REISEBERICHT - September 08

04_sam_hafen.JPG

SAMANTHA  wartet geduldig am Steg

 

03_tosca_leandra.JPG

Tosca und Leandra

 

05_andi_boot.JPG

Andreas wartet auf das Komando "Leinen los"

 

18-mast.JPG

Erst müssen kleine Reparaturen vorgenommen werden. Ich hoch im Mast.

 

06_leandra_boot.JPG

Leandra wartet geduldig

 

07_tosca_boot.JPG

Tosca, ein Model ?

 

16-bagger.JPG

Endlich wird gebaggert

 

17-altemaschine.JPG

Altes Gerät, aber nützlich für die Freiheit

 

11-fische.JPG

Im Hafen hat es tausende von Fischen

 

11-kranen.JPG

Die SAMANTHA bereit zum Auswassern

 

12-uberraschung.JPG

Oh, das sieht aber ungewöhnlich aus !

 

13-putzen.JPG

So einen Pelz, und das in nur 6 Wochen!

 

14-schraube.JPG

Kein Wunder, dass das Schiff nicht mehr vorwärts wollte.

 

15-ruder.JPG

Da drunter ist unser Ruderblatt !!!

 

02_vatikan.JPG

In Rom, im Petersdom

 

09_medisci.JPG

Am Trevi Brunnen

 

01_andi_medici.JPG

Ob  uns die eingeworfenen Münzen das erhoffte Glück bringen ?

 

08_papst.JPG

Der Papst fährt vorbei

 

10_gassen-rom.JPG

 

Seit wir im August  zurück sind, habe ich  mir so einige Teile, die ich brauche,  zusammen gehortet.

Von Amel wurden mir innert Tagen alle bestellten Teile zugeschickt und von Pochon bekam ich ebenfalls schnell die neue Windmessteile, die oben auf dem Mast installiert werden.

 

26.9.08

Es ist 2100 als bei mir das Handy klingelt. Andreas mit seinen beiden Töchtern warten auf mich vor dem Haus.

Bepackt mit einer Tasche Bettwäsche, die mir Patrick, nach seinem Urlaub, frisch gewaschen und gebügelt zurückgebracht hat, einer Tasche mit den Ersatzteilen von Amel und einer kleinen Tasche mit meinen Klamotten beladen,  pfeile ich aus dem Haus zum Parkplatz, wo alles ins Auto von Andreas verstaut wird. Kurzer Abschied von Rita und los geht die Reise, dem Zugersee entlang nach Arth  zum Gotthard und bis zur Grenze in Belinzona.

Nachdem der Herr Zöllner erst einmal kurz durch die Scheiben geluchst hat, werden wir gebeten, uns auf den Abstellplatz zu begeben und das Auto zu verlassen.

Vermutlich hat der Herr Zöllner, unsere beiden jungen Begleiterinnen und insbesondere die Ältere, Leandra, mit ihrer etwas popigen Aufmachung entdeckt. Da muss man doch schon etwas genauer hinsehen. Ist ja OK, nur gleich mit dem Drogenspürhund das ganze Auto zu durchstöbern, finde ich doch etwas happig. Weder Andreas noch ich, so glaube ich wenigstens, haben einen Drogendieler-Look.

Na was solls. Leider hat der Hund kein Erfolgserlebnis feiern können.

Weiter geht die Fahrt nach Süden. Zwischendurch wechseln Andreas und ich uns beim Fahren ab, die Mädels schlafen so gut es geht, bis wir dann gegen Morgen bereits in der Region von Bari den erwachenden Tag erleben.

 

27.9.08

Genau wie geplant, erreichen wir Sibari ca 1000 in der Früh.  Die SAMANTHA liegt ruhig und sicher an ihrem Platz.  Sofort beginne ich mit den notwendigen Vorkehrungen, um das Schiff häuslich zu machen und die Kabinen vorzubereiten. Draussen ist es richtig warm und die Sonne lacht.  Wir erst auch noch. Dann, im Büro, wird mir klar gemacht, dass der Wasserstand bei der Hafeneinfahrt knapp sei und wir womöglich nicht ausfahren können. Andreas mit Töchtern soll erst einmal einkaufen gehen und absichern, dass wir in den nächsten Tagen etwas zu Futtern haben. In der Zeit kann ich in Ruhe das Schiff vorbereiten.

