REISEBERICHT - August 2008

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Anfahrt Erikkoussa

 

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In der Bucht

 

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Ein Fischer kommt rein

 

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Bei der Arbeit

 

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Ein richtiger Werkzeugkasten Hilft

 

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Die kaputte Winch

 

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Skorpionfischn mit Zwiebel-Tomaten_Sauce, Buretta

 

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Rita mit den orangen Klops ist unauffällig

 

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In der Bucht Keras mit Landleine

 

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Die besten Muscheln

 

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Ein Prosit zum Abschied

 

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Schwimmen ist angesagt. Das Wasser ist klar und warm

 

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Der Tisch ist schön angerichtet

 

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Beim abendlichen Absacker

 

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Abend in der Bucht vor dem Club in Kerkyra

 

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Aussicht vom Club

 

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In der Taverne unsere Neuentdeckung

 

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Abend bei der Abfahrt von Leucat

 

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Besuch der Delphine

 

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Perfekte höhe

 

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Im Morgengrauen

 

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Die Bar, schön (und) laut

 

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Die Bestellung erfolgt direkt in der Küche mit Dimitris (r)

 

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Die Rechnung

 

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Gemütlicher Moment nach der Ankunft

 

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Die letzte Mahlzeit auf dem Schiff

 

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Einfahrt in Sibari

 

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Letzte Portion Hünerbeine, zurück in Sibari

 

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Letzter Abend, zusammen mit Familie

 

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Für die Kinder ein schöner Spileplatz

 

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Familie kommt aufs Boot. Samantha und Jennifer

1.8.08

Heute ist ein Feiertag. Heimatliche Gefühle kommen auf, so wie ich die noch im Boot hängende Mütze mit Schweizer Kreuz und dem Spruch " Hop Schwiz " anziehe. Leider ist die Mütze ohne Sonnenschild und somit absolut unschön, unbrauchbar und idiotisch. Hop Schwitz für was? Ah, es ist doch Olympiade oder wird bald sein. Keine Ahnung. Seit 2 Wochen haben wir keine Nachrichten gehört, nie einen Fernseher beglotzt und keine Zeitungen gelesen. Das sind eben Ferien.

Auf Frühstück haben wir heute beide keinen grossen Apetit, das üppige Essen liegt noch teilweise im Magen. Draussen weht kein Lüftchen und es ist schon richtig heiss. Der Thermometer streichelt bereits die Striche um die 35°. Gemächlich Motoren wir dem Kanal von Levkas zu. Diesmal werden wir direkt durchfahren und bis Prevesa weiterziehen. Pünktlich um 1200 stehen wir vor der Brücke und können gleich durchfahren.

In Prevesa ist der Quai fast leer. Für mich eine Überraschung. Warum das so ist, wird mir später klar. Die Charterbase, die immer den ganzen Quai besetzt hat, ist in eine neu gebaute Marina umgezogen und so liegen die Plätze frei für die Besucher. Wir legen neben einem grösseren Holzschiff ohne Probleme an. Ein netter Deutscher von einem Cat, ca 30 m weit weg, kommt und nimmt uns die Leinen ab. Auf unserem Nachbarboot bemüht sich niemand. Italienische Flagge und unfreundliche Leute gehören normalerweise nicht zusammen. Hier ist es so. Nicht einmal unseren Gruss erwiedern die. Mit der Zeit merken wir, dass unser Nachbarschiff so etwas mit Geisterschiff zu tun hat. Eine Frau, mit absolut verdrossenem Gesicht. Ein Mann, der ständig etwas brummt. Ein junger Typ, der kurz geschoren und einseitig mit 3 schulterlangen Rasterlocken verziert ist. Abends spielen sie Karten, dann auf einmal verschwindet der Alte vom Boot und läuft den Quai auf und ab. Die Dame verschwindet in einer Luke und der Junge verschlingt etwas, das man aus der Ferne "Hamburger" nennen könnte. Dann kommt der Alte wieder, geht auch durch die Luke, kommt aber schnell wieder heraus, mit einer Bettdecke bewaffnet. Der Junge legt sich oben auf Deck und liest. Es wird seit Stunden kein Wort gesprochen. Familie?. Keine Ahnung. Auf unserer Backbordseite legt ein anderes italienisches Segelboot an. Da sind Familien mit Kindern drauf. Das ist Leben und typisch italienisch. Die sind freundlich, fröhlich und geniessen den Urlaub.

