins Meer zurück, hätte ich es nicht noch schnell festgehalten. Dafür sehe ich danach aus, als hätte ich eben in einem Schlachthof den Kampf gegen eine Kuh gewonnen.

Von oben bis unten alles voller Blut. Auch das Schiff ist voll und alles muss sauber abgespült werden. Als letzte abendliche Arbeit wird der Fisch ausgenommen, tranchiert nund in die Kühltruhe verstaut. Selbstverständlich wird nicht schlafen gegangen, bevor Dad noch ein MMS bekommt mit dem Bild von unserem Fang. Schliesslich schleppt er schon seit 6 Jahren die Leinen hinten nach und hat noch nie so etwas grosses an der Angelm gehabt. Wie schön ist es doch zu wissen, dass man jemanden eifersüchtig machen kann.

 

18.7.09

Der Himmel im Osten fängt an sich zu erhellen als wir in die Bucht bei Milos einfahren und kurz danach bei Adamas

direkt vor den Bars an der Quaimauer festmachen.  Nach einigem nachgeholtem Schlaf gehen wir alle flanieren und

entdecken den unbeschreiblichen Urlaubsflair von Milos.

Boutiken werden durchstöbert,Essen wird eingekauft, Wasser wird getankt und einfach das Leben genossen. Nachmittags gibt es noch Hafenkino, nämlich als ab 1400 die Grossen und Dicken der reicheren anlegen und uns einpacken.

Abends kann man nur einschlafen, wenn man nicht mehr 20 ist und einem die über das ganze Hafengelände plärrende Disco Musik den Tanznerf nicht mehr zum schwingen bringt. Aber das ist ja bekanntlich in allen südlichen Breitengraden das Gleiche.

 

19.7.09

Nochmals kurzer Einkauf, danach gehts ab unter Motor, hinaus aus der Bucht. Draussen kommt der Wind auf und wir segeln nach Pholegandros, eine kleine Inselgruppe. Im Hafenbecken, das ganz schön besetzt ist setzen wir den Anker. Das Manöver muss mehrmals wiederholt werden, da er nicht richtig halten will. Schliesslich sitzt er und wir beginnen mit den Vorbereitungen des Abendessens.

Es ist wohl keine schwere Quizfrage, was es zu Essen gibt! Alledings, dass ein Tunfisch in kleine Stückchen zerschnitten, roh mit Olivenöl ein sehr leckerer Apero ist, das wissen nicht alle.

 

20.7.09

Wieder einmal früh, wie gewohnt, legen wir ab. Kurs  Ios.

Erst ist der Wind schön brav und gemütliches Frühstücken ist möglich.  Kaum aus dem Winschatten heraus, beginnt es so richtig zu knallen und die Wellen steigen immer höher.

Man nennt das "Meltemi", was uns hier querab um die Ohren pfeifft. Es wird immer schlimmer und wir fliegen nur so dahin, obwohl nur noch ein Taschentuch am Masten hängt. Nach Ios müssten wir nun gegenan, deshalb enscheide ich direkt unser als nächstes geplantes Ziel, Amargos anzusteuern. Es ist zwar etwas weiter, dafür können wir querab reiten und müssen nicht gegenan klotzen. Die Zeit wird etwa die gleiche sein.

Zeitweise steigt der Windmesser nun bis in die Gegend von 45 Knoten, bleibt aber konstant über 35. Bei einer Geschwindigkeit von 8 bis 9 Knoten steigen hin und wieder Wellen übers Boot und bescheren uns ein nasses Vergnügen,  aber die Amel liegt sicher und stabil im Wasser. Weit und breit kein anderes Boot.

Nach einer nicht endend wollender Zeit kommt Amargos in Sicht. Am Ufer schlagen die Wellen an die Felsen und steigen als imposante Säulen in die Höhe.

Vor der Buchteinfahrt holen wir die Segel ein und dampfen unter Motor langsam in Richtung Amargos Hafen.

Eben als wir um das Kap kurven, kommt uns eine grosse Fähre entgegen. Wir profitieren vom ruhigen Kielwasser und schleichen so an die Quaimauer, wo wir eine schmale Lücke zwischen zwei etwas grösseren Booten entdecken.

Langsam aber sicher drücken wir uns in die Lücke, wobei die beiden Kapitäne uns mit viel Verständnis helfen und ihre Boote soweit auseinander legen dass wir bequem zu liegen kommen.

Trotz widrigem Wind seitlich, gelingt es dank einer Mannschaft mit Fendern bewaffnet, heil in die Lücke zu parken.