Abends gehen wir in die Pizzeria, im Hafen, die ich kenne, denn alle haben Hunger und Lust auf Pizza.

Autsch. Die Pizzeria ist zwar offen und an einem Tisch neben uns sitzen  vier Franzosen, aber Pizza gibt es nicht, denn der Ofen ist im Garten und wird um diese Jahreszeit nicht angeheizt.  Spagetti sind auch gut und stillen den Hunger, besonders dann, wenn sie mit einem tüchtigen Schluck Rotwein hinuntergespült werden.

Nach dem Essen fallen wir wie tot in die Betten.

 

28.9.08

Eigentlich wäre heute Sonntag, aber im Hafen merkt man nichts davon, ausser dass am Nachmittag, Gaitano, der Hafenkapitän nirgends zu finden ist. Andreas und ich reparieren den Motor , der das Grossegel aus dem Mast zieht und danach hisst er mich nach oben in den Mast, um das neue Windmessgerät  zu installieren.

Nachmittags holen wir das Dingi aus der Bagskiste, pumpen dies mit der neuen Elektropumpe auf, und fahren erst einmal zum Strand um zu baden. Das Wasser ist herrlich klar und 24°C warm.  Bei der Anfahrt zum Strand haben wir dann zu wenig schnell reagiert, so dass sich das Dingi quer in die Brandung legte und der nächsten Welle erlaubte uns voll zu überspülen. So wurden auch Andreas und ich nass, obschon wir nicht geplant hatten  ebenfalls zu schwimmen.  Am späten Nachmittag drehte der Wind dermassen auf, und das noch aus östlicher Richtung, dass die Hafeneinfahrt nun vollends zugespült wurde und an ein Auslaufen nicht mehr zu denken war.

 

29.9.08

So gegen 0900 beginnt sich das Schiff ganz langsam mit Leben zu füllen. Es wird Frühstück aufgetischt , die jungen Lady's müssen sich noch schminken und so weiter. Wir haben ja Zeit, denn auslaufen können wir vorerst noch nicht. Ein Franzose, der im August gleichentags wie wir in den Hafen einfuhr, wurde ungeduldig. Er musste dringendst weg, denn er hatte einen fixen Termin in Korfu mit seinem Boot. In der Kapitanerie, nur Achselzucken und keine genaue Angaben darüber, wann man die an der Ausfahrt stehende Maschine  in Betrieb nehmen werde, um die Ausfahrt frei zu baggern.

Nachmittags vertreiben sich die Mädels die Zeit mit Fischen, alledings ohne uns den Abendtisch zu bescheren.

Nachdem meine selbst gemachten Spätzli alle gut genährt haben, spiele ich mit Leandra und Tosca das Kartenspiel "Phase 10 ". Wir haben so den Plausch, dass wir kaum aufhören können und bis spät in den Abend hinein die Karten klopfen.

 

30.9.08

Heute ist grosser Aufruhr im Hafen. Mehrere Segler wollen ausfahren, können aber nicht. Aus der Kapitanerie kommt ebenfalls nichts neues, ausser dass wir am Nachmittag mitgehen sollen, um unsere Unmut bei einer organisierten Demonstration beim Bürgermeister vorzutragen.

Zusammen mit den Hafenangestellten und dem Franzosen, der schon ganz hüppelig ist, fahren wir ins nächste Dorf zur Bürgermeisterei.

Zusammen sind wir 10 Leute, die vom Bürgermeister empfangen werden. Er hört sich die  verschiedenen Anliegen, die alle auf italienisch und in allen möglichen südländischen Tonlagen vorgetragen werden an. Selber telefoniert er dann mit irgend jemandem, der scheinbar sehr schwer von Begriff sein muss, aber schliesslich nachzugeben scheint und verspricht, morgen in der früh mit dem Baggern anzufangen. Aus dem Gespräch geht hervor, dass die Gemeinde Lecce, genau das gegenteilige Problem wie Sibari hat. Dort wird der Sand vom Strand weggespült, wo in Sibari der Sand angespült wird. Nun will Lecce von Sibari ca 400'000 m3 Sand abkaufen und damit die Strände für die Touristen wieder anschütten. Der Haken dabei ist, dass sich 2 süditalienische Gemeinden auf eine gemeinsame Aktion einigen müssen und dies ist, ausser es wäre für Pater Pio, ein an ein Wunder grenzende Angelegenheit.

