REISEBERICHT - Juli 2008

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Sophie und Philippe auf dem Törn von Tropea nach Sibari

 

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Philippe bei der Vorbereitung

 

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Der Kompass

 

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Der Obelisk bei Salina

 

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Stimmung in den Liparischen

 

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Papa wo ist.....

 

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Warten auf mich in Sibari

 

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Erster Hafen, Callipoli

 

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Einfahrt in Sta Maria de Leucat

 

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Im Yachtclub Korfu

 

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Einfahrt in Gaios

 

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Erstes freiwilliges Bad

 

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Auf Schnäppchenjagt

 

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Mediteranes Flair

 

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Waschtag

 

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Im Kanal von Levkas hat es viel Verkehr

 

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Hoppla, wir müssen weg, der ist schneller wie wir

 

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Rita steuert durch den Kanal

 

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Physkardo ist voll

 

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Nur noch mit Landleine, wir haben Glück einen Platz zu finden

 

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Abendlicher Biergenuss

 

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Einfahrt in Zakyntos

 

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Gleich hinter uns die Fähre

 

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Die alte Kirche

 

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Anja und Rico, unsere Nachbarn in Cham besuchen uns

 

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Wir mieten einen Scooter

 

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Schöne Bucht beim Leuchtturm

 

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Wir genemigen uns einen Lunch in der Taverne beim Leuchtturm. Der Service lässt zu wünschen übrig

 

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Anja geniesst den Eiscafé bis zum letzten Tropf

 

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Genüssliches Bad im Süsswasserpool

 

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Beim Griechen in Kalamaki ist das Essen super

 

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Poros hat nicht viele Turisten

 

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Ruhige Bucht in Vlychion

 

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Dimitris, unser Favorit

 

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Er schmeckt gut, der griechische Wein

 

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Auch Rita geniesst einenhalben Liter Rosé

 

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Das Dessert ist schön angerichtet und frisch

 

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Dimitris, der "alte Grieche" ist noch wie vor 4 Jahren

 

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Zu dieser Werft hätte ich kein Vertrauen

 

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Noch ein Bad im grünen Wasser bevor es weiter geht

 

 

 

 

5.07.08

Angefangen hat diese Sommersaison schon lange vor dem Sommeranfang. Im Frühjahr bestellte ich eine neue Genua bei Gateff, dem Segelmacher, der lange Jahre die Amels mit guten Segeln bestückt hatte. Mit meinen Segeln, die die Amel seit Anfang 2003 benutzt, war ich vom Beginn weg nie zu frieden. Aufgeplatzte Nähte, lose Verstärkungen etc haben immer wieder dazu geführt, dass ich mich als Schneiderlein meck-meck-meck betätigen musste. Irgendmal im 2004 hat dann die Amel einen Teil meiner Segel unter Garantie repariert, so dass es eine Zeit lang ruhig war. Nun aber, seit dem April-Törn, war es klar, die Genua ist am Ende, und ich will mich nicht den Rest meiner Tage auf der SAMANTHA als Näher betätigen, deshalb muss eine neue Genua her. Anfang Juni wurde das Packet von 38 kg bei mir zu Hause angeliefert. Wie aus dem April-Bericht hervorgeht, mussten ebenfalls die Batterien, nach 5 Jahren ersetzt werden. Diese fand ich in der nähe von Bern bei einer Firma, die genau das richtige Batteriemodell im Programm führt. Auch die Batterien wurden rechtzeitig bestellt, jedoch terminlich so gelegt, dass ich diese erst kurz vor meiner Abreise abholen kann. Ich habe nämlich keine Lust, die 450 kg ins Auto zu laden, in den Keller zu transportieren um dann wieder einzuladen. Noch einige andere Kleinigkeiten wurden gehortet, um dann mit auf die Reise zu gehen.

Am Wochenende vor dem 6.Juli wurde Philippe, der jüngste Sohn intensiv gebrieft und mit gut gemeinten Warnungen und Ratschlägen eingedeckt. Er fuhr dann mit der Eisenbahn ab Lausanne in etwas mehr als 24 Stunden und ca 4 Stunden Verspätung in Tropea ein, wo die SAMANTHA geduldig wartete. Letzter Termin, um aus dem Hafen auszufahren war der 10.Juli, denn bis dahin war der Platz reserviert und bezahlt. Pünktlich zum Datum, fuhr Philippe mit seiner Freundin Sophie in Richtung Liparische Inseln weg.

Bereits einige Stunden nach der ersten Ausfahrt klingelte bei mir das Telephon " Papa, wo ist.........", danach, Papa, der Motor springt nicht an, was muss ich tun ......, Papa der Motor stellt nicht mehr ab, wie macht man das im Notfall?....  und so weiter.

Für die ersten 2 Tage war ich wirklich "Standby" und konnte per SMS immer wieder schnell die Situation klären. Nach dem 3. Tag wurde es ruhig. Gut dass Papa auf dem Schiff eine peinliche Ordnung hält und somit aus der Ferne jedes Teil orten kann.

Rita meinte nur dazu, weshalb ich denn diesen so peniblen Ordnungssinn nicht auch zu Hause entwickeln könnte!