Nach üblichem Ankerdrink, Dusche und Auffrischen ziehen wir durch die Stadt. Ich suche einen Rohrwinkel aus Gummi, damit ich die Ankerwaschanlage reparieren kann. Ich hab ekeine Ahnung, wo man ein solches Teil bekommen könnte. Nicht mal in der Schweiz wüsste ich wo suchen, vergessen dann in Griechenland ! Rita hat die zündende Idee: Bei Waschmaschienen ist der Ablaufschlauch oft mit einem Gummischlauch und einem solchen Teil befestigt. Wir gehen auf die Suche. Nach ungefähr 3 km Marsch und nachdem wir in mindestens 5 Läden gefragt haben werden wir fündig. Ich muss allerdings den ganzen Schlauch kaufen. Kein Problem, der kostet gerade mal 2€. Da ich aber nur den Eckwinkel brauche frage ich nach einem Messer, denn ich will nicht mit dem ganzen Schlauch durch die Stadt wandern. Es gibt scheinbar kleinere Verständigungsprobleme, denn der Verkäufer gibt mir erst ein Messer, nachdem er die 2€ in seiner Hand sieht. Als ich dann nur mit dem Eckteil glücklich davon marschiere guckt man mir nach, als würde ich eben wieder ein UFO betreten um zurück zum Mars zu fliegen.

Abends suchen wir uns eine nette Taverne, die wir in der Altstadt finden. Der Chef (heisst übrigens auch Dimitris) lädt mich in die Küche ein, wo ich mit dem Koch zusammen unsere Speisewünsche direkt Vorort zusammenstelle. Essen gut, Leute freundlich, Rita und ich glücklich. Das ist Urlaub.

In der Bar oder Disco direkt hinter unserem Schiff wird der Abend mit einem Drink abgerundet. Zwischenzeitlich ist nicht nur der Quai mit Schiffen voll besetzt, nein, halb Griechenland bummelt auf und ab. Trotzdem wird all der Strassenlärm noch von der aus der Bar dröhnenden Musik getopt. Wir stossen an auf unsere schöne Heimat.

 

2.8.08

Übicherweise muss ich in der Früh mal raus. Heute genau so und da sehe ich Rita bereits angezogen im Cockpit herumgeistern, im Gesicht ist Unwetter angesagt.

Die laute Musik und der Lärm aus der gegenüberliegenden Werft haben sie nicht schlafen lassen. Ein kurzer Spaziergang zu einem Becker tut Ihr gut und wir können danach feines frisches Brot zum Frühstück geniessen.

Gleich nach dem Frühstück nehmen wir den Anker hoch und legen ab. Ziel ist Kerkyra. Ein herrliches Windchen und fast keine Wellen lassen den Tag zu einem richtig genüsslichen Segeltag werden. Es ist eine rechte Strecke bis Kerkyra, 60 Meilen legen wir zurück um dann am späten Nachmittag in der Bucht vor dem Yachtclub zu ankern. Erst als wir am Ziel sind kommt mir in den Sinn, dass wir letztes Mal diese Strecke in 2 Etappen zurückgelegt haben, mit Zwischenstop in Gaios.

Nanu, jetzt sind wir hier und Rita konnte einige Stunden Schlaf nachholen, so dass die frühmorgentliche Gewitterstimmung vorbei ist und sich an den Himmel verlagert hat. Dunkle schwarze Wolken ziehen von Albanien heran und sorgen für eine geisterhafte Stimmung. Eigentlich möchten wir Essen gehen, trauen uns aber nicht vom Boot. Der Anker hat auch erst nach dem 4. Mal gefasst weil der Grund voller Seegras ist.

Mit Brille und Schnorchel verziert steige ich ins Wasser und schaue nach wie der Anker liegt. Sauber eingegraben auf einem Flecken Sand zwischen Seegrasfeldern. Gut so. Nachdem sich dann der Himmel wieder aufgehellt hat, steigen wir ins Dingi und gehen an Land. Gegen 2200 stehen wir wieder vor der neu entdeckten Kneipe, ergattern einen Tisch, der eben geräumt wird und bestellen wohl was?. Für mich "Fisch". Rita meint nur, wir müssen ja die Fische im Restaurant essen, denn ich fange ja nie etwas, auch nicht mit der neuen Rute. Erstens sind wir noch nicht am Ziel und zweitens weiss man, dass die Griechen lange mit Dynamit gefischt haben und somit alles was geschwommen ist tot gemacht haben. Es gibt in Griechenland kaum mehr Fisch, wie sollte ich da etwas fangen, das käme einem 6er im Lotto gleich und den habe ich ja schliesslich auch noch nicht gehabt. Rita erspäht auf der Speisekarte etwas mit Kalbfleisch. Scheinbar übersetzen die Griechen "alte ausgemergelte Kuh, die standrechtlich in Achtungsstellung erschossen wurde" ganz kurz mit "Kalbfleisch". Mein Fisch ist gut.