Wir warten erst ab und sehen, was Morgen läuft.

Für heute Abend wollen wir nochmals auf die Suche nach Pizza gehen. Im ersten Restaurant, das zum  Hotel in Sibari gehört, machen wir gleich rechts umkehrt, denn der Speisesaal ist so voll mit Carreisenden (es stehen draussen mindestens 5-6 Cars) dass wir befürchten erst eine Pizza zum Frühstück zu bekommen. Und zudem, romantisch ist der Schuppen auch nicht.

In einem Dorf, hoch oben in den Hügeln hinter Sibari werden wir fündig. Beim Betreten des Restaurants, werden wir in perfektem Baslerdeutsch mit " Grüezi mitenand" empfangen. Der  Besitzer war 15 Jahre in Basel und hat dort eine Pizzeria geführt. Die Pizzas sind Klasse . Gefragt nach einem Hauswein , bringt er uns eine Flasche, von der er stolz erzählt, dass der Inhalt ein Produkt des Hauses sei. Der so genannte Wein ist nicht rot, nicht weiss, sondern leicht rosarot. Wir nennen diesen, etwas dickflüssige Saft bei uns eher Likör als  Wein.  Gut ist er, aber fährt unheimlich ein. Andreas und ich sind uns einig, dass wir, falls wir diese Flasche killen, in keinem Falle mehr im Stande sein würden, mit dem Auto sicher nach Sibari zurück zu finden.  Wir bestellen deshalb einen Roten, der mundet ebenfalls gut, hat aber bestimmt nicht diesen hinterhältigen Touch, uns nach einem Glas bereits aus den Socken zu heben. Die angefangene Flasche und noch 2 dazu, kaufen wir, wobei der Chef uns eine noch schenkt, und nehmen sie mit für spätere Abende.

 

1.10.08

Brum brum brum...  Der Bagger ist tatsächlich dabei, die Einfahrt auszubaggern.  Heute   werden wir ausfahren, und zwar so gegen 1500, wenn die Flut am höchsten ist.

Den Vormittag vertrödeln wir mit Allerlei. Gegen Mittag machen  wir schon einmal die Leinen los und verlegen uns an den Steg längsseits. Aber was ist da los ?

Ich habe keine Chance das Boot auf Touren zu bringen. Knappe 1800 Touren liegen drin und die SAMANTHA bewegt sich kaum durchs Wasser. ich kenne das. Habe dies schon einmal in Porto Cervo erlebt. Der Propeller muss voller Muscheln sein. Aber, in diesem unappetitlichen und undurchsichtigen Hafenwasser zu tauchen bin ich nicht bereit. Mit einer Leine unter dem Schiff durch, versuchen Andreas und ich , den Propeller etwas von seinem Anhang zu befreien. Es gelingt nicht. Wir werden ausfahren und hoffen, dass wir draussen bei der Fahrt von dem Anhang etwas befreit werden.

Um 1500  heisst es "Leinen los !" und wir starten. Wie eine gebrechliche Grossmutter tuckern wir durch den Kanal. Gaitano weist uns den Weg und so gehts, neben dem Bagger vorbei ins offene Meer.   Gut, dass der Wind nicht allzu stark blässt, denn gegen einen stärkeren Wind würden wir nicht ankommen.

Nun, draussen, sollte ja alles Gut sein.

Gefehlt. Mit einem schönen Wind von 10 Knoten, querab, bleibt unsere SAMANTHA fast an Ort und Stelle stehen.

Der Geschwindigkeitsmesser spielt verrückt, zeigt Mal  2 mal 5 Knoten obwohl ich fühle, dass wir nicht richtig Fahrt machen. Das GPS zeigt dann, dass wir mit 2 Knoten (Bei 10 Knoten Wind) dahindümpeln. Später, bei 15-20 knoten Wind erreichen wir eine Spitzengeschwindigkeit von gerade mal 5 Knoten.