Für Philippe ist es das erste Mal, alleine auf dem Boot. Es ist halt doch etwas Anderes, wenn man ganz alleine ist und der "Alte" nicht doch irgendwo in einem Eck hockt, aber im Notfall einschreiten kann! Hihi...

Die Zeit zum Segeln in der Gegend war gut. Das Wetter und die Winde spielten mit.

Am 18.Juli waren wir verabredet in Sibari, wo ich das Boot übernehmen will.

Trotz vorheriger Zusage in Sibari, konnte Philippe nicht in die Marina einfahren, denn der Wind hatte wieder Sand in die Einfahrt verfrachtet, so dass nur 1,80m tiefe vorhanden war, und das langt nicht. Wie für den Notfall vorher verabredet, hat sich Philippe in den Hafen von Corignano , ca 4 SM südlich verholt um auf uns zu warten.

 

18.7.08

0300. Der Wecker klingelt, obschon es draussen noch stockdunkel ist und bei mir noch ganze Haufen von Sandmännchensand in den Augen liegen.

Zusammenräumen, Rolläden runter, Schlüssel in Nachbars Briefkasten, Frühstück einpacken, Schminken (natürlich nur Rita, die auch etwas länger braucht), und pünktlich um 0500 wird das Auto in Bewegung gesetzt. Am Vortag habe ich in Bern noch die Grosskinder ( sie haben den Grossvater noch für einige Tage auf Trab gehalten) an Natascha übergeben, die Batterien abgeholt und dann den Rest des Gepäckes verstaut. Mit den 450 Kg Batterien, dem 40 Kg schweren Segel und dem Restgepäck wurden die Federn auf der Hinterachse ganz schön auf die Probe gestellt. Jedenfalls blinkten uns auf der Fahrt alle entgegenkommenden Fahrzeuge zu, weil unsere Abblendlichter direkt die Augen unserer Gegner ins Visier nahmen.

Entlang dem Zugersee sind wir schnell am Gotthard, wo wir nicht den befürchteten Stau haben. Ruck-zuck sind wir im Tessin, in Mailand stehen wir ungefähr eine Stunde im Stau. Danach läuft es wieder über Modena, Bologna und Rom, bis wir dann endlich kurz nach Napoli, an der Abzweigung Richtung Reggio di Calabria nochmals im Stau stehen. Jetzt gehts weiter. Denkste.....

Wie ich wieder anfahren will reagiert das Auto nur zögerlich und will nicht auf Touren kommen. Hinter uns eine schwarze Wolke, die einer Verneblungsgranate der russischen Panzerarmee alle Ehre gemacht hätte.

Der Tourbo ! Sofort erkenne ich das Problem, denn vor genau 3 Wochen ist das Gleiche beim Audi passiert. Deshalb weiss ich auch, dass ich weiterfahren kann, jedoch mit delikatesse Gas geben muss, sonst eben der schwarze Rauch. So gehts weiter, und weiter, langsam aber sicher, bis wir an das Gebirge stossen, das die Italiener aufgestellt haben um die Westküste von der Ostküste zu trennen und um dort eine Autobahn hinaufzuführen. Ein VW mit kaputtem Turbo, Kolonnen wegen Baustellen, so dass man uns nicht überholen kann, ein Auto das mit ca 700 kg Ladegewicht beim Bergfahren immer mehr an Geschwindigkeit verliert und eine immer dichtere schwarze Rauchwolke ausstösst, das ist nicht das, was man als Ferienfreuden bezeichnen kann.

Hopla, jetzt wird die Reise wohl zu Ende sein!

Ein Polizeiauto steht am Strassenrand, genau da, wo die Strasse wieder zu steigen beginnt und ich wieder eine grössere Verneblungsaktion (wegen der Steigung) gestartet habe.

Entweder sind die italienischen Polizisten blind, oder sie sind sich solche Dreckschleudern gewohnt, oder es ist bald Wochenende und man will nicht Überstunden machen, wir werden nicht beachtet, obwohl wir die Polizisten schon 5 m nach der Vorbeifahrt nicht mehr sehen, und das für lange Zeit, denn wir sind eben daran mit Tempo 40 eine Passautobahn zu bezwingen, die wegen Baustellen nur eine Spur hat. Selbstverständlich sind wir Schweizer ganz vorne an der immer länger werdenden Kolonne.

Irgendmal, als ich schon fast steiff vor Verkrampfung bin erreichen wir den Hospitz von 1300 m ü M. Bergab ist kein Problem. Bald sind wir in Sibari, wo wir als erstes unseren Freund Mario besuchen um mit Ihm die Strategie für Morgen zu besprechen.

Danach finden wir Sophie und Philippe auf dem Boot, wo die Beiden eben aufgehört haben die SAMANTHA zu putzen. Sie sieht wirklich tollund gut gepflegt aus.