Man will uns nicht abnehmen, dass wir bei diesen Bedingungen von Milos herübergesegelt sind. Klar, mit einem Motorboot würde ich bei solchen Bedingungen auch keinen Schritt vor die Bucht machen.

Morgen wollen wir in Amargos bleiben. Die Nachricht entlockt ein grosses "Wouh", denn der heutige Tag war schon recht sportlich.

 

21.7.09

Die Miete für Scouter ist billig.  15€ für einen ganzen Tag. Wir mieten 2 Stück und begeben uns auf Entdeckungsfahrt über die Insel.

Kaum weggefahren merke ich, dass im Tank kein Benzin ist. Ich fahre zurück und kann für ganze 5€ einen Tank füllen! Bei uns zu Hause scheint mir das alles viel teurer. Auf der Ansteige  nach Chora, dem Hauptort, blässt uns der Meltemi voll entgegen und die kleinen Motoscouter kommen kaum den Berg hoch. Berg runter gehts dann umso flotter. Etwas schwieriger ist es, die seitlichen Böen auszubalancieren. Teilweise hätte man unsere Akte in einem Zirkus darbieten können.

Chora ist ein schmuckes Dörfchen mit Boutiken, Restaurants und eben auch wieder dem Griechischen Urlaubsflair.

Der Nachmittägliche Besuch im bekannten Kloster ist ein Erlebnis für sich. Nach dem Besuch bekommt man noch Wasser zum Trinken und dazu einen von denn Mönchen selbst hergestellten Liqueur, und das alles noch ohne einen Eintritt oder eine Kollekte.

Gott ist gut in Griechenland.

Dieser Liqueur ist so gut, dass ich, hätte ich nicht andere Pläne, mir überlegen würde, auch dort in den Orden einzutreten.

Sophie und ich entschliessen uns, einen Abend für uns zu haben und in Chora zu essen. Hans und Bea finden ein Plätzchen am Wasser und geniessen ein Moussaka und andere griechische Spezialitäten.

Ein netter Kellner ist bereit zu erklären, wie man auf griechisch "Danke" sagt. Er schreibt uns dies phonetisch auf eine Serviette. Von nun an wissen wir dass "Efaristo" das magische Wort in Griechenland ist.

 

22.7.09

Wieder ist Tagwache gleich nach dem ersten hellen Schein am Horizont.  Keiner hat so richtig Lust, dem Meltemi zu begegnen und den Kampf gegenan wieder aufzunehmen. Ich entschliesse mich, nach dem Studium der Karte und dem Wind, erst nach Südwest abzulaufen um dann, im Windschatten der Insel an die Nordostspitze zu gelangen.

Könnte sein, dass wir diese Teilstrecke hinter der Insel unter Motor zurücklegen müssen, dafür wird es weniger sportlich und die Zeit bis zum Kap dürfte auch kürzer sein.

Gesagt getan, kaum aus der Bucht, haut uns der Meltemi so richtig in die Flanke. Da wir aber leicht nach Süden ablaufen steht er gut und bringt uns in "Windeseile" ans südliche Kap.

Hinter dem Kapp drehen die Winde einen Moment im Kreis und bei einer ungewollten Halse saust der Besan von einer Seite zur andern und zwar so, dass  der TRaveller zertrümmert wird.

Kurz darauf steigt der Elektrokompass vom Autopilot aus. Ich konsultiere die Amel-Dokumentation und lerne, dass eine 360° Runde eingelegt werden muss um das Gerät wieder zu kalibrieren. Action !

Hinter dem Kap wird es wie erwartet ruhig, jedoch genügt der Wind zum schönen Segeln. Leider nicht ganz ohne Überraschungen, denn je nach Geländeform der Insel bekommen wir Fallböen ab, die einem fast das Boot aufs Wasser drücken.

Es heisst höllisch aufzupassen. Kaum haben wir das Nordkap erreicht müssen wir leicht wenden und die Insel Kos ansteuern. Es ist nicht sehr weit, aber eine Passage voll vom Meltemi müssen wir überqueren.  Mit nur einem Taschentuch fliegten wir wieder dahin, wie vor 2 Tagen.

Die uns so liebe Schweizerfahne wird vom bösen Meltemi in Fetzen aufgelöst.

So wie wir die Westspitze von Kos querab haben legt sich der Wind und der letzte Teil bis zum Stadthafen von Kos dauert länger als gehofft und somit schwindet auch die Hoffnung auf Abendausgang im Städtchen.