Unser Ziel ist unbestimmt. Ich weiss nur, dass wir nicht weit kommen werden und dass in keiner Richtung ein schützender Hafen oder eine Bucht uns für die Nacht aufnehmen kann. Wir werden am Sandstrand, draussen, Ankern müssen.

Nun stelle ich auch noch fest, dass der Tiefenmesser seinen Geist aufgegeben hat. Ankern bei Dunkelheit, in Strandnähe und das ohne Tiefenmesser, das ist nicht mein Geschmack. Nach kurzem Eingreifen, in der vorderen Kabine unter dem Bodendeckel, ist der Tiefenmesser gereinigt und zeigt brav wie viel Wasser wir noch unter dem Kiel haben.

Bei 12 m, sind wir noch gut einen Kilometer von Strand entfernt, setzen aber dennoch den Anker mit vollen 60 m Kette. Der Wind steht noch immer bei 15 Knoten und will einfach nicht Ruhe geben. Die, die es kennen, wissen, wie ein Boot schaukelt, wenn es am Anker hängt und den vollen Schwell abbekommt. Meine Gäste wissen es nun auch und können sich nun zu de "Erfahrenen" zählen.

Ans Kochen , auch eines bescheidenen  Gourmet-Menues ist im Moment nicht zu denken. Tosca liegt flach und ist bös Seekrank. Leandra geht es gut und sie fühlt sich wie ein Fisch im Wasser.   Mit einer Büchse Ravioli kann ich die Gemüter (ausser das von Tosca)  besänftigen.

Ravioli können so gut schmecken!

Zur Sicherheit setze ich eine elektronische Ankerwache und gehe, nachdem ich feststelle, dass der Anker sicher hält, zum Schlafen in die Koje. Andreas bleibt bei seiner kranken Tochter im Cockpit und versucht sich ein wenig auszuruhen. Leandra  vorne und ich hinten schlafen mehr oder weniger gut. Gegen Mitternacht stellt der Wind endlich ab, aber der Schwell bleibt und verdirbt uns die Möglichkeit eines ruhigen Schlafes.

 

2.10.08

Heute ist Donnerstag, das Wetter ist nicht besonders schön und zwischendurch tröpfelt es sogar. Dort vorne, in Sibari scheint die Sonne. Wir entscheiden, heute gemütlich zurück zum Hafen zu fahren und um ca 1500 wieder einzulaufen.  Den ganzen Tag haben wir schöne Segelbedingungen, nur kommen wir halt nur langsam voran.

Es ist bereits 1600 als wir gemächlich in den Kanal einfahren. Gaitano, der uns als "Pilot" begleitet, gibt mir ständig Zeichen, doch etwas schneller zu fahren. ich quittiere seinen Wunsch nur mit einem Achselzucken.

Wir legen uns wieder längsseits an den Steg, denn morgen, so haben wir uns entschlossen, nehmen wir das Schiff aus dem Wasser und werden uns auf den Heimweg machen. In Napoli und Rom wollen wir Zwischenstops einlegen um etwas zu sehen.

 

3.10.08

Mein Weckruf um 0800 wird zwar allgemein wahrgenommen, aber der  Situation nicht die notwendige Bedeutung zugesprochen, so dass ich mit den Vorbereitungen fürs Auswassern etwas später als gehofft anfangen kann. Um 1100 stehen Mario und seine Kollegen bereit um die SAMANTHA an den Kran zu nehmen.

Noch nicht bereit !

Wir verlegen trotzdem unter den Kran und benutzen die Mittagspause der Arbeiter um noch alles fertig zu machen.

Dann, um 1330 ist es soweit, die SMANTHA kommt langsam aus dem Wasser. Hui...  Was ich da sehe, ist etwas ganz neues.  Soviel Bewuchs an meinem Schiff habe ich nun doch noch nie gesehen und auch nicht erwartet. Das etwas sein muss, war mir klar, nachdem die Geschwindigkeit  nicht gestimmt hat, aber das!  Es sind sage und schreibe 5 cm korallenähnlicher Befall.