Ich bin stolz auf meinen Sohn, dem ich das Schiff, entgegen vieler Ratschläge anvertraut habe. Auch Rita empfindet, dass alles sehr sauber und gepflegt ist, und das will was heissen, mir gelingt es nur selten, ein solches Kompliment zu erheischen ( fehlende Begabung zum Putzen). Noch am selben Abend wechseln wir die Batterien aus und stellen die alten auf die Pier, in der Hoffnung, dass sich bewahrheitet, was über diesen Hafen gesagt wird, nämlich, dass man nichts unbeobachtet lassen könne, weil es sonst gestohlen würde. Für mich wäre das die angenehmste Art, die Batterien zu entsorgen.

 

19.7.08

Nein, die Batterien stehen immer noch da !

Erst gehe ich mit Mario in eine VW Werkstatt. Der Chef schaut sich das an, hohlt einen Schraubenzieher, setzt einen Schlauch zwischen Vergaser und Turbo wieder an seinen ürsprünglichen Platz, schraubt die Rohrschelle richtig fest und alles ist wieder Gut! Danke.

Mario verklickert 4 noch gute Batterien, den Hafenbeamten, die uns eigentlich wegkomplementieren wollten. 2 Batterien nimmt er selber, und den Rest verhöckert er einem Fischer, der aber auch die 4 kaputten Batterien mitnehmen muss. Schwups, alles ist weg und ich habe kein Problem mehr von wegen Entsorgen.

Calabrisches Wunder !

Um 1100 werden Sophie und Philippe zum Bahnhof gebracht und verabschiedet. Philippe sehe ich nun eine Weile nicht mehr, denn am Tag unserer Heimreise wird er nach Madagaskar zu seiner ersten Arbeitsstelle reisen.

Adée mein Sohn !

Den Rest des Tages verbringen Rita und ich mit Einkaufen, Einräumen und Füsse hochhalten.

Am Abend holt Mario mit seiner Faru unser Auto ab, das bis zu unserer Rückkehr bei Ihnen zu Hause im Garten ruhen darf. Es ist nicht selbstverständlich, so liebe Leute zu kennen. Die Chance aber , in dieser Gegend von Italien liebe und nette Leute kennen zu lernen ist gross. Sie haben nicht viel, sind mit wenig zu frieden und was sie haben wollen sie noch teilen.

 

20.7.08

Gleich nach dem Frühstück um 1000 legen wir ab. Draussen herrscht absolute Windstille. ( Rita gefällts). Mit Motor bis Gallipoli. Wir kommen nach dem Eindunkeln an. Vor 4 Jahren haben wir an der Hafenmole gelegen. Ich weiss wo ich hin will. Bereits bei der Hafeneinfahrt sehe ich dass alles verändert ist. Eine riesige Marina wurde erstellt. Den so guten und kostenfreien Liegeplatz gibt es nicht mehr. Dafür eine Marina voll von Booten, einen Marinero, der dich sofort abfängt und an den Platz komplementiert.

Wir gehen trotz vorgerückter Stunde noch aus in die Stadt.

Welche Veränderung. Da wo letztesmal noch tote Hose und vergammelte Läden waren ist Halli-galli, modernste Modegeschäfte (60% Klamotten, 20% Schuhe, 5% Klimbim und 15% Bars), Cafés und Imbissbuden.

Mit einem schönen Bier runden wir den Abend ab und zielen zurück zum Boot. Wie wir die Marina betreten, werden wir gleich abgefangen und geprüft. Wir bekommen Zutritt, da unser Boot da liegt (Glück gehabt!). Die Italinener nehmen's ernst. Vor 4 Jahren konnten wir unbehelligt und frei da liegen und haben auch gut geschlafen.

 

21.7.08

Ich will zur Schiffswerft um zu klären, ob ich eventuell das Boot dort überwintern könnte, falls wir doch nicht, wie versprochen im August in Sibari einlaufen können. Vergebliche Mühe. In den Werften, die ich sehe, würde ich mein Boot nicht liegen lassen.

Auf dem Weg zurück zum Boot, steche ich in die Kapitanerie um die Übernachtung zu zahlen. 119€ , kein Kommentar. (Die Italiener spinnen nun wirklich).

Wir laufen aus , ein herrlich kleines Lüftchen und nur kleinste Wellen lassen den Tag zu einem schönen Segeltag werden.

Angestachelt durch die Nachricht von einem Bekannten, dass jemand dort in der Gegend einen 1,5 m langen Blue-Marlin gefangen hat, fische ich wie verrückt! Aber natürlich, nichts.

Gegen 1600 legen wir am Steg in St Maria de Leucat an. Wir haben nun schön Zeit, uns die Gegend wieder einmal vorzunehmen. Ausser, dass etwas mehr Betrieb ist als bei unserem letzten Besuch, finden wir keine Veränderung.