 

3.8.08

Heute absolut ruhige See. Frühstück und los gehts. Um 1000 klingelt mein Handy mit der Erinnerung, dass meine kleine Jennifer Geburtstag hat. Wir werden am Abend anrufen. Rita hat nachts wieder jede seitliche Bewegung des Schiffes bemerkt und schlecht geschlafen. Was nun, wir werden nochmals in einer Bucht ankern müssen, wenn wir nicht bis Cap Leucat durchfahren wollen. Verschieben wir erst einmal die Diskussion um den Liegeplatz heute Abend und sehen zu wie wir forwärtskommen. Vielleicht gibt es ja noch ein Wunder und es entsteht vor uns plötzlich eine Marina.

Erste Etape ist der Handelshafen. Ich muss nämlich das Transitlog beim Zoll abgeben. Wir fahren im Handelshafen ein, da wo wir schon mehrmals gehalten haben um den Zoll zu besuchen. Diesmal kommt ein Grieche dahergerannt und erklärt, dass wir hier nicht mehr halten dürften, es sei nun eine Werft und es gebe einen bösen Hund, an dem ich nicht ungebissen vorbeikäme. Das will ich nicht riskieren. Wir legen ab und 100 m weiter wieder an. Die Suche nach dem Zoll ist einfach, ich weiss ja von den letzten Besuchen, wo das Büro ist. Nur, da ist keiner. Das Büro ist geschlossen.

Nicht weit weg, steht ein griechischer Uniformträger und kontrolliert die einschiffenden Passagiere. Der muss vom Zoll sein.

Ich gehe hin und frage, wo jemand vom Zoll sei, dem ich das Transitlog abgeben könnte. Der schaut mich an, als hätte ich ihm einen schmutzigen Witz über griechische Beamte erzählt. Da drüben sei das Zollbüro. Weiss ich, ich komm ja von dort. Leider ist das Büro zu. Ob und wann jemand da sei versucht er eine Zeitlang in seinem Hirn zu erforschen. Er verdreht ständig die Augen und schüttelt den Kopf , alles was dann aus dem Mund kommt ist " I do not know ". Was ich denn tun soll, möchte ich wissen. Ich soll doch warten, vielleicht käme heute doch noch jemand. Der hat Nerven! Mich auf alle Fälle hat er los. Ich gehe zum Zollbüro zurück und stecke das Log unter der Türe durch. So, nun habe ich es ja abgegeben, es steht ja nirgends, dass man es persönlich einem lächelnden Beamten in die Hand drücken müsse.

Damit wir die An -und Ablegemanöver nicht ganz für die Katz gemacht haben, steche ich in den Duty free gleich neben dem Zollbüro und hole für Rita zur Überraschung ein Parfüm. Dies wird Ihre Stimmung heben und ich kann dann eventuell auch besser mit ihr über die nächste Nacht vor Anker in einer Bucht sprechen. Im Verheiratetenjargon heisst das nicht Bestechung sondern Liebesbezeugung.

Weiter geht die Fahrt unter vollen Segeln in Richtung Heimat.

Nur zum Schnuppern fahre ich in die Bucht ein, wo wir schon einmal geankert haben und eine köstliche Korfu-Spezialität gegessen haben. Es ist recht ruhig in der Bucht, aber um Rita nicht zu ärgern drehe ich wieder ab. Nach kurzer Erläuterung der Mögkichkeiten zum Übernachten entscheiden wir, zurück in die Bucht zu fahren und mit einer Landleine anzulegen. Gesagt getan, wir setzen den Anker im geschütztesten Teil der Bucht gleich vor der Taverne. Ich rieche schon den guten Fisch! Erst wird der Anker gesetzt, dann geh ich mit dem Dingi ans Land, befestige die Leine und rudere zurück zum Boot. Leider treibt das Boot bereits ab. Rita muss mit dem Motor das Boot rückwärts fahren, weil sonst die Leine nicht langt. Sie macht das souverän und ich kann die Leine am Boot belegen. Nun liegen wir gut und ruhig. Kaum sind wir fest, kommt auch schon der Nächste und der Nächste. Schliesslich liegen mehrere Boote nebeneinander. Vor uns war keiner dort und mit Landleine in dieser Bucht habe ich auch noch keinen gesehen. Es ist wie immer. Legt man sich irgendwo hin, kommen die Anderen und scharen sich.