Sofort fangen die Arbeiter damit an, diese Korallen abzukratzen. Es geht gut weg. Trotzdem, das muss ich nicht länger ansehen. Wir fahren los.

Die Fahrt führt uns über die Berge von Calabrien nach Napoli.  Hier parkieren wir mitten in der Altstadt und beginnen unseren Minimarathon durch die Gassen. Noch sind alle Läden offen aber die Restaurants zu. Es regnet und an allen Ecken stehen eingewanderte Inder mit Bündeln von Regenschirmen zum Verkauf.

Es ist knapp 1900 als wir ein nettes Lokal finden in dem man uns um diese frühe Stunde schon willkommen heisst.

Wir dürfen nun wenigstens im Trockenen sitzen und halt warten, denn auch hier ist man nicht vor 1930 bereit Gäste zu bewirten. Dafür ist das Essen nachher sehr köstlich und der Wein wäre gut, nur darf ich mich nicht zu sehr daran laben, denn ich werde noch chauffieren bis Rom.

Noch ca 2 Stunden bis Rom, dann fängt die Hotelsuche an.

Wir haben zwar unheimliches Glück, denn bereits im ersten Haus  sind noch 2 Zimmer in der obersten (glaube 6.Etage) frei und günstig sind die auch. Etwas skeptisch nehmen wir Stufe um Stufe. Es riecht zum Teil nach nassem Hund, zum Teil nach Negerschweiss oder Rauch.

Oben angekommen, sind wir uns bald alle einig,  das ist es nicht !

Weiter geht die Suche.  Bis Mitternacht haben wir so  ungefähr 50% der Hotels in Rom kennen gelernt.  Andi zeigt, dass er ein Geduldsmensch  ist. Überall nur Absagen.  Bei mir wird der Geduldsfaden bis nahe an die Zerreissgrenze  gestreckt. Ich wäre lieber in der 1. Höhle  gelegen , als hier eine nächtliche Site-seeing-tour durch Rom zu veranstalten, und dazu noch mit ungewissem Ausgang.  Hier ist noch eins:  Andi geht fragen,  dort ist auch noch eins, Andi geht wieder fragen  und so geht es weiter.

Endlich, Andi kommt mit einem Lächeln zum Auto zurück.

Es wäre noch eine so genannte Suite, mit 4 Schlafgelegenheiten frei. Nicht ganz billig, aber eben frei !

Ok,  wir ziehen ein, nicht ohne vorher noch einen kleinen Schlummerbecher an der Bar genehmigt zu haben.

Im Zimmer muss erst noch das Kanapee bezogen und zu einem Bett umfunktioniert werden.

Die Beiden Mädels teilen sich das Kanapee und Andi und ich  machen es uns im grossen Doppelbett bequem.

Jeder drückt sich auf seiner Seite an die Bettkante, so dass die gemeinsame Decke wie ein Trampolin zwischen uns gespannt ist. Nun, ich bin es nicht gewohnt mit einem anderen Mann im Bett zu schlafen, aber ich weiss, Andi ist ein feiner Kerl und zudem bin ich so hundemüde, dass ich mich einfach von ihm wegdrehe und schnell einschlafe. Andi nimmt mir das nicht übel!

 

4.10.08

Im obersten Stock liegt der Frühstücksraum. Wir treffen dort so nach und nach ein, denn die Benutzung des Bades hat automatisch eine Staffelung des Erfrischungszustandes aufgezwungen. Ich wollte als letzter ins Bad, da ich nach alter Gewohnheit, gleich beim ersten Toilettengang in der Früh meinen  Körper von allen Altlasten befreie. Und da die Lüftung im  Zimmer nicht nach  neustem Stand der Technik gebaut ist, kann ich keinem meiner Mitsegler die Morgentoilette zur Hölle machen.

Wir geniessen das Frühstück, danach steuern wir zur nahe gelegenen Metrostation, lösen die Tickets und ab geht’s, direkt zum Vatikan. Auf dem Weg zum Heiligen Ort, finden die Mädels noch einen Laden , in dem sie ihre popige Aufmachung , mit vom Vater abgeluchsten  Feriengeld , auffrischen.   Leandra kauft sich ein weiteres Armband mit Stacheln  ( so sehen die Halsbänder von Kampfhunden aus ) und Tosca ersteht einen etwas diskreteren , schön verzierten Gurt, der von oben links nach unten rechts über den Hintern getragen wird.