Oben im Dorf kaufe ich eine neue und diesmal solide Fischerrute, denn mit der Alten fange ich nichts und zudem zerfällt die auch langsam. Ich weiss ja jetzt, auf was ich achten muss. Der Verkäufer, ein mittelalterlicher Italiener vom Typ Macho und möchte noch gerne, interessiert sich wenig um mein Anliegen, eher schon für Rita, der er frischfröhlich, verheissungsvoll zulächelt und zuzwinkert. Rita haut ab aus dem Laden und will anderes (Klamotten) sehen. Schade, dass sie mir die Avancen des Verkäufers nicht sofort offenbart hat. Vielleicht hätte ich ja seine Adresse mitnehmen können, für den Tag, an dem Ich meine Frau ganz gerne einem älteren Italiener verschenken würde.( Es gibt in unserer Ehe manchmal solche Tage, aber leider habe ich da nie eine entsprechende Abnehmeradresse zur Hand, und warte immer wieder ab, auf nächste Tage, die wieder besser sind, so wie die, die wir gerade im Moment in unseren Ferien erleben, da dürfte keiner kommen!!!)

Entgegen der Empfehlung von Rita, doch an der Hafenmole anzulegen, statt in die Marina zu fahren, wollte ich Ihr Gutes tun und zeigen, dass ich alles mache, um Ihr den Aufenthalt auf dem Schiff möglichst angenehm zu gestalten und dass dies in unserem Urlaub etwas anderes ist, als wenn wir im Mittelmehr herumkurven. Deshalb liegen wir am Steg, mit Heckleinen und Moorings. ( Alleine wäre ich selbstverständlich an die Mole gegangen). Mitten in der Nacht, ca um 0300 weckt mich Rita und verlangt nach meinem ärztlichen Beistand, denn Ihr ist "kotzübel" von der dauernden Schaukelei. Durch die Luke schiele ich hinüber zur Mole, wo die Schiffe absolut ruhig liegen. Hier habe ich mir den Ärger förmlich mit 79€ Gebühr frisch von der Stange eingekauft. (Depp!)

 

22.7.8

Bewölkt ! (Gott staft sofort!)

Rita will so schnell wie möglich weg und ich muss wohl auch.

Die Strecke bis Korfu wollen wir unterteilen und legen bereits am Nachmittag den Anker im Norden einer der Korfu vorgelagerten Insel in einer schönen Bucht. Das Dingi hängt wie Üblich mit einer Leine hinten auf einer Klampe. Warum und wieso weiss ich nicht, aber auf einmal sehe ich unser Dingi, wie es sich selbstständig von uns Richtung offenes Meer bewegt. Klamotten runter, Brille weg, Schuhe aus und schwups. Mit einem olympiawürdigen Kopf-Startsprung bin ich hinterher. Nach einigen Schwimmzügen halte ich das Gefährt sicher an der Leine und schwimme zum Schiff zurück. Rita setzt die Badeleiter, so dass ich wieder einsteigen kann. Jetzt erst einmal die Wassertemeratur messen, denn ich habe ein ungutes Gefühl von Kälte (obwohl bald ende Juli ist). 19° zeigt es an. Freiwillig hätte ich da wohl kein Sprung gemacht. Nachher trauerte ich noch um meine Brille, die vermutlich im Wasser verschwunden ist, denn an Deck kann ich sie nicht mehr finden. Freude kommt erst am Abend beim Bettgehen wieder auf, da liegt nämlich meine Brille, die ich scheinbar, ungewollt durch die Luke geschickt habe. Kein Wunder war sie nicht an Deck!

Das Wetter ist wieder schön und es ist heiss.

Bevor es aber Bettzeit wurde, drehte der Wind um 180° und wir standen plötzlich ungeschützt den immer höheren Wellen gegenüber. Der Wind nahm zu bis ca 5-6 Bfd. Anker hoch und weg, zur nächsten Insel, ca 2 Stunden Fahrt, in eine südlich gelegene ruhige Bucht. Dort kommen wir gerade beim Eindunkeln an. Im Schlepptau einen Spanier, dem es genau gleich ergangen ist und der nur 100 m neben uns geankert hat.

Die Nacht wir ruhig, ausser dass der Wind auf bis zu 30 kn zunimmt, aber uns stört das nicht, wir liegen gut geschützt und gegen heulende Winde die mit den Masten und Wanten zusammen Musik machen gibt es Ohrenstöpsel.

 

23.7.08

Als ich um 0700 aufwache ist Rita schon seit einer Stunde in den Startlöchern. Mit Wind im Rücken fliegen wir förmlich Korfu entgegen. Meine Idee ist, in Kilipolis dem ersten Hafen festzumachen. Beim näheren hinschauen sehen wir, dass dort der Schwell voll im Hafen steht und die Boote so stark schwanken, dass ich gleich den Scheidungsrichter hätte anrufen können, wenn ich dort eingefahren wäre. Wir drehen ab und entscheiden uns direkt nach Kerkyra weiterzusegeln. In Kerkyra fahren wir in den alten Hafen ein, drehen und hauen gleich wieder ab. Volles Rohr , Wind und Wellen. Um die Huck liegt der Yachtclub. Dort hat Rita schon einmal eine ganze Woche alleine auf dem Boot gehaust, als ich nach Deutschland musste. Dort kennt Sie sich aus und hat ein Gefühl der Vertrautheit. Um 1500 ist es auch noch kein Problem einen Platz zu ergattern. Bei der Einfahrt liegt ein Cat, die Mooringleine geht sehr flach ins Wasser. Ich kann nicht zu weit ausweichen, da ich schon bald den Grund berühre. Hops, plötzlich bewegt sich der Cat, zieht mit uns, schnellt aber dann auch gleich wieder zurück. Ich habe sie gefangen, seine Leine, jedoch nur für kurz, dann ist sie unter meinem Kiel durch. Jetzt können wir anlegen. Wie das Anlegemanöver, das sauber geklappt hat ( Rita ist einfach super beim Anlegen), fertig ist, sehe ich, dass das eine Ende der Mooringleine am Ring aufgerollt ist. Das sollte eigentlich nicht so sein. Ich vemute Böses. Mit Tauchbrille und Messer steige ich ins Wasser und schneide die Leine von meiner Schraube. Es war so wie vermutet, die Leine ist in die Schraube gekommen, weil die Mooringleine unter dem Boot lag. Es war nur eine kurze Übung und die Leinenenden waren wieder verbunden, so wie es sein sollte. Wir werden von einem sehr netten Marinero empfangen. Der Platz ist mit 49€ pro Tag akzeptabel. Wir buchen gleich für 2 Nächte. Rita ist auf dem Zenith ihrer Gefühle.