Direkt am Hafeneingang liegt ein grösseres Gefährt, eine 3-Mast Yacht längsseits und nimmt viel Platz  weg. Doch gleich dahinter finden wir eine Lücke und können anlegen. Der Hafenmeister will 26€, eine Summe, die nun wieder einmal vernünftig ist. Ich werde gefragt nach den Papieren. Ausser der Einklarierung in Sibari gibt es  keine Papiere. Auf die Frage des Hafenchefs, "von wo kommt Ihr denn ?" "von Sibari" ist die Antwort (stimmt ja, ich spare ja nur die anderen Orte aus!)

An seinem Gesichtsausdruck ist zu entnehmen, dass er mir genauso glaubt, wie der Papst einem Taliban. Entweder kann er zu wenig Englisch oder er hat schon Hunger und will keine längere Diskussion. Auf alle Fälle,lässt er es dabei bewenden und ich bin entlassen.

Der Tag war heftig und lang, schnelles Schlafen ist nun angesagt.

 

23.7.09

Heute ist seit langem wieder einmal Ausschlafen angesagt.

So gegen  0900 kriechen alle in Richtung Kühlschrank und es gibt Frühstück.

Danach wird der Weg nach Simi unter den Kiel genommen. Abwechselnd zwischen Motor und Segel tümpeln wir in Richtung Simi. Uns wurde Simi als schöner Ort angepriesen und deshalb wollen wir rechtzeitig dort sein um die letzte griechische Bastion zu geniessen.

Denkste !

In Simi fahren wir gleich in die Bucht vor dem Städtchen am berühmten Uhr-Turm vorbei.

Alles voll. In der Bucht liegen über 40 Regattaboote und somit ist für uns kaum mehr Platz. Eine Art Wasserpolizei fordert uns auf, am Buchteingang zu ankern und zu warten, wir würden dann eingewiesen. Wir legen uns neben ein vor uns da gewesenes Boot vor Anker und warten. Zwischenzeitlich kommen mehr und mehr Yachties und legen sich ebenfalls dazu.

Nun, holt der Einweiser das erste Boot ab und schwups, drängen sich die nachfolgenden Besucher ebenfalls in die Bucht. Als gut erzogene Schweizer warten wir. Dann kommt der Einweiser wieder und erklärt uns, dass nun alle Plätze belegt seien und wir in der Nachbarbucht ankern sollen. Scheis....., hätte man doch nur nie Anstand gelernt. Es ist halt wie überall, "der Schnellere und Frechere ist Sieger".

Die Bucht nebenan ist zwar schön aber schnell mal 20 Meter tief und der Anker hält nicht besonders.  Nahe am Ufer liegen einige Fischerboote in seichterem Wasser. Schliesslich legen wir uns dazwischen, mit Buganker und einer Landleine. Nun liegen wir endlich gut und sicher. Neben uns ein Franzose macht es uns nach.

Die stille Ruhe dauert nicht lange. Irgend ein aufgebrachter Grieche gestikuliert und legt sich mit dem Franzosen an. Man will, dass wir den Platz verlassen. Der Landesnachbar wird ebenfalls etwas heftig in der Aussprache und die Tonhöhe steigert sich. Wütend stampft der Grieche davon, kommt aber kurz danach, vermutlich, mit seinem mit einer Polizeiuniform verkleideten Vetter zurück. Mit klaren Worten und herrischen Gebährden werden wir nun aufgefordert den Platz zu verlassen.

Erneutes Ankern und zwar mehrmals, weil der verfluchte Anker einfach nicht halten will, bis dann endlich das Eisen sich so in den Boden krallt, dass ich das Zeichen zur Entspannung geben kann. Nur, leider ist es zwischenzeitlich bereits Zeit den Magen mit einem Abendessen zu beruhigen.  Hans und Beatrice gehen noch ins Städtchen zum flanieren, aber da die Dunkelheit bald einbricht,wird dieser Ausflug auch eine Art Touristenmarathon.

 

24.7.09

Genug von Simi. Die Stimmung an Bord ist nicht mehr das, was man sich unter "super" vorstellt. Trotzdem ziehen wir zügig und mit schönem Wind Richtung Festland und in die riesige Bucht ( Meer ) von Marmaris. Hier wird nochmals gebadet, das Leben an Bord genossen und danach mit vollen Tüchern bis vor die Einfahrt in die Marina so richtig schön gesegelt.

"Marina Marmaris, Marina Marmaris, Marina Marmaris, this is Samantha, Samanta, Samantha, do you read me, over". Scheinbar höhren die Türken schlecht, denn ich bekomme auf Kanal 72 keine Antwort. Also fahren wir langsam in die Marina und hallo, ein Marinero holt uns mit dem Dingi ab und weisst uns zum Platz. Hier werden werden uns sofort die Leinen abgenommen und uns jede Hilfe angeboten. Ein guter Service.