Erfreut über die neueste Errungenschaft geht’s weiter in Richtung Heiliger Vater.

Wir haben heute Glück, denn die Warteschlangen bis zum Dom sind  höchstens für eine Wartezeit  von 1 Stunde gut. Da habe ich letztes mal in Rom viel mehr Leute gesehen.

Bei der Eingangspforte zum Vatikan trennen wir uns. Die Agazzis wollen nach dem Dombesuch in die Stadt, ich meinerseits interessiere mich für das Museum und die Sixtinische Kapelle, die ich letztes mal wegen der zu langen Warteschlange ausgelassen habe.

Das Vatikan Museum ist eine absolute Wucht. Was die da aus der ganzen Welt zusammengetragen haben! Unglaublich! Und die Leute ! Es sind Tausende, die da durch die nie enden wollenden Hallen und Gänge geschleust werden. Dagegen ist jedes Stadtfest  ein Jammer!

Nach dem 2-stündigen Durchgeschoben werden, wandere ich gemütlich durch das halbe Rom zurück zum Hotel.

Auch die Agazzis sind eben angekommen und wir sind alle so geschlaucht, dass wir uns eine verspätete Siesta gönnen, jedoch mit der Auflage, um 1900 für den Abmarsch zum Essen bereit zu sein.

Am grossen Brunnen vorbei bummeln wir in den alten Gässchen Roms und finden prompt ein gemütliches Lokal wo wir gut essen.  Nach dem Essen haben wir alle das Bedürfnis nach Schlaf und so geht’s auf direktem Weg wieder zurück unter die Decke.

 

5.10.08

Heute ist  Reisetag.  Wieder  treffen wir uns beim Frühstück und gleich danach fahren wir los. Es regnet in strömen. Rom, Mailand, Bellinzona. Diesmal werden wir am Zoll durchgewunken.

An der nächsten Tankstelle müssen wir anhalten, denn Leandra klagt über Unwohlsein.

Leandra ist es nun „kotzübel“ und das sieht man Ihr an.  Zu Ihrem  schwarz-weiss-look passt  nun auch ihr Gesicht. Sie tut einem richtig leid. Irgend etwas beim Frühstück muss wohl schlecht gewesen sein, denn bei Ihr kommt es überall heraus, wo der Herr beim Menschen einen Ein-oder Ausgang hingebastelt hat.

Die Fahrt geht weiter, von Tankstelle zu Tankstelle.  Zu allem Übel stehen wir vor dem Gotthard noch im Stau. Vorne  sehen wir schon die so dringend aufzusuchende Tankstelle ( mit Toiletten) aber wir stehen und kommen nicht voran. Arme Leandra!

Der Gotthard Tunnel ist ebenfalls sehr lange, Auf alle Fälle viel zu lange für unsere leidende Leandra, aber ein Halten ist unmöglich und Toiletten oder Bäume gibt es auch nicht. Sie muss durchhalten und das schafft Sie tapfer bis zur nächsten Raststätte.

Wenn sich der Zustand von Leandra weiter verschlechtert, werden wir direkt in eine Spital fahren müssen. Gott sei Dank,  scheint es aber nach dem letzten ergiebigen entleeren des Magens, etws besser zu gehen, so dass wir nun direkt bis Cham durchfahren können.

Hier verabschieden wir uns und ich freue mich mein Frauchen wieder zu sehen.

Es war eine schöne und interessante Zeit gewesen, mit so jungen Damen, die viel Freude gemacht und wieder einmal bewiesen haben, dass die Jugend doch besser ist als oft ihr Ruf.

Die SAMANTHA  wird nun ihren Winterschlaf machen. Irgend einmal im Frühjahr ist geplant, Sie in die Türkei zu verlegen.

Das wird dann wieder ein Männertrip von 8-10 Tagen !

Bis dahin wünsche ich Euch eine schöne Winterzeit, frohe Festtage und ein gutes neues Jahr.

Euer Kapitän

Rudy