Später kommen neben uns noch ein Italiener mit einer netten (und gut aussehenden) Mann(bzw.Frau)-schaft. und ein Spanier.

Auf dem Spanischen Schiff sind 2 Männer und eine Frau von dem Typ, den man bei uns Nutte nennen würde. Der eine Mann scheint ein Skipper zu sein, der andere ein entflohener Ehemann mit Ferienvergnügen. Wie die Beiden es an Deck treiben und wie sich die "Dame" kleided und benimmt geht über jedes Verständnis eines Seemannes, auch wenn er mehrere Monate unterwegs gewesen wäre.

Wenn die beiden unter Deck verschwinden ( und das passiert ziemlich häuffig) geht der Skipper jeweils von Bord und spazieren.

Wir konzentrieren uns auf die Stadt, das fröhliche Treiben, gutes Bier, USO mit Eis und Rita genehmigt sich gerne ein Café-Frappé nach griechischer Art.

Abends steuern wir eine zufällig entdeckte Lokalkneipe an. Dort essen wir herrlichen Fisch, gute griechische Küche mit allem drum und dran (auch 1 Liter Hauswein ist dabei) und das alles für einen anständigen Preis. Die Italiener vom Nebenboot scheinen die Kneipe zu kennen, denn auch sie tauchen dort auf, und zwar ziemlich Zielstrebig.

Bevor wir zurück zum Boot gehen machen wir noch einen Zwischenstop im Yachtclub, es gibt herrliche Cocktails, schöne (und laute) Musik die man in gemütlichen Fauteills geniessen kann während man den hell erleuchteten Hafen und die Burg betrachtet. Die Stimmung bei uns ist schon fast hochzeitsreiseähnlich.

 

24.7.08

Um 0800 schiele ich aus der Luke. Der Himmel ist grau. Rita schläft noch (gutes Zeichen oder Nachwirkung vom Abend?)

Auf der Aussenseite der Mole haben einige Riesenklötze angelegt . Ca 4 stöckige, schwimmende Häuser. Die Crews, alles billig zu habende Engländer, putzen, putzen und putzen nochmals. Man kann den Kerlen tagelang zuschauen, die putzen von früh bis spät. Teils müsste doch bald der Lack ab sein, so putzen die. Dabei werden per Inserat nicht Putzmänner sondern Seeleute gesucht! Für mich wäre das nichts, von morgens bis abends nur an einem Schiff rumzuputzen um dann nach Tagen oder Wochen irgendmal den Anker zu heben und für ein par Stunden in einen anderen Hafen zu wechseln, wo selbstverständlich sofort wieder das Schiff geputzt werden muss. Hier ist es besonders lustig, denn seit der Früh putzen die Kerle (auf allen Booten), als wäre Putzen eine olympische Disziplin und die hier in einem Trainingslager. Um 0900 ca gibt es leichten Regen. Alles wird schnellstens abgedeckt. Um 0930 hört der Regen auf. Alle Abdeckungen weg. Alles trockenreiben. Um 1000 ca leichte Schauer. Abdecken. 1030 ca Regen hört auf, alle Abdeckungen wegräumen, alles trockenreiben, und so weiter, den ganzen Tag. Es ist richtig komisch. Einen der "Matrosen" beobachte ich, wie er einen halben Tag am Geländer der Gangway poliert. Am Schluss robbt er auf den Knien, schrubbt mit einer Art Zahnbürste die ganze Gangway. Ob dem seine Frau weiss, wie gut der putzen kann? Man müsste ihn Photografieren und ihr das Photo schicken. Armer Kerl !

Wir nehmen es gemütlich. Oh, siehe da! Der Spanier kommt an Deck, nur gerade mit einem T-Shirt bekleidet, das bis knapp zum Bauchnabel über die Wampe reicht! Ein herrlicher Anblick in einer Marina!