Es ist bereits ca 1400 und die Taverne ist voll. Bis 1700 kommen Leute zum Essen, dann wird's ruhig.

Ich habe bereits bei unserer Ankunft einen Tisch reserviert und aus der Vitrine den Fisch bestellt, den ich abends auf dem Teller sehen möchte. Nachmittags wird gebadet und das Leben genossen.

Um 2000 gehen wir Essen. Jetzt sind wir fast alleine. Die letzten Mittagsgäste haben um 1800 das Feld geräumt und die nächsten Griechen werden dann wohl ab 2100 zum Abendessen kommen.

Die Spezialität heisst Buretta und besteht aus fein gehackten Zwiebeln und Tomatensauce. Darin wird der Fisch gekocht. Wir bekommen den Skorpionfisch mit seinen 1 1/2 Kg, ein beachtliches Exemplar und absolut lecker. Vorher essen wir auf Empfehlung des Chefs eine Portion Muscheln. So gute Muscheln haben wir beide noch nie gegessen. Die sind so was von frisch, gross und zart mit einer Weinsauce, solche Muscheln könnte man ohne weiteres als Hochzeitsmal auftischen.

Im Schiff haben wir Metaxa und von dem genehmigen wir uns noch ein Gläschen, oder zwei. Entsprechend ruhig wird die Nacht. Beide schlafen wie die Götter.

 

4.8.08

Das vom Wirt bekommene Brot für's Frühstück brauchen wir nicht ganz. Die Muscheln und der Fisch sind noch nicht vollständig verdaut. Gemächlich starten wir um unser nächstes Ziel, eine Bucht bei der Insel Errikousa anzusteuern. Auf dem Weg fahren wir noch kurz in den kleinen Hafen von Kassopoli ein, wo wir sehen, dass wir vermutlich, entgegen unserer Annahme Platz gehabt hätten. Nur, wenn nicht, dann hätten wir alles zurückfahren müssen und trotzdem in der Bucht übernachten. Aber, es ging uns ja in letzter Bucht gut, in jeder Hinsicht. Bereits um 1400 setzet wir den Anker, gehen Baden und Einkaufen. In der Taverne neben dem Lädelchen bestellen wir 2 Portionen Zaziki zum mitnehmen. Heute Abend wollen wir geschwellte Kartoffeln mit Käse und Zaziki essen. Eine neue Idee aber sehr gut.

Zurück auf dem Schiff beginne ich mit der Reparatur der Unterlieksterckerwinch. Bei der hat es, weiss der Geier warum, die Halterungsschrauben abgescheert. Ich muss das Teil demontieren, die Schrauben ausbohren und neue Gewinde einschneiden. Gut wenn man eine kleine Werkstatt an Bord hat! Nach 3 Stunden sitzt das Teil wieder da wo es hingehört und wir verlegen unser Boot näher unter Land, beim Hafeneingang, wo wir geschützter liegen, denn der Wind blässt schon mal ganz deftig.

 

5.8.08

Vor uns haben wir einen grösseren Schlag bis Cap Leucat. Da uns der Wind seine Begleitung verwehrt, müssen wir grössten Teils motoren. Einmal hängt was an der Fischerleine, aber wie ich beginne einzurollen, haut das Teil ab. Schade, hätte doch mein Ego etwas poliert.

Da wir bereits um 0630 abgehauen sind erreichen wir das Tagesziel bereits um 1500. Rita will nicht mehr an den Schaukelsteg und wir legen an der Mole an, wo wir absolut ruhig liegen. Belustigt schaut Rita auf die Boote, die auf der gegenüberliegenden Seite dauern hin und her schaukeln. Flanieren und Bierchen trinken ist angesagt. Das tun wir denn auch und kommen erst zum Abendessen zurück auf's Schiff. Wir braten die zweitletzte Portion Hünerschenkel, die mit uns die ganze Reise mitgemacht hat. Ich lege mich noch für ein Stündchen hin. Um 2200 wollen wir ablegen und mit einer Nachtfahrt übersetzten nach Sibari.

 

6.8.08

Es war kurz vor 2200 als wir abgelegt haben. Gemeinsam wachend schlichen wir uns aus dem durch den Mond erhellten Hafen und suchten uns den Weg zwischen den kleinen Fischerbooten hindurch in freieres Gewässer.

Rits geht schlafen und pennt die ganze Nacht. Hin und wieder mache auch ich ein Nickerchen, denn es ist rundum kein einziges Boot auf dem Radar auszumachen.