Kurz danach beginnen wir bereits mit den Aufräum- und Putzarbeiten. Für mich eine Selbstverständlichkeit, denn ich will das Schiff in dem Zustand verlassen wie wir es angetreten haben. Das ist so die Regel in unserer Familie.

In der Hafenkneipe klingt dann der Abend noch aus.

 

25.7.09

Putzen, putzen, aufräumen, einpacken und alles in Ordnung machen, das muss halt sein, ist aber nicht jedermanns Sache, und klar, ein solcher Tag verdient den Namen "Urlaub" nicht.

Alle machen mit und trotzdem wird es spät Abend bis wir so weit sind, dass ich das Boot liegen lassen kann. Die Rettungsinsel muss noch in die Werft, denn auch die muss gewartet werden, das ist eine lästige Verpflichtung, alle drei Jahre, wenn man unter Schweizer Flagge segeln will. In der Marina gibt es ein deutsches Team, das sich allen Belangen eines Seglers annimmt und so gebe ich die Rettungsinsel in deren Werkstatt.

In der Capitanerie ist unsere Ankunft bekannt, denn mein Vater hat uns per E-mail angemeldet und den Preis bereits festgelegt. 2 Monate in der Hauptsaison für 580€, da darf man nicht reklamieren !

Mir wird aber klar gemacht, dass wir uns vor dem Ablauf der Zeit mit der Marina in Verbindung setzen müssen, ansonst wir werden die Unterlagen am Tag  danach einem Anwalt übergeben !  Strenge Gesetze haben die hier in der Türkei!

Zur Abendessenszeit haben Beatrice und Hans "die Schnauze" voll und den Magen leer. Im Kneipchen in der Marina sucht man Erholung und hofft auf etwas Essbares. Scheinbar werden Schweizer hier nicht bedient. Nach einer halben Stunde des  Wartens kehrt man unmutig auf die SAMANTHA zurück.

Jetzt ist es an der Zeit für Sophie und mich, ebenfalls etwas auszuruhen und zu essen. Während ich mich von einer Schweisskruste in der Marina-Dusche befreie, bestellt Sophie das Essen und wir geniessen dies noch bis Mitternacht. Endlich ist es auch etwas kühler und wir erholen uns von dem harten Putztag unter der brennenden Sonne. Jetzt ist es angenehm und die 40° im Schatten sind vergessen.

Hans und Beatrice haben sich noch etwas hingelegt und träumen sicherlich von der Ruhe und dem angenehmen Leben zu Hause, ohne tägliches sportliches Segeln, Kochen, unruhigem Schlafen und Putzen

26.7.09

Sophie und ich erledigen noch einige Kleinigkeiten, dann ist es auch schon 0200 und die beiden anderen stehen auf. Das Taxi erwartet uns pünktlich am Eingang. Fahrt zum Flughafen und um 0400 hebt bereits der Flieger ab nach Istambul.

Ich staune immer wieder, warum die Piloten so früh fliegen wollen. Eine Umfrage bei den Passagieren würde bestimmt darauf hinauskommen dass man auch um 0900 fliegen könnte!

Der Transfert in Istambul ist ohne Probleme und bereits um 0930 sind wir in Zürich. Hier stehen eine unmenge Polizisten und nehmen jeden genauestens unter die Lupe. Die Türkei ist nicht im Schengenraum und da könnte es ja sein, dass der eine oder andere Reisende nicht besonders erwünscht wäre. Wir jedenfalls dürfen einreisen! Beim Bahnsteig verabschieden wir uns von Hans. Er fährt direkt in seine Heimat im Bernischen. Beatrice, Sophie und ich nehem den Zug nach Zug, wo uns Papa und Rita abholen.

Nach Kuchen und Kaffee geht die Reise weiter nach Hause.  Endlich schlafen !

Es war eine recht anstrengende Überfahrt, aber voller schöner Erinnerungen , Wind, Motor, Fische und Wasser. Die ganze Zeit hat uns die Sonne begleitet und ein Stückchen davon haben wir mit aus dem Urlaub mitgebracht, so dass es auch zu Hause nun etwas Sommerlicher ist, nach all den letzten kalten Regentagen.

Im September werden Papa und Rita die SAMANTHA besuchen und die Südtürkei besegeln und ende September über Ihre Erlebnisse berichten.

 

Euer "Jungkapitän" Philippe