Abends gehen wir nochmals in die Stadt zum Essen. Diesmal suchen wir die Kneipe, in der wir schön öfters waren. (Auch so ein Geheimtip). Rita geniesst ein herrliches Mousaka und ich einen Tintenfisch vom Grill. Der ist zart, aber so gross, dass ich ihn kaum hinunterbringe und mich vielleicht etwas überesse. Oder war es der gute Wein, die Uso's oder die Metaxa's, die mich nicht ruhig schlafen liesen?

Wir stellen plötzlich fest, dass die Griechen nicht in der gleichen Zeitzone sind wie wir, eine Stunde zurückdrehen am Wecker!

Deshalb sind wir immer so früh beim Essen gewesen, und dass man uns schon beim Ansteuern als Touristen von weitem ausgemacht hat!

Ab Morgen werden wir in der gleichen Zeitzone segeln.

 

25.7.08

Heute gibt es nur ein kurzes Frühstück. Keiner von uns hat Hunger. Danach legen wir los und segeln südwärts. Juhu..jetzt geht meine Windanzeige wieder, die jetzt so viele Tage gestreickt hat. Man kann ja auch segeln ohne Windanzeige, aber es ist halt schon ein nicht zu unterschätzender Komfort.

Wie geplant legen wir bereits um 1500 in Gaios auf der Insel Paxoi an. Es war eine gemütliche Fahrt ohne Stress. Neben einem schönen Holzboot mit Italienischer Flagge legen wir an. Rita zeigt einige Begeisterung für den (schönen) Skipper. Wir packen unser Badezeug und bummeln an einen kleinen Strand. Dieser ist mit lauter mehr oder weniger jungen Damen besetzt.

Ich muss auch ins Wasser, Rita will es so. Einmal drinn, ist die Qual gedämpft. Allzulange kann ich ja auch nicht da im knietiefen Wasser stehen bleiben mit eingezogenem Bauch, denn irgendmal sollte ich doch wieder richtig Luft nehmen können. Also wie ein Held hinein und erst Mal bleiben obwohl der ganze Organismus nach schnellem Raus schreit. Wir sind immer noch im Juli, einem Sommermonat. Woher die Griechen soviel kaltes Wasser haben? Heute Abend koche ich Kässpätzli, weil Rita das so wünscht.

Als wir dann beim abendlichen Flanieren gegen mitternacht in einer Lounge am Hafen sitzen kommen immer noch Leute im Restaurant nbenan zum Essen. Die werden dort freundlichst bedient! Probiere bei uns einmal um 2100 noch in ein Restaurant zu schleichen !  Andere Länder andere Sitten.

Eine Inselbewohnerin, mit der ich sprüchle, während Rita sich Klamotten sucht, erklärt mir, dass hier von Ostern bis ende September das Geschäft läuft, und zwar 7 Tage die Woche und von 0700 bis 0200 dann ist tote Hose bis Ostern. Viele Einheimische würden dann gar nichts machen.

 

26.7.08

Es ist bereits die erste Ferienwoche um. Wir schlafen aus, dann legen wir los, Ziel Physkardo auf der Insel Keffalonia. Erst kein Wind bis 1100, dann dreht er auf bis auf 25 und 30 kn, jedoch wie üblich, aus der falschen Richtung, nämlich genau von da wo wir hin wollen! Irgendmal wird es Rita zu viel, wir kreuzen gegenan, so wie das halt Seemänner tun. Segel runter, Motor an, nah unter Land wo kleine Wellen sind und tuck...tuck....tuck...bis Physkardo. Dies ist ein kleines, sehr schmuckes Örtchen mit malerischen, gut gepflegten Häuser. Der Hafen ist klein. Wir finden erst kein Platz. Viele liegen auf der Gegenseite mit Landleinen. Da erspähe ich neben einem Holzschiff von der Art der türkischen Goulett, einen schmalen Streifen. Zwar ist der Quai dort schwarz-gelb angestrichen, was eine eher abweisende Wirkung haben soll, aber wenn die Goulett da liegt, (die sieht ja nicht aus nach Ausflugsschiff oder Polizeiboot oder so) dann müsste auch für die Zurkirchen's Platz sein. Ich lege an. Viele Hände von der Goulett-Mannschaft helfen und neben uns bemüht sich ein englisches Paar auf einem Charterschiff(chen) mit Fendern. Es gelingt eine saubere Landung hinzulegen. Bevor ich endgültig vertäue frage ich den Kapitän der Goulette, ob sie noch ablegen würden. Nein, die bleiben, und so auch wir. Rechtzeitig fange ich an zu kochen. Wir müssen unbedingt zwischendurch selber kochen um die mitgenommenen Vorräte aufzubrauchen. Heute gibt es marinierte Hünerschenkel und Reis mit Gemüse, Vospeise und ein kleines Dessert. Kaum fangen unsere Hünerbeine in der Pfanne an zu brodeln, verteilt sich wegen dem Dunstabzug rund um unser Schiff ein herrlicher Duft. Die englische Nachbarin mit ihren sicher nicht unter 100 kg Lebendgewicht, wird nervös, kleidet sich an und zieht Mann und Tochter ans Ufer . Wir sehen sie noch in der Menschenmenge verschwinden in die Richtung wo die Restaurants angesiedelt sind.