Irgend mal in der Früh kommt Rita aus der Kabine ins Cockpit. Oh Schreck, der Rudolf ist weg. Gedanken schiessen durch den Kopf, wie sie sich Ihr Leben als Witwe gestallten soll. Sicher wird sie nie Segeln gehen. Rudolf ist nicht im Cockpit, er macht gerade ein Nickerchen in der Skiperkabine. Scheinbar schnarcht er im Moment nicht und deshalb konnte Rita ihn nicht sofort orten. Dann aber, Gott sei Dank (oder auch nicht) da liegt er ja. Schrecklich auszudenken, dass Rita das Boot alleine nach Sibari hätte fahren müssen. Es ist halt doch schön verheiratet zu sein!

Rita schläft noch und ich bekomme Besuch von 4 Delphinen, die eine ganze Weile nebenherschwimmen und immer wieder mit dem Boot spielen. Es ist ein herrlicher Anblick.

Ohne Fisch , etwas müde aber glücklich erreichen wir Sibari um 1300. Zu der Zeit ist das Büro geschlossen, deshalb fahre ich halt ohne Pilot ein. Ohne Grundberührung und ohne Probleme können wir am Steg in der Marina anlegen.

Um 1500 öffnet das Büro und ich erledige die "Bürokratie". Gaitano der Kapitän meint, er sei immer auf Abruf, ich hätte Ihn anrufen sollen. Wir treffen Maria, Mario, Fortunato und Fidele, alle unsere Freunde in der Marina. Alle sind sehr nett und Hilfsbereit.

Abends fahre ich mit Mario nach Hause und hole mein Auto.

 

7.8.08

Heute ist Arbeitstag. Rita und ich teilen uns die Arabeiten ein, nehmen es aber gemütlich, denn wir haben Zeit.

Nachmittags gehen wir mit dem Dingi weg zum Strand. Rita übt sich wieder einmal beim Dingi fahren. Wir binden das Dingi am Steg an und gehen zum Strand. Das Wasser lädt zum Baden ein. Zurück im Dingi will Rita das Ruder nicht mehr in die Hand nehmen. Ich soll zurückfahren. Ok, Motor starten, Rückwärtsgang einlegen und rückwärts ablegen. Das Ding bewegt sich nicht !  Rita meint dann irgendmal, es wäre vielleicht angebracht, die Leine loszumachen. Wir brüllen !

 

8.8.08

Heute ist wieder Arbeitstag.

Nach dem Baden am Strand gehen wir noch zu einem Einkaufsbummel im nahe gelegenen Einkaufszenter. Wenn man bedenkt, dass wir noch vor 4 Jahren glücklich waren, wenn wir das Eine oder Andere in einem lokalen Tante Emma Laden bekommen konnten und heute hier ein Super Einkaufszentrum steht in dem man alles bekommt. Was man in diesem Giga-Zentrum nicht bekommt, das gibt es vermutlich noch nicht auf dieser Erde. Wahnsinn.

 

9.8.08

Heute ist nochmals ein kleiner Arbeitstag. Letzte Hand anlegen und mit den Schiffsnachbarn eins drinken und Schwätzchen halten. Es liegen gleich 2 Schweizerboote neben uns. 

Nochmals ein letztes Bad im Meer, Diesel tanken und die SAMANTHA auf ihren richtigen Platz verlegen. Dann warten wir bis es später Nachmittag wird.

Pünktlich um 1700 klingelt mein Handy. Sohn Patrick ist mit seiner Familie eingetroffen.

Seit gestern Abend sind sie unterwegs und hatten lange Staus. Nun sind sie da. Wir entpacken das Auto, besprechen was alles am Ende des Urlaubs auf der SAMANTHA zu erledigen ist und beschliessen noch zusammen eine Pizza essen zu gehen. Dann überlassen wir Ihnen das Schiff, auf dem sie nun für 10 Tage Urlaub machen, Rita und ich steigen ins Auto und fahren nach Hause.

 

10.8.08 Es ist genau Mittag als wir zu Hause eintreffen. Die Fahrt war reibungslos und ohne Stau. Um nicht vor dem Gotthardtunnel warten zu müssen sind wir bei dem schönen Wetter über den Berg gefahren und genossen den herrlichen Tag. Abends sitzen wir mit Francois und Therese noch zum Grillen und Berichten zusammen, danach wird süss geträumt von unserem schönen Urlaub.
   
 

Eventuell gibt es noch einen kurzen Törn im Herbst, ansonst wird SAMANTHA aus dem Wasser gehoben und an Land gesetzt bis ca Ostern. Dann geht's quer durch die Kykladen in die Türkei.

 

 

Mal sehen.  Euer Kapitän Rudy