Auch diesen Abend geniessen wir verliebt in Loungesesseln am Hafen bei schön kühlem Bier und Eiscafé.

 

27.7.08

Levkas ist auf dem Plan. Der Wind ist uns hold. Wir erreichen genau um 1500 die Einfahrt in den Kanal. Eine Zeit, zu der der Brückenwart sein schwimmendes Gewerk um 90° dreht, so dass die Schiffe in den Kanal fahren können. Genau zur vollen Stunde tut er das jeweils und wer nicht in dem Moment da ist, der wartet.

Wir sind da. 500 m weiter ist bereits unser Tagesziel. Da der Kanal eng ist, habe ich mein Bugstrahlruder ausgefahren. Nun ist es Zeit beim Stadtquai festzumachen. Der Wind ist recht stark und wird uns genau von der Seite packen. Eine recht heikle Situation zum Einparken mit Buganker und Heckleinen.

Aber wir sind doch schon bald "Profis"!

Platz erspäht, Fender sind draussen, Leinen parat, es kann losgehen. Trotz langer Erfahrung habe ich immer ein Kribbeln im Bauch wenn ich unter schwieriger Situation anlegen muss.

So auch hier. Ich betätige den Schalter für das Bugstrahlruder. Pipston heisst es ist in Position. Versuch... geht nicht! Halt, Manöver wiederholen. Rita geht ans Steuer um im Hafen eine Runde zu drehen, damit ich nach dem Bugsrahlruder schauen kann. Versuche den Fehler zu finden. Geht nicht auf die Schnelle.

Ich muss, ob ich will oder nicht, ohne Bugstrahlruderhilfe anlegen. Eine wirklich nicht einfache Sache. Anker runter, rückwärts, Boot dreht ab, Vorwärtsschub und gleich wieder rückwärts. So fährt man mit einem Langkieler rückwärts in eine Lücke rein. 4-5 Mal muss ich das Boot auf Linie bringen bis wir dann endlich zwischen den anderen Schiffen sicher am Quai festgemacht haben. Keine Schiffsberührung, weder links noch rechts. Ich bin mächtig Stolz, ich kann es noch! Rita findet auch, dass das Manöver sauber war, wobei Sie natürlich mitgeholfen hat.

Angebunden, fest im Buganker, alles klar. Jetzt kann ich nach dem defekten Bugstrahlruder schauen. Was sehe ich da?

Bei der Einfahrt in den Kanal habe ich automatisch das Bugstrahlruder ausgefahren. Dann beim Anlegen wollte ich es ausfahren, habe den Hebel umgelegt und damit das Ruder wieder eingefahren, so kann es nicht funktionieren! Idiot ! Eine Probe zeigt, dass alles in Ordnung ist, und wäre ich nicht nervös gewesen wegen dem Seitenwind, wäre mir das auch nicht passiert, wäre....!  Gut, dass ich mit Rita schon längst verheiratet bin, sonst hätte mir, als Idiot , vermutlich der Rausschmiss gedroht. Auf alle Fälle durfte ich ein liebes Lächeln einkassieren , und das noch mehrere Tage.

Levkas ist nichts Besonderes. Es gibt einen Stadtteil mit viel Kneipen und da ist alles voll. Was auffällt sind die vielen Autos. Ein Durchkommen auf den Strassen ist kaum mehr möglich.

 

28.7.08

Nach dem Loslegen gehts durch den Kanal nach Süden. Einem Wasserflugzeug müssen wir ausweichen, sonst ist die Fahrt nichts aufregendes. Viele Boote in beiden Richtungen, jedoch auch am Ende kein Wind. Wir steuern direkt unser südlichstes Ziel Zakyntos an. Um 1500 legen wir dort an der Quaimauer an. Der Hafenkapitän empfängt uns und will auch gleich die Papiere. Die bekommt er. Bei der Übergabe fragt er mich, ob ich Wasser, Diesel oder sonst was bräuchte. Ich verneinte dankend. Da bot er mir an, mir schöne und gute Girls zu besorgen. Ich lache und meine, auf Rita zeigend, dass ich doch eine süsse Frau dabei habe. Er darauf hin: " you may want change" , das ist der Hit. Rita ist von dem Mann bis ans Ende des Lebens nicht begeistert!

Rita ruft per SMS unsere Nachbarn aus Cham an. Die verbringen dort eine Woche Badeurlaub und wir hatten vereinbart, uns zu treffen, wenn wir in Zakynthos sind. Gesagt getan. SMS hin, SMS zurück, winke winke, auf einem Squad kommen sie angereist. Begrüssungsdrink, dann Besprechung der nächsten Schritte.

Nach duschen und fit machen spazieren wir kreuz und quer durch dieStadt, ohne jedoch ein Hilight zu finden. Abends essen wir in einem Restaurant an dem Platz, wo am meisten los ist. Wir verabreden uns für Morgen wieder.

 

29.7.08

Erst gemütlich frühstüchen. Ich gehe auf die Walz um einen Scooter zu mieten. Dann fahren wir nach Kalamaki, wo uns Anja und Rico beim Hotel erwarten. 100 m zu Fuss an den " Schildkrötenstrand" zum baden. Dieses Natuschutzgebiet ist ein einziger wunderschöner Sandstrand und wird gut behütet, so dass die Schildkröten trotz menschlicher Anwesenheit brüten können. Ein guter Einklang zwischen Mensch und Tier. Danach legen wir noch ein paar Längen im Hotelpool hin.

Mit unseren Mobilen fahren wir in die nahe gelegenen Hügel durch Pinienwälder, Eukalyptuswälder und Reben. Zum Teil ist der Duft von den Pflanzen so stark, dass man fast meinen könnte, jemand hätte eine Sprühdose auf einem gerichtet. Die Romantische Stimmung wird begleitet durch die vielen Grillen, die unaufhörlich mit ihrem Flügelreiben dieses zirpende Geräusch verursachen und die ganze Luft damit schwängern.

Bei einem Aussichtspunkt, dem Leuchtturm, halten wir an und geniessen nicht nur den schönen Ausblick über eine wunderschöne türkiesfarbene Bucht, nein auch ein herrliches griechisches Zwischendurch.

Am Abend gehe ich nochmals zum Hafen, denn ich muss vom Kapitän meine Papiere zurückhaben. Dabei will er von mir noch 95€ für das Transitlog, sowie behördliche Abwicklung. Vor 4 Jahren habe ich noch gerade 28€ dafür bezahlt !

Dafür kann man wegen dem Preis für das Anlegen von 20€ pro Tag nicht meckern. Man muss halt alles zusammenzählen und dann wieder Teilen, dann ist Griechenland immer noch ein Paradies.

Zurück beim Hotel geniessen wir den Spätnachmittag noch am Pool. Ist auch eine feine Sache, zwischendurch einmal in einem Süsswasserpool zu baden.

Das Highlight ist am Abend dann noch das Essen bei einem Greichen. Der ist so was von freundlich und nett ! Das Essen ist super und als kabaretistische Einlage kann gewertet werden, dass sein Kellner , ein Albaner, kein Wort in einer Sprache ausser seiner Muttersprache kann. Es war wirklich amüsant. Als i-tüpfelchen spielte der Wirt auf Wunsch noch griechische Musik ab, wobei er selber so in Fahrt kam dass er anfing zu Tanzen.

 

30.7.08

Von Zakyntos geht's nach Poros. Nach dem Anlegen um ca 1400 bemerke ich erst dass ich in diesem Hafen ja schon mehrmals war. Hatte ich nicht mehr gewusst. Erst waren nur 3 Boote im Hafen, abends war alles voll. Hafenkino vom feinsten den ganzen Nachmittag. Direkt über dem Hafen ist eine Taverna mit gutem Bier, dort hat man einen besonders schönen Platz im Hafenkino. 12 Boote kamen noch nach uns herein.

Zum Abendessen gibt es Penne an Tomatensauce mit Hünerfrickassee. Ich merke, dass wir nicht eine einzige Portion richtiges Fleisch eingekauft haben. Ich freue mich langsam aber sicher auf ein saftiges Steak, nur das bekommt man in Griechenland nirgends.

Abendlicher Spaziergang an der Promenade. Hier gibt es kaum ausländische Touristen, dafür viel griechische Familien mit ihren Kindern. Diese geniessen lautstark das Ferienerlebnis bis spät in die Nacht hinein. Wir sind oft früher im Bett als die griechischen Babies!

 

31.7.08

Nur ein kurzer Trip heute. An der Insel Skorpio ( gehört den Onassis) fahren wir in die Bucht von Vlychion ein. Dies ist meine Lieblingsbucht, weil dort der Dimitris seine Taverne hat und François und ich dort schon einmal ein kulinarisches Highlight hatten. Einfache Küche, aber sehr gut und mit viel Liebe von der Familie angeboten.

Auch diesmal finden wir unseren Platz direkt vor der Taverne, gehen noch baden, (das Wasser ist hier 24°) und geniessen ganz einfach das Leben:

Ich verstehe nicht, warum in einer kleinen Bucht am Anfang der grossen Bucht hundert Boote total aufeinander gepackt vor Anker liegen, wenn doch ein paar hundert Meter weiter eine riesige Bucht ( Lagune) Platz und Ruhe bietet.

Wir gehen um 1930 zum Essen, sind natürlich die Ersten. Bekommen herrliche Vorspeisen und guten Fisch, den ich bereits am Nachmittag vorbestellt habe. Erst bestelle ich auch einen halben Liter Rotwein, dann will Rita aber Roséwein. Ok, nun ist Dimitris komplett vom Pferd. Soll es jetzt Roter oder Rosé sein. Beides, Sicher ?

Ja, ok, wir bekommen beide, Dimitris Augen sind so gross wie die Vorspeisenteller, die er ebenfalls schön beladen bringt.

Als wir dann noch ein Photo zur Erinnerung machen, fallen die Gefühle bei Dimitris fast durch. Der Abschied wird sehr herzlich, eben so richtig wie in einer griechischen Familie. Ein Grund warum ich immer wieder gerne dort Halt